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Das Olivenöl Colline Salernitane Dop

Das jungfräuliche Olivenöl Colline Salernitane Dop (die salernitanischen Hügel) hat eine markante grüne bis ins strohgelb reichende Farbe und ist meist sehr klar oder nur leicht samtig. Der Duft geht entschieden in Richtung fruchtige aber pure Olive mit Ansätzen von frischen Blättern, Kräutern und junger Tomate. Der Geschmack ist entschieden und anhaltend mit einer angenehmen aber strukturierten herben Schärfe. Im Colline Salernitane Dop kann man auch Artischocken, Cardy und bitter Pflanzen rausschmecken, wobei der Nachgeschmack eher rein ist. Wegen den spürbaren aromatischen Noten wird dieses Olivenöl gerne zu intensiven Gerichten wie Bohnensuppen, deftigen Pastatellern oder gegrilltem Fisch verwendet.

Einfach, gesund und lecker: das Olivenöl Colline Salernitane Dop auf frischem Brot
Die Geschichte

Der Anbau von Olivenbäumen hat in der Provinz von Salerno eine antike Geschichte, in der sich eigene Olivensorten entwickelt haben. Einige Ortschaften in der Provinz von Salerno tragen daher Namen, die auf Olivenproduktion hinweisen: Oliveto Citra, Olivella und Ogliara. Die Olivenproduktion hat der lokalen Bevölkerung in den schweren Jahren ausgeholfen und auch heute noch trifft man auf lokalen Spaziergängen auf imposante jahrtausendalte Olivenbäume.

Die Olivensorten

Die für das Olivenöl Colline Salernitane Dop verwendeten Oliven sind eine Mischung aus den antiken lokalen Olivensorten und den neu angepflanzten Olivensorten, die innnerhalb der Herkunftsauszeichnung aufgelistetetet Gemeinden wachsen: Rotondella, Frantoio, Carpellese oder Nostrale müssen mindestens zu 65% verwendet werden. Die Ogliarola und Leccino dürfen maximal zu 35% verwendet werden, während maximal 20% anderer Olivensorten beigemischt werden darf. Der Säurewert liegt dabei immer unter 0,70%.

Die Ernte

Die für das Olivenöl Colline Salernitane Dop verwendete Oliven müssen ausschliesslich bis zum 31. Dezember jeden Jahres mit der Hand geerntet werden und müssen spätestens am zweiten Tag nach ihrer Ernte gepresst werden. Die Extraktion des Öls müssen die besonderen Geschmacksmerkmale dieser Olive respektieren. Die Ausbeute des Öls bei der Olivenernte darf insgesamt die 20%-Marke nicht überschreiten um die Qualität des Öls zu schützen.

Das Anbaugebiet

Das Anbaugebiet vom Olivenöl Colline Salernitane Dop umfasst 86 Gemeinden innerhalb der Provinz von Salerno, die von der Amalfiküste bis in das Calore-Tal, das Picentini- und Albuni-Gebirge, das Sele-Tal, die Hügel des Tanagro bis in das Diano-Tal reicht. Das Anbaugebiet entspricht auf über 19000 Hektar Land also etwa einem Drittel der gesamten Olivenproduktion der Region Kampanien. Ein Grossteil der Olivenproduktion konzentriert sich auf die hügelige Landschaft innerhalb der Provinz von Salerno. Der Anteil der Dop-Produzenten ist in den letzten Jahren gestiegen, wobei vor wenigen Jahren noch weniger als 20% des lokalen Olivenöls den Richtlinien der EU-Herkunftsauszeichnung folgten und somit nicht als Dop verkauft werden durfte.

Das offizielle Kennzeichen des Colline Salernitane Dop
Die Dop Herkunftsauszeichnung und das Schutzkonsortium

Das Colline Salernitane ist seit 1998 auf europäischer Ebene wegen ihrer besonderen Charakteristiken mit einer Dop-Auszeichnung geschützt. Seit dem Jahr 2005 kontrolliert ein Schutzkonsortium in der Via Belvedere 10 in Battipaglia die Produktion und die Qualität der Marken, die mit der Dop-Auszeichnung verkauft werden.

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Der Terre del Volturno Igt Wein

Die Terre del Volturno Igt Weiss-, Rosè und Rotweine müssen aus den geschützten Anbaugebieten der aufgelisteten Gemeinden in der Provinz von Caserta und Neapel stammen und aus vorgeschriebenen Rebsorten bestehen.

Das Produktionsgebiet

Das Produktionsgebiet des Igt Terre del Volturno umfasst einen erheblichen Teil der Gemeinden der Provinz von Caserta, unter anderem auch Caserta selbst, sowie die drei Gemeinen Giugliano, Qualiano und Sant’Antimo in der Provinz von Neapel. Der Volturno hat in seiner Geschichte eine immense Anzahl von erodierten Substanzen mitgetragen, die meist aus Ton, Mergel, Sandstein oder Kalk bestehen. Besonders im Gebiet bei Caiazzo ist die komplexe Vermischung dieser Materialien besonders stark. Bei diesen Bödentypen ist die Präsenz von Stickstoffen, Khalium und Calcium regelmässig vorhanden, während sich andere Elemente je nach Gebiet hinzufügen. Diese unregelmässige Komposition der Böden kann zu sehr unterschiedlichen Mineralitäten im Geschmack dieser Weine selbst bei nahgelegenen Territorien führen.

Der Fluss Volturno bei Caiazzo
Der Weinanbau im Volturno Tal

Die Grundvoraussetzungen im Volturno Tal für den Weinanbau sind hervorragend. Die Böden sind mit Vulkangestein des Roccamonfina und der Phlegräischen Felder angereichert. Das Tal vermischt sich mit Hügeln und einer grossen Verfügbarkeit von Wasser bei milden Temperaturen. Die Region Kampanien wird über 175 Kilometer lang vom Fluss Volturno durchquert, der als wichtigster Fluss Süditaliens und grosser Wasserlieferant der Region gilt. Sein Ursprung entstammt dem Mainarde-Gebirge im geschützten Regionalpark der Abruzzen um nach dem Verlauf am Matese-Gebirge im tyrrhenischen Meer bei Castel Volturno zu enden. Plinius der Ältere berichtete in seiner Naturalis Historia bereits von der Qualität der Weine der Campania Felix, wie dem Caulinum oder dem Trebulanum. Die Aufwertung als Terre del Volturno Igt dieser Rebsorten ist jung, während die verwendeten Trauben eine lange Geschichte tragen, teilweise unter anderen Namen.

Die Rebsorten des Igt Terre del Volturno

Seit 2004 besteht auf europäischer Ebene die Igt Terre del Volturno, wobei einer der Rebsorten Aglianico, Asprinio, Casavecchia, Coda di Volpe, Falanghina, Fiano, Greco, Pallagrello bianco, Pallagrello nero, Piedirosso, Primitivo und Sciascinoso neben dem Anbaugebiet Terre del Volturno aufgeführt werden muss. Dabei muss der Wein jeweils aus mindestens 85% dieser Rebsorte und aus maximal 15% anderer lokaler Rebsorten bestehen. Die Variante Asprinio darf auch als Schaumwein angeboten werden.

Die runde Traube des Pallagrello nero
Die Pallagrello-Traube

Der Pallagrello ist eine der wenigen Rebsorten Kampaniens, die es sowohl als rote als auch als weisse Variante gibt. Im lokalen Dialekt wegen seiner kleinen und runden Form U pallarell (Bällchen) genannt, scheint der Pallagrello aus der Antike zu stammen und älter als die andere nur um Caserta angebaute Casavecchia-Rebsorte zu sein. Unter Ferdinand IV. dem Bourbonen wird der Pallagrello für die königlichen Weingärten von San Leucio ausgewählt und meistens den renomierten Weinen aus Frankreich bevorzugt. Bis heute ist diese Traube in der Provinz von Caserta und besonders im Gebiet bei Caiazzo stark verbreitet.

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Die Irpinia Doc Weine aus der Provinz von Avellino

Neben den lokalen Docg Weinen Taurasi, Greco und Fiano gibt es seit 2005 auch die geschützten Irpinia Doc Weine aus der Provinz von Avellino. Die südöstliche Provinz in der Region Kampanien gilt als eine der interessantesten Weingebiete im Süden Italiens. Der Geschmack des Weines kann je nach Traubensorte und dem wenig homogenen Anbaugebiet sehr unterschiedlich sein, wobei Irpinien als eines der historischen Weinanbaugebiete Italiens gilt.

Die Geschichte

Der Weinanbau in Irpinien (der heutigen Provinz von Avellino) hat wahrscheinlich vorgriechischen Ursprung und somit eine lange Tradition. Einen grossen Aufschwung erlebt der Weinanbau Irpiniens im 19. Jahrhundert durch die Entdeckung einer grossen Schwefelgrube bei Tufo. Durch die Verwendung des Schwefels erlebt das gesamte Gebiet der Provinz von Avellino einen grossen Aufschwung, da durch die Technik der Anschwefelung die Reben von externen Gefahren geschützt wurden. Die 1878 gegründete Weinschule von Avellino und die neue Eisenbahn, an die viele irpinische Gemeinden angebunden werden, helfen der Entwicklung der lokalen Weinproduktion, die damals bis nach Frankreich ausgeliefert wird.

Das Anbaugebiet
Eine Landschaftsaufnahme aus Irpinien

Die Provinz von Avellino ist von der Komposition der Böden das unregelmässigste Gebiet innerhalb der Region Kampanien. Der ständige Wechsel zwischen Gebirgsketten (dem Partenio, Terminio und den picentiner Bergen), Hügeln und Ebenen wird von verschiedenen Flussverläufen (Sele, Ofanto und Calore) unterbrochen und geben die Voraussetzung für eine Produktion hochwertiger Weine. Ausserdem tendiert der Bereich um Avellino und des zentralen Irpiens zur tyrrhenischen Küste, während das Gebiet um Ariano Irpino und Sant’Angelo dei Lombardi klimatisch zur adriatischen Küste tendiert.


Die Böden und das Klima

Die Böden des Tals um Avellino ähneln eher dem vesuvianischen Gebiet, während die hügeligen Gebiete des restlichen Irpiniens eher tonhaltig sind und eine hohe Alkalinität und Nährgehalt aufweisen. Der hohe Tongehalt hat besonders im trockenen Sommer einen positiven Einfluss auf eine kontinuirlichen Reifeprozess und den Säuregehalt des Weines. Der hohe Khalium- und Magnesiumgehalt schenkt den irpinischen Weinen ein intensives Bouquet, eine gute Struktur und ein wichtiges Gleichgewicht. Das Klima Irpinies ist im Winter oft kalt, frostig und schneereich, während der Sommer durch die vielen Wälder relativ angenehm bleiben. Der Westen Irpiniens ist dabei recht regenreich, während es im zu Apulien tendierenden Teil im Osten Irpiniens nur halb so viel regnet. Der Sommer ist generell recht trocken und etwa 70% des Regenfälle konzentrieren sich auf den Herbst und Winter.

Die Irpinia Doc Auszeichnung

Die europäische Herkunftsauszeichnung Irpinia Doc wurde im Jahr 2005 anerkannt und zuletzt 2014 erweitert und wird in verschiedenen Varianten und auch als Blends Bianco, Rosso, Rosato und Novello angeboten. Der Irpinia Doc Bianco muss aus mindestens 40% Greco und 40% Fiano Trauben hergestellt werden, während der Rosè und die roten Weine aus mindestens 70% Aglianico bestehen muss.

Irpinia Doc Weissweine und Rotweine

Mit dem jeweiligen Beinamen müssen aus mindestens 85% der jeweiligen Rebsorte bestehen und werden in den folgenden Varianten angeboten.

  • Irpinia Coda di volpe
  • Irpinia Falanghina
  • Irpinia Fiano
  • Irpinia Greco
  • Irpinia Piedirosso
  • Irpinia Aglianico
  • Irpinia Sciascinoso
Irpinia Doc Sekt und Dessertweine

gibt es in diesen Varianten und aus jeweils indestens 85% der benannten Rebsorte:

  • Irpinia Falanghina spumante
  • Irpinia Fiano spumante
  • Irpinia Greco spumante
  • Irpinia Fiano passito
  • Irpinia Greco passito
  • Irpinia Aglianico passito
  • Irpinia Aglianico liquoroso
Irpinia Untergebiet Campi Taurasini
Das Untergebiet Campi Taurasini des Irpinia Doc

Der beliebte Irpinia Doc Campi Taurasini muss aus mindestens 85% der Aglianico Rebsorte bestehen und darf nur in den Gemeinden Taurasi, Bonito, Castelfranci, Castelvetere sul Calore, Fontanarosa, Lapio, Luogosano, Mirabella Eclano, Montefalcione, Montemarano, Montemiletto, Paternopoli, Pietradefusi, Sant’Angelo all’Esca, San Mango sul Calore, Torre le Nocelle, Venticano, Gesualdo, Villamaina, Torella dei Lombardi, Grottaminarda, Melito Irpino, Nusco und Chiusano San Domenico angebaut werden.


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Das Olivenöl Irpinia Colline dell’Ufita Dop

Die aus dem Jahr 2010 stammende europäische Herkunftsauszeichnung D.O.P. hat das Interesse an diesem Produkt gesteigert und das Olivenöl Irpinia Colline dell’Ufita DOP wird mittlerweile als hochwertiges Olivenöl wahrgenommen.

Die Geschichte

Bereits zur Zeit der Romanisierung war die Olivenölproduktion durch die Einführung der Olivenpresse in der Gegend von Avellino bekannt. Eine weite Ausbreitung der Olivenhaine wird aber erst in der Zeit der Anjou und der Aragonesen (14-15. Jahrhundert) stattfinden, die im 19. Jahrhundert weiterhin verstärkt wird. Aus vielen Hinweisen wissen wir heute, das besonders in den ruralen gebieten Irpiniens (ein erheblicher Teil der Provinz von Avellino) die Olive und die Amphorenherstellung zur Lagerung einen bedeutende wirtschaftliche Funktion für die lokale Bevölkerung gespielt hat.

Olivenhaine bei Ariano Irpino
Die Olivensorte Ravece

Die Olivensorte Ravece hat eine unbekannte Herkunft, ist aber mindestens seit dem 16. Jahrhundert fast ausschliesslich in den Gebieten von Ufita und Ariano Irpino verbreitet. Das Olivenöl Irpinia Colline dell’Ufita DOP muss einen Mindestanteil von 60% an der hochwertigen lokalen Olivensorte Ravece enthalten. Die übrigen 40% können sich aus den weiteren lokalen Olivensorten Ogliarola, Marinese, Olivella, Ruveia oder Vigna della Corte zusammensetzen, während nur 10% an nicht lokalen Olivensorten wie Leccino oder Frantoio in der Dop-Bestimmung akzeptiert werden. Die Ernte muss bis zum 31. Dezember jeden Jahres erfolgen, wobei die Oliven innerhalb von 2 Tagen gepresst werden müssen. Die Ausbeute darf ausserdem nicht 20% des Gesamtgewichts überschreiten. Seit einigen Jahren wird immer häufiger die biologische Variante dieses Öls auf den Markt gebracht.

Der Geschmack und die Verwendung in der Küche

Das jungfräuliche Olivenöl Irpinia Colline dell’Ufita DOP ist zweifelsohne ein hochwertiges gastronomisches Produkt. Die Farbe ist grün im jungen Alter es jung ist und tendiert bei der Reifung ins strohgelb. Das Duft dieses Olivenöls ist fruchtig mit angenehmen Wiesen- und jungen Tomatennoten, die ebenfalls im Geschmack anzufinden sind. Der Geschmack ist harmonisch mit einer intensiven aber ausgeglichenen Schärfe und Bitterkeit und einem hohen Polyphenolgehalt. Wegen dem stark aromatischen und fruchtigen Geschmack wird dieses Olivenöl gerne zu kräftigen Speisen wie Bohnensuppen, irpinischen Nudelspeisen, Suppen, Bruschette oder gegrilltem Fleisch verwendet.

Bohnensuppe mit Kastanien und Irpinia Ufita Dop
Das Anbaugebiet

Das Anbaugebiet des Olivenöls Irpinia Colline dell’Ufita DOP betrifft praktisch das Territorium auf dem die Olivensorte Ravece wächst. Auf circa 3500 Hektarn Anbaufläche innerhalb der 38 in der Provinz von Avellino liegenden Gemeinden Ariano Irpino, Bonito, Carife, Casalbore, Castel Baronia, Castelfranci, Flumeri, Fontanarosa, Frigento, Gesualdo, Greci, Grottaminarda, Lapio, Luogosano, Melito Irpino, Mirabella Eclano, Montaguto, Montecalvo Irpino, Montefusco, Montemiletto, Paternopoli, Pietradefusi, San Nicola Baronia, San Sossio Baronia, Sant’Angelo all’Esca, Savignano Irpino, Scampitella, Sturno, Taurasi, Torella dei Lombardi, Torre le Nocelle, Trevico, Vallata, Vallesaccarda, Venticano, Villamaina, Villanova del Battista und Zungoli wird das Olivenöl Irpinia Colline dell’Ufita DOP produziert.

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Ischia Doc – Die Weine der beliebten Insel im Golf von Neapel

Die Trauben für den Ischia Doc Wein müssen zu mindestens 85% auf der Insel Ischia angebaut werden und wird in verschiedenen Varianten angeboten. Die verbreitesten Trauben der Insel Ischia sind heute Biancolella, Forastera und Piedirosso.

Weinanbau seit der griechischen Zeit

Der Weinanbau hat in Ischia eine lange Geschichte. Der Fund aus dem Jahr 1989 eines wohlhabenden griechischen Bauernhofs mit für Weinanbau typischen Trockenmauerwerk und Amphoren bester Manufaktur an der Punta Chiarito in Panza hat den geschätzten Zeitpunkt der ersten Ansiedlung der hellenischen Kolonen am Golf von Neapel um weitere 20 Jahre an den Anfang des 8. Jahrhunderts vor Christus vorgesetzt. Der Hafen von Ischia war wichtig für den Eisenhandel aus Italien nach Griechenland und man schätzt, das Ischia in ihrer Blütezeit bereits 10000 Einwohner haben konnte. Die von den Griechen verwendete Anbaumethode differenzierte sich damals von der etruskischen Methode im Inland Kampaniens und Mittelitaliens. Der Wein wurde von der Küste bis zu den Hügeln auf Terrassen mit Trockenmauerwerk angebaut und war eine wichtige Einnahmequelle der insulanischen Bevölkerung in der griechischen und römischen Zeit.

Weinanbau auf Tufsteinterrassen
Die Renaissance des Weins aus Ischia

Ab dem 15. Jahrhundert wird der ischitanische Wein in Verbindung mit einem etwa 200 Jahre andauernden Wachstum des Anbaus von Reben wieder nach ganz Italien und nach Dalmatien exportiert. In dieser Zeit verändert sich auch das Verständnis des Begriffs vom lateinischen und griechischen Wein, der sich nun nicht mehr durch die Anbautechnik (bodennah bei dem griechischen und auf Pergolas bei dem lateinischen), sondern durch die Weinkelterung unterscheiden. Auf Brettern getrocknete vinifizierte Trauben geben den griechischen Wein, der in kleineren Mengen hergestellt wurde, dafür süßer, alkoholischer, lagerhaltiger und damit auch exportfähiger war. Die frisch gepressten Trauben hingegen gaben den sogenannten lateinischen Wein, der in großen Mengen hergestellt wurde und günstiger war.

Die Schlauchpilzplage 1850 und die Veränderungen bis heute

Die Schlauchpilzplage aus dem Jahr 1850 führt zu einem starken Verlust der Reben auf der Insel Ischia und der gesamten Region Kampanien. Trauben wir die Forastera oder der Piedirosso wurden erst nach diese Plage auf Ischia eingeführt. Seit dem Wiederaufbau des Weingärten und der Eröffnung des Hafens von Ischia im Jahr 1854 entwickelt sich der Weinanbau entlang der Hügel des Epomeos auf den Terrassengärten, die durch das Trockenmauerwerk aus dem lokalen grünen Tufstein gestützt werden. Seit 1955 hat sich die Wirtschaft auf der Insel zu Gunsten des Turismus radikal verändert und den Weinanbau geschwächt. Um die lange Tradition des ischitanischen Weinanbaus zu schützen, wurde bereits 1966 dem Ischia bianco, rosso und superiore mit dem Herkunftsauszeichnung Doc geschützt. Der Ischia Doc war damit der erste Doc Wein der Region Kampanien und einer der ersten drei Doc-Weine Italiens. Erst 1993 wurden die weiteren als Doc geschützten Weine Forastera, Biancolella, Piedirosso (oder Per e Palummo), Spumante und Piedirosso Passito hinzugefügt. Heute ist Ischia eine der wichtigsten kleinen Inseln Italiens für die Weinproduktion und der Ischia Doc ist bei Kennern weltweit bekannt. Erst 2018 wurde der Vigna del Lume 2017 Cantine Mazzella als bester Weißwein Italiens bei Vinitaly, ein Ischia Biancolella Doc, mit einem sehr hotem Rating von 96/100 gewählt.

Vigna del Lume Biancolella 2017
Die Varianten des Ischia Doc
  • Ischia bianco

Der Ischia bianco darf auch als Sekt oder als superiore angeboten werden und muß aus 45-70% Forastera-Trauben und 30-55% Biancolella-Trauben bestehen. Seine Farbe geht mehr oder weniger intensiv ins strohgelb, während der Duft delikat und angenehm floreal und fruchtig ist. Der Geschmack des Ischia Doc bianco ist trocken, mittelmässig strukturiert und harmonisch mit Mandelnoten. Er passt ideal zu den Fischgerichten der süditalienischen Küche.

  • Ischia rosso

Der Ischia rosso muß mindestens 40-50% aus Guarnaccia und 40-50% Piedirosso bestehen. Sein Farbe ist rubinrot und der Duft tendiert zum klassischen Traubenduft. Der Geschmack ist trocken, mittelmässig strukturiert und angenehm tanninhaltig. Er passt zu Suppen, Eintöpfen und wird lokal gerne zum ischitanischen Kaninchen getrunken.

  • Ischia Forastera Weißwein

Die Forastera, wir ihr Name bereits zu erkennen gibt (ein Forastero ist ein Nicht-Insulaner), wurde erst nach 1867 wegen ihrer Resistenz gegenüber des Schlauchpilzes und der großen Ergiebigkeit eingeführt. Die Forastera-Traube muß einen Mindestanteil von 85% haben. Seine Farbe geht mehr oder weniger intensiv ins strohgelb, während der Duft delikat fruchtig und eigen ist. Der Geschmack des Ischia Doc Forastera ist trocken und harmonisch aber strukturiert. Er passt zu Fisch aber auch zu frischen Käsesorten.

  • Ischia Biancolella Weißwein

Die Biancolella-Traube muß einen Mindestanteil von 85% haben. Man meinte, das die Biancolella aus Bastia in Korsika nach der Schlauchpilzplage eingeführt wurde, die ursprüngliche Herkunft bezog sich allerdings auf die kleine Fraktion Bastia im Nordwesten der Insel. Die Biancolella ist also wahrscheinlich eine der historisch angebauten Trauben der Insel Ischia. Seine Farbe ist strohgelb mit grünlichen Effekten und der Duft ist angenehm aber speziell. Sein Geschmack muß trocken aber harmonisch sein und hat oft Mandelnoten. Er passt zu Fisch, Geflügel aber auch zu frischen Käsesorten.

  • Ischia Piedirosso oder Per’ e Palummo Rot- und Dessertwein

Der Piedirosso oder Per‘ e Palummo wurde erst im 19. Jahrhundert in Ischia eingeführt und ist eine der traditionellen und beliebtesten Trauben der Region Kampanien und speziell des Golfes von Neapel. Die Piedirosso-Traube muß einen Mindestanteil von 85% haben und darf auch als Dessertwein angeboten werden. Sein Farbe ist rubinrot und der Duft tendiert zum klassischen Traubenduft mit eigenen Noten. Der Geschmack ist trocken, mittelmässig strukturiert und angenehm tanninhaltig. Er passt zu gegrilltem oder gebratenem Fleisch und zu reifen Käsesorten. Der Dessertwein passito hingegen hat eine rubinrote Farbe, die in Richtung Backstein tendiert. Der Duft ist delikat, sein Geschmack ist süßlich, strukturiert und intensiv.

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