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Monumente der Stadt Neapel

Die Innenräume der Sant’Anna dei Lombardi Kirche von Neapel

Die Innenräume der Sant’Anna dei Lombardi Kirche bieten mit dem Oratorium des Santo Sepolcro, dem Refektorium und der Tolosa Kappelle einige der bedeutendsten sakralen Innenräume die in der Stadt Neapel zu besichtigen sind. Rechts vom Altar der Sant’Anna dei Lombardi Kirche und hinter der Orefice Kappelle kann man das Oratorium betreten, das aus drei Räumlichkeiten besteht. Die Beweinung Christi des Guido Mazzoni und die Fresken des Giorgio Vasari in der alten Sakrestei gelten als artistische Meisterwerke ihrer Zeit.

Die Beweinung Christi von Guido Mazzoni im Oratorium, hier im Detail
Ein Ausschnitt aus der Dekoration der alten Sakrestei des Vasari: die Hoffnung

Die Fiodo und di Noja Kappelle

In der Fiodo Kappelle ist auf der linken Seite das vom Mailänder Renaissance Künstler Giovan Tommaso Malvito gefertigte Momument des Grafen Antonio d’Alessandro und seiner adligen Ehefrau Maddalena Riccio konserviert. Neben der Darstellung des Verstorbenen auf einem Tondo ist auch eine Sedilie mit einem Wappen und zwei Lilientoepfen zu sehen, die auf den bis 1530 aktiven Giara-Orden hinweisen. Auf der rechten Seite der Kappelle befindet sich das Grabmahl des Antonio Fiodo der Künstler Francesco da Sangallo und Bernardino del Moro. Die di Noja Kappelle ist mit Fresken des spanischen Malers Pedro Rubiales mit den Motiven des Jonas und dem Wal und Esau der sein Erstgeburtsrecht an seinen Bruder Jakob verkauft dekoriert.

Jonas und der Wahl des Spaniers Rubiales

Die Santo Sepolcro Kappelle

Im Zentrum dieser Kappelle ist das berühmte Werk der Beweinung des verstorbenen Christus aus Terracotta von “Il Paganino” Guido Mazzoni eingerichtet, das von Eleonora von Aragon, Schwester des Königs Alfons II., in Auftrag gegeben wurde. Die Skulpturgruppe war ursprünglich bunt dekoriert und besteht aus einem liegenden Christus und sieben weiteren Skulpturen mit natürlichen Ausmassen: Josef von Arimathia (mit dem Gesicht des Alfons von Aragon, Herzog von Kalabrien), Nikodemus (mit dem Gesicht des Königs Ferrante oder des Humanisten Giovanni Pontano), der Mutter Gottes, dem Heiligen Johannes, der Magdalena, Maria Kleophae und der Maria Salomè. In dieser Kappelle befand sich auch die Büste des Königs Ferrante von Aragon des Guido Mazzoni, die heute im Museum von Capodimonte ausgestellt ist. Auf der rechten Seite der Kappelle ist auch ein Begräbnis Christi vom neapolitanischen Künstler Girolamo d’Auria und das Bild des Kalvarienbergs des Giuseppe Mastroleo über dem Hauptaltar zu sehen.

Die Beweinung Christi von Guida Mazzoni und im Hintergrund der Kalvarienberg des Mastroleo

Die de‘ Sangro Kappelle

Wenn der Besucher nun links von der Santo Sepolcro Kappelle einem kleinen Korridor folgt betritt er die de‘ Sangro Kappelle mit einer Mariae Himmelfahrt des Fabrizio Santafede aus dem 16. Jahrhundert. Links vom Altar ist auch ein wahrscheinlich vom Vasari oder seiner Schule gemalter olivetanischer Mönch zu erkennen, der sich mit einer Brille in der Hand aus dem Fenster lehnt. Eine Besonderheit dieser Kappelle ist auch der gut erhaltene Maiolika-Fussboden.

Die Innenräume der Sant’Anna dei Lombardi Kirche, hier mit Maiolica Fussboden

Die alte Sakrestei

Von hier aus kann die alte Sakrestei betreten werden, die ursprünglich das Refektorium der oliventanischen Mönche war und sicher einer der bekanntesten Innenräume der Sant’Anna dei Lombardi Kirche darstellt. Als der olivetanische Orden im Jahr 1848 ersetzt wurde, wird dieser Bereich zum Oratorium der Bruderschaft der Sant’Anna dei Lombardi umgewandelt. Die Decke wurde durch Giorgio Vasari mit einem allegorischen Freskenzyklus auf drei unterteilten Bereichen zu den Themen Glaube, Religion und Ewigkeit dekoriert. Jeder Quadrant wird zudem mit oktagonalen, ovalen oder rektagoahlen Rahmen unterteilt, auf denen die Themen der Tugenden dargestellt werden. Die Darstellung der Grotesken wurden von den Mitarbeitern des Vasari Raffaelino del Colle und Stefano Veltroni realisiert. Giorgio Vasari soll darauf bestanden haben, das die gesamte Grundfläche erst weiss bemalt werden soll um dem mangelnden Licht entgegenzuwirken. Unter den Gewölben sind die Jahresdaten der Realisierung der Freskendekoration zu lesen.

Die mit Fresken des Giorgio Vasari dekorierte Decke der alten Sakrestei

Der Holzchor der alten Sakrestei

Der in den Jahren 1505 und 1506 gefertigte Holzchor befand sich ursprünglich in der Tolosa Kappelle und wurde erst 1688 in der alte Sakrestei angebracht (die damals noch ein Refektorium war). Die Holzintarsien des Chors wurden somit der Holzstruktur hinzugefügt, die bereits 1588 aus der damaligen Sakrestei in diesen Raum umgezogen sind. Die 12 grossen Holzplatten stammen damit ursprünglich aus der alten Sakrestei und die 18 kleineren aus der Tolosa Kappelle. Die ausgeschnitzten und mit Intarsien besetzten Holzplatten sind das Werk des Fra Giovanni da Verona. In fiktiven offen Schränken werden Objekte, Stillleben, Instrumente der Astronomie und der Musik, sakrale Einrichtungsgegenstände und Aussichten vom Castel Nuovo und der Kartause von San Martino in Neapel dargestellt. In den Nischen des Chors wurden Holzskulpturen von oluvetanischen Mönchen und Nonnen eingesetzt.

Der Holzchor ist mit feinen Intarsien des Fra Giovanni da Veroni geschmückt

Die Dekorationen der alten Sakrestei

Bei der Umwandlung des Refektoriums in eine Sakrestei im 17. Jahrhundert wurde auch der Altar aus verschiedenen Marmorsorten mit Cherubinen aus weissen Marmor eingesetzt. Die Altarbild zeigt den Heiligen Carlo Borromeo beim Beten von Girolamo d’Arena. Über dem Eingangsbereich ist eine Anbetung der Könige aus der Werkstätte des Alessandro Allori zu erkennen. An der selbigen Wand sind neben der Tür zwei Lünetten mit zwei Waschbecken aus Marmor und zwei Nischen mit einem Muschelgewölbe und zwei Skulpuren der Erzengel. An der Gegenfassade und der Altarwand hingen ursprünglich zwei Triptychen mit dem Fall der Mana (heute im Diocesano Museum von Neapel) und die Lünetten mit dem Abendmahl beim Farisär (heute im Capodimonte Museum) des Giorgio Vasari.

Die Tolosa Kappelle

Auf der Seite des linken Kirschenschiffs gegenüber der Santa Sepolcro Kappelle befindet sich mit der Tolosa Kappelle eine weitere besondere Kappelle, die in den Jahren 1492-1495 für den spanischen Geschäftsmann Paolo Tolosa errichtet wurde. Von hier aus wurde ein Teil der Holzintarsien für den Chor in die alte Sakrestei gebracht, daher erscheint die Kappelle heute karg. Die Kappelle im Stil der florentinischen Renaissance Architektur wird Giuliano da Majano zugeschrieben und basiert auf den Modellen des Brunelleschi für die alten Sakrestei der Basilika von San Lorenzo und der Pazzi Kappelle der Basilika von Santa Croce in Florenz. Der Hauptbereich der Kappelle wird durch eine Schirmkuppel bedeckt. In den Pendentifs der Kuppel wurden vier Tondi mit den vier Evangelisten in beglaster Terracotta von Andrea della Robbia angebracht. Die Fresken an den Wänden, unter anderem mit der Darstellung des Königs Alfons von Aragon, wurden von Cristoforo Sacco gemalt. Im kleinen Seitenraum der Kappelle ist ausserdem ein Triptychon mit der Madonna mit Kind zwischen den Heiligen Antonius und Hieronymus des Reginaldo Piramo da Monopoli zu sehen. Am Altar dieser Kappelle war ursprünglich die Mariae Himmelfahrt des Pinturicchio angebracht, das heute in der Bildergallerie von Capodimonte ausgestellt ist.

Die Schirmkuppel der Tolosa Kappelle mit den vier Tondi des Andrea della Robbia

Erleben Sie mit mir oder einem meiner qualifizierten Kollegen die Stadt Neapel bei einer Führung. Gerne können Museen, Kirchen oder andere Besonderheiten individiduell ins Programm eingefügt werden!

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Die Sant’Anna dei Lombardi Kirche in Neapel

An der Piazza Monteoliveto am Zugang zur Altstadt von Neapel an der Via Toledo befindet sich mit der Sant’Anna dei Lombardi Kirche eine der schönsten Renaissance Kirchen im toskanischen Stil des Süden Italiens. Die Kirche hiess ursprünglich Santa Maria di Monteoliveto und war Teil eines grossen religiösen Komplexes mit olivetanischen Mönchen. Im ehemaligen Monteoliveto Kloster, heute die Kaserme Pastrengo der Carabinieri, schrieb Torquato Tasse Teile seines Buches “Das befreite Jerusalem”. Wegen der künstlerischen Komplexität werden die inneren Kirchräume der Sant’Anna dei Lombardi Kirche in einem gesonderten Artikel beschrieben.

Der Bau des Komplexes

Die Kirche wurde 1411 ausserhalb der damaligen Stadt errichtet und entwickelte sich zu der bevorzugten Kirche der Aragonesen, die sie schliesslich 1499 in die neuen Stadtmauern einschliessen. Die Gründung von diesem Ordenskomplex, eine Filiale der toskanischen Abtei von Monteoliveto Maggiore, ist dem Adelsmann des Sedile di Porto und Pronotar des Königs Ladislao von Duraz, Gurello Origlia zu verdanken. Neben der Kirche bestand der religiöse Komplex von Monteoliveto aus 4 Kreuzgängen, Gärten, einer Bibliothek und einem Gasthof für die Besucher.

Das Hauptschiff der Kirche

Die Unterdrueckung des Ordens und die Umbenennung der Kirche

Im 17. Jahrhundert wurde die Kirche teilweise im barocken Stil durch Gaetano Sacco erneuert. Die Geschichte der olivetanischen Mönche endet im Jahr 1799 mit einer Unterdrückung nach der missglückten parthenopeischen Republik, bei dem der Orden auf der Seite der Revolutionäre stand. Die bourbonischen Könige verwendeten die Räumlichkeiten als königliche Verwaltungsbüros. Unweit der Kirche errichteten die lombardischen Einwanderer unter Architekt Domenico Fontana in Neapel eine Kirche mit dem Namen Arciconfraternità dei Lombardi, die aber 1798 schwere Schäden erlitt. Nachdem die ehemalige Monteoliveto Kirche nun im staatlichen Besitz war, gab König Ferdinand IV die Rämlichkeiten dem lombardischen Orden, die die Kirche in Sant’Anna dei Lombardi umbenannten (die Heilige Anna der Lombarden). Leider richtete ein schweres Erdbeben im Jahr 1805 erhebliche Schäden an, unter anderem sind die drei Bilder Der Heilige Franziskus erhält die Stigmata, der Heilige franziskus in Meditation und eine Wiederauferstehung vom ersten Aufenthalt des Caravaggio in Neapel dabei zerstört worden. Die Sant’Anna dei Lombardi Kirche erlitt weitere Schäden durch Bombardierungen der Allierten, bei dem die Kassettendecke sowie der gothische Eingangsbereich beschädigt und nach dem Krieg wieder restauriert wurden.

Der Eingangsbereich

Im Atrium der Kirche ist auf der rechten Seite das Grabmahl des Architekten des Königspalastes Palazzo Reale und unter anderem dem Neptunbrunnen (an der heutigen Piazza Municipio zu sehen) Domenica Fontana zu erkennen, das sich ursprünglich in der zerstörten lombardischen Kirche befand und dem Architekten zur Ehre hierher gebracht wurde. Die fein dekorierte Holztür ist eine Kopie von der Originaltür von 1955.

Die Struktur der Sant’Anna dei Lombardi Kirche an der Piazza Monteoliveto

Die Struktur der Kirche

Die Sant’Anna dei Lombardi Kirche besteht aus einem Hauptschiff mit einer Kopie einer Kassettendecke aus der barocken Epoche. Zwischen den Bögen die in die Kappellen führen sind mit Stuck versehene Lesenen zu erkennen. Zehn Bilder mit der Darstellung des Lebens des Heiligen Bernardo Tolomei und den Anfängen des Oliveto Ordens von Gabriele de Sabato schmücken die Bereiche zwischen den Fenstern des Hauptschiffs. An den Seiten des Hauptschiffs befinden sich jeweils fünf Kappellen und zwei weitere Kappellen auf der Höhe der Absis, die in die weiteren Räumlichkeiten der Kirche wie dem Oratorium und der alten und neuen Sakrestei führen.

Das rechte Kirchenschiff

Die erste Kappelle

Die Mastrogiudice Kappelle war ursprünglich im Besitz einer der wohlhabendsten Familie der Zeit, der Familie Correale, und wurde von der Mastrogiudice Familie übernommen. Diese beeindruckende Kappelle besteht aus zwei Bereichen: im Mastrogiucide Bereich befinden sich das Grabmonument der Familie Mastrogiudice von Girolamo d’Auria und das Grabmahl des Matteo Mastrogiudice (auf der rechten Seite). Im Correale di Terranova Bereich ist die Bildhauerkunst des florentiners Benedetti da Maiano im Hochrelief mit dem Heiligen Apostel Joahnnes und Johannes dem Täufer zu bewundern. In der Predella ist auch das Basrelief des Benedetto da Maiano mit Episoden aus dem Leben des Christus und der Jungfrau zu sehen. Die runden Medaillons mit den Büsten der Heiligen Katherina und der Heiligen Agnese sowie die Dekoration durch Girlanden und Cherubim stammen ebenfalls aus der Hand des Benedetto da Maiano. Auf der rechten Seite der Kappelle steht das Grabmahl des Marino Correale, Graf von Terranova.

Die florentinische Renaissance Kunst des Benedetto da Majano
Die zweite Kappelle

Die zweite Kappelle des rechten Kirchenschiffs der Sant’Anna dei Lombardi Kirche ist die Kappelle Corcione und der Heiligen Francesca Romana gewidmet, die zusammen mit der Madonna mit Kind auf dem Hauptaltarbild des Giovanni Battista Lama abgebildet ist. Die Bilder auf den Seitenwänden stammen von Vincenzo Fato und zeigen auf der linken Seite die Versuchungen der Heiligen Francesca Romana und auf der rechten Seite Francesca Romana mit den Söhnen von König Alfons II. Die Fresken an der Decke mit den Lebensgeschichten und der Glorie der Heiligen stammen von Giuseppe Simonelli.

Der barocke Altar der Corcione Kappelle
Die dritte Kappelle

Die Kappelle Nauclerio ist dem Heilien Antonius aus Padua gewidmet und zeigt schöne Fresken des Nicola Malinconico über den Heiligen Antonius. Das Basrelief mit dem Heiligen Antonius der die Fische anbetet ist ein Werk des neapolitanischen Renaissance-Künstlers Annibale Caccavello. Die Skulpturen des Heiligen Antonius, der Heiligen Apollonia, Lucia und die Engel sind ebenfalls eine neapolitanische Manifaktur des Girolamo Santacroce

Die Nauclerio Kappelle im rechten Kirchenschiff
Die vierte Kappelle

Die Kappelle Scala ist der Kreuzigung gewidmet. Das Altarbild mit einer Kreuzigung ist von einem bis heute unbekannten Künstler. Die Fresken des Lebensgeschichten des Christus an der Decke stammen wie in der Nachbarkappelle von Nicola Malinconico. Das Grabmonument des Guglielmo Bardich ist von Girolamo d’Auria.

Fresken des Nicola Malinconico schmuecken die Scala Kappelle
Die fünfte Kappelle

Die Bosco Kappelle ist dem Heiligen Christopher gewidmet und beinhaltet das schönes Bild des Heiligen Christophers vom bedeutenden neapolitanischen Künstlers Francesco Solimena. Die Fresken mit den Lebensgeschichten des Heiligen Christophers an der Decke sind vom Giuseppe Simonelli und das Grabmahl des Cesare Bosco an der linken Seite ist ein Werk des Matteo Bottiglieri.

Der heilige Christoph im Bild des Francesco Solimena
Die sechste Kappelle

Die Orefice Kappelle befindet sich auf der Höhe des Hauptaltars und wurde mit Fresken mit der Lebensgeschichte der Jungfrau Maria von Luigi Rodriguez dekoriert. Das Grabmahl des Antonio Orefice und seinem Sogn Giovan Francesco Orefice stammt auch hier von Girolamo d’Auria, Antonio Orefice war Pronotar von den spanischen Königen Karl V und Philipp I. Von hier aus kann man das Oratorium des Heiligen Sakraments und die Kirchräume der Sant’Anna dei Lombardi Kirche besichtigen, die wegen ihrer Bedeutung in einem weiteren Artikel beschrieben werden.

Der Hauptaltar

Der mit Marmorintarsien und Hartsteinen verzierte Hauptaltar befindet sich am Zugang der Absis mit einer rechteckigen Struktur und einem Tonnengewölbe. Der aus dem 17. Jahrhundert stammende Altar wurde von den Brüdern Bartolomeo und Pietro Ghetti nach einer Zeichnung des Giovan Domenico Vinaccia gefertigt. Der ursprüngliche Renaissance-Altar von Giovanni da Nola mit der Fusswaschung wurde in den aktuellen Altar eingefügt. Über dem Altar hing einst das heute an der Seitenwand des Chors aufgehangte Bild der Darstellung des Herrn des Giorgio Vasari, das im 19. Jahrhundert von einem Bild mit den Heiligen Anna und Joachim von Angelo Mozzillo ersetzt wurde. Neben dem Bild sind ausserdem die Kenotaphe von König Alfons II von Aragon und Gurello Origlia des Giovanni da Nola zu sehen. Unter der Schicht mit den Fresken sind noch weitere Grabmähler von bedeutenden Persönlichkeiten des 16. Jahrhunderts eingesetzt worden. Der grosse schöne geschnitzte Holzchor mit Intarsien stammt stammt von den toskanischen Künstlern Giovanni Francesco d’Arezzo und seinem Meister Prospero. Zuletzt dekorieren noch die Fresken mit den Geschichten des Heiligen Benedikt von Simone Papa die Seitenwände der Absis.

Ein Blick auf die Absis und den Hauptaltar

Das linke Kirchenschiff der Sant’Anna dei Lombardi Kirche

Die fünfte Kappelle

Die Baratucci Kappelle wurde dem Johannes dem Täufer gewidmet und beinhaltet die ihm bestimmten Fresken des Paolo de Matteis an der Decke und den Lünetten. Die Skulpturen des Johannes des Täufers zwischen den Heiligen Girolamo und Gaetano sind wohl das Werk des Giovanni da Nola. Das Antependium mit einer Frömmigkeit und die Reliefs der Kappelle sind wohl von Jacopo della Pila.

Die vierte Kappelle

Die Porcinari Kappelle wurde von Paolo de Matteis mit Fresken über den Seeligen Bernardo Tolomei und Tugenden bestückt. An den Seitenwänden befinden sich zwei Bilder des Francesco di Maria und auf dem barocken Hauptaltar das Bild der Seeligen Tolomei gibt die Ordensregeln von einem bisher unbekannten Künstler.

Die dritte Kappelle

Die Cavaniglia Kappelle der Sant’Anna dei Lombardi Kirche beinhaltet das Bild der Madonna delle Grazie zwischen den Heiligen Placidio und Mauro von Paolo de Matteis und die Fresken der beiden Heiligen vom selben Künstler. In den Lünetten befindet sich das Fresko des Heiligen Mauro rettet den Heiligen Placido vor den Wellen des Nicola Malicnconico. Das Grabmahl des Don Garzia Cabanilla, Komandant unter Alfons von Aragon und Botschafter des Papstes Nicolas V ist ein Werk des Jacopo della Pila.

Die Interpretation des Paolo de Matteis der Madonna delle Grazie
Die zweite Kappelle

Die d’Avalos Familie kam ursprünglich aus Kastilien und zog unter König Alfons I von Aragon nach Neapel. Die Familie bekam grosse Feudalherrschaften und Titel zugesprochen und hatte das Recht Münzen zu prägen und Grafen zu nominieren. Die verlängerte Kappelle hat ein Tonnengewölbe und eine Kuppel, die von Giovanni Antonio Ardito mit den Geschichten des alten und neuen Testaments und Musizierenden Engeln dekoriert wurde. Das Altarbild mit der Madonna mit Kind zwischen den Heiligen Benedikt und Thomas von Aquin ist von Fabrizio Santafede.

Die faszinierende Kuppel der d’Avalos Kappelle
Die erste Kappelle

Die erste Kappelle des linken Kirchenschiffs der Sant’Anna dei Lombardi Kirche ist die bedeutende Piccolomini Kappelle. Wegen ihres feinen Renaissancestils gilt sie als Schwester der Kappelle des Kardinals von Portugal in der San Miniato al Monte Kirche von Florenz. Die Piccolomini war die Herzogsfamilie von Amalfi und wurde nach den Willen des Antonio Todeschini Piccolomini, einem Urenkel des Papstes Pius II (Enea Silvio Piccolomini) errichten lassen. Die Piccolomini Kappelle besteht aus zwei Räumen, wobei in dem ersten ein Gipsrelief mit der Darstellung der Kreuzigung von Giulio Mazzoni und ein Triptychon mit einer Christi Himmelfahrt zwischen den Heiligen Nicolas und Sebastian von Riccardo Quartararo ausgestellt sind. Ein Kassettenbogen führt den Besucher in den im cosmatischen Stil mit Marmorintarsien bestückten Fussboden des zweiten Raums der Kappelle. Auf der rechten Seite des zweiten Raums ist ein Fresco mit einer Verkündigung eines Folgers des Piero della Francesca angebracht worden.

Die Darstellung der Madonna mit Kind des Antonio Rossellino

Auf der linken Seite ist das schöne Renaissance Grabmahl der Maria von Aragon (Tochter des Ferdinand I und Ehefrau von Antonio Piccolomini) zu bewundern, das von Antonio Rossellino angefangen wurde und nach seinem Tod von Benedetto da Majano vollendet wurde. Auf dem Grabmahl ist die Verstorbene mit Putten dargestellt, auf dem oberen Teil des Monuments ist eine Wiederauferstehung des Christus zu erkennen. Eine Madonna mit Kind ist zudem innerhalb einer Girlande zu erkennen.

Der Altar der Piccolomini Kappelle

Der Altar der Kappelle zeigt eine herausragende Umsetzung der Christi Geburt, die ausserdem hier zum ersten Mal in Neapel dargestellt wurde. Das Werk ist von einem Marmorrahmen mit verschiedenen Öffnungen umrundet, in denen die Büsten der Heiligen Jakob, Johannes und zwei Propheten eingesetzt wurden. Vor der Bombardierung durch die Wehrmacht am 14.3.1944 verlief ein Terracottafries mit Kuhköpfen, anderen Tieren, Girlanden und humanen Köpfen entlang der Kappelle. Nur ein Viertel dieser Dekoration konnte gerettet werden und ist in den Lagern der Kirche aufbewahrt, sechs Stücke des Frieses sind zur Erinnerung in der Kappelle ausgestellt.

Der cosmatische Fussboden und der Hauptlaltar des Antonio Rossellino in der Piccolomini Kappelle
Die Geburt Christi des Rossellino im Detail

Die Gegenfassade

Am oberen Teil der Gegenfassade der Sant’Anna dei Lombardi Kirche ist ein Holzchor mit einer Orgel angebracht, die im 17. Jahrhundert erneuert wurde. Neben der Orgel sind noch die Fresken des Battistello Caracciolo mit Putten die Vorhänge halten zu erkennen. Neben dem Zugang sind fallen einem sofort zwei Altare ins Auge. Auf der rechten Seite des Eingangs ist der Altar der Ligorio Familie zu sehen, der von Giovanni da Nola errichtet wurde und die Skulpturen der Jungfrau mit Kind und dem Heiligen Giovannino zwischen den Heiligen Andreas und Hieronymus beinhaltet. Das Antependium zeigt die Geschichte des Heiligen Franziskus von Paola wie er einige Reisende vor einem Erdrutsch rettet. Auf der linken Seite des Eingangs ist der Altar der Del Pezzo Familie durch Girolamo Santacroce angebracht worden. Hier wird die Madonna mit Kind zwischen den Heiligen Petrus und Johannes dem Täufer dargstellt und das Antependium zeigt Christus und der Heilige Petrus auf dem Wasser des Sees Genezareth.

Informationen zur Sant’Anna dei Lombardi Kirche

  • Wo?: An der Piazza Monteoliveto 46 an der Altstadt von Neapel
  • Öffnungszeiten: Mo-Sa von 9:30 – 18.30, Sonntags von 17:00 – 17.30 Uhr (letzter Einlass 30 Minuten vorher)
  • Eintrittspreise: 6€, Reduziert 4€ (>65, <26 und Gruppen ab 6 Personen), Schulen 2€, Gratis <12 Jahre

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Die Gesù Nuovo Kirche von Neapel

Die Gesù Nuovo Kirche ist die bedeutendste jesuitische Kirche der Stadt Neapel. Ursprünglich war die Kirche mal der Immacolata (Unbefleckten) gewidmet, der Name Gesù Nuovo setzte sich aber letztendlich durch um sie von der älteren jesuitischen Kirche (die seitdem Gesù Vecchio genannt wurde) zu unterscheiden. Die Gesù Nuovo Kirche ist ein faszinierendes Beispiel eines ehemaligen privaten Wohnpalastes, der in eine prunkvolle Kirche ungewandelt wurde. Gerne können Sie die Kirche auch mit mir bei einer meiner Führungen durch Neapel besichtigen.

Die Fassade der Gesù Nuovo Kirche bei einem Foto aus dem Garten des Santa Chiara Komplexes

Die Geschichte des Adelspalastes

An Stelle der Kirche stand eigentlich der im Jahr 1470 von Architekt Novello da San Lucano errichtete Palazzo Sanseverino des Fürsten von Salerno, eine Tafel an der Renaissance-Fassade erinnert noch an die erste Umsetzung des Projektes. Die Sanseverino galten in der aragonesischen Zeit als eine der einflussreichsten Adelsgeschlechter des gesamten Königreichs von Neapel. Dank der militärischen Unterstützung gegen die Anjou erhielt Graf Roberto Sanseverino die Feudalherrschaft über Salerno an Stelle der abgesetzten Orsini-Familie und das Privileg eigene Münzen rausgeben zu dürfen. In dem bedeutenden historischen mit Fresken dekorierten Palast und einem üppigen Garten waren unter anderem Pietro l’Aretino und 1536 der spanische Kaiser Karl V zu Gast. Als Ferrante Sanseverino 1553 im Stadtrat der Sedili gegen die von den Spaniern geplant Einführung der Inquisition stimmt, wird der Palast einige Jahre spaeter unter zweifelhaften Gründen konfisziert und im Jahr 1584 vom König an die Jesuiten verkauft.

Die Umwandlung zur Kirche

Der Palazzo Sanseverino wird schliesslich restrukturiert und von den jesuitischen Brüdern Giuseppe Valeriano und Pietro Provedi zu einer Kirche adaptiert undnach aufwendigen Arbeiten im Jahr 1601 eingeweiht. Vom prächtigen Adelspalast wurden das Fundament, die Seitenwände und die auffällige Fassade mit Spitzen aus Piperngestein konserviert. Diese Fassade war übrigens zusammen mit dem Obelisk des Platzes auf den von 1976 bis 1984 herausgegebenen 10000 Lire Scheinen abgebildet.

Das Eingangsportal des ehemaligen Palastes mit den hinzugefügten jesuitischen Dekorationen

Die Fassade

Die Fassade der Kirche hat drei Eingangsportale, wobei der mittlere noch der eigentliche Zugang zum Adelspalast des 15. Jahrhunderts ist. Dieser wurde erst mit dem Wappen der Sanseverino und Feltria della Rovere und später mit dem jesuitischen Stemma IHS und Engeln, zwei rote Granitsäulen und einem gebrochenen Tympanon durch Pietro und Bartolomeo Ghetti in der barocken Zeit angereichert. Die drei Fenster wurden bei der Umgestaltung zur Kirche 1598 durch Costantino Marasi hinzugefügt.

Die faszinierende Fassade im Renaissance Stil con 1470

Die Struktur und der Eingangsbereich

Die Gesù Nuovo Kirche hat Ausmassen von 66 mal 53 Metern mit einem Grundriss im Stil eines griechischen Kreuzes mit drei Schiffen, die durch Pfeiler getrennt werden sowie insgesamt 10 Seitenkappellen. Die Kirche gilt als eine der aufwenigsten Barockkirchen Italiens und beim Betreten des Gebäudes fällt einem sofort die aufwendigen Dekorationen und Marmorarbeiten ins Auge. Auf der Gegenfassade ist das grosse Fresko Die Vertreibung des Heliodoros aus dem Tempel von Jerusalem des Francesco Solimena von 1725 zu bewundern. Die seitlichen Fresken der Gegenfassade sind ebenfalls von Künstlern der Schule des Solimena, während die Fresken zum Thema Der Name Jesu an der Decke des zentralen Schiffs noch von Belisario Corenzio (17. Jahrhundert) angefertigt wurden. Wegen eines fatalen Erdbebens im Jahr 1688 wurden Teile durch Paolo de Matteis ersetzt (die Beschneidung Jesus und der Erzengel Michel besiegt die Dämonen).

Die Gegenfassade mit dem Fresco des Francesco Solimena von 1725

Die zentrale Kuppel

Die zentrale Kuppel der Gesù Nuovo Kirche wurde bereits viermal erneuert. Der erste Bau brach 1688 bei dem angesprochenen Erdbeben ein. Die Erneuerung durch Arcangelo Guglielmelli und Paolo de Matteis wurde 1775 wegen der Einsturzgefahr wieder abgerissen und die Kirche schliesslich ueber 30 Jahre lang geschlossen. 1790 wurde durch Ignazio di Nardo eine abgeflachte “falsche” Kuppel eingesetzt, die erst 1973 durch eine Zementkuppel mit einer abgehängten Decke im Still eines Kassettendachs ersetzt wurde. Auf den Pendentifs der Kuppel konnte sich die Darstellung der Vier Evangelisten des Giovanni Lanfranco erhalten, während die Darstellung des Paradieses in der Kuppel beim Erdbeben verloren ging.

Ein Blick auf die moderne Kuppel im barocken Kontext

Das Presbiterium

Das Presbiterium stammt vom berühmten Barock-Architekten Cosimo Fanzago und wurde mit den Mariengeschichten des Massimo Stanzione dekoriert. Der mit Edelsteinen und Marmor verzierte recht junge Hauptaltar stammt von 1857 und wurde von Raffaele Postiglione nach Projekt des Giuseppe Grossi umgesetzt. Die Büsten und Basreliefs stammen von Gennaro Calì, unter ihnen ist auch eine Nachbildung des Letzten Abendmahls von Leonardo da Vinci zu finden, Costantino La Barbera und Giuseppe Sorbilli. Auf dem Tabernakel aus Kupferspat ist die Aufschrift Deus Absconditus Heic zu lesen (Gott versteckt sich hier). In der zentralen Nische der Absis, von sechs Alabastersäulen umringt, ist die Marmorskulptur der Unbefleckten Jungfrau von Antonio Busciolano zu sehen, die von einem grossen blauen Globus aus Lapislazuli und Engeln gehalten wird. Von Busciolano stammen auch die beiden seitlichen Skulpturen der Heiligen Paulus und Petrus. Die oberen Skulpturen der jesuitischen Ordensgruender San Francesco Saverio und Ignazio di Loyola sind im 18. Jahrhundert von Schülern des Domenico Antonio Vaccaro gefertigt worden. In der Absis sind ausserdem noch die zwei beeindruckenden leider nicht mehr funktionierenden Orgeln aus dem 17. Jahrhundert auf zwei erhoehten Bereichen aus Marmor ausgestellt.

Der Hauptaltar im prunkvollen Presbiterium der Gesù Nuovo Kirche

Das linke Kirchenschiff

Das linke Kirchenschiff der Gesù Nuovo Kirche von Neapel besteht aus vier Kappellen und endet mit einer Kappelle, die als Absis dieses Kirchenschiffs fungiert. Die Kuppeln und Pendentifs des ersten und zweiten Bereichs des Kirchenschiffs (Dreifaltigkeit mit Engeln und Märtyrern mit Vier Gekreuzigten Heiligen und Szenen aus dem Leben von Jesus und Maria mit Allegorien der Tugenden) stammen von Belisario Corenzio von 1605, die Überquerung des roten Meeres und die vier Profeten des vierten Bereichs sind Werk des Giovanni Battista Beinaschi von 1684/85.

Die Überquerung des roten Meeres des Beinaschi von 1685
Die erste Kappelle

Die erste Kappelle im Stil des frühen 17. Jahrhunderts des linken Kirchenschiffs der Gesù Nuovo Kirche ist den Heiligen Märtyrern gewidmet. Die Fresken sind auch hier von Belisario Corenzio, während die Marmorverkleidung von Costantino Marasi stammt. Die Skulpturen des Heiligen Stefans und Heiligen Lorenz stammen von Girolamo d’Auria, die Holzskulptur des Schutzengels stammt wohl aus den Händen des Aniello Stellato und Orazio Bonocore. Das Altarbild der Madonna mit Kind und den Heiligen Märtyrern ist von Giovanni Bernardo Azzolino.

Das Altarbild des Azzolino von 1602
Die zweite Kappelle

Die zweite Kappelle der Geburt Christi (oder Fornaro) ist vom Stil der ersten Kappelle treu und hat ebenfalls eine Freskendekoration des Belisario Corenzio (von 1601) und eine Verkleidung der Brüder Mario und Costantino Marasi. Die Skulpturen sind Werke im späten Manierismus des Michelangelo Naccherino (der Heilige Andreas und Johannes der Täufer), Pietro Bernini ( der Heilige Matthäus mit einem Engel), Tommaso Montani (der Heilige Januarius und der Heilige Niccolò) und Girolamo d’Auria (der Heilige Johannes). Das Altarbild der Geburt Christi ist von Girolamo Imparato aus dem Jahr 1602.

Roemische, florentinische neapolitanische Bildhauer wie Bernini, d’Auria und Naccherino haben hier ihr Werk hinterlassen
Die dritte Kappelle (im Transept)

Die beiden Kappellen im Transept sind den jesuitischen Ordensgründern Sant’Ignazio di Loyola und San Francesco Saverio gewidmet, die im linken Kirchenschiff ist die von Cosimo Fanzago, Costantino Marasi und Andrea Lazzari eingerichtete Kappelle des Sant’Ignazio di Loyola. Die ursprüngliche Dekoration ist von Belisario Corenzio von 1637 mit den Geschichten des Sant’Ignazio, die Dekoration im Zentrum des Gewölbes und der Lünetten am grossen Fenster wurden nach dem Erdbeben durch Paolo de Matteis (1698) erneuert. Am Hauptaltar wurde das aus Tarent hergebrachte Bild der Madonna mit Kind zwischen den Heiligen Ignazio und Francesco Saverio des Paolo de Matteis eingesetzt, das ehemalige Altarbild der Vision des Sant’Ignazio von Girolamo Imparato ist heute auf der linken Kappellenwand gegenüber des Bildes der Heiligen Dreifaltigkeit und Heilige des Agostino Beltrano zu bewundern. Neben dem Hauptaltar sind die beiden faszinierenden grossen Skulpturen des Davids und des Jeremias des Cosimo Fanzago eingesetzt. Zwei Tafeln des Jusepe de Ribera über den Heiligen Ignazio und eine Madonna mit Kind und der Heiligen Anna eines unbekannten kampanischen Künstlers (weil die dritte Tafel des de Ribera im zweiten Weltkrieg beschädigt wurde) sind ebenfalls Teil dieser beeindrucken Kappelle.

Die weite Kappelle des Sant’Ignazio di Loyola
Die vierte Kappelle

Die vierte Kappelle ist dem Kruzifix und dem Heiligen Ciro gewidmet und wurde von Dioniso Lazzari eingerichtet. Unter dem Altar befindet sich das verehrte Grabmahl des San Ciro, Mediziner, Eremit und Märtyrer aus dem 3. Jahrhundert und einer der am weitesten verbreiteten Namen innerhalb Neapels. Die Skulpturengruppe aus bemaltem Holz mit dem Kruzifix zwischen der leidenden Madonna und dem Apostel Johannes sind ein Werk des Francesco Mollica aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Die beiden Skulpturen neben dieser Gruppe zeigen den Heiligen Ciro (links) und den Heiligen Giovanni Edesseno. Die Freskendekoration der Kappelle sind von Giovan Battista Beinaschi und zeigen die Geschichten des Leidenswegs Christi und die Engel und Symbole des Leidenswegs.

Das Kruzifix des Mollica und das Grabmahl des Heiligen Ciro sind hier zu bewundern
Die Absiskappelle

Die letzte Kappelle, die als Absis fungiert, ist dem Heiligen Francesco De Geronimo gewidmet. Der 1737 errichtete Altar wurde von Giuseppe Bastelli umgesetzt und beinhaltet die Skulpturengruppe der Predigt des Heiligen Francesco De Geronimo vom beliebten neapolitanischen Künstler Francesco Jerace von 1932. Auf den beiden Wänden der Kappelle sind grosse Reliquarienschränke mit etwa 70 Büsten, unter anderem auch die Büsten des Giovan Domenico Vinaccio der beiden Ordensgründer, aus geschnitztem, vergoldeten und bemaltem Holz. Das Fresko der Decke der Kappelle mit Engeln und Seraphim ist von Francesco Solimena von 1677.

Reliquien und Holzbüsten des Vinaccia

Das rechte Kirchenschiff der Gesù Nuovo Kirche

Die Kuppeln im rechten Kirchenschiff wirden Giuseppe Simonelli (Symbole des Leidenswegs), Gaetano d’Apuzzo (Opferung des Aronne von 1790) und Angello Mozzillo (Die drei Jungen im Ofen von 1793) dekoriert. Die ursprünglichen Dekorationen von Luca Giordano wurden bei dem Erdbeben von 1688 beschädigt und wurden 100 Jahre später ersetzt.

Die Dekoration des Gaetano d’Apuzzo von 1790
Die erste Kappelle

Die erste Kappelle des rechten Kirchenschiffs der Gesù Nuovo Kirche ist dem Heiligen Carlo Borromeo gewidmet und beherbergt das Altarbild der Ekstase des Heiligen Carlo Borromeo von Giovanni Bernardino Azzolino von 1620. Die Deckenfresken sind ebenfalls das Werk des Azzolino und in der Kappelle sind ausserdem die schönen Engel des Cosimo Fanzago über dem Tympanon zu sehen.

Die Engel auf dem Tympanon des Cosimo Fanzago
Die zweite Kappelle

Die zweite Kappelle ist der Mariä Heimsuchung gewidmet und hat einen starken Bezug zum heiliggesprochenen verstorbenen lokalen Arzt des 20. Jahrhunderts Giuseppe Moscati. Die Kappelle wurde unter Papst Johannes Paul II 1987 kanonisiert. Moscati war Chefarzt des Incurabili Krankenhauses und Dozent für Biochemie an der Universität, widmete einen erheblichen Teil seines Lebens aber der Kur der armen Leute der Stadt Neapel. Sein Bronzerabmahl ist von Amedeo Garufi und die vom Volk verehrte Skulptur des Giuseppe Moscati ist ein Werk des Luigi Sopelsa von 1990. Auf dem Hauptaltar dieser Kappelle kann man eine Mariä Heimsuchung des Massimo Stanzione betrachten. Die Marmordekoration der Kappelle stammt vom bedeutenden Cosimo Fanzago während der neapolitanische barocke Meistermaler Luca Giordano 1687 die drei Fresken an der Decke und die Lünetten umgesetzt hat.

Die verehrte Skulptur des Giuseppe Moscati des Sopelsa von 1990
Die dritte Kappelle (im Transept)

Die dritte Kappelle im rechten Transept der Gesù Nuovo Kirche ist dem zweiten jesuitischen Ordnesgründer San Francesco Saverio gewidmet, der das Christentum in Indien, Japan und dem Malaiischem Archipel gepredigt hat. Die beiden Skulpturen der Heiligen Augustin und Ambrosius sind wie in der Kappelle gegenüber wiederum ein Werk des Cosimo Fanzago von 1618. Die Dekoration der Kappelle sind von Giuliano Finelli, Donato Vannelli und Antonio Solaro, während die weiteren Skulpturen der Kappelle alle von Michelangelo Naccherino sind. Auf dem eleganten Marmoraltar des Finelli hängt das Altarbild der Ekstase des Heiligen Francesco Saverio des Giovan Bernardo Azzolino. Von Luca Giordano (1690-1692) stammen die Bilder Francesco Saverio findet ein Kruzifix im Meer, Francesco Saverio trägt die Kreuze und Francesco Saverio tauft die Inder. Auf der rechten Wand der Kappelle hängt das Bild der Madonna des Rosenkreuzes und 15 Mysterien des Fabrizio Santafede, von Ludovico Mazzanti ist das Bild der Jungfrau als Kind mit den Heiligen Anna, Josef, Gioacchino, Francesco de Geronimo und Ciro auf der linken Kappellenwand. Die Frskendekoration der Decke zeigt Lebensgeschichten des San Francesco Saverio des Belisario Corenzio, auch hier wurde das zentrale Bild des Zyklus zum Ende des 18. Jahrhunderts von Paolo de Matteis mit der Predigt des Francesco Saverio erneuert. Innerhalb der Kappelle kann man durch einen Zugang das Oratorium mit der Memoiren des Giuseppe Moscati mit der Ausstellung seines Arbeitsbereichs und Schlafzimmers (eine Schenkung seiner Schwester) sowie einer grossen Anzahl von Ex Voto sowie der Blindgänger vom Bombenangriff vom 4. August 1943 besichtigen.

Das Bild der Taufe der Inder des Luca Giordano
Die vierte Kappelle

Die vierte Kappelle trägt den Namen der San Francesco Borgia Kappelle und wurde nach dem Erdbeben 1688 im 18. Jahrhundert komplett wieder neu aufgebaut. Das Altarbild ist von Sebastiano Conca und zeigt San Francesco Borgia vor dem Heiligen Sakrament beten. Der Marmoraltar ist Werd des Giuseppe Astarita und Mario Gioffredo, die Fresken der Kappelle wurden von Angelo Mozzillo (die Engel) und Antonio Gamba (die Tugenden) angebracht.

Ein Blick in die Kappelle vom Hauptaltar

Die rechte Absiskappelle

Die letzte Kappelle des rechten Kirchenschiffs auf der Höhe des Absis ist die Kappelle del Sacro Cuoro (oder Carafa) und war früher der Dreifaltigkeit gewidmet. Die Marmordekoration stammt auch hier von den Geschwistern Mario und Costantino Marasi wäre das Heilige Herz eine Fertigung aus Paris von 1904 ist. Die Fresken der Engelsgeschichten stammen aus der Hand des Belisario Corenzio von 1605. Hier ist auch das schöne erst vor wenigen Jahren restaurierte gothische Kruzifix aus dem 14. Jahrhundert zu besichtigen, eines der wenigen noch erhaltenen der Stadt Neapel.

Informationen zur Gesù Nuovo Kirche von Neapel
  • Wo?: An der Piazza del Gesù 2 in der Altstadt von Neapel
  • Öffnungszeiten: Jeden Tag von 9:30 – 12.30 und 17:00 – 19.15 Uhr (waehrend den Messen ist eine turistische Besichtigung nicht gestattet)
  • Eintrittspreise: Gratis

Erleben Sie mit mir oder einem meiner qualifizierten Kollegen die Stadt Neapel bei einer Führung. Gerne können Museen, Kirchen oder andere Besonderheiten individiduell ins Programm eingefügt werden!

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Monumente der Stadt Neapel

Neapolis Sotterrata – Das unterirdische Neapel an der Basilika von San Lorenzo

Der Zugang ins unterirdische Neapel an der Basilika von San Lorenzo (Neapolis sotterata) nah der Piazza San Gaetano ist mit der Basilika, der Kreuzgang und dem Museo dell’Opera di San Lorenzo Teil eines historischen Komplexes und der einzige von den Zugängen ins unterirdische Neapel, der auf der Ebene des antiken Neapolis verläuft. Die ersten Ausgrabungen zur Suche nach historischen Begräbnissen unter der Basilika und dem Konvent von San Lorenzo wurden bereits 1954 unternommen. Die Ausgrabungen von 1972 und 1993 brachten neue Entdeckungen zu Tage, die dazu geführt haben das seit 2009 ein bedeutender Teil des archäologischen Bereichs als Besucherparcour eingerichtet wurde. Gerne können Sie diesen Bereich auch innerhalb einer meiner Führungen durch Neapel mit mir besichtigen.

Der Kreuzgang und die Tholos

Der Zugang ins unterirdische Neapel an der Basilika von San Lorenzo befindet sich unter dem Portal der Klosters an der Basilika. Die Besichtigung startet mit dem Kreuzgangs des Klosters mit den Resten einer Tholos (einem Rundbau mit Portikus, Brunnen und Kuppeldach), die sich in der Antike in der Mitte vom mit weissen Mosaiksteinen dekorierten Hof des Lebensmittelmarktes Macellums befand. Von der ursprünglichen Tholos aus dem 1./2. Jahrhundert nach Christus konnten sich noch die Bodenstruktur, drei Stufen, eine Terracotta-Unterführung sowie einige Bestattungen aus dem 6. und 7. Jahrhundert erhalten.

Ein Teil der ehemaligen Tholos des Macellums im heutigen Kreuzgang

Der antike Macellum

Der antike Lebensmittelmarkt Macellum war teilweise überdacht und hatte Ausmassen von 70 mal 40 Metern und hatte einen viereckigen Säulengang mit vielen Geschäften. Der Macellum befand sich im unteren Bereich des römischen Forums von Neapolis und die vier Seiten wurden wegen der unebenen Struktur auf verschiedenen Ebenen errichtet. Der Zugang zum Macellum befand sich auf dem Decumanus Maximus (der heutigen Via dei Tribunali) über eine Treppe, die zu den unteren Bereichen des Marktes führte. Das römische Forum übernahm die Position der griechischen Agorà und befand sich auf der Höhe der heutigen Piazza San Gaetano (wobei das Forum weitaus grösser als die heutige Piazza war).

Das Macellum lag direkt am Cardo, der zum Forum von Neapolis führte

Der Cardo, antike Strasse die zum Forum führte

Der ausgegrabene Bereich des La Neapolis Sotterrata, das unteriridische Neapel an der Basilika von San Lorenzo, befindet sich unter dem Transept der Basilika und dem Konvent von San Lorenzo. Eine Treppe führt circa 7 Meter unter dem aktuellen Strassenniveau auf eine 60 Meter lange und drei Meter breite antike Strasse (einer Verbindungsstrasse zum Forum) aus Piperngestein aus der griechischen Zeit des 5. Jahrhundert vor Christus. Die Stadtstruktur ist für jenes Jahrhundert im mediterranen Bereich typisch und entstammt der Idee des Hippodamos von Milet.

Der Cardo, der antike Strassenbelag ist noch gut erkennbar

Das Gebäude des Macellums

Das römische Gebäude am Forum wurde nach einem Erdbeben im Jahr 64 n. Chr. an Stelle eines vorherigen griechischen Gebäudes errichtet und bildete schliesslich die Struktur für das Macellum und der frühchristlichen Kirche auf der obersten Ebene. Die Struktur des Macellums bestand aus vielen Geschäften mit jeweils zwei Räumen mit Tonnengewölben und einer Öffnung zur Strasse. Die Tabernae (Lebensmittelgeschäfte) wurden zudem mit einer gemischten Technik mit opus reticulatum und opus latericium errichtet. Der Macellum wurde schliesslich nach einem starken Unwetter mit circa 4 Metern Schlamm gefüllt und war bis ins 5. Jahrhundert nach Christus noch als Markt aktiv.

Ein antiker Backofen konnte ebenfalls ausgegraben werden

Geschäfte und Steuerverwaltung

Ursprünglich bestand dieser Bereich wohl aus öffentlichen Verwaltungsbüros, die später in Geschäfte wie Fischverkauf mit schrägen Verkaufstheken, Bäckereien mit Öfen oder Wäschereien mit den Becken zur Färbung und Säuberung umgewandelt wurden. Auf der östlichen Seite des Gebäudes befanden sich insgesamt 9 Geschäfte, von denen die letzten drei an der Nordseite die Funktion des Aerariums hatten (Eintreibung und Aufbewahrung der Steuerabgaben). Die Mauern des Aerariums wurden in einer Lateritium-Technik errichtet, der Zugang mit Pilastern und einem Tympanon verziert und das Fenster mit einem Eisengitter besetzt.

Das Aerarium, Bereich der Steuerverwaltung des Macellums

Der Cryptoportikus

Den antiken Cardo entlang laufend kommt man am Ende der Strasse auf der rechten Seite auf einen der 4 Zugänge eines Cryptoportikus, einem überdachten Markt mit vielen kleinen miteinander verbundenen Räumen, der mit Leuchtern und Steintheken für das Ausstellen der Waren besetzt war. Am Ende des Cryptoprtikus ist ein hydraulisches System aus der späten hellenistischen Zeit (3. Jahrhundert vor Christus) mit einem Gewölbe und grossen Tufsteinblöcken zu erkennen. Dieses System nutzte das natürliche Gefälle um Wasser in die Räume zu spülen. Der Ursprung diesers hydraulischen Systems hat für einige Experten einen etruskischen Ursprung, da bei der Einrichtung auch Bögen errichtet wurden.

Der Cryptoportikus mit den Verkaufstheken des Neapolis Sotterrata

Die Schola

Im südöstlichen Bereich des Macellums sind drei grosse Räumlichkeiten mit einem Gewölbedach zu besichtigen, die wahrscheinlich Teil einer religiösen oder kommerziellen Genossenschaft (schola) waren. Die Räume waren mit Mosaikfussböden und ein Impluvium (ein Becken um Regenwasser zu sammeln) besetzt. Das Fussbodenmosaik aus spätrepublikanischer oder augusteischer Zeit bestand aus kleinen eleganten weissen Teilen mit einem schwarzen Rand an der Mauer, an denen noch Reste von eleganten vielfarbigen Freksen zu erkennen sind. Aus diesem Bereich entstammen auch die Antefixe, ein signierter Backstein und der korinthische Kapitell einer Halbsäule, die im Museo dell’Opera di San Lorenzo ausgestellt sind.

Ein Mosaikfussboden und Fresken schmückten die Schola
Informationen zum Museum des Schatzes des San Gennaro
  • Wo? In der Via Duomo 149 in Neapel
  • Öffnungszeiten: Jeden Tag von 9:30 -18:00 Uhr
  • Eintrittspreise: 10€ inklusive Kappelle des San Gennaro in der Kathedrale (Hier zu der Ticketsreservierung)
  • Informationen: Offizielle Webseite vom Museo del Tesoro di San Gennaro

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Monumente der Stadt Neapel

Der zweite Aufenthalt des Caravaggio in Neapel

Der zweite Aufenthalt des Caravaggio in Neapel im Jahr 1609 vor seinem verfrühten Tod ist Dank seiner Flucht aus dem Gefängnis in Malta nach Sizilien und einer Rueckkehr nach seinem ersten Aufenthalt nach Neapel moeglich. Caravaggio erfährt aber kurz nach seiner Ankunft ein Attentat in der damals bekannten Taverna del Cerriglio, das vermutlich im Auftrag der Kavaliere des Malteser Ordens ausgeübt wurde und erlitt dabei eine schwere Verletzung im Gesicht. Caravaggio hält sich bei seinem zweiten Aufenthalt im noblen und der Familie Carafa-Colonna zugehörigem Palazzo Cellamare an der Via Chiaia auf, welcher letztendlich zu seiner letzten Bleibe werden wird. Der zweite Aufenthalt des Caravaggio in Neapel wird trotz seiner Verwundung sehr produktiv und er hinterlaesst hier einige seiner bedeutendsten Bilder:

Die Verleugnung des Petrus (Metropolitan Museum of Art – New York)
Das Bild gehörte ursprünglich Kardinal Paolo Savelli und wurde von schweizer Adligen aufgekauft. Später wird es Teil der Herman Shickman Sammlung und von ihm dem Metropolitan Museum von New York geschenkt.
David mit dem Kopf des Goliath (Galleria Borghese – Rom)
Das letzte Selbstportrait des Caravaggio zeigt ihn als Goliath. In diesem Bild ist auch die erhaltene und wiedergegebene Gesichtsverwundung des Caravaggio zu erkennen. Das Bild wurde von Caravaggio an Kardinal Scipione Borghese geschickt um nach der Vergebung des Papstes Paulus V. zu erhalten.
Johannes der Täufer (Galleria Borghese – Rom)
Auch dieses Bild wurde für Kardinal Scipione gemalt und ihm zur Vergebung zugesandt, da Scipione Borghese als Justizminister das Urteil des Caravaggio verkündet hatte. In der Traurigkeit des Johannes sehen viele Kritiker Caravaggios Vorempfindung seines nähernden Endes.
Salomè mit dem Kopf des Täufers (Palacio Real de Madrid – Madrid)
Das Bild befindet sich in Spanien da König Carlos VII das Bild in seinem spanischen Königspalast haben wollte als Neapel von spanischen Vizekönigen verwaltetet wurde. Wie beim Goliath ist auch hier der Kopf des Täufers ein Selbstportrait des Caravaggio.
Die Verkündigung (Musèe des Beaux-Arts – Nance)
Das Bild wurde entweder in Neapel oder Messina nach Auftrag des Herzogs di Lorena angefertigt.

Die Bilder des Heiligen Franziskus erhält die Stigmata, des Heiligen Franziskus in Meditation und die Wiederauferstehung wurden von Caravaggio für die Fenaroli Kappelle in der Monteoliveto Kirche von Neapel angefertigt, gingen aber leider bei dem Erdbeben von 1805 verloren. Von der Wiederauferstehung ist heute noch eine Kopie des Louis Finson in der Eglise de Saint-Jeane-de-Malte in Aix-en-Provence zu sehen.

Das Martyrium der Heiligen Ursula

Der zweite Aufenthalt des Caravaggio in Neapel schenkt uns das letzte Werk des Künstlerlebens des Caravaggio kurz vor seinem Ende im Jahr 1610, welches weiterhin in der Stadt verblieben ist. Das Bild Das Martyrium der Heiligen Ursula (154 x 178 cm) ist im Stuckraum des Palazzo Zevallos Stigliano des Gallerie d’Italia des Banca Intesa Sanpaolo in der Via Toledo zu besichtigen. Das Bild wurde vom reichen genuanischen Bankier Marcantonio Doria, Sohn des Dogen Agostino, in Auftrag gegeben da die Doria Familie die Heilige Ursula als Protektorin der Familie hatte. Als Caravaggio Neapel verliess war das Bild noch nicht komplett getrocknet und wurde durch die Sonnenstrahlen beschädigt weil Caravaggios Prokurator Lanfranco Massa das Bild schneller trocknen lassen wollte.

Das Martyrium der Heiligen Ursula ist weiterhin in Neapel
Über Genua zurück nach Neapel

Das Bild erreichte Genua über das Meer und blieb von 1610 bis 1832 in der ligurischen Hauptstadt. Durch eine Erbschaft wurde das Bild zurück nach Neapel und in die Residenz der Doria d’Angri Familie in die Via Toledo Familie gebracht. Das Bild galt lange als ein Mattia Preti und wurde 1972 von der italienischen Handelsbank aufgekauft. Erst 1980 wurde das Bild dem Caravaggio offiziell zugesprochen.

Das Bild

Auf dem Bild sind Attila und die Kungfrau Ursula, eine in Köln ermordete bretannische Prinzessin, bei ihrer Rückkehr von einer Pilgerreise mit weiteren 11000 Jungfrauen zu sehen. Der Hunnenkönig ist dabei die Jungfrau mit einem Pfeil wegen ihrer Abweisung zu ermorden. Einer der Männer hinter der Heiligen hat das Ausseheen des Caravaggio, der mit einem erschrockenen Blick dem Geschehen zuschaut. Neben dem Bild des Caravaggio sind in der Gallerie d’Italia eine grosse Anzahl von weiteren interessanten Bildern in der dauerhaften Ausstellung zu bewundern.

Informationen:

Adresse: Via Toledo 185 in Neapel
Uhrzeiten:: Di-Fr 10.00-19.00, Wochenende 10.00-20.00 Uhr, Montags geschlossen
Eintrittspreis: 5€

www.gallerieditalia.com/it/napoli/

Die Abreise und der Tod des Caravaggio

Caravaggio reist mit den beiden für Scipione Borghese bestimmten Bildern nach Rom ab und stirbt am 18. Juli 1610 nach einigen Tagen Haft auf dem Strand von Port’Ercole im Alter vom mur 39 Jahren. Wahrscheinlich hat er nie von der unterzeichneten Vergebung des Paulus V. erfahren. Caravaggio ist ein Vorläufer der modernen Kunst und sein Leben war wie seine Kunst voll an Licht und Schatten. Die Figuren seiner Bilder entspringen dabei wohl den vom Caravaggio schwierigen und abenteuerlich geführtem Leben und seine Modelle waren häufig Kneipengänger und Prostituirte. In seinen Selbstportraits ist oft die Verzweiflung eines ständig auf der Flucht lebenden Künstlers zu erkennen. Die drei in Neapel erhaltenen Bilder seines Aufenthalts sind es dabei absolut Wert besichtigt zu werden.

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