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Monumente der Stadt Neapel

Die Kirchräume der Kartause von San Martino in Neapel

Wegen ihrer Komplexität habe ich die Beschreibung daher in drei Teile aufgeteilt und die Struktur der Kartause, die Kirche und die Kirchräume der Kartause von San Martino in Neapel in drei separaten Artikeln beschrieben. Die Kartause von San Martino ist wahrscheinlich das bedeutendste Kloster der Stadt Neapel, das damals ausserhalb der Stadtmauern errichtet wurde. Die Kirchräume der Kartause von San Martino können über eine Treppe vom grossen Kreuzgang der Kartause von San Martino erreicht werden, die aus einem Parlatorium, einer Passage, dem Kapitelhaus, der Absis der Kirche, der Sakrestei, einer weiteren Passage und der neuen Schatzkappelle bestehen.

Die Fresken des Avanzino Nucci von 1596 dekorieren das Parlatorium
Das Parlatorium

Der erste Bereich ist das Parlatorium, in dem die Mönche ihre gemeinschaftlichen Momente mit den externen Besuchern der Kartause verbringen konnten. Die Fresken stammen von Avanzino Nucci aus dem Jahr 1596 und zeigen die Ankunft des Heiligen Geistes an der Decke des Raumes. Auf dem oberen Bereich sind zwei Episoden des Wunderbaren Fischfangs, der Wiederauferstehung, und der Ungläubigkeit des Heiligen Thomas und Profeten zu erkennen. Im unteren Bereich sind Lebensgeschichten des Heiligen Bruno dargestellt. In den Ecken des Parlatoriums werden hingegen die Heiligen Priore des Kartauser-Ordens gezeigt.

Das Bild des Massimo Stanzione unter den Fresken des Bernardino Cesari
Die kleine Passage

Die kleine Passage verbindet das Parlatorium mit dem Kapitelhaus und wurde von Bernardino Cesari (Bruder des Cavalier d’Arpino) im Jahr 1593 mit Fresken über die Kindheutsgeschichte des Jesus und Tugenden dekoriert. Von ihm stammt auch das Bild der Geisselung Christi, während die Predigt in der Wüste des Johannes des Täufers von Massimo Stanzione und die Mariä Heimsuchung und die Darstellung des Herrn von Flaminio Torelli stammen.

Das Kapitelhaus ist eines der bedeutendsten Kirchräume der Kartause von San Martino
Das Kapitelhaus

Die Dekoration des Kapitelhauses stammt von den beiden Künstlern Belisario Corenzio und Paolo Finoglio aus dem 17. Jahrhundert. Die Decke ist Werk des Belisario Corenzio mit der Vertreibung aus dem Tempel, dem Verlorenen Sohn, den Tugenden und Heiligen Kartäusern. In den 10 kleinen Lünetten wurden von Paolo Finoglio zwischen 1620 und 1626 die Heiligen Gründer der religiösen Orden dargestellt: Der heilige Benedikt (Benediktiner), Der Heilige Bruno von Köln (Kartäuser), der Heilige Bernhard (Zisterzienser), der Heilige Franziskus (Franziskaner), der Heilige Franziskus von Paola (Orden der minderen Brüder), der Heilige Augustin (Augustiner), der Heilige Domenikus (Domenikaner), der Heilige Romuald (Kamaldulenser), der Prophet Elias (Karmelitaner) und der Heilige Basilius (Basilianer). Die Bilder an den Wänden des Kaiptelhaus der Kartause von San Martino sind die Erscheinung der Mutter Gottes die San Bruno die Regel des Ordens übergibt von Simon Vouet, die Beschneidung von Paolo Finoglio, die Anbetung der Könige von Battistello Caracciolo und die Anbetung der Hirten von Massimo Stanzione. Von Battistello Caracciolo stammen auch die Bilder des Johannes des Täufers und dem Heiligen Bischof Martin an den Seiten des Bogens. Am Eingang zur Absis ist mit Der 12 jährigen Jesus im Tempel das einige Bild aus dem 18. Jahrhundert von Künstler Francesco de Mura zu sehen. Der Holzchor ist ein Werk des Orazio de Orio mit Einschnitten von Carlo Bruschetta aus dem Jahr 1627.

Die toskanischen Holzintarsien von 1520 im Chor der Konvertiten
Der Chor der Konvertiten

Die Konvertiten waren Mönche die keine Messen zelebrierten und sich um die Dienstleistungen der Kartause kümmerten. Das Altarbild des Erzengel Michels ist von Fracanzano aus dem Jahr 1635. Die 26 Abschnitte mit Tafeln mit Holzintarsien an den Wänden sind von Giovan Francesco d’Arezzo von 1520 und zeigen die Heiligen Ugo, Bruno, Johannes, Hieronymus, Stillleben und Perspektiven. Ursprünglich waren diese im Chor der Pater und wurden unter Cosimo Fanzago in diesen Chor eingerichtet. Die Fresken stammen von Micco Spadaro und zeigen Landschaften auf der Decke sowie Geschichten der Kartäuser und Episoden aus dem neuen und alten Testament an den Wänden des Chors.

Weitere Holzintarsien, dieses Mal im flaemischen Stil, sind mit barocken Fresken in der Sakrestei zu sehen
Die Sakrestei

Über das Kapitelhaus und der Absis der Kirche kann man die Sakrestei der Kartause von San Martino betreten. Die Wände wurden mit Schränken mit dreidimensionalen Holzintarsien mit den Geschichten der Heiligen Schrift und Geschichten der Apokalysse im oberen Bereich und architektonischen Perspektiven im unteren Bereich ausgestattet. Das Kunstwerk aus Holz ist eine Zusammenarbeit unter Dosio von 1598 von den flämischen Künstlern Heinrich aus Utrecht, Lorenz Ducha und Theodor de Vogel (Intarsien) und den lokalen Künstlern Nunzio Ferrero und Giovanni Battista Vigilante (Holzschnitzer). Die vielen Fresken der Sakrestei stammen vom Cavalier d’Arpino, während die Bilder von Lazzaro Tavarone von 1594 (Sybillen und Propheten in den Lünetten und Geschichten der Passion Christi). Die beiden zentralen Wände zeigen eine Kreuzigung des Cavalier d’Arpino neben einer Säulengangperspektive des Viviano Codazzi und einer Negierung des Heiligen Peters (unbekannt) auf der einen Seite und ein Ecce Homo von Massimo Stanzione und Viviano Codazzi auf der gegenüberliegenden Seite der Sakrestei.

Die feine Arbeit an den Tafeln mit Intarsien

Der kleine Flur (Passetto)

Der kleine Flur verbindet die Sakrestei mit der neuen Schatzkappelle und hat eine von Massimo Stanzione mit Fresken der Geschichten des antiken Testamtents, Evangelisten und Christus dekorierte Decke. Die symbolhaltenden Engel und die Tugenden an den Wänden sind Werk des Paolo de Matteis. Die aufgehängenten Bilder stammen von Luca Giordano (die Berufung des Petrus und Andreas und die Berufung des Matthäus) und von Andrea Malinconico mit dem Exodus der Juden aus Ägypten. Das Waschbecken im kleinen Nebenzimmer ist eine neapolitanische Faktur des 17. Jahrhunderts.

Luca Giordano bei seinem letzten Lebenswerk im Jahr 1705

Die neue Schatzkappelle

Die neue Schatzkappelle ist die letzte Räumlichkeit der Kirchräume der Kartause von San Martino und weist einen aufwendigen Fussboden mit Marmorintarsien auf. Die Dekoration stammt komplett von Luca Giordano, der hier mit fast 70 Jahren arbeitete und seine letzten Kunstwerke hinterliess. Der kleine aus Amethisten, Lapislazuli und Karneol bestehende Altar ist von Giovanni Selino und wird von der bekannten Pietas von Jusepe de Ribera von 1637 überragt. Die Möbel mit Holzintarsien stammen von Gennaro Monte von 1691 und beinhalten die leeren Reliquarien aus goldenem Kupfer und Elfenbein von Biagio Monte (ebenfalls 1691). Der ursprüngliche Schatz bestand aus Statuen, Kerzenständern, liturgischen Objekten und Reliquarien (mit einem Gewicht von insgesamt ca. 400 Zentnern und aus Gold, Silber und Edelsteinen bestehend) wurden 1799 von König Ferdinand IV leider geschmolzen um Einnahmen zu sammeln um sich gegen das nahende französische Militär während der Parthenopeischen Revolution wehren zu können.

Erleben Sie mit mir oder einem meiner qualifizierten Kollegen die Stadt Neapel bei einer Führung. Gerne können Museen, Kirchen oder andere Besonderheiten individiduell ins Programm eingefügt werden.

Weitere Informationen zu den Monumenten der Stadt Neapel finden Sie auch in der Kategorie in meinem Blog.

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Events, Ausstellungen und News

Ausstellung über Luca Giordano im Capodimonte Museum bis zum 10.1.21

Die Ausstellung über Luca Giordano im Capodimonte Museum von Neapel (Von der Natur in die Malerei) ist vom 8.Oktober 2020 bis zum 10. Januar 2021 zu besichtigen. Die Ausstellung hatte bereits vor der Corona-Epidemie im Petit Palais von Paris vom 14.11.19 bis zum 23.2.2020 Prämiere und Erfolg beim Publikum und der Kritik und bildete im letzten Herbst/Winter ein neapolitanisches Duett in Paris zusammen mit der Ausstellung über Vincenzo Gemito, die momentan parallel in Capodimonte läuft.

Luca Giordano, neapolitanisches Talent der barocken Malerei, hier auf Holz
Die Ausstellung

Die Ausstellung über Luca Giordano ist als Bilderbuch der Lebensgeschichte des Giordano aus einer Idee des französischen Direktors Sylvain Bellenger mit Hilfe der Kuratoren Stefano Causa und Patrizia Piscitello konzipiert worden um sich von der Pariser Ausstellung zu differenzieren und einen Bezug zu Giordanos Heimatstadt Neapel herzurichten. In der Sala Causa sind einige Hauptwerke des Giordano aus italienischen und europäischen Sammlungen als auch der Bildergallerie von Capodimonte ausgestellt. Die Einrichtung des Ausstellungsraumes ist durch Architekt Roberto Cremascoli gewollt im barocken Stil, um die Bilder des Giordano von der Museumsatmosphäre zu befreien und seine Bilder in ihrem ursprünglichen Zeitgeist auszustellen.

Die barocke EInrichtung der Ausstellung durch Roberto Cremascoli
Die Werke

Die Ausstellung über Luca Giordano im Capodimonte Museum legt wert darauf die Entwicklung des Giordano zu zeigen. Als Vergleich werden auch einige seiner zeitgenösischen Künstler ausgestellt, die sich bewusst von Giordano inspirieren lassen haben oder distanzieren wollten. Der Einfluss des Luca Giordano reicht weit zu Künstlern, die mit anderen Techniken wie bemalter Keramik arbeiteten oder sich eher auf Stillleben konzentrierten. Dem 2019 verstorbenen Kunsthistoriker und Bewunderer Giordanos Ferdinando Bologna gewidmet, ist die Ausstellung in 10 Sektionen mit über 90 Werken aufgeteilt, die teilweise Leihgaben von wichtigen ausländischen (Louvre, Prado, Patrimonio Nacional, Santamarca Foundation und andere), italienischen (Palazzo Abatellis, Pinacoteca nazionale di Bologna, Musei civili di Vicenza) und lokalen Museen und Einrichtungen sind. Die Ausstellung wird zudem von einer Videoinstallation unterstützt, bei der einige der wichtigsten Fresken des Luca Giordano in der Stadt Neapel gezeigt werden und somit den Besucher einladen, die Ausstellung über Giordano innerhalb Neapels fortzuführen.

Der Künstler

Luca Giordano wurde am 18. Oktober 1634 in Neapel geboren. Seine ersten bedeutenden Aufträge bekommt er im Alter von 20 und 21 Jahren mit zwei Bildern für die San Pietro ad Aram Kirche und einer Tafel für die Santa Brigida Kirche. In seinen jungen Jahren folgt er seinem Meister Jusepe de Ribera durch den er die Einflüsse des Tizian, Lanfranco, Cortona und Rubens aufnimmt. Für seine Karriere werden seine Aufenthalte in den Städten Rom, Venedig und Florenz wichtig sein, da er schliesslich in Florenz in der Corsini Kappelle in der Carmine Kirche arbeiten und die Fresken des Medici Riccardi Palastes einrichten durfte. Die vielen Aufträge des Adels und der bedeutenden Kirchen bringen Luca Giordano schliesslich im letzten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts über 10 Jahre nach Madrid an den spanischen Hof um die königlichen Einrichtungen wie den Escorial oder auch an den wichtigen Kirchen der Stadt zu arbeiten. Bereits 1694 wird er von König Karl II als oberster Hofmaler ausgezeichnet und ihm die Schlüssel der Gallerie des Hofs übergeben. In den letzten Jahren seines Lebens wird Luca Giordano in die Stadt Neapel zurückkehren und an der Kartause von San Martino, Girolamini und Donnaregina arbeiten. Er stirbt 1705 und liegt in der Kirche der Santa Brigida unweit des Rathauses begraben. Luca Giordano ist wohl der bedeutendste aber auch aktivste Künstler des neapolitanischen Barocks des 17. Jahrhunderts und wird nach einem langen Einfluss des Caravaggio die Kunst der Stadt dauerhaft mit seinen farbigen und mutigen Tönen verändern. Luca Giordano erneuert den römischen Barock in einer aufgedrehten Form, bei der er sich mehr von Tizian und Veronese als den zeitgenössischen Rubens, Cortona oder Bernini inspirieren lässt.

Informationen über die Ausstellung über Luca Giordano im Capodimonte Museum. Dalla Pittura alla Natura

  • Wann und Wo? Vom 8. Oktober 2020 bis zum 10. Januar 2021 in der Kunstgallerie Capodimonte in der Via Capodimonte in Neapel
  • Öffnungszeiten: Do-Di von 8.30-19.30 Uhr, letzter Einlass um 18.30 Uhr. Mittwochs geschlossen.
  • Kuratorin: Sylvain Bellenger. Kuratoren: Stefano Causa und Patrizia Piscitello
  • Kosten: 10€ inklusive Eintritt der festen Ausstellung; Reduziert 2€ (18-24 Jahre), Gratis für Minderjährige.
  • Informationen: Tel: 00390817499130

Weitere Infos über Events, Ausstellungen und News in Neapel und Kampanien findet ihr in meinem Blog.

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Monumente der Stadt Neapel

Die Kirche der Kartause von San Martino in Neapel

Vom monumentalen Kreuzgang des Klosters der Kartause von San Martino ist die Fassade der von 1325 bis 1368 errichteten Kirche der Kartause von San Martino zu erkennen, die im Laufe der Jahrhunderte vielen Veränderungen unterworfen wurde und heute ein barockes Meisterwerk Neapels darstellt. Die Kirche der Kartause von San Martino kann mit dem Eintrittsticket der Kartause von Neapel besichtigt werden, auch wenn diese leider nicht immer von innen zu betreten ist. Die Geschichte der Kartause von San Martino ist in meinem Artikel über die Struktur der Kartause nachzulesen. Die Kirche besteht heute aus einem einzigen Kirchenschiff, acht Seitenkappellen und den Kirchenräumen der Kartause von San Martino, die in einem gesonderten Artikel beschrieben werden. Von der Originalstruktur ist noch das Kreuzgewölbe des Hauptschiffs und die ogivalen Bögen aus Tufstein und Pipern der Vorhalle der Kirche. Zum Ende des 16. Jahrhunderts reduziert der florentiner Giovanni Antonio Dosio die Vorhalle und entfernt zwei Bögen, die durch zwei weitere Kappellen ersetzt wurden (Die Kappellen des Rosenkranzes und des Heiligen Josefs). Unter Dosio wurden zudem die beiden ursprünglichen Seitenschiffe in Kappellen umgewandelt. Mit der Übergabe des Projekts an den damaligen Stararchitekten Cosimo Fanzago wird die Fassade mit weissem und Bardiglio Marmor und venezianischen Fenstern bereichert. Der obere Teil der Fassade der Kirche der Kartause von San Martino stammt von den letzten Neuerungen aus dem 18. Jahrhundert des Nicola Tagliacozzi Canale.

Die Kirche der Kartause von San Martino hat ein Hauptschiff mit reichen Seitenkappellen
Die Vorhalle der Kirche der Kartause von San Martino

Über dem Eingangsportal hängt eine vom Ende des 16. Jahrhunderts von einem unbekannten neapolitanischen Künstler gefertigten (vielleicht Felice de Felice) Büste des Papst Pius V ( auch Bischof San Martino genannt). Vor dem Eingangsportal halten zwei Engel des Cavalier d’Arpino das Wappen Cart (Cartusia). Die Holztür mit Intarsien die Heilige darstellen stammt aus dem 17. Jahrhundert. Die Fresken an der Vorhalle oben links neben der Tür stammen noch von Giovanni Baglioni unter Giovanni Antonio Dosio, während die anderen Dekorationen an dieser Wand unter Cosimo Fanzago von Belisario Corenzio 1632 und Micco Spadaro in den Jahren 1651-1656 umgesetzt wurden.

In der Vorhalle sind Geschichten zu den Kartaeusern zu sehen, hier aus der Hand des Micco Spadaro
Die Fussbodendekoration

Das Projekt des beeindruckenden Fussbodens der Kirche der Kartause von San Martino wurde von Cosimo Fanzago und dem Kartauser Bonaventura Presti umgesetzt. Das eigentliche Projekt des Fanzago konnte von ihm nicht vollendet werden, da die Arbeiten im Jahr 1656 wegen einem Streit mit den Kartäusern unterbrochen wurden. Erst 8 Jahre später führt Bonaventura Presti di beeindruckende Intarsienarbeit fort, die eine scheinbare Dreidimensionalität und dem Besucher einen starken visuellen Impakt hinterlassen. Für ihn wurden der spanische Broccatello, Bardiglio, Onis aus San Gesualdo, Fiamma di Blesia, grüner Marmor aus Kalabrien, weisser Carraro, Alpujarras, roter aus Frankreich, der gelbe aus Siena, der Diaspro aus Sizilien und der schwarze Marmor aus Belgien verwendet.

Die Fussbodendekoration, Projekt des Cosimo Fanzago
Die Dekoration der Decke und der Gegenfassade

Die Decke der Kirche hat ihr gothisches Gewölbe aus dem 14. Jahrhundert erhalten und wurde zwischen 1637 und 1640 von Giovanni Lanfranco bei einem seiner bedeutendsten Lebenswerke mit Fresken von Engeln, Seeligen und Heiligen dekoriert. In den Formen eines Halbmonds neben den Fenstern ist die berühmte Serie des Jusepe de Ribera der Apostel und Profeten zu sehen. An der Gegenfassade stehen die Skulpturen des Johannes des Täufers und des heiligen Hieronymus von Architekt Cosimo Fanzago sowie ein Moses und Elias von Jusepe de Ribera zu sehen, während das Bild der Grabbeilegung des Christus über dem Eingang von Massimo Stanzione stammt.

Die Fresken des Lanfranco an der Decke der Kirche der Kartause von San Martino
Der Hauptaltar

Der Hauptaltar ist von 1705 aus goldfarbigem Holz und Stuck und eine Kopie des ursprünglichen Marmorprojekts von Francesco Solimena unter Architekt Tagliacozzi Canale. Aus dieser Zeit stammt auch die Brüstung aus Marmor und Bronze um dem Presbiterium sowie der reiche Marmorfussboden der Absis. Die beiden Altarengel wurden erst 1768 von Giuseppe Sanmartino hinzugefügt. Der Chor aus Holz stammt hingegen aus dem 17. Jahrhundert und ist ein Werk des Orazio de Orio, so wie die Skulpur in einer Nische des Chors der unbefleckten Madonna von Gennaro Monte von 1682. Unter diesem Chor wurde übrigens auch ein Zimmer eingerichtet, das die Akustik verbesserte. Eine der Platten wurde durchlöchert um ein Blick in das Zimmer zu werfen zu können.

Die Absis

An der Aussenwand der reich besetzten Absis der Kirche der Kartause von San Martino sind die Skulpuren Vita Attiva von Pietro Bernini und die Vita Contemplativa von Giovan Battista Caccini zu bewundern. In der Wölbung wurde unter Architekt Dosio die Fresken von Cavalier d’Arpino und Bernardino Cesari mit den Geschichten des Neuen und Alten Testaments und den Geschichten der Evangelisten, Doktoren der Kirche, Profeten und Heiligen Kartausern zwischen 1591 und 1596 angebracht. Die Kreuzigung im Halbkreis unter der Wölbung stammt hingegen von Giovanni Lanfranco. Auf den Seitenwänden wurden einige Bilder bedeutender Künstler der Zeit aufgehängt: die Fusswaschung von Battistello Caracciolo von 1682, die Kommunion der Apostel von Jusepe de Ribera von 1651, die Anbetung der Hirten von Guido Reni von 1641, Das letzte Mahl von der Schule des Paolo Veronese vom des Ende 16. Jhrs. und die Vorbereitung des letzten Mahls von Massimo Stanzione von 1639.

Dei Seitenkappellen: Die Kappelle des San Gennaro

Die erste Kappelle auf dem linken Kirchenschiff ist dem Schutzpatron der Stadt Neapel San Gennaro gewidmet. Die Marmordekoration stammt noch aus der Zeit des Dosio und Conforto (datiert 1620), während die Stuckarbeiten unter der Direktion von Cosimo Fanzago hinzugefügt wurden. Die Bilder der Enthauptung des San Gennaro, dem Martyrium des San Gennaro sowie die Fresken an der Decke mit den Geschichten des Heiligen und Die Glorie des San Gennaro stammen allesamt von Battistello Caracciolo von 1632. Die Bildhauerkunst wurden von Domenico Antonio Vaccaro in den Jahren 1709-1719 gefertigt und zeigen Die Jungfrau und die Dreifaltigkeit übergeben San Gennaro die Schlüssel der Stadt in einem Hochrelief, die Skulpturen des Glaubens und Martyriums sowie die vier Medaillons mit der Darstellung der Evangelisten. Eine Tür auf der linken Seite führt in die nicht zugängliche Kappelle des Heiligen Josefs mit Skulpuren des Domenico Antonio Vaccaro und Bildern des Paolo de Matteis vom Anfang des 18. Jahrhunderts.

Die beeindruckende Bildhauerkunst des Domenico Antonio Vaccaro in der Kappelle des San Gennaro
Die Kappelle des Heiligen Bruno

Die zweite Kappelle auf dem linken Kirchenschiff des Heiligen Bruno beinhaltet die Marmordekorationen unter Cosimo Fanzago aus den Jahren 1631-1636. Die Kappelle wird von Bildern des Massimo Stanzione aus den Jahren 1633-1637 dekoriert (San Bruno gibt seinen Folgern die Ordensregel; Herzog Roger vor dem Heiligen Bruno, die Erscheinung der Jungfrau und des Heiligen Petrus vor den Kartäusern, die Heilung der Kranken an der wundersamen Quelle). Die barocken Skulpturen der Einsamkeit und der Penitenz, der Fussboden und die beiden Putten sind das Werk des Lorenzo Vaccaro.

Die Hand des Cosimo Fanzago ist klar in der Kappelle des Heiligen Bruno zu erkennen
Die Kappelle der Assunta

Die dritte Kappelle der Kirche der Kartause von San Martino, der Assunta gewidmet, hat eine Struktur aus dem 17. Jahrhundert mit Fresken der Lebensgeschichte der Maria von Battistello Caracciolo von 1626, während die Bilder der Verkündigung, die Assunta und die Mariä Heimsuchung von Francesco de Mura und die Skulpuren der Jungfräulichkeit und der Belohnung wie die beiden Putten am Altar von Giuseppe Sanmartino von 1757 unter Architekt Tagliacozzi Canali hinzugefügt wurden. Eine Tür auf der rechten Seite führt in die ehemalige Sakrestei, die in die Kappelle des San Nicola umgewandelt wurde und mit Fresken des Belisario Corenzio von 1632 und dem Altarbild San Nicola von Pacecco de Rosa von 1636 geschmückt wurde.

Der Einfluss des 18. Jahrhunderts ist in der Kappelle der Assunta zu sehen
Die Kappelle des Heiligen Hugo

Die erste Kappelle auf der rechten Seite erhält ihre Marmordekoration von Jacopo Lazzari und Felice de Felice aus den Jahren 1617-1622. Die Bilder Der Heilige Huge erweckt ein Kind zum Leben und Der Wiederaufbau der Abtei von Lincoln sind von Andrea Vaccaro von 1652 und das der Jungfrau zwischen den Heiligen Hugo und Anselmo ist von Massimo Stanzione von 1644. Die Skulpturen, Putten und Cherubim dieser Kappelle sind von Matteo Bottiglieri von 1725 ca. Auch diese Kappelle hat eine Tür zu einer weiteren Kappelle, der Kappelle des Rosenkreuzes, dessen Fussboden- und Stuckdekoration von Domenico Antonio Vaccaro und die Bilder (Die Heiligen Gennaro, Martino und andere) von Battistello Caracciolo umgesetzt wurden.

Die Kappelle des Heiligen Hugo mit der Marmordekoration aus dem ersten Viertel des 17. Jahrhunderts
Die Kappelle des Johannes des Täufers

Die zweite Kappelle der rechten Seite der Kirche der Kartause von San Martino stammt aus dem Projekt des Fanzago von 1631. Aus jener Zeit stammen die beiden Bilder des Massimo Stanzione von 1643 mit Salomè bietet Herodes den Kopf des Täufers an und der Köpfung des Täufers sowie seine Fresken in der Kuppel (Die Befreiung des Täufersaus dem Limbus und Die glorreiche Einkehr in den Himmel durch Jesus Christus) und den Pendentifs (die Kardinaltugenden) der Kappelle. Die Bilder des Paolo de Matteis mit dem Christus der vor seinen Folgern auf den Täufer deutet und des Gebets des Täufers in der Wüste sowie das Bild des Carlo Maratta der Täufung Christi wurden in den Jahren 1708-1710 hinzugefügt. Vom Anfang des 18. Jahrhunderts stammen auch die Skulpturen der Eloquenz und des Gute Rufs sowie der Fussboden des Lorenzo Vaccaro.

Der Heilige Martin von Tours mit Engeln auf dem Bild des Caracciolo
Die Kappelle des Heiligen Martin von Tours

Die dritte und letzte Kappelle der rechten Seite ist dem nach ihm benannten Kartause gewidmet, dem Heiligen Marttin von Tours (San Martino). Die ursprüngliche Einrichtung stammt aus dem ersten Viertel des 17. Jahrhunderts durch Nicola Botti und Salvatore Ferraro mit dem zentralen Bild von Battistello Caracciolo Der Heilige Martin und Engel von 1625 und wurde zur Mitte des 18. Jahrhunderts durch Architekt Tagliacozzi Canale und Bildhauer Giuseppe Sanmartino modernisiert. Vom Sanmartino stammen die Skulpturen der kerzenständerhaltenden Putten, die Tapferkeit und die Karitas von 1757. Die Fresken sind ein Werk des Paolo Finoglio von 1631 (Lebensgeschichten des Heiligen Martin. Die Beisetzung des Heiligen, die Erscheinung des Heiligen vor Imperator Vanetinian), während die seitlichen Bilder Christus erscheint dem Heiligen Martin im Traum und Der Heilige Martin teilt seinen Mantel mit einem Armen von Francesco Solimena von 1732 sind.

Erleben Sie mit mir oder einem meiner qualifizierten Kollegen die Stadt Neapel bei einer Führung. Gerne können Museen, Kirchen oder andere Besonderheiten individiduell ins Programm eingefügt werden.

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