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Monumente der Stadt Neapel

Die Kartause von San Martino in Neapel

An einem panoramischen Hang und in schönster Lage des wohlhabenden Stadtviertels von Neapel Vomero befindet sich mit der Kartause von San Martino eines der bedeutendsten und schönsten monumentalen religiösen Komplexe der Stadt. Der Zugang ins ehemalige Kloster beinhaltet auch den Eintritt in das Nationalmuseum von San Martino. Die Kartause breitet sich auf etwa 28000 Quadratmetern aus und verteilt sich auf 4 Ebenen, wobei etwa eine Hälfte aus geschlossen Räumen und eine andere Hälfte aus Kreuzgangen, Höfen sowie zusätzlich 7 Herktarn Gärten besteht. Direkt neben der panoramischen Festung des Castel Sant’Elmo gelegen, kann eine Besichtigung der Kartause gut mit einem Spaziergang entlang der Einkaufsstrassen und den Jugendstilvillen des Stadtviertels Vomero kombiniert werden.

Der Ursprung

Die Kartause von San Martino wurde 19 Jahre nach der Kartause von Padula errichtet und ist damit die zweitälteste Kartause der Region Kampanien. Im Jahr 1325 lässt Karl von Anjou, Herzog von Kalabrien, durch den toskanischen Hofarchitekten Tino da Camaino auf dem Heiligen Erasmus gewidmeten Hügel für die Kartäusermönche die neue Kartause errichten. Nach seinem Tod wird das Bauwerk von seinem Assistenten Attanasio Primario beendet, der auch die Santa Chiara Kirche im historischen Zentrum errichten wird. Aus dieser ursprünglichen Bauphase der gothischen Architektur sind heute nur noch der unterirdische Bereich (der nur selten dem Publikum geöffnet wird) und einige katalanische Bögen im Refektorium erhalten geblieben. Auch wenn die Kartause bereits 1337 von 13 Mönchen bewohnt wurde, fiel die offizielle Einweihung erst unter Johanna von Anjou im Jahr 1368.

Das 16. Jahrhundert

Im 16. Jahrhundert wird die Kartause erneuert und dem Heiligen Martin von Tours gewidmet. Unter dem toskanischen Bauleiter Giovanni Antonio Dosio wird der Kreuzgang der Prokuratoren, die neuen Zellen um dem grossen Kreuzgang, die Kappellen der Kirche, der Chor, die Sakrestei, das Refektorium und die neuen Schatzkappelle errichtet. Aus dieser Zeit stammen auch die Dekorationen des damals bekannten Künstler Cavalier d’Arpino, seinem Bruder Bernardino, Belisario Corenzio, Giovanni Baglione, Lazzaro Tavarone, Andrea Lilli, Avanzino Nucci, Pietro Bernini, Michelangelo Naccherino und des Giovan Battista Caccini. Nach dem Tod des Dosio wird unter der Leitung von Giovanni Giacomo di Conforto noch die Zisterne des grossen Kreuzgangs eingerichtet.

Das 17. Jahrhundert

Unter der Direktion des aus Bergamo stammenden Architekten Cosimo Fanzago wird die Kartause von San Martino von 1623 bis 1656 ihren barocken Aspekt bekommen, der heute die Kartause charakterisiert. Unter ihm werden die Innenbereiche der Kirche, die Räumlichkeiten der Kirche und die Wohnung des Prior verändert. Ausserdem fügt Fanzago die Büsten über den Eingangen zu den Zellen, den Friedhof der Kartäuser und einige Skulpturen im grossen Kreuzgang der Kartause hinzu. Unter seiner Bauleitung werden bedeutende Künstler wie Massimo Stanzione, Luca Giordano, Jusepe de Ribera, Battistello Caracciolo, Paolo Finoglio, Guido Reni und Giovanni Lanfranco zur Arbeit an der Kartause gerufen.

Das 18. und 19. Jahrhundert

Unter Nicola Tagliacozzi Canale werden ab 1723 die letzten grossen Veränderungen an der Kartause von San Martino stattfinden. Die Dekorationen mit leicht orientalischen Einflüssen und die Fresken des Crescenzo Gamba und Domenico Antonio Vaccaro verändern die Wohnung des Priors. In der Kirche der Kartause arbeiten Francesco Solimena und Francesco de Mura an der Dekoration von zwei Kappellen. Während der parthenopeischen Revolution und der Regie der Franzosen werden die Kartäuser 1799 allerdings verjagt und der Orden unterdrückt und die Kartause zum Stützpunkt des französischen Militärs. Nach einer kurzen Rückkehr der Kartäuser wird die Kartause von 1812 bis 1831 Sitz der Kriegsinvaliden. Nach der Vereinigung Italiens wird die Kartause von San Martino schliesslich ins Nationalmuseum von San Martino umgewandelt

Der Piazzale mit der Faruenkirche und dem Panorama auf die Altstadt und den Vesuv
Der Piazzale San Martino mit der Frauenkirche

Weil die Klausur der Kartäusermönche den Einlass der Frauen in die Kartause verbat, wurde auf dem Vorplatz des Piazzale San Martino von Giovanni Antonio Dosio 1590 eine für die Frauen gewidmete Kirche errichtet, die Chiesa delle Donne. Auf dem Portal dieser Kirche ist ein Basrelief aus Stuck aus dem 18. Jahrhundert zu sehen, auf dem ein Der Heilige Bruno betet in der Wüste von Chartreuse zu sehen ist (bei Grenoble unweit der Alpen wurde in einem kargen und kaum besiedeltem Gebiet die erste Kartause errichtet und nach ihrem Gebiet Chartreuse genannt). Diese Kirche hatte auch einen Garten, in dem sich die Frauen ausruhen und erfrischen konnten. Rechts von der Frauenkirche befindet sich der Einlass zur Kartause von San Martino mit einer Kopie von einem Hochrelief (das Original befindet sich im Museum) mit dem Heiligen Martin von Tours teilt seinen Mantel mit einem Armen. Am Eingangsportal befinden sich ein Wappen der Anjou und die Darstellung des Heiligen Bruno von Köln, Gründer des Kartäuserordens. Heute ist der ehemalige Zugang der Ausgang des Museums von San Martino.

Der monumentale Kreuzgang mit Blick auf das Castel Sant’Elmo
Der monumentale Kreuzgang

Der heutige Zugang in zum Museum und der Kartause von San Martino befindet sich rechts vom ehemaligen Haupteingang. Nach dem Ticketbüro betritt man direkt den weiten monumentalen Kreuzgang, der von Giovanni Antonio Dosio und später Cosimo Fanzago umgesetzt wurde. Der Kreuzgang ermöglicht einen schönen Ausblick von unten auf die Struktur des nebenliegenden Castel Sant’Elmo. Nach rechts schauend kommt man in den Vorhalle der Kartause, nach links schauend zum kleinen Kreuzgang der Kartause, während gegenüber die Fassade der Kirche der Kartause zu bewundern ist, die wegen ihrer aufwendigen Einrichtung in einem gesonderten Artikel beschrieben wird.

Die Wappen der Stadtviertel im Prokuratorenkreuzgang
Der kleine Kreuzgang (Kreuzgang der Prokuratoren)

Dieser Kreuzgang wurde von Giovanni Antonio Dosio anstelle eines Gartens eingerichtet. Der Portikus und die Logen wurden aus Pipern und Marmor errichtet, an denen Wappen und Aufschriften der damaligen Stadtviertel aufgehängt wurden. In der Mitte des Kreuzgangs befindet sich ein Brunnen aus dem 17. Jahrhundert aus mit zwei Masken und zwei dorischen Säulen dekoriertem Pipern-Gestein von Felice de Felice. Die Dekoration des Fussbodens in Terracotta und dekorierten Maiolica-Fliesen stammt aus der Produktion des Giuseppe Massa des 18. Jahrhunderts.

Der Korridor des Cosimo Fanzago mit gotischen Architekturresten
Der Korridor des Fanzago

Der sogennante Korridor des Fanzago verbindet den kleinen Kreuzgang mit dem grossen Kreuzgang in einer L-förmigen Ausrichtung. Über diesen Korridor sind auch die Zugänge in das Refektorium, die Küche und im zweiten Teil den Wohnbereich der Priors zu erreichen. Die gothischen katalanischen Bögen aus dem 14. Jahrhundert haben sich hier erhalten können, da sie wahrscheinlich als Theke für die Lebensmittel aus der Küche verwendet wurden.

Das Refektorium der Kartause von San Martino von Neapel
Das Refektorium und die Küche

Das Refektorium der Kartause von San Martino wurde 1724 von Nicola Tagliacozzi Canale umgesetzt und diente den Mönchen für die wichtigen religiösen Veranstaltungen. Die Einrichtung und der Maiolica-Fussboden stammen ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert, so wie das Bild der Hochzeit zu Kana von Nicola Malinconico von 1724. Eine Tür führte (heute nicht zugänglich) direkt in den Chiostrino, einem sekundären kleinen Kreuzgang aus dem 16. Jahrhundert. Gegenüber des Zugangs zum Refektorium tritt man in die ehemalige Küche der Kartause, die aus verschiedenen Räumen, Kochstellen, Öfen, Lagerräumen und freien und geschlossenen Dienstzimmern bestand. Heute ist in den ehemaligen Räumen der Küche die Sektion der Krippen des Museums von San Martino ausgestellt, das in einem gesonderten Artikel beschrieben wird. Der Korridor führt in den grossen Kreuzgang der Kartause von San Martino.

Der elegante grosse Kreuzgang der Kartause
Der grosse Kreuzgang

Der grosse Kreuzgang ist ein imponentes Beispiel der neapolitanischen Kunst des 17. Jahrhunderts. Der Ursprung dieses Kreuzgangs stammt aus dem 14. Jahrhundert, wird aber unter Dosio komplett erneuert ohne das Projekt zu Ende bringen zu können. Die Arbeiten wurden von Giovanni Giacomo Conforto weitergeführt und schliesslich erst unter Cosimo Fanzago zum Abschluss gebracht. Der grosse Kreuzgang aus weissem Marmor und Piperngestein besteht aus vier mal 15 Arkaden, die sich auf 64 Säulen im dorisch-toskanischen Stil stützen. Die Säulen wurden zudem mit halben Lisenen ausgestattet. Der schöne Fussboden mit geometrischen Motiven aus schwarzem und weissem Marmor ist eine Idee des Cosimo Fanzago. Die Räume der Mönche blicketn auf den grossen Kreuzgang, während die kleinen Öffnung neben den Türen für die Lieferung der Speisen gedacht war.

Zwei der Büsten (Antelmo und Hugo) des Fanzago
Die Dekoration des grossen Kreuzgangs

Über den Türen liess Fanzago die Büsten von 7 Figuren einrichten: die Heiligen Hugo, Bruno, Antelmo von Belley, Kardinal Nicolò Albergati und der seelige Landuino stammen von Fanzago selbst, während die Heiligen Martin und Gennaro das Werk des Antonio Vaccaro sind. Die obere Etage wird von einer Brüstung begrenzt und ist mit Kugeln, Vasen und 8 Skulpturen aus weissem Carrara-Marmor dekoriert: die Jungfrau mit dem Kind, der auferstandene Christus sowie die heiligen Petrus, Paulus, Johannes dem Täufer, Martin, Bruno und Lucia. Die heilige Lucia war eine antike Skulptur aus dem 1. Jahrhundert nach Christus und wurde von Cosimo Fanzago stilistisch umgewandelt.

Der Friedhof der Kartause im grossen Kreuzgang
Der Innenhof und Friedhof des Kreuzgangs

Der zentrale oktagonale Brunnen in der Mitte des Innenhofs ist an eine grosse Zisterne gebunden, wurde vom Felice de Felice errichtet und mit grossen Masken und symbolischen Figuren dekoriert. Die dorischen Säulen stützen den Schmuck der drei kleinen Obelisken aus rosafarbenem Marmor des Gargano. Unter den Pflanzen des Kreuzgangs befinden sich noch einige Exemplare der japanischen Kamälien aus dem 18. Jahrhundert. Hinter einer Brüstung, auf der einige Knochen und Schädel aus Marmor liegen, ist der Friedhof der Kartäuser zu erkennen. Das Kreuz innerhalb des Friedhofs stammt aus der Zeit der Anjou und wurde dem 1363 verstorbenen Prior don Pedro de Villa Mayna gewidmet. Auf den Wänden ist auch eine mechanische Uhr mit italischer Zeitmessung (unter dem Kirchturm) und eine vertikale Sonnenuhr, die den Mönchen sowohl das Datum (rote Linien) als die Stunden (blaue Linien) anzeigte. Von hier aus kann man die Kirchräume der Kartause von San Martino betreten, die in einem gesonderten Artikel beschrieben werden. Ausserdem kann man über den Kreuzgang der Prokuratoren an den Zugängen zu den Räumlichkeiten des Nationalmuseums von San Martino die Apotheke und die Gärten der Kartause von San Martino erreichen.

Die Apotheke

Die Apotheke der Kartause von San Martino wurde 1699 sowohl für die Klostergemeinde als auch für externe Besucher eröffnet. Die Apotheke wird normalerweise als Ausstellungsfenster verwendet, in dem restaurierende Objekte oder Modelle ausgestellt werden und ist für Besucher nicht zugänglich. Das Fresko an der Decke der Apothere stammt von Paolo de Matteis von 1699 und zeigt den Heiligen Bruno der sich bei der Jungfrau für die kranke Menschheit einsetzt.

Der Garten der Kartause mit weiter Aussicht auf das Meer und die Stadt
Die Gärten der Kartause

Über den Vorhof der Kutschen können die Gärten der Kartause von San Martino erreicht werden. Der ganze 7 Hektar grosse Garten ist für Spaziergänge ideal und bietet eine weite Aussicht auf den Golf von Neapel und viele Monumente der Stadt Neapel. Die Gärten sind auf drei Ebenen strukturiert, wobei der oberste Teil aus dem Kräutergarten der Apotheke bestand, der mittlere Teil der Garten des Priors und der unterste Teil der grosse Weingarten der Mönche war. Die Kartause war lange Zeit in der Stadt für die Produktion der Hilfsmittel der Apotheke, für hervorragendes Brot aber auch den produzierten Wein bekannt. Eine Besonderheit ist die sogenannte Scala a calicò (Calicò-Treppe) des Cosimo Fanzago, die den Wohnbereich des Priors mit der mittleren Ebene des Gartens verbund. Sie besteht aus einer doppelten Rampe, die sich trennt und verbindet um den Eindruck einer Spirale zu vermitteln.

Informationen zur Kartause von San Martino von Neapel

Öffnungszeiten: Von Donnerstag bis Dienstag (Mittwochs geschlossen) von 8.30/19.30, Sonntags und Feiertags bis 17 Uhr. Einige Bereiche der Kartause können nur zu den an der Kasse ausgeschilderten Uhrzeiten besichtigt werden. Ständig geoffnet sind die Kreuzgänge, die Gärten, der Krippenbereich und der Bootsbereich (bis 14 Uhr) des Museums, die Räume des Priors und der Vorhof der Kutschen.

Eintrittspreise: 6€ Erwachsene; 2€ 18-24 jährige EU-Bürger; unter 18 Eintritt frei

Erleben Sie mit mir oder einem meiner qualifizierten Kollegen die Stadt Neapel bei einer Führung. Gerne können Museen, Kirchen oder andere Besonderheiten individiduell ins Programm eingefügt werden.

Weitere Informationen zu den Monumenten der Stadt Neapel finden Sie auch in der Kategorie in meinem Blog.

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Infos und Nützliches

Alternative Mobilität: E-Roller und Bikes in Neapel mieten

Ab dem 8. September 2020 bietet das Unternehmen Helbiz an verschiedenen Punkten E-Roller in Neapel an um sich einfacher durch das Zentrum der Stadt bewegen zu können. Die Initiative startet mit 900 E-Rollern, die für die Vetragsdauer von 2 Jahren an den strategischen Punkten Piazza Plebiscito, spanische Viertel, Chiaia, Mergellina, Pallonetto Santa Lucia und dem Borgo Orefici aufgestellt werden. Die alternativen Verkehrsmittel können gratis abgestellt werden und auf den Fahrradwegen auf einem Areal von etwa 3 Quadratkilometern verwendet werden. Das Angebot soll bald auch auf weitere Stadtviertel von Neapel erweitert werden.

Die Einweihung im Ratshaus am 8.9.2020
Die Kosten

Die Konditionen und die Preise sind die selben, die auch in den anderen italienischen Städten angewandt werden. Die App von Helbiz kann über das Smartphone ausgewählt werden, auf dem die am nächsten stehenden E-Roller angezeigt werden. Durch das einscannen auf des QR-Codes an dem Lenker wird der E-Roller freigeschaltet. Die Kosten betragen 1€ für das freischalten und 0,20€ für jede Minute der Verwendung. Es besteht zudem die Möglichkeit einen monatlichen flattarif (Helbiz Unlimited) von 30€ auszuwählen, bei der man so oft man will den E-Roller in Neapel über 30 Minuten verwenden darf (mit einer Pause von mindestens 20 Minuten zwischen den Verwendungen). Weitere Informationen auf helbiz.com. Seit dem Winter 2020 sind auch die E-Roller des Konkurrenten Reby zu fairen Preisen aktiv: Ein Wochenabo koster nur 13€, ein gesamter Monat 25€. Die App von Reby kann auf dem Smartphone runtergeladen werden.

E-Bikes in Neapel mieten

Seit dem Herbst 2021 werden in Neapel auch E-Bikes von den internationalen Unternehmen Q8 mit eMoby und Lime angeboten. Die Preise variieren jeweils nach Abo oder Einzelnutzung und die Apps bieten wie andernorts auch eine Mappe wo freie Bikes in der Stadt stehen. Bei einem Aufenthalt von mehreren Tagen und der Absicht die Bikes oft zu verwenden, sollte ein Wochenabo eines Anbieters schon lohnenswert sein.

Weitere Infos und Nützliches für ihren Aufenthalt in Kampanien finden Sie auch auf meinem Blog.

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Events, Ausstellungen und News

Ausstellung über Vincenzo Gemito im Museum Capodimonte von Neapel bis zum 15.11.20

Die Ausstellung über Vincenzo Gemito im Museum Capodimonte von Neapel wurde vom französischen Direktor von Capodimonte Sylvain Bellenger und dem Direktor des Petit Palais von Paris Christophe Leribault organisiert und ist vom 10.9 bis zum 15.11.2020 zu besichtigen. Die Ausstellung unter den Kuratoren Jean-Loup Champion, Maria Tamajo Contarini und Carmine Romano hatte bereits letzten Winter in Paris grossen Erfolg und wurde wegen der Corona-Pandemie vom letzten März auf diesen Herbst verschoben.

Der Hirte der Abruzzen von Vincenzo Gemito
Der Künstler

Der Künstler Vincenzo Gemito ist bei seiner Darstellung der Kunst schwer von seiner Heimatstadt Neapel trennbar. Die Räume 20, 21 und 22 wurden daher konzeptionell ähnlich wie sein Sitz im Stadtviertel Vomero eingerichtet um seine persönliche Umgebung wieder herzustellen und bei der sein Kunstwerk eine dekorative Leichtigkeit erreichen kann. Vincenzo Gemito blieb während seiner Künstlerkarriere, trotz seinem langen Aufenthalt in Paris und seiner Gallerie im bürgerlichen Stadtviertel Vomero, in seiner Seele immer ein neapolitanischer Scugnizzo (Bursche). Eine Einführung in seine Lebensgeschichte und zu seinen Werken ist in diesem schönen Video vom Kurator Carmine Romano zu sehen.

Die Ausstellung

Die Ausstellung über Vincenzo Gemito im Museum Capodimonte ist in neun Bereiche aufgeteilt, die einer chronologischen Logik folgen und sich mit weiteren Künstlern seiner Zeit auseinandersetzen. Zwei Sektionen sind dabei seiner beiden Liebesgeschichten gewidmet, der französin Mathilde Duffaud und der neapolitanerin Anna Cutola (Nannina), mit der er auch seine Tochter Giuseppina bekam.

Gemito, Portrait seiner Frau Anna
Die ausgestellten Werke

Unter den ausgestellten Hauptwerken befinden sich unter anderem der wunderbare Silbermedaillon mit dem Kopf der Medusa vom Getty Museum in Los Angeles, die berühmten Spieler sowie der neapolitanische Fischer. Weitere Skulpturen sind der Mädchenkopf, der Kränkelnde, der kleine Fischer, der Wasserverkäufer, der Hirte aus den Abruzzen, der Harpunenwerfer, die Büsten seiner Frau Anna und die des Giuseppe Verdi. Unter den Zeichnungen ist unter anderem die Zigeunerin zu sehen. Die Werke kommen grösstenteils aus den neapolitanischen Museen und privaten Kollektionen, aber auch vom Orsay aus Paris, dem Philadelphia Museum of Art, dem Getty Museum und dem GAM und GNAM aus Rom. Insgesamt sind etwa 150 Werke bei der Ausstellung über Vincenzo Gemito im Museum Capodimonte zu sehen.

Der Kopf der Medusa von Gemito aus Silber. Leihgabe des Getty Museums von Los Angeles
Die Coppaflora

Die sogenannte Coppaflora, oder auch Heiratspokal Flora genannt, ist ein beeindruckendes Werk der Goldschmiedekunst des Vincenzo Gemito und ist eine Besonderheit der Ausstellung über Vincenzo Gemito im Museum Capodimonte von Neapel. Die dekorierte Pokal wird Dank dem nationalen Dekret Art Bonus und der Hilfe von fünf neapolitanischen Firmen, Epm, G&G, Graded, Gruppo Industriale Tecno und Protom, aufgekauft und nach der Sonderausstellung über Vincenzo Gemito Teil der Festausstellung des Capodimonte Museums. Die Coppaflora zeigt wie vielfältig das Talent des Vincenzo Gemitos war, der neben seiner Skulpturkunst auch als Goldschmied aktiv war.

Die Coppaflora, Neuerwerb der festen Ausstellung im Capodimonte von Neapel

Informationen über die Ausstellung über Vincenzo Gemito im Museum Capodimonte

  • Wann und Wo? Vom 10. September 2020 bis zum 15. November 2020 in der Kunstgallerie Capodimonte in der Via Capodimonte
  • Öffnungszeiten: Do-Di von 8.30-19.30 Uhr, letzter Einlass um 18.30 Uhr. Mittwochs geschlossen.
  • Kuratorin: Sylvain Bellenger in Zusammenarbeit mit Direktor des Petit Palais von Paris Christophe Leribault. Kuratoren: Jean-Loup Champion, Maria Tamajo Contarini und Carmine Romano.
  • Kosten: 12€ inklusive Eintritt der festen Ausstellung; Reduziert 8€, Gratis für Minderjährige.
  • Informationen: Tel: 00390817499130

Weitere Infos über Events, Ausstellungen und News in Neapel und Kampanien findet ihr in meinem Blog.