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Monumente der Stadt Neapel

Die Sant’Angelo a Nilo Kirche in Neapel

Die Sant’Angelo a Nilo Kirche wird auch Brancaccio Kapelle genannt, da sie als Kapelle für eine der bedeutendsten Adelsfamilien der Heschichte der Stadt Neapel errichtet wurde. Die Kapelle konserviert eines der beiden Werke des Donatello in Neapel und wird trotz der zentralen Lage an der Piazza San Domenico wegen der unscheinbaren Fassade von den meisten Besuchern Neapels übersprungen. Die Familie Brancaccio sind unter anderem Gründer der ersten öffentlichen Bibliothek von Neapel von 1690 (heute die Biblioteca Nazionale von Neapel). Die Errichtung der Kapelle wurde 1385 von Kardinal Rinaldo Brancaccio, einer der vertrauten Berater des Papstes Martin V, direkt neben dem von ihm restaurierten Krankenhaus der Poveri di Sant’Andrea und seinem Adelspalast in Auftrag gegeben. Die Kirche hatte eigentlich ein spätgothische Erscheinung und wurde nach einer Erweiterung im Jahr 1535 ab 1709 von Arcangelo Guglielmelli in ihr aktuelles barockes Gewand verwandelt.


Die Hauptfassade

Die Hauptfassade der Sant’Angelo a Nilo Kirche an der Via Mezzocannone ist heute nicht mehr der Eingang zur Kirche, dieser befindet sich nun an der Hauptstrasse Via San Biagio dei Librai (Spaccanapoli). An der grau-rot gestrichenen Fassade sind fiktive Säulen mit korinthischen Kapitellen sowie ein Kirchturm zu erkennen. Die eigentliche Hauptfassade besteht aus einem katalanisch-gothischen Portal mit einem Architrav mit Engeln und Heiligen und einem Fresko auf Gold in der Lünette mit der Jungfrau und den Heiligen Michel und Baculo die den Kardinal Brancaccio präsentieren des Perinetto aus Benevent aus dem 15. Jahrhundert (der Heilige Baculo entstammt der Brancaccio Familie und war Bischof von Sorrent). Die geschnitzte Holztür aus dem 16. Jahrhundert zeigt die Heiligen Petrus, Lorenz, Antonius, Paulus, Johannes und Domenikus.

Die Holzschnitzereien des ehemaligen Zugangs zur Kappelle

Die Nebenfassade

Die Nebenfassade befindet sich an der Ecke zur Piazza San Domenico und wird heute als Eingang zur Kirche genutzt. Die ursprünglich in der Lünette stehende Skulptur des Erzengels Michels ist heute im Museo dell’Opera von San Lorenzo ausgestellt. Auf der geschnitzten Holztür sind der Erzengel Gabriel, Johannes der Täufer, Giovanno della Croce, die Mariä Verkündigung, der Heilige Michel und die Heilige Agnes dargestellt. Neben diesem Eingang sind zwei Nischen sind zwei weibliche Skulpturen des Bartolomeo Granucci aus der Brancaccio Familie dargestellt, die Heilige Candida Seniore (eine zum Christentum konvertierte Jüdin, die eine Heilung des Heiligen Petrus erhielt und dessen Reliquien sich in dieser Kirche befinden und die Heilige Candida Iuniore (eine Verwandte aus dem 6. Jahrhundert, die fälschlicherweise für eine Heilige gehalten wurde).

Der heutige Eingansgereich an der Piazzetta Nilo

Der Innenbereich

Die Struktur der Sant’Angelo a Nilo Kirche besteht aus einem Hauptschiff ohne Querschiff und an den Seitenwänden sind Stuckarbeiten mit dem Emblemen und Büsten der verschiedenen Kardinale der Brancaccio Familie angebracht, die von Architekt Guglielmelli gezeichnet und Bartolomeo Granucci umgesetzt wurden. Die einzigen beiden Kapellen der Kirche befinden sich auf der rechten Seite des Hauptschiffs, wie auch der Zugang zur Sakrestei von der der Adelspalast der Brancaccio erreicht werden konnte.

Das Hauptschiff der Sant’Angelo a Nilo Kirche mit Blick auf den Hauptaltar

Die Kapelle der Candida Iuniore

Vom Haupteingang aus kommend befindet sich hinter einem Eisen- und Messinggitter des Giovan Battista Nauclerio aus dem 18. Jahrhundert die Kapelle der Heiligen Candida Iuniore mit den Reliquien der Maria Terasa Candida Brancaccio, angebliche Verwandte aus dem 6. Jahrhundert des Kardinals Rinaldo Brancaccio. Auf der Altar ist eine Tafel mit der Vision der Heiligen Candida des wahrscheinlich ersten neapolitanischen Caravaggio-Folgers Carlo Sellitto angebracht worden. Auf der rechten Seite der Kapelle ist das Grabmahl des Luigi Stuart aus dem 19. Jahrhundert, dem Sohn des Herzogs von Alba und Berwick Carlos Miguel Fitzjames Stuart zu erkennen. Von dieser Kapelle aus konnte wie vorher erwähnt die Sakrestei und der Adelspalast der Familie Brancaccio erreicht werden.

Die Kappelle der Candida Iuniore

Die Kapelle des Rinaldo Brancaccio

Rechts vom Hauptaltar befindet sich das Hauptwerk der Sant’Angelo a Nilo Kirche, das goldfarbige und bunte Grabmahl aus Marmor des Kardinals Rinaldo Brancaccio von Donatello, Michelozzo Michelozzi und weiteren Helfern, unter ihnen Pagno di Lapo Portigiani. Das Werk wurde zwischen 1426 und 1428 in Pisa gefertigt und von dort über das Meer nach Neapel geschifft. Der Auftraggeber an Donatello dieses Monuments war Cosimo dei Medici und das Grabmahl zeigt auf beeindruckende Weise den Übergang von der Gothik in die Renaissace. Es ist bis heute unbekannt wie die Arbeit unter den Künstlern für dieses in Neapel stehende Meisterwerk der toskanischen Renaissance aufgeteilt wurde. Wahrscheinlich stammt die Struktur des Werks mit den Schleierhaltenden Engeln und der Mutter Gottes mit dem Christkind und zwei Heiligen von Michelozzo, während von Donatello sicher das Werk der Mariä Himmelfahrt und wahrscheinlich der Kopf und die Hände des Verstorbenen und der Kopf der zentralen Karyatide gefertigt wurden. Auf der linken Seite der Kapelle ist noch das Grabmahl des Pietro Brancaccio aus dem 15. Jahrhundert vom Mailänder Künstler Jacopo della Pila zu sehen.

Donatello, Michelozzo und Helfer sind die Autoren dieses Grabmahls

Das Grabmahl des Rinaldo Brancaccio

Das Grabmahl war ursprünglich im Hauptschiff angebracht um die Farben und das Basrelief mit mehr Licht bestrahlen zu können. Es basiert auf einer toskanischen Renaissancestruktur mit einem Baldachin und zwei Säulen mit Kapitellen, die wiederum einen dekorierten Bogen stützen. Unter einem von Engeln gehaltenem verkürzten Schleier wurden eine Madonna mit dem Christkind und dem Heiligen Michel und Johannes dem Täufer gemeisselt und eine Erinnerungstafel an den Kardinal angebracht. Die Vorderseite des Grabes, auf dem sich die liegende Figur des verstorbenen Kardinals Rinaldo Brancaccio befindet, wurde mit dem Basrelief der Mariä Himmelfahrt mit der Stiacciato-Technik (ein sehr tiefes Relief um in der Perspektive die Volumen der Körper zu reduzieren und der Arbeit einen malerischen Eindruck zu verschaffen) des Donatello dekoriert. Auf den beiden Seiten des Reliefs wurden ausserdem die Kardinalswappen des Rinaldo Brancaccio angebracht. Die Truhe wird durch drei Karyatiden gehalten, die die drei teologischen Tugenden darstellen. Auf dem oberen Teil des Monuments führt eine Mischlinie bis zur Spitze, auf der die Darstellung des Ewigen Vaters neben jeweils zwei goldenen Muscheln und musizierenden Engeln zu erkennen sind.

Die Stacciato Technik des Donatello bei seiner Interpretation der Mariae Himmelfahrt

Der Hauptaltar

Der Hauptaltar ist ein Meisterwerk der neapolitanischen Holzschnitzkunst des späten 17. Jahrhunderts und ist Werk des Architketen und Künstlers Arcangelo Guglielmelli. Die Tafel des Erzengel Michels im Stil des Manierismus von 1573 stammt von Marco Pino aus Siena. Neben dem Hauptaltar ist das barocke Grabmahl der Kardinale Francesco Maria und Stefano Brancaccio von Bartolomeo Ghetti von 1648, bei dem zwei Löwen die Grabtruhe stützen. Auf dem Grabmal selbst sind die erreichten militärischen, letterarischen und kirchlichen Lebensziele der beiden Kardinale dargestellt: Die Darstellung der Geschichte und des Ruhms schreiben eine Lobschrift auf die beiden Verstorbenen, auf der rechten Seite ist der Tod und auf der Spitze des Monuments die beiden Verstorbenen und das Familienwappen angebracht worden.

Der Erzengel Michel von Marco Pino aus Siena dekoriert den Hauptaltar

Weitere Kunstwerke der Kirche

Auf dem linken Kirchenschiff befindet sich die Kopie der Pietas des Jusepe de Ribera, dessen Original in der Schatzkammer der Kartause von San Martino zu sehen ist. In der Gegenfassade ist eine schön dekorierte und aus Holz geschnitzte Sängerkanzel mit einer barocken Orgel aus dem 18. Jahrhundert angebracht worden. Im oberen Bereich der Gegenfassade, leicht hinter einem Tuch versteckt, sind vier runde Bilder mit Engeln von Giovan Battista Lama zu erkennen.

Das barocke Grabmahl von Bartolomeo Ghetti
Informationen zur Sant’Angelo a Nilo Kirche
  • Wo? Piazzetta Nilo direkt neben der Piazza San Domenico
  • Wann? Jeden Tag von 10-12 und von 14-16 Uhr

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Die Innenräume der Sant’Anna dei Lombardi Kirche von Neapel

Die Innenräume der Sant’Anna dei Lombardi Kirche bieten mit dem Oratorium des Santo Sepolcro, dem Refektorium und der Tolosa Kapelle einige der bedeutendsten sakralen Innenräume die in der Stadt Neapel zu besichtigen sind. Rechts vom Altar der Sant’Anna dei Lombardi Kirche und hinter der Orefice Kapelle kann man das Oratorium betreten, das aus drei Räumlichkeiten besteht. Die Beweinung Christi des Guido Mazzoni und die Fresken des Giorgio Vasari in der alten Sakrestei gelten als artistische Meisterwerke ihrer Zeit.

Die Beweinung Christi von Guido Mazzoni im Oratorium, hier im Detail
Ein Ausschnitt aus der Dekoration der alten Sakrestei des Vasari: die Hoffnung

Die Fiodo und di Noja Kapelle

In der Fiodo Kapelle ist auf der linken Seite das vom Mailänder Renaissance Künstler Giovan Tommaso Malvito gefertigte Momument des Grafen Antonio d’Alessandro und seiner adligen Ehefrau Maddalena Riccio konserviert. Neben der Darstellung des Verstorbenen auf einem Tondo ist auch eine Sedilie mit einem Wappen und zwei Lilientoepfen zu sehen, die auf den bis 1530 aktiven Giara-Orden hinweisen. Auf der rechten Seite der Kapelle befindet sich das Grabmahl des Antonio Fiodo der Künstler Francesco da Sangallo und Bernardino del Moro. Die di Noja Kapelle ist mit Fresken des spanischen Malers Pedro Rubiales mit den Motiven des Jonas und dem Wal und Esau der sein Erstgeburtsrecht an seinen Bruder Jakob verkauft dekoriert.

Jonas und der Wahl des Spaniers Rubiales

Die Santo Sepolcro Kapelle

Im Zentrum dieser Kappelle ist das berühmte Werk der Beweinung des verstorbenen Christus aus Terracotta von “Il Paganino” Guido Mazzoni eingerichtet, das von Eleonora von Aragon, Schwester des Königs Alfons II., in Auftrag gegeben wurde. Die Skulpturgruppe war ursprünglich bunt dekoriert und besteht aus einem liegenden Christus und sieben weiteren Skulpturen mit natürlichen Ausmassen: Josef von Arimathia (mit dem Gesicht des Alfons von Aragon, Herzog von Kalabrien), Nikodemus (mit dem Gesicht des Königs Ferrante oder des Humanisten Giovanni Pontano), der Mutter Gottes, dem Heiligen Johannes, der Magdalena, Maria Kleophae und der Maria Salomè. In dieser Kapelle befand sich auch die Büste des Königs Ferrante von Aragon des Guido Mazzoni, die heute im Museum von Capodimonte ausgestellt ist. Auf der rechten Seite der Kapelle ist auch ein Begräbnis Christi vom neapolitanischen Künstler Girolamo d’Auria und das Bild des Kalvarienbergs des Giuseppe Mastroleo über dem Hauptaltar zu sehen.

Die Beweinung Christi von Guida Mazzoni und im Hintergrund der Kalvarienberg des Mastroleo

Die de‘ Sangro Kapelle

Wenn der Besucher nun links von der Santo Sepolcro Kapelle einem kleinen Korridor folgt betritt er die de‘ Sangro Kapelle mit einer Mariae Himmelfahrt des Fabrizio Santafede aus dem 16. Jahrhundert. Links vom Altar ist auch ein wahrscheinlich vom Vasari oder seiner Schule gemalter olivetanischer Mönch zu erkennen, der sich mit einer Brille in der Hand aus dem Fenster lehnt. Eine Besonderheit dieser Kapelle ist auch der gut erhaltene Maiolika-Fussboden.

Die Innenräume der Sant’Anna dei Lombardi Kirche, hier mit Maiolica Fussboden

Die alte Sakrestei

Von hier aus kann die alte Sakrestei betreten werden, die ursprünglich das Refektorium der oliventanischen Mönche war und sicher einer der bekanntesten Innenräume der Sant’Anna dei Lombardi Kirche darstellt. Als der olivetanische Orden im Jahr 1848 ersetzt wurde, wird dieser Bereich zum Oratorium der Bruderschaft der Sant’Anna dei Lombardi umgewandelt. Die Decke wurde durch Giorgio Vasari mit einem allegorischen Freskenzyklus auf drei unterteilten Bereichen zu den Themen Glaube, Religion und Ewigkeit dekoriert. Jeder Quadrant wird zudem mit oktagonalen, ovalen oder rektagoahlen Rahmen unterteilt, auf denen die Themen der Tugenden dargestellt werden. Die Darstellung der Grotesken wurden von den Mitarbeitern des Vasari Raffaelino del Colle und Stefano Veltroni realisiert. Giorgio Vasari soll darauf bestanden haben, das die gesamte Grundfläche erst weiss bemalt werden soll um dem mangelnden Licht entgegenzuwirken. Unter den Gewölben sind die Jahresdaten der Realisierung der Freskendekoration zu lesen.

Die mit Fresken des Giorgio Vasari dekorierte Decke der alten Sakrestei

Der Holzchor der alten Sakrestei

Der in den Jahren 1505 und 1506 gefertigte Holzchor befand sich ursprünglich in der Tolosa Kapelle und wurde erst 1688 in der alte Sakrestei angebracht (die damals noch ein Refektorium war). Die Holzintarsien des Chors wurden somit der Holzstruktur hinzugefügt, die bereits 1588 aus der damaligen Sakrestei in diesen Raum umgezogen sind. Die 12 grossen Holzplatten stammen damit ursprünglich aus der alten Sakrestei und die 18 kleineren aus der Tolosa Kapelle. Die ausgeschnitzten und mit Intarsien besetzten Holzplatten sind das Werk des Fra Giovanni da Verona. In fiktiven offen Schränken werden Objekte, Stillleben, Instrumente der Astronomie und der Musik, sakrale Einrichtungsgegenstände und Aussichten vom Castel Nuovo und der Kartause von San Martino in Neapel dargestellt. In den Nischen des Chors wurden Holzskulpturen von oluvetanischen Mönchen und Nonnen eingesetzt.

Der Holzchor ist mit feinen Intarsien des Fra Giovanni da Veroni geschmückt

Die Dekorationen der alten Sakrestei

Bei der Umwandlung des Refektoriums in eine Sakrestei im 17. Jahrhundert wurde auch der Altar aus verschiedenen Marmorsorten mit Cherubinen aus weissen Marmor eingesetzt. Die Altarbild zeigt den Heiligen Carlo Borromeo beim Beten von Girolamo d’Arena. Über dem Eingangsbereich ist eine Anbetung der Könige aus der Werkstätte des Alessandro Allori zu erkennen. An der selbigen Wand sind neben der Tür zwei Lünetten mit zwei Waschbecken aus Marmor und zwei Nischen mit einem Muschelgewölbe und zwei Skulpuren der Erzengel. An der Gegenfassade und der Altarwand hingen ursprünglich zwei Triptychen mit dem Fall der Mana (heute im Diocesano Museum von Neapel) und die Lünetten mit dem Abendmahl beim Farisär (heute im Capodimonte Museum) des Giorgio Vasari.

Die Tolosa Kapelle

Auf der Seite des linken Kirschenschiffs gegenüber der Santa Sepolcro Kapelle befindet sich mit der Tolosa Kapelle eine weitere besondere Kapelle, die in den Jahren 1492-1495 für den spanischen Geschäftsmann Paolo Tolosa errichtet wurde. Von hier aus wurde ein Teil der Holzintarsien für den Chor in die alte Sakrestei gebracht, daher erscheint die Kapelle heute karg. Die Kapelle im Stil der florentinischen Renaissance Architektur wird Giuliano da Majano zugeschrieben und basiert auf den Modellen des Brunelleschi für die alten Sakrestei der Basilika von San Lorenzo und der Pazzi Kapelle der Basilika von Santa Croce in Florenz. Der Hauptbereich der Kapelle wird durch eine Schirmkuppel bedeckt. In den Pendentifs der Kuppel wurden vier Tondi mit den vier Evangelisten in beglaster Terracotta von Andrea della Robbia angebracht. Die Fresken an den Wänden, unter anderem mit der Darstellung des Königs Alfons von Aragon, wurden von Cristoforo Sacco gemalt. Im kleinen Seitenraum der Kapelle ist ausserdem ein Triptychon mit der Madonna mit Kind zwischen den Heiligen Antonius und Hieronymus des Reginaldo Piramo da Monopoli zu sehen. Am Altar dieser Kapelle war ursprünglich die Mariae Himmelfahrt des Pinturicchio angebracht, das heute in der Bildergallerie von Capodimonte ausgestellt ist.

Die Schirmkuppel der Tolosa Kappelle mit den vier Tondi des Andrea della Robbia

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Die Sant’Anna dei Lombardi Kirche in Neapel

An der Piazza Monteoliveto am Zugang zur Altstadt von Neapel an der Via Toledo befindet sich mit der Sant’Anna dei Lombardi Kirche eine der schönsten Renaissance Kirchen im toskanischen Stil des Süden Italiens. Die Kirche hiess ursprünglich Santa Maria di Monteoliveto und war Teil eines grossen religiösen Komplexes mit olivetanischen Mönchen. Im ehemaligen Monteoliveto Kloster, heute die Kaserme Pastrengo der Carabinieri, schrieb Torquato Tasse Teile seines Buches “Das befreite Jerusalem”. Wegen der künstlerischen Komplexität werden die inneren Kirchräume der Sant’Anna dei Lombardi Kirche in einem gesonderten Artikel beschrieben.

Der Bau des Komplexes

Die Kirche wurde 1411 ausserhalb der damaligen Stadt errichtet und entwickelte sich zu der bevorzugten Kirche der Aragonesen, die sie schliesslich 1499 in die neuen Stadtmauern einschliessen. Die Gründung von diesem Ordenskomplex, eine Filiale der toskanischen Abtei von Monteoliveto Maggiore, ist dem Adelsmann des Sedile di Porto und Pronotar des Königs Ladislao von Duraz, Gurello Origlia zu verdanken. Neben der Kirche bestand der religiöse Komplex von Monteoliveto aus 4 Kreuzgängen, Gärten, einer Bibliothek und einem Gasthof für die Besucher.

Das Hauptschiff der Kirche

Die Unterdrueckung des Ordens und die Umbenennung der Kirche

Im 17. Jahrhundert wurde die Kirche teilweise im barocken Stil durch Gaetano Sacco erneuert. Die Geschichte der olivetanischen Mönche endet im Jahr 1799 mit einer Unterdrückung nach der missglückten parthenopeischen Republik, bei dem der Orden auf der Seite der Revolutionäre stand. Die bourbonischen Könige verwendeten die Räumlichkeiten als königliche Verwaltungsbüros. Unweit der Kirche errichteten die lombardischen Einwanderer unter Architekt Domenico Fontana in Neapel eine Kirche mit dem Namen Arciconfraternità dei Lombardi, die aber 1798 schwere Schäden erlitt. Nachdem die ehemalige Monteoliveto Kirche nun im staatlichen Besitz war, gab König Ferdinand IV die Rämlichkeiten dem lombardischen Orden, die die Kirche in Sant’Anna dei Lombardi umbenannten (die Heilige Anna der Lombarden). Leider richtete ein schweres Erdbeben im Jahr 1805 erhebliche Schäden an, unter anderem sind die drei Bilder Der Heilige Franziskus erhält die Stigmata, der Heilige franziskus in Meditation und eine Wiederauferstehung vom ersten Aufenthalt des Caravaggio in Neapel dabei zerstört worden. Die Sant’Anna dei Lombardi Kirche erlitt weitere Schäden durch Bombardierungen der Allierten, bei dem die Kassettendecke sowie der gothische Eingangsbereich beschädigt und nach dem Krieg wieder restauriert wurden.

Der Eingangsbereich

Im Atrium der Kirche ist auf der rechten Seite das Grabmahl des Architekten des Königspalastes Palazzo Reale und unter anderem dem Neptunbrunnen (an der heutigen Piazza Municipio zu sehen) Domenica Fontana zu erkennen, das sich ursprünglich in der zerstörten lombardischen Kirche befand und dem Architekten zur Ehre hierher gebracht wurde. Die fein dekorierte Holztür ist eine Kopie von der Originaltür von 1955.

Die Struktur der Sant’Anna dei Lombardi Kirche an der Piazza Monteoliveto

Die Struktur der Kirche

Die Sant’Anna dei Lombardi Kirche besteht aus einem Hauptschiff mit einer Kopie einer Kassettendecke aus der barocken Epoche. Zwischen den Bögen die in die Kappellen führen sind mit Stuck versehene Lesenen zu erkennen. Zehn Bilder mit der Darstellung des Lebens des Heiligen Bernardo Tolomei und den Anfängen des Oliveto Ordens von Gabriele de Sabato schmücken die Bereiche zwischen den Fenstern des Hauptschiffs. An den Seiten des Hauptschiffs befinden sich jeweils fünf Kappellen und zwei weitere Kappellen auf der Höhe der Absis, die in die weiteren Räumlichkeiten der Kirche wie dem Oratorium und der alten und neuen Sakrestei führen.

Das rechte Kirchenschiff

Die erste Kapelle

Die Mastrogiudice Kapelle war ursprünglich im Besitz einer der wohlhabendsten Familie der Zeit, der Familie Correale, und wurde von der Mastrogiudice Familie übernommen. Diese beeindruckende Kapelle besteht aus zwei Bereichen: im Mastrogiucide Bereich befinden sich das Grabmonument der Familie Mastrogiudice von Girolamo d’Auria und das Grabmahl des Matteo Mastrogiudice (auf der rechten Seite). Im Correale di Terranova Bereich ist die Bildhauerkunst des florentiners Benedetto da Maiano im Hochrelief mit dem Heiligen Apostel Joahnnes und Johannes dem Täufer zu bewundern. In der Predella ist auch das Basrelief des Benedetto da Maiano mit Episoden aus dem Leben des Christus und der Jungfrau zu sehen. Die runden Medaillons mit den Büsten der Heiligen Katherina und der Heiligen Agnese sowie die Dekoration durch Girlanden und Cherubim stammen ebenfalls aus der Hand des Benedetto da Maiano. Auf der rechten Seite der Kapelle steht das Grabmahl des Marino Correale, Graf von Terranova.

Die florentinische Renaissance Kunst des Benedetto da Majano
Die zweite Kapelle

Die zweite Kapelle des rechten Kirchenschiffs der Sant’Anna dei Lombardi Kirche ist die Kapelle Corcione und der Heiligen Francesca Romana gewidmet, die zusammen mit der Madonna mit Kind auf dem Hauptaltarbild des Giovanni Battista Lama abgebildet ist. Die Bilder auf den Seitenwänden stammen von Vincenzo Fato und zeigen auf der linken Seite die Versuchungen der Heiligen Francesca Romana und auf der rechten Seite Francesca Romana mit den Söhnen von König Alfons II. Die Fresken an der Decke mit den Lebensgeschichten und der Glorie der Heiligen stammen von Giuseppe Simonelli.

Der barocke Altar der Corcione Kapelle
Die dritte Kapelle

Die Kapelle Nauclerio ist dem Heilien Antonius aus Padua gewidmet und zeigt schöne Fresken des Nicola Malinconico über den Heiligen Antonius. Das Basrelief mit dem Heiligen Antonius der die Fische anbetet ist ein Werk des neapolitanischen Renaissance-Künstlers Annibale Caccavello. Die Skulpturen des Heiligen Antonius, der Heiligen Apollonia, Lucia und die Engel sind ebenfalls eine neapolitanische Manifaktur des Girolamo Santacroce

Die Nauclerio Kappelle im rechten Kirchenschiff
Die vierte Kapelle

Die Kapelle Scala ist der Kreuzigung gewidmet. Das Altarbild mit einer Kreuzigung ist von einem bis heute unbekannten Künstler. Die Fresken des Lebensgeschichten des Christus an der Decke stammen wie in der Nachbarkappelle von Nicola Malinconico. Das Grabmonument des Guglielmo Bardich ist von Girolamo d’Auria.

Fresken des Nicola Malinconico schmuecken die Scala Kappelle
Die fünfte Kapelle

Die Bosco Kapelle ist dem Heiligen Christopher gewidmet und beinhaltet das schönes Bild des Heiligen Christophers vom bedeutenden neapolitanischen Künstlers Francesco Solimena. Die Fresken mit den Lebensgeschichten des Heiligen Christophers an der Decke sind vom Giuseppe Simonelli und das Grabmahl des Cesare Bosco an der linken Seite ist ein Werk des Matteo Bottiglieri.

Der heilige Christoph im Bild des Francesco Solimena
Die sechste Kapelle

Die Orefice Kapelle befindet sich auf der Höhe des Hauptaltars und wurde mit Fresken mit der Lebensgeschichte der Jungfrau Maria von Luigi Rodriguez dekoriert. Das Grabmahl des Antonio Orefice und seinem Sogn Giovan Francesco Orefice stammt auch hier von Girolamo d’Auria, Antonio Orefice war Pronotar von den spanischen Königen Karl V und Philipp I. Von hier aus kann man das Oratorium des Heiligen Sakraments und die Kirchräume der Sant’Anna dei Lombardi Kirche besichtigen, die wegen ihrer Bedeutung in einem weiteren Artikel beschrieben werden.

Der Hauptaltar

Der mit Marmorintarsien und Hartsteinen verzierte Hauptaltar befindet sich am Zugang der Absis mit einer rechteckigen Struktur und einem Tonnengewölbe. Der aus dem 17. Jahrhundert stammende Altar wurde von den Brüdern Bartolomeo und Pietro Ghetti nach einer Zeichnung des Giovan Domenico Vinaccia gefertigt. Der ursprüngliche Renaissance-Altar von Giovanni da Nola mit der Fusswaschung wurde in den aktuellen Altar eingefügt. Über dem Altar hing einst das heute an der Seitenwand des Chors aufgehangte Bild der Darstellung des Herrn des Giorgio Vasari, das im 19. Jahrhundert von einem Bild mit den Heiligen Anna und Joachim von Angelo Mozzillo ersetzt wurde. Neben dem Bild sind ausserdem die Kenotaphe von König Alfons II von Aragon und Gurello Origlia des Giovanni da Nola zu sehen. Unter der Schicht mit den Fresken sind noch weitere Grabmähler von bedeutenden Persönlichkeiten des 16. Jahrhunderts eingesetzt worden. Der grosse schöne geschnitzte Holzchor mit Intarsien stammt stammt von den toskanischen Künstlern Giovanni Francesco d’Arezzo und seinem Meister Prospero. Zuletzt dekorieren noch die Fresken mit den Geschichten des Heiligen Benedikt von Simone Papa die Seitenwände der Absis.

Ein Blick auf die Absis und den Hauptaltar

Das linke Kirchenschiff der Sant’Anna dei Lombardi Kirche

Die fünfte Kapelle

Die Baratucci Kapelle wurde dem Johannes dem Täufer gewidmet und beinhaltet die ihm bestimmten Fresken des Paolo de Matteis an der Decke und den Lünetten. Die Skulpturen des Johannes des Täufers zwischen den Heiligen Girolamo und Gaetano sind wohl das Werk des Giovanni da Nola. Das Antependium mit einer Frömmigkeit und die Reliefs der Kapelle sind wohl von Jacopo della Pila.

Die vierte Kapelle

Die Porcinari Kapelle wurde von Paolo de Matteis mit Fresken über den Seeligen Bernardo Tolomei und Tugenden bestückt. An den Seitenwänden befinden sich zwei Bilder des Francesco di Maria und auf dem barocken Hauptaltar das Bild der Seeligen Tolomei gibt die Ordensregeln von einem bisher unbekannten Künstler.

Die dritte Kapelle

Die Cavaniglia Kapelle der Sant’Anna dei Lombardi Kirche beinhaltet das Bild der Madonna delle Grazie zwischen den Heiligen Placidio und Mauro von Paolo de Matteis und die Fresken der beiden Heiligen vom selben Künstler. In den Lünetten befindet sich das Fresko des Heiligen Mauro rettet den Heiligen Placido vor den Wellen des Nicola Malicnconico. Das Grabmahl des Don Garzia Cabanilla, Komandant unter Alfons von Aragon und Botschafter des Papstes Nicolas V ist ein Werk des Jacopo della Pila.

Die Interpretation des Paolo de Matteis der Madonna delle Grazie
Die zweite Kapelle

Die d’Avalos Familie kam ursprünglich aus Kastilien und zog unter König Alfons I von Aragon nach Neapel. Die Familie bekam grosse Feudalherrschaften und Titel zugesprochen und hatte das Recht Münzen zu prägen und Grafen zu nominieren. Die verlängerte Kapelle hat ein Tonnengewölbe und eine Kuppel, die von Giovanni Antonio Ardito mit den Geschichten des alten und neuen Testaments und Musizierenden Engeln dekoriert wurde. Das Altarbild mit der Madonna mit Kind zwischen den Heiligen Benedikt und Thomas von Aquin ist von Fabrizio Santafede.

Die faszinierende Kuppel der d’Avalos Kappelle
Die erste Kapelle

Die erste Kapelle des linken Kirchenschiffs der Sant’Anna dei Lombardi Kirche ist die bedeutende Piccolomini Kappelle. Wegen ihres feinen Renaissancestils gilt sie als Schwester der Kappelle des Kardinals von Portugal in der San Miniato al Monte Kirche von Florenz. Die Piccolomini war die Herzogsfamilie von Amalfi und wurde nach den Willen des Antonio Todeschini Piccolomini, einem Urenkel des Papstes Pius II (Enea Silvio Piccolomini) errichten lassen. Die Piccolomini Kapelle besteht aus zwei Räumen, wobei in dem ersten ein Gipsrelief mit der Darstellung der Kreuzigung von Giulio Mazzoni und ein Triptychon mit einer Christi Himmelfahrt zwischen den Heiligen Nicolas und Sebastian von Riccardo Quartararo ausgestellt sind. Ein Kassettenbogen führt den Besucher in den im cosmatischen Stil mit Marmorintarsien bestückten Fussboden des zweiten Raums der Kappelle. Auf der rechten Seite des zweiten Raums ist ein Fresco mit einer Verkündigung eines Folgers des Piero della Francesca angebracht worden.

Die Darstellung der Madonna mit Kind des Antonio Rossellino

Auf der linken Seite ist das schöne Renaissance Grabmahl der Maria von Aragon (Tochter des Ferdinand I und Ehefrau von Antonio Piccolomini) zu bewundern, das von Antonio Rossellino angefangen wurde und nach seinem Tod von Benedetto da Majano vollendet wurde. Auf dem Grabmahl ist die Verstorbene mit Putten dargestellt, auf dem oberen Teil des Monuments ist eine Wiederauferstehung des Christus zu erkennen. Eine Madonna mit Kind ist zudem innerhalb einer Girlande zu erkennen.

Der Altar der Piccolomini Kapelle

Der Altar der Kapelle zeigt eine herausragende Umsetzung der Christi Geburt, die ausserdem hier zum ersten Mal in Neapel dargestellt wurde. Das Werk ist von einem Marmorrahmen mit verschiedenen Öffnungen umrundet, in denen die Büsten der Heiligen Jakob, Johannes und zwei Propheten eingesetzt wurden. Vor der Bombardierung durch die Wehrmacht am 14.3.1944 verlief ein Terracottafries mit Kuhköpfen, anderen Tieren, Girlanden und humanen Köpfen entlang der Kapelle. Nur ein Viertel dieser Dekoration konnte gerettet werden und ist in den Lagern der Kirche aufbewahrt, sechs Stücke des Frieses sind zur Erinnerung in der Kappelle ausgestellt.

Der cosmatische Fussboden und der Hauptlaltar des Antonio Rossellino in der Piccolomini Kappelle
Die Geburt Christi des Rossellino im Detail

Die Gegenfassade

Am oberen Teil der Gegenfassade der Sant’Anna dei Lombardi Kirche ist ein Holzchor mit einer Orgel angebracht, die im 17. Jahrhundert erneuert wurde. Neben der Orgel sind noch die Fresken des Battistello Caracciolo mit Putten die Vorhänge halten zu erkennen. Neben dem Zugang sind fallen einem sofort zwei Altare ins Auge. Auf der rechten Seite des Eingangs ist der Altar der Ligorio Familie zu sehen, der von Giovanni da Nola errichtet wurde und die Skulpturen der Jungfrau mit Kind und dem Heiligen Giovannino zwischen den Heiligen Andreas und Hieronymus beinhaltet. Das Antependium zeigt die Geschichte des Heiligen Franziskus von Paola wie er einige Reisende vor einem Erdrutsch rettet. Auf der linken Seite des Eingangs ist der Altar der Del Pezzo Familie durch Girolamo Santacroce angebracht worden. Hier wird die Madonna mit Kind zwischen den Heiligen Petrus und Johannes dem Täufer dargstellt und das Antependium zeigt Christus und der Heilige Petrus auf dem Wasser des Sees Genezareth.

Informationen zur Sant’Anna dei Lombardi Kirche

  • Wo?: An der Piazza Monteoliveto 46 an der Altstadt von Neapel
  • Öffnungszeiten: Mo-Sa von 9:30 – 18.30, Sonntags von 17:00 – 17.30 Uhr (letzter Einlass 30 Minuten vorher)
  • Eintrittspreise: 6€, Reduziert 4€ (>65, <26 und Gruppen ab 6 Personen), Schulen 2€, Gratis <12 Jahre

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Die Gesù Nuovo Kirche von Neapel

Die Gesù Nuovo Kirche ist die bedeutendste jesuitische Kirche der Stadt Neapel. Ursprünglich war die Kirche mal der Immacolata (Unbefleckten) gewidmet, der Name Gesù Nuovo setzte sich aber letztendlich durch um sie von der älteren jesuitischen Kirche (die seitdem Gesù Vecchio genannt wurde) zu unterscheiden. Die Gesù Nuovo Kirche ist ein faszinierendes Beispiel eines ehemaligen privaten Wohnpalastes, der in eine prunkvolle Kirche ungewandelt wurde. Gerne können Sie die Kirche auch mit mir bei einer meiner Führungen durch Neapel besichtigen.

Die Fassade der Gesù Nuovo Kirche bei einem Foto aus dem Garten des Santa Chiara Komplexes

Die Geschichte des Adelspalastes

An Stelle der Kirche stand eigentlich der im Jahr 1470 von Architekt Novello da San Lucano errichtete Palazzo Sanseverino des Fürsten von Salerno, eine Tafel an der Renaissance-Fassade erinnert noch an die erste Umsetzung des Projektes. Die Sanseverino galten in der aragonesischen Zeit als eine der einflussreichsten Adelsgeschlechter des gesamten Königreichs von Neapel. Dank der militärischen Unterstützung gegen die Anjou erhielt Graf Roberto Sanseverino die Feudalherrschaft über Salerno an Stelle der abgesetzten Orsini-Familie und das Privileg eigene Münzen rausgeben zu dürfen. In dem bedeutenden historischen mit Fresken dekorierten Palast und einem üppigen Garten waren unter anderem Pietro l’Aretino und 1536 der spanische Kaiser Karl V zu Gast. Als Ferrante Sanseverino 1553 im Stadtrat der Sedili gegen die von den Spaniern geplant Einführung der Inquisition stimmt, wird der Palast einige Jahre spaeter unter zweifelhaften Gründen konfisziert und im Jahr 1584 vom König an die Jesuiten verkauft.

Die Umwandlung zur Kirche

Der Palazzo Sanseverino wird schliesslich restrukturiert und von den jesuitischen Brüdern Giuseppe Valeriano und Pietro Provedi zu einer Kirche adaptiert undnach aufwendigen Arbeiten im Jahr 1601 eingeweiht. Vom prächtigen Adelspalast wurden das Fundament, die Seitenwände und die auffällige Fassade mit Spitzen aus Piperngestein konserviert. Diese Fassade war übrigens zusammen mit dem Obelisk des Platzes auf den von 1976 bis 1984 herausgegebenen 10000 Lire Scheinen abgebildet.

Das Eingangsportal des ehemaligen Palastes mit den hinzugefügten jesuitischen Dekorationen

Die Fassade

Die Fassade der Kirche hat drei Eingangsportale, wobei der mittlere noch der eigentliche Zugang zum Adelspalast des 15. Jahrhunderts ist. Dieser wurde erst mit dem Wappen der Sanseverino und Feltria della Rovere und später mit dem jesuitischen Stemma IHS und Engeln, zwei rote Granitsäulen und einem gebrochenen Tympanon durch Pietro und Bartolomeo Ghetti in der barocken Zeit angereichert. Die drei Fenster wurden bei der Umgestaltung zur Kirche 1598 durch Costantino Marasi hinzugefügt.

Die faszinierende Fassade im Renaissance Stil con 1470

Die Struktur und der Eingangsbereich

Die Gesù Nuovo Kirche hat Ausmassen von 66 mal 53 Metern mit einem Grundriss im Stil eines griechischen Kreuzes mit drei Schiffen, die durch Pfeiler getrennt werden sowie insgesamt 10 Seitenkappellen. Die Kirche gilt als eine der aufwenigsten Barockkirchen Italiens und beim Betreten des Gebäudes fällt einem sofort die aufwendigen Dekorationen und Marmorarbeiten ins Auge. Auf der Gegenfassade ist das grosse Fresko Die Vertreibung des Heliodoros aus dem Tempel von Jerusalem des Francesco Solimena von 1725 zu bewundern. Die seitlichen Fresken der Gegenfassade sind ebenfalls von Künstlern der Schule des Solimena, während die Fresken zum Thema Der Name Jesu an der Decke des zentralen Schiffs noch von Belisario Corenzio (17. Jahrhundert) angefertigt wurden. Wegen eines fatalen Erdbebens im Jahr 1688 wurden Teile durch Paolo de Matteis ersetzt (die Beschneidung Jesus und der Erzengel Michel besiegt die Dämonen).

Die Gegenfassade mit dem Fresco des Francesco Solimena von 1725

Die zentrale Kuppel

Die zentrale Kuppel der Gesù Nuovo Kirche wurde bereits viermal erneuert. Der erste Bau brach 1688 bei dem angesprochenen Erdbeben ein. Die Erneuerung durch Arcangelo Guglielmelli und Paolo de Matteis wurde 1775 wegen der Einsturzgefahr wieder abgerissen und die Kirche schliesslich ueber 30 Jahre lang geschlossen. 1790 wurde durch Ignazio di Nardo eine abgeflachte “falsche” Kuppel eingesetzt, die erst 1973 durch eine Zementkuppel mit einer abgehängten Decke im Still eines Kassettendachs ersetzt wurde. Auf den Pendentifs der Kuppel konnte sich die Darstellung der Vier Evangelisten des Giovanni Lanfranco erhalten, während die Darstellung des Paradieses in der Kuppel beim Erdbeben verloren ging.

Ein Blick auf die moderne Kuppel im barocken Kontext

Das Presbiterium

Das Presbiterium stammt vom berühmten Barock-Architekten Cosimo Fanzago und wurde mit den Mariengeschichten des Massimo Stanzione dekoriert. Der mit Edelsteinen und Marmor verzierte recht junge Hauptaltar stammt von 1857 und wurde von Raffaele Postiglione nach Projekt des Giuseppe Grossi umgesetzt. Die Büsten und Basreliefs stammen von Gennaro Calì, unter ihnen ist auch eine Nachbildung des Letzten Abendmahls von Leonardo da Vinci zu finden, Costantino La Barbera und Giuseppe Sorbilli. Auf dem Tabernakel aus Kupferspat ist die Aufschrift Deus Absconditus Heic zu lesen (Gott versteckt sich hier). In der zentralen Nische der Absis, von sechs Alabastersäulen umringt, ist die Marmorskulptur der Unbefleckten Jungfrau von Antonio Busciolano zu sehen, die von einem grossen blauen Globus aus Lapislazuli und Engeln gehalten wird. Von Busciolano stammen auch die beiden seitlichen Skulpturen der Heiligen Paulus und Petrus. Die oberen Skulpturen der jesuitischen Ordensgruender San Francesco Saverio und Ignazio di Loyola sind im 18. Jahrhundert von Schülern des Domenico Antonio Vaccaro gefertigt worden. In der Absis sind ausserdem noch die zwei beeindruckenden leider nicht mehr funktionierenden Orgeln aus dem 17. Jahrhundert auf zwei erhoehten Bereichen aus Marmor ausgestellt.

Der Hauptaltar im prunkvollen Presbiterium der Gesù Nuovo Kirche

Das linke Kirchenschiff

Das linke Kirchenschiff der Gesù Nuovo Kirche von Neapel besteht aus vier Kappellen und endet mit einer Kappelle, die als Absis dieses Kirchenschiffs fungiert. Die Kuppeln und Pendentifs des ersten und zweiten Bereichs des Kirchenschiffs (Dreifaltigkeit mit Engeln und Märtyrern mit Vier Gekreuzigten Heiligen und Szenen aus dem Leben von Jesus und Maria mit Allegorien der Tugenden) stammen von Belisario Corenzio von 1605, die Überquerung des roten Meeres und die vier Profeten des vierten Bereichs sind Werk des Giovanni Battista Beinaschi von 1684/85.

Die Überquerung des roten Meeres des Beinaschi von 1685
Die erste Kappelle

Die erste Kappelle im Stil des frühen 17. Jahrhunderts des linken Kirchenschiffs der Gesù Nuovo Kirche ist den Heiligen Märtyrern gewidmet. Die Fresken sind auch hier von Belisario Corenzio, während die Marmorverkleidung von Costantino Marasi stammt. Die Skulpturen des Heiligen Stefans und Heiligen Lorenz stammen von Girolamo d’Auria, die Holzskulptur des Schutzengels stammt wohl aus den Händen des Aniello Stellato und Orazio Bonocore. Das Altarbild der Madonna mit Kind und den Heiligen Märtyrern ist von Giovanni Bernardo Azzolino.

Das Altarbild des Azzolino von 1602
Die zweite Kappelle

Die zweite Kappelle der Geburt Christi (oder Fornaro) ist vom Stil der ersten Kappelle treu und hat ebenfalls eine Freskendekoration des Belisario Corenzio (von 1601) und eine Verkleidung der Brüder Mario und Costantino Marasi. Die Skulpturen sind Werke im späten Manierismus des Michelangelo Naccherino (der Heilige Andreas und Johannes der Täufer), Pietro Bernini ( der Heilige Matthäus mit einem Engel), Tommaso Montani (der Heilige Januarius und der Heilige Niccolò) und Girolamo d’Auria (der Heilige Johannes). Das Altarbild der Geburt Christi ist von Girolamo Imparato aus dem Jahr 1602.

Roemische, florentinische neapolitanische Bildhauer wie Bernini, d’Auria und Naccherino haben hier ihr Werk hinterlassen
Die dritte Kappelle (im Transept)

Die beiden Kappellen im Transept sind den jesuitischen Ordensgründern Sant’Ignazio di Loyola und San Francesco Saverio gewidmet, die im linken Kirchenschiff ist die von Cosimo Fanzago, Costantino Marasi und Andrea Lazzari eingerichtete Kappelle des Sant’Ignazio di Loyola. Die ursprüngliche Dekoration ist von Belisario Corenzio von 1637 mit den Geschichten des Sant’Ignazio, die Dekoration im Zentrum des Gewölbes und der Lünetten am grossen Fenster wurden nach dem Erdbeben durch Paolo de Matteis (1698) erneuert. Am Hauptaltar wurde das aus Tarent hergebrachte Bild der Madonna mit Kind zwischen den Heiligen Ignazio und Francesco Saverio des Paolo de Matteis eingesetzt, das ehemalige Altarbild der Vision des Sant’Ignazio von Girolamo Imparato ist heute auf der linken Kappellenwand gegenüber des Bildes der Heiligen Dreifaltigkeit und Heilige des Agostino Beltrano zu bewundern. Neben dem Hauptaltar sind die beiden faszinierenden grossen Skulpturen des Davids und des Jeremias des Cosimo Fanzago eingesetzt. Zwei Tafeln des Jusepe de Ribera über den Heiligen Ignazio und eine Madonna mit Kind und der Heiligen Anna eines unbekannten kampanischen Künstlers (weil die dritte Tafel des de Ribera im zweiten Weltkrieg beschädigt wurde) sind ebenfalls Teil dieser beeindrucken Kappelle.

Die weite Kappelle des Sant’Ignazio di Loyola
Die vierte Kappelle

Die vierte Kappelle ist dem Kruzifix und dem Heiligen Ciro gewidmet und wurde von Dioniso Lazzari eingerichtet. Unter dem Altar befindet sich das verehrte Grabmahl des San Ciro, Mediziner, Eremit und Märtyrer aus dem 3. Jahrhundert und einer der am weitesten verbreiteten Namen innerhalb Neapels. Die Skulpturengruppe aus bemaltem Holz mit dem Kruzifix zwischen der leidenden Madonna und dem Apostel Johannes sind ein Werk des Francesco Mollica aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Die beiden Skulpturen neben dieser Gruppe zeigen den Heiligen Ciro (links) und den Heiligen Giovanni Edesseno. Die Freskendekoration der Kappelle sind von Giovan Battista Beinaschi und zeigen die Geschichten des Leidenswegs Christi und die Engel und Symbole des Leidenswegs.

Das Kruzifix des Mollica und das Grabmahl des Heiligen Ciro sind hier zu bewundern
Die Absiskappelle

Die letzte Kappelle, die als Absis fungiert, ist dem Heiligen Francesco De Geronimo gewidmet. Der 1737 errichtete Altar wurde von Giuseppe Bastelli umgesetzt und beinhaltet die Skulpturengruppe der Predigt des Heiligen Francesco De Geronimo vom beliebten neapolitanischen Künstler Francesco Jerace von 1932. Auf den beiden Wänden der Kappelle sind grosse Reliquarienschränke mit etwa 70 Büsten, unter anderem auch die Büsten des Giovan Domenico Vinaccio der beiden Ordensgründer, aus geschnitztem, vergoldeten und bemaltem Holz. Das Fresko der Decke der Kappelle mit Engeln und Seraphim ist von Francesco Solimena von 1677.

Reliquien und Holzbüsten des Vinaccia

Das rechte Kirchenschiff der Gesù Nuovo Kirche

Die Kuppeln im rechten Kirchenschiff wirden Giuseppe Simonelli (Symbole des Leidenswegs), Gaetano d’Apuzzo (Opferung des Aronne von 1790) und Angello Mozzillo (Die drei Jungen im Ofen von 1793) dekoriert. Die ursprünglichen Dekorationen von Luca Giordano wurden bei dem Erdbeben von 1688 beschädigt und wurden 100 Jahre später ersetzt.

Die Dekoration des Gaetano d’Apuzzo von 1790
Die erste Kappelle

Die erste Kappelle des rechten Kirchenschiffs der Gesù Nuovo Kirche ist dem Heiligen Carlo Borromeo gewidmet und beherbergt das Altarbild der Ekstase des Heiligen Carlo Borromeo von Giovanni Bernardino Azzolino von 1620. Die Deckenfresken sind ebenfalls das Werk des Azzolino und in der Kappelle sind ausserdem die schönen Engel des Cosimo Fanzago über dem Tympanon zu sehen.

Die Engel auf dem Tympanon des Cosimo Fanzago
Die zweite Kappelle

Die zweite Kappelle ist der Mariä Heimsuchung gewidmet und hat einen starken Bezug zum heiliggesprochenen verstorbenen lokalen Arzt des 20. Jahrhunderts Giuseppe Moscati. Die Kappelle wurde unter Papst Johannes Paul II 1987 kanonisiert. Moscati war Chefarzt des Incurabili Krankenhauses und Dozent für Biochemie an der Universität, widmete einen erheblichen Teil seines Lebens aber der Kur der armen Leute der Stadt Neapel. Sein Bronzerabmahl ist von Amedeo Garufi und die vom Volk verehrte Skulptur des Giuseppe Moscati ist ein Werk des Luigi Sopelsa von 1990. Auf dem Hauptaltar dieser Kappelle kann man eine Mariä Heimsuchung des Massimo Stanzione betrachten. Die Marmordekoration der Kappelle stammt vom bedeutenden Cosimo Fanzago während der neapolitanische barocke Meistermaler Luca Giordano 1687 die drei Fresken an der Decke und die Lünetten umgesetzt hat.

Die verehrte Skulptur des Giuseppe Moscati des Sopelsa von 1990
Die dritte Kappelle (im Transept)

Die dritte Kappelle im rechten Transept der Gesù Nuovo Kirche ist dem zweiten jesuitischen Ordnesgründer San Francesco Saverio gewidmet, der das Christentum in Indien, Japan und dem Malaiischem Archipel gepredigt hat. Die beiden Skulpturen der Heiligen Augustin und Ambrosius sind wie in der Kappelle gegenüber wiederum ein Werk des Cosimo Fanzago von 1618. Die Dekoration der Kappelle sind von Giuliano Finelli, Donato Vannelli und Antonio Solaro, während die weiteren Skulpturen der Kappelle alle von Michelangelo Naccherino sind. Auf dem eleganten Marmoraltar des Finelli hängt das Altarbild der Ekstase des Heiligen Francesco Saverio des Giovan Bernardo Azzolino. Von Luca Giordano (1690-1692) stammen die Bilder Francesco Saverio findet ein Kruzifix im Meer, Francesco Saverio trägt die Kreuze und Francesco Saverio tauft die Inder. Auf der rechten Wand der Kappelle hängt das Bild der Madonna des Rosenkreuzes und 15 Mysterien des Fabrizio Santafede, von Ludovico Mazzanti ist das Bild der Jungfrau als Kind mit den Heiligen Anna, Josef, Gioacchino, Francesco de Geronimo und Ciro auf der linken Kappellenwand. Die Frskendekoration der Decke zeigt Lebensgeschichten des San Francesco Saverio des Belisario Corenzio, auch hier wurde das zentrale Bild des Zyklus zum Ende des 18. Jahrhunderts von Paolo de Matteis mit der Predigt des Francesco Saverio erneuert. Innerhalb der Kappelle kann man durch einen Zugang das Oratorium mit der Memoiren des Giuseppe Moscati mit der Ausstellung seines Arbeitsbereichs und Schlafzimmers (eine Schenkung seiner Schwester) sowie einer grossen Anzahl von Ex Voto sowie der Blindgänger vom Bombenangriff vom 4. August 1943 besichtigen.

Das Bild der Taufe der Inder des Luca Giordano
Die vierte Kappelle

Die vierte Kappelle trägt den Namen der San Francesco Borgia Kappelle und wurde nach dem Erdbeben 1688 im 18. Jahrhundert komplett wieder neu aufgebaut. Das Altarbild ist von Sebastiano Conca und zeigt San Francesco Borgia vor dem Heiligen Sakrament beten. Der Marmoraltar ist Werd des Giuseppe Astarita und Mario Gioffredo, die Fresken der Kappelle wurden von Angelo Mozzillo (die Engel) und Antonio Gamba (die Tugenden) angebracht.

Ein Blick in die Kappelle vom Hauptaltar

Die rechte Absiskappelle

Die letzte Kappelle des rechten Kirchenschiffs auf der Höhe des Absis ist die Kappelle del Sacro Cuoro (oder Carafa) und war früher der Dreifaltigkeit gewidmet. Die Marmordekoration stammt auch hier von den Geschwistern Mario und Costantino Marasi wäre das Heilige Herz eine Fertigung aus Paris von 1904 ist. Die Fresken der Engelsgeschichten stammen aus der Hand des Belisario Corenzio von 1605. Hier ist auch das schöne erst vor wenigen Jahren restaurierte gothische Kruzifix aus dem 14. Jahrhundert zu besichtigen, eines der wenigen noch erhaltenen der Stadt Neapel.

Informationen zur Gesù Nuovo Kirche von Neapel
  • Wo?: An der Piazza del Gesù 2 in der Altstadt von Neapel
  • Öffnungszeiten: Jeden Tag von 9:30 – 12.30 und 17:00 – 19.15 Uhr (waehrend den Messen ist eine turistische Besichtigung nicht gestattet)
  • Eintrittspreise: Gratis

Erleben Sie mit mir oder einem meiner qualifizierten Kollegen die Stadt Neapel bei einer Führung. Gerne können Museen, Kirchen oder andere Besonderheiten individiduell ins Programm eingefügt werden!

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Monumente der Stadt Neapel

Die Basilika von San Lorenzo Maggiore in Neapel

Die Basilika von San Lorenzo Maggiore in Neapel ist zusammen mit dem Museo dell’Opera von San Lorenzo, dem Kreuzgang und dem unterirdischen Bereich Teil des Monumentalen Komplexes von San Lorenzo Maggiore einer der bedeutendsten historischen Zeugnisse über die verschiedenen Epochen der Stadtgeschichte. Der Komplex befindet sich im Herzen des historischen Zentrums von Neapel, war einer der bedeutendsten Treffpunkte der historischen Verwaltungsebene der Stadt und Sitz des aus den wichtigsten Familien und einem Volkssitz zusammengesetzten Stadtrat. Die Basilika von San Lorenzo Maggiore ist zudem eine der antiksten Kirchen von Neapel, einer der wichtigsten franziskanischen Zentren Süditaliens und beinhaltete einige bedeutende Bilder, die teilweise noch in der Basilika und dem Museo dell’Opera und teils in der Bildergallerie von Capodimonte ausgestellt sind. Zeugnis der Erneuerung der Stadt unter der Dynastie der Anjou, ist hier der gothische Einfluss mit einigen Erneuerungen aus der Renaissance und dem Barock besonders gut zu sehen.

Die Gründung unter Byzanz

Die Basilika von San Lorenzo Maggiore ist im historischen Zentrum der Altstadt von Neapel zwischen der Via Tribunali (dem antiken Decumanus Maximus) und der Via San Gregorio Armeno (der Krippenbauerstrasse) gelegen. Die frühchristliche Basilika von San Lorenzo wurde bereits zwischen 533 und 555 unter Bischof Giovanni II zur Zeit des unter Byzanz stehendem Herzogtums von Neapel auf dem nördlichen Teil des römischen Marktplatzes Macellum am Forum des antiken Neapolis errichtet. Die ursprüngliche Basilika hatte drei Schiffe zwischen einer Narthex und einer Absis, auf dessen Seiten sich ein diaconicon und eine prothesis befanden.

Der Kirchturm neben der Basilika von San Lorenzo Maggiore
Die gothische Erneuerung

Im Jahr 1234 wird die Basilika den franziskanischen Mönchen übergeben. Unter Karl I von Anjou und nach einem votiven Gelübde während der Schlacht gegen die jakobinischen Truppen des Manfred von Hohenstaufen wird die frühchristliche Kirche 1270 in eine Basilika im Stile der französischen (mit einer Absis) und franziskanischen (Transept und Hauptschiff) Gothik errichtet. Karl von Anjou wurde in Paris geboren und brachte seine Baumeister aus Frankreich für den Bau der Absis nach Neapel. Der Innenbereich basiert auf einem Hauptschiff von 50 x 20 Metern mit einer auf einem lateinischen Kreuz basierenden Struktur. Das Hauptschiff und der Transept werden von einem gothischen Dachstuhl bedeckt. Auf beiden Seiten der Kirche befinden sich jeweils acht Kappellen mit Spitzbögen, die teilweise von antiken Säulen gestützt werden.

Die Struktur des Komplexes der Basilika von San Lorenzo Maggiore

Einige Besonderheiten
  • Im Jahr 1442 wurde innerhalb der Basilika von San Lorenzo Maggiore die Kutsche des aragonesischen Triumphs über die Anjou ausgestellt
  • Im Jahr 1456 wird die Basilika bei einem Erdbeben beschädigt
  • Rechts von der Fassade befindet sich der auf vier Etagen basierende Kirchturm, der ab 1487 errichtet und 1507 fertiggestellt wurde.
  • Im Jahr 1567 wird Felice Peretti, zukünftiger Papst Sixtus V., zum Bischof proklamiert
  • Zwischen 1563 und 1580 wird der gothische Chor entfernt
  • Über dem Eingangsbereich ist eine Franziskanische Allegorie aus dem 16. Jahrhundert mit Papst Sixtus V. von Francesco Curia eingesetzt worden.
  • Ab 1635 erhält die Basilika von San Lorenzo Maggiore eine barocke Verkleidung. Die Räume zwischen den Säulen der Absis werden geschlossen, die ogivalen durch quadratische Fenster ausgetauscht, einige Kappellen bekommen eine Stuck- und bunte Marmorverkleidung und die gothische Decke wird durch eine Kassettendecke mit einem Bild von Giuseppe Marulli bedeckt.
  • Die Fassade wird von Dioniso Lazzari erneutert, aber 1732 erneut von einem Erdbeben beschädigt.
  • Die Fassade wird dieses Mal von Ferdinando Sanfelice erneuert, der bei seinem Projekt das von Bartolomeo di Capua 1324 in Auftrag gegebene gothische Marmorportal stehen lässt und in sein Prokjekt einfügt.
  • Ab 1905 wurde die Basilika wegen einem riskanten Zustand dem Kult geschlossen, erst 1927 finden die Restaurierungsarbeiten an, bei dem die barocke Struktur enfernt und der gothische Aspekt wieder hergestellt wurde. Der barocke Stil wurde hingegen an der Gegenfassade belassen.
  • Die Basilika enthält rechts vom Eingang ein Monument zur Erinnerung an den Wissenschaftler, Philosoph und Kommödienschreiber Giambattista della Porta.
  • Giovanni Boccaccio trifft in der Basilika von San Lorenzo auf seine “Fiammetta”, die in verschiedenen Texten von ihm auftaucht.


Das rechte Kirchenschiff

Die erste und zweite Kappelle

Die ersten beiden Kappellen wurden bei den Restaurierungsarbeiten vereint und waren dem heiligen Josef und dem Heiligen Bonaventura gewidmet. Die Trennwand wurde entfernt um die Einrichtung des Grabmahls des Ludovico Aldomorisco, Admiral und Berater von König Ladislao von Duraz, von Antonio Baboccio da Piperno von 1421 zu ermöglichen. Das Grabmahl gilt als letztes Werk des bekannten gothischen Künstlers aus Mittelitalien. Das Baldachin-Grabmahl wird von vier Karyatiden gestützt, die die vier Brüder im Kriegsgewand des Verstorbenen darstellen. Auf den seitlichen Reliefs wird der Tod des Verstorbenen und die Präsentation des Verstorbenen durch die Jungfrau Maria an den Ewigen Vater dargestellt. Antonio Baboccio da Piperno hat auf der Basis des Grabmahls seine Unterschrift und sein Alter (70 Jahre) hinterlassen. Neben den erhaltenen weiteren Grabmahlen wurden aus den beiden Kappellen einige Bilder entnommen, die heute im Museo dell’Opera der Basilika von San Lorenzo Maggiore zu besichtigen sind.

Das gothische Grabmahl des Aldomorisco von Baboccio da Piperno von 1421
Die dritte Kappelle

Die dritte Kappelle ist dem Rosenkreuz gewidmet und wurde von der Familie Cacace-de Caro einrichten lassen. Diese Kappelle hat ihre aufwendige barocke Struktur mit einer grossen Anzahl verschiedener Marmorsorten unter dem bedeutenden Architekten der Zeit Cosimo Fanzago ab 1642 nach Auftrag des Verwalters der Reichskanzlei Giovanni Camillo Cacace bekommen, während die Skulpturen der Familie seiner Mutter Vittoria (Mutter und Onkel) sowie des Auftraggebers das Werk des Andrea Bolgi, ein Schüler des Bernini, von 1653 sind. Die Kappelle hat ihren Namen wegen des Bildes von Luca Giordano der Madonna des Rosenkranzes, das heute in der Bildergallerie von Capodimonte von Neapel ausgestellt wird. Das Bild wurde durch eine weitere Madonna des Rosenkranzes von Massimo Stanzione ersetzt. Der Altar wird von 15 Bildern auf Kupfer mit den Geschichten des Christus und der Jungfrau von zwei Kolloboratoren des Massimo Stanzione gekrönt. Die Freskendekoration der Kappelle stammt von Niccolò de Simone aus dem 17. Jahrhundert.

Der Barock des Cosimo Fanzago
Die vierte Kappelle

Die vierte Kappelle der Basilika von San Lorenzo Maggiore ist dem Heiligen Rocco gewidmet und beeindruckt mit einer ursprünglich bemalten und goldenen grossen Renaissance-Ädikula aus Terracotta von einem lombardischen oder emilianischen Künstler aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Für diese Kappelle wurde mit dem Heiligen Hieronymus in seinem Studio und dem Heiligen Franziskus übergibt seine Regel an die Mönche und die Klarissen zwei der berühmtesten Bilder der Renaissance von Neapel, die von Alfons I von Aragon an Colantonio in Auftrag gegeben wurden und heute in der Bildergallerie von Capodimonte zu besichtigen sind. Die Figuren der franziskanischen Mönche auf den kleinen Pfeilern sind leider nicht erhalten geblieben, während unter der Ädikula noch einige Reste der gothischen Dekoration der Kappelle mit der Darstellung der Weihnachtsgeschichte zu erkennen sind. Die Grabmähler der Familie Rocco sind vom Florentiner Romolo Balsimelli während die Freskendekoration aus dem 17. Jahrhundert von Niccolò de Simone stammt.

Die Renaissance Ädikula eines lombardischen oder emilianischen Artisten
Die fünfte Kappelle

Diese Kappelle ist dem Kruzifix gewidmet, das heute im Museo dell’Opera del Basilika con San Lorenzo Maggiore ausgestellt ist. Die Kappelle gehörte seit 1620 der Manso Familie und beinhaltet auch das Grabmahl der Giovanna Regolana und des Antonio Manso aus der aragonesischen Zeit. Antonio Manso galt als Freund des Federico von Aragon, war Mitgründer der Accademia degli Oziosi, ein Freudn des John Milton und wurde von Torquato Tasso in seiner Ode an die Freundschaft zitiert. Die Wandfresken mit der Bestattung und der Kreuzabnahme Jesu stammen von Onofrio oder Andrea de Lione.

Die Kanzel

Zwischen der achten Kappelle und dem Durchgang zum Kreuzgang befindet sich die Kanzel aus dem 16. Jahrhundert über einem Altar. Auf den Seiten der Kanzel sind die Wappen der Familie des Auftraggebers und auf der Vorderseite ein Relief mit der Darstellung der Heiligen Katherina von Alexandria vor dem Tyrann Maximinus dargestellt.

Das Relief der Kanzel im Detail
Die rechte Seite des Transepts

Das Transept der Kirche besticht durch Dekorelemente aus den verschiedenen Epochen der Basilika von San Lorenzo Maggiore. Auf der rechten Seite sind einige Reste der Wandfresken der Mariengeschichte (Einge Jesu Geburt und der Tod der Jungfrau Maria) von Montano d’Arezzo ca. aus dem Jahr 1300 zu erkennen. Auf der gegenüberliegenden Seite ist ein Hochrelief, Teil des ursprünglichen Altars, des neapolitanischen Renaissance-Künstler Giovanni da Nola von 1530 mit der Darstellung der Madonna, dem Jesuskind und Engeln ausgestellt. Unter dem Fussboden sind unter einer Glasplatte die Mosaikreste aus Glas-, Terracotta- und Steinteilchen im byzanthinisch-orientalischen Stil des Diaconicons der frühchristlichen Kirche zu sehen. Weitere Funde dieses Mosaikbodens sind ausserdem im Museo dell’Opera der Basilika von San Lorenzo Maggiore ausgestellt.

Reste der Mosaike des Diaconicons der byzanthinischen Kirche
Das Presbiterium

Die Anfänge der Struktur stammen von den französischen Baumeistern, die von Karl I. nach Neapel berufen wurden. Im Bereich des Presbiteriums steht der Altar von Giovanni da Nola von 1530 mit den Skulpturen der Heiligen Lorenz, Antonius und Franziskus. Auf den unteren Marmorplatten sind das Martyrium des Heiligen Lorenz, das Wunder des Heiligen Antonius der zu den Fischen spricht und das Wunder des Heiligen Franziskus der mit dem Wolf spricht abgebildet. Eine Besonderheit dieser Platten ist, das diese Szenen in Neapel mit antiken Darstellung der Porta Capuana, der San Giovanni a Carbonara Kirche, der Kartause von San Martino, dem Castel Nuovo, dem Castel Sant’Elmo, der Porta Nolana und dem Hafen abgebildet wurden. Der Ambo aus dem 14. Jahrhundert zeigt die Figuren der Apostel auf einem musiven Grund.

Das Presbiterium der Basilika von San Lorenzo Maggiore

Die Absis

Die Absis mit sieben Biforien, zwei Triforien und einer Fensterrose aus dem 13. Jahrhundert ist das Werk eines französischen Baumeisters. Der Innenbereich besteht aus zehn Pfeilern in verschiedenen Stilen, die durch eine Brüstung verbunden werden und von einem Chorumgang mit Kreuzbögen umkreist werden. Im Chorumgang öffnen sich die neun Kappellen der Abisi, von der die zentralen 7 eine polygonale und nur die erste und die letzte Kappelle eine quadratische Struktur haben.

Das Grabmahl der Katherina von Österreich

Der Sarkophag wird von 4 Medaillons mit den Heiligen Franziskus, Antonius und Klara auf einer Seite und Jesus Christus, der Madonna und dem heiligen Johannes auf der anderen Seite dekoriert, während auf der Kopf- und Fussseite der Ewige Vater und der Heilige Lorenz abgebildet sind. Neben der liegenden Skulptur der Katherina von Österreich stehen ausserdem die Heiligen Katharina von Alexandria, Elisabeth von Ungarn, Paulus und Ludwig von Anjou (Onkel der Verstorbenen). Unter dem Baldachin des Grabmahls wurde ein Mosaik mit einem von Katherina und Engeln verehrten Jesus Christus eingesetzt, auf der Aussenseite ist ein Heiliger Franziskus der die Stigmata erhält zu beobachten. Zwischen dem ersten Säulenbereich von rechts befindet das das monumentale Grabmahl der Katherina von Österreich, das erste Werk in Neapel des toskanischen Künstlers Tino da Camaino, erste Ehefrau des Herzogs Karl von Kalabrien und Schwägerin des Königs Robert von Anjou. Das Grabmahl wurde mit bunten Teilen dekoriert und besteht aus einem Tabernakel mit vier windenden Säulen, die auf einen Greif angreifenden Löwen, einer Anthilope, einem Schaaf und einem Widder stützen. Die Skulpturen der Karitas (die zwei hilfsbedürftige Kinder aufnmmt) und der Hoffnung fungieren als Karyatiden für das Grabmahl der Katherina von Österreich.

Das Grabmahl der Katherina von Oesterreich des Tino da Camaino (um 1330)
Der Chorgang der Absis

Die erste Kappelle des Chorgangs ist der Maria Magdalena gewidmet und beinhaltet Wandfresken mit den Geschichten der Maria Magdalena von einem heute leider nicht bekannten Künstler. Das Grabmahl des Justizberaters Aniello Arcamone ist ein Werk des Antonino de Marco von 1513. Von dieser Kappelle führt ein Zugang in die Sakrestei aus dem 16. Jahrhundert der Basilika von San Lorenzo Maggiore. Die sechste Kappelle der Heiligen Petrus und Paulus gehörte der Familie Barrile, auf dessen Familiengrabmählern auf Medaillons die Heiligen Johannes, Katherina von Alexandria, ein Heiliger Bischof und der Heilige Franziskus von Assisi abgebildet sind. In dieser Kappelle sind noch die gothischen Fresken von einem Mitarbeiter des Giotto (der 5 Jahre in Neapel verbrachte) mit einem Malzyklus aus den Jahren 1333/1334 über die Geschichten der Jungfrau Maria zu erkennen. An der Decke sind von selbien Künstler zehn runde Fresken mit Heiligen angebracht worden.

Reste des gothischen Malerei im Giotto-Stil
Die linke Seite des Transepts

Die linke Seite weist bedeutende Grabmähler der gothischen Zeit auf. Unter Margherita von Duraz wurden die Grabmähler des in Antwerpren erwürgten Vaters Karl von Duraz von 1348, der Tochter Maria und der Schwester Giovanna von 1399 in Auftrag gegeben.
Von hier aus öffnet sich unter einem Rundbogen die barocke grosse Kappelle des Heiligen Antonius des Architekten Cosimo Fanzago von 1638. Die Marmorverkleidung dieser Kappelle wurde ursprünglich für die Kartause von San Martino aufgekauft und nach einem Streit mit den Kartausern hier recycelt. Auf dem Altar der Kappelle ist der Heilige Antonius mit Engeln auf goldenem Hintergrund auf einem spätgothischen Bild von Leonardo di Besozzo von 1348 zu sehen. Einige Experten sind der Meinung, das in dieser Kappelle ursprünglich das berühmte von König von Anjou an Simone Martini 1317 in Auftrag gegebene Altarbild des Heiligen Ludwig von Toulouse krönt seinen Bruder Robert von Anjou gehängen habe. Das Bild ist heute eines der Hauptwerke der Bildergallerie von Capodimonte und gilt als eines der bedeutendsten Werke des Simone Martini. Die Bilder der Madonna mit Kind und Heilige Franziskanerinnen und das Der Heiligen Franziskus verehrt das Kruzufix stammen von Mattia Preti aus dem Jahr 1660. Auf dem Fussboden vor der Kappelle ist eine weitere Glasscheibe im Fussboden angebracht, die einen Blick auf die Mosaikdekoration der Prothesis (der Raum für die sakralen Objekte) der frühchristlichen Basilika des 6. Jahrhunderts ermöglichen.

Die weite Sant’Antonio Kappelle des Fanzago im Presbiterium


Das linke Kirchenschiff

Die achte Kappelle

Vom Presbiterium aus kommend befindet sich auf der rechten Seite in die Pisanelli Kappelle mit dem Grabmahl des Vito Pisanelli, Sekretär und Berater des Königs Federico von Aragon, vom florentinischen Architekten Romolo Balsimelli aus dem Jahr 1528. und des Giovan Maria Puderico, Bischof von Tarent, des lombardischen Künstler Giovan Tommaso Malvito zwei Beispiele der reifen Renaissance-Kunst.

Die vierte und dritte Kappelle

Die vierte Kappelle ist den Heiligen Drei Königen gewidmet und beinhaltet die ursprünglich für die Gesù Vecchio Kirche angefertigte Anbetung der Könige aus dem Morgenland des Marco Pino (1551-1568). In der dritten Kappelle der Pignone Familie hängt die gothische Tafel des Angiolillo Artuccio der 1220 in Marokko ermordete fünf franziskanische Protomärtyrer.

Die fünf franziskanische Protomärtyrer, Bild des Artuccio
Die zweite und erste Kappelle

Die zweite Kappelle der Basilika von San Lorenzo Maggiore gehörte der Familie Bonaiuti und enthält das Bild der Unbefleckten Madonna vom Caravaggisten Paolo Finoglia sowie eine reiche barocke Marmorausstattung des Giorgio Marmorano. Diese Kappelle ist weiter als die anderen, da sie das Ergebnis einer damaligen Fusion von zwei Kappellen ist. Die erste Kappelle ist dem Schutzengel gewidmet und gehörte der Familie Carmignano. Auch hier hat sich die barocke Einrichtung erhalten können: auf dem Altar zeigt ein Bild des Francesco de Mura den Schutzengel, während die Grabmähler der Familie ab dem 14. bis ins 18. Jahrhundert reichen und das Grabmahl des Rainaldo Carmignano wahrscheinlich ein Werk des neapolitanischen Renaissance Künstlers Giovanni da Nola ist.

Die Bonaiuti Kappelle mit dem Bild im Naturalismus des Paolo Finoglia

Informationen

  • Öffnungszeiten Baslika von San Lorenzo Maggiore: Jeden Tag von 9:30 -17:30
  • Eintrittspreise: Gratis

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