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Monumente der Stadt Neapel

Der Maiolica Kreuzgang des Klosters von Santa Chiara in Neapel

Der Klarissenkreuzgang oder sogenannte Maiolica Kreuzgang des Klosters von Santa Chiara in Neapel ist wegen seiner berühmten und aufwendigen Fliesen(Maiolica)-Dekoration eine absolute Besonderheit innerhalb der Altstadt. Der Maiolica Kreuzgang wurde anders als die Basilika von Santa Chiara bei den Bombardierungen im zweiten Weltkrieg zum Glück nur teilweise beschädigt und konnte die gothische Struktur und die barocke Dekoration erhalten. Der Maiolica Kreuzgang ist mit dieser zusätzlichen Benennung bekannt um ihn auch von der beiden kleineren Kreuzgängen der franziskanischen Zittadelle zu unterscheiden. Die Dekorationen haben interessanterweise einen starken weltlichen Charakter und geben dem Ambiente das Gefühl eine fröhliche Ruheoase innerhalb der Altstadt von Neapel zu sein. Heute ist von diesem Komplex neben dem Kreuzgang auch die Basilika von Santa Chiara, das Museo dell’Opera und die archäologischen Ausgrabungen aus der Antike unter der Kirche zu besichtigen.

Die gothische Struktur mit barocken Fresken und Pipernbänken

Die Struktur und Dekoration des Kreuzgangs

Die Struktur des Kreuzgangs ist rechteckig (82,3 mal 78,3 Meter) mit einem Portikus und zwei Hauptwegen, die sich kreuzen und den Kreuzgang in 4 Bereiche aufteilt. Zwei von ihnen wurden zum Anbau von Pflanzen als Nutzgarten und zwei weitere in italienische Gärten mit Büschen und Brunnen als Kunstgärten angerichtet. Die gothische Struktur besteht aus 66 Spitzbögen, die auf 72 kleinen oktagonalen Pfeilern stützen. Der Portikus des Kreuzgangs wird von einem Kreuzgewölbe bedeckt, wobei sowohl die Wände als auch die Decke des Portikus dabei mit Fresken dekoriert sind. Die Dekoration des Maiolica Kreuzgangs wurde unter Domenico Antonio Vaccaro in den Jahren von 1739 bis 1742 nach Auftrag der Äbtissin Ippolita di Carmignano Dank den finanziellen Mitteln des Konvents und einer Hilfe der Königin Maria Amalia von Sachsen (Ehefrau von Karl III.) umgesetzt.

Die Mitte des Maiolica Kreuzgangs und Aufteilung in 4 Bereiche

Die Freskendekoration

Die Freskendekoration des Maiolica Kreuzgangs ist in drei Bereiche aufgeteilt. Der untere Bereich besteht durchgehend aus Sitzbänken aus Piperngestein und einer Dekoration aus Schneckenformen und Kartuschenwerk. Der mittlere Bereich unterteilt sich in grosse Ausschnitte, die dem Ausmass des Säulenjochs gleichen. Im südlichen Bereich des Kreuzgangs mit den gothischen Einzelfenstern sind die Fresken in zwei statt einer Geschichte aufgeteilt. Die Freskendekoration der heute leider nicht bekannten Künstler stammen aus dem 14. (Madonna mit Kind zwischen den Heiligen Jakob und Andreas) bis ins 17. Jahrhundert (Die Figuren der Heiligen, Tugenden und Geschichten des Alten und Neuen Testaments). Auf der Höhe des Klarissenfriedhofs wurde hingegen ein Fresko mit der Illustration des Todes einer Nonne umgesetzt. Ein Teil des nördlichen Bereichs , der zur Basilika von Santa Chiara angrenzt, wurde leider bei der Bombardierungen von 1943 zerstört und ist daher heute karg. In der Deckendekoration und im oberen Bereich der jeweiligen Wände wurden Lünetten eingesetzt, die wiederum von Schneckenformen und Kartuschenwerk umrahmt werden.

Die Tugend der Gerechtigkeit und der Heilige Onofrio auf einem barocken Fresko

Die Terrassen

Über dem Portikus sind die Terrassen des Kreuzgangs zu erkennen, die zu den 4 Schlafhallen der Nonnen gehörten und zum Ende des 16. Jahrhunderts in 117 Zellen auf zwei Reihen mit einem zentralen Flur umgewandelt wurden. Über dem Schlafbereich konnten die Nonnen von einer weiteren Terrasse den Blick auf den Golf von Neapel geniessen. Die Terrassen wurden vonBrüstungen mit kleinen Säulen und Tafeln mit religiösen Themen und den Adelswappen einiger Nonnenfamilien abgegrenzt. Einige der erhaltenen Brüstungen sind heute noch im Museo dell’opera zu besichtigen.

Oberhalb des Portikus befinden sich die Terraasen mit Blick in den Garten

Die Dekoration des Gartens

In dem als Zitrusgarten verwendeten Bereich des Gartens werden die Wege von kleinen mit weissem Stuck besetzten und eine Pergola stützenden oktagonalen Pfeilern begrenzt. Ursprünglich waren die Pfeiler mit 142 schönen Maiolicavasen besetzt, die auf imitiertem weissem Marmor bunt dekoriert waren. Zum Glück sind zwei Vasen sind erhalten geblieben und im Museo dell’Opera zu sehen um sich en Bild der ursprünglichen Dekoration machen zu können. Die Pfeiler und Sitzbänke des Kreuzgangs sind mit den sogenannten Riggiole, also bunter neapolitanische Maiolica mit Motiven, von der bedeutendsten Werkstätte der Stadt der Brüder Donato und Giuseppe Masse verkleidet. Der Begriff Riggiola stammt wahrscheinlich aus dem lateinischen rubeola (rötlich, wie die Farbe der Terracotta) oder aus dem spanischen rajola (Fliese). Tatsächlich wurde die arabische Keramikkunst um 1450 unter König Alfons von Aragon nach Neapel gebracht. Bei den neapolitanischen Riggiole ist dabei typisch das sie manuell mit mineralischen Farben (typisch für Amalfi und Sorrent) auf einem Hintergrung in den in Neapel traditionellen Farben Gelb (Eisenokzid), Grün (Kupferokzid) oder Blau (Kobaltokzid) gefertigt werden. Die Fliesen der Pfeiler vom Maiolica Kreuzgang wurden mit Reben und Girlanden aus Früchten, Blumen und Blättern dekoriert. Die Fliesendekorationen zeigen Themen wie Marine-Landschaften, mythologische Szenen, Jagdszenen, Tänze, Feste und Allegorien der vier Elemente. Nur ein einziges Motiv zeigt eine Darstellung aus dem Klosterleben mit einer Nonne, die die Katzen des Kreuzgangs füttert. Die Nonnen waren somit, trotz ihrer Wahl nicht am frenetischen Leben der Stadt Neapel teilzuhaben und ihrer Klausur, in einer Art mondänem Kontext integriert.

Die gut erhaltene Maiolica Dekoration der Massa Werkstätte

Die Brunnen und die ehemalige Werkstätte

Die beiden Brunnen im Maiolica Kreuzgang basieren auf Becken aus der römischen Antike. Einer der Brunnen wurden durch Fliesen mit gemometrischen Motiven und der andere mit einer Marine-Landschaft dekoriert. An den Brunnen sind auch vier gothische Steinlöwen aus dem 14. Jahrhundert zu erkennen, auf denen ursprünglich vier Karyatiden basiert waren. Ein weiterer aus Stuck errichteter Brunnen mit einem Steintympanon war im a rocaille Stil mit Muscheln, Bimsstein und grünen Glasstücken besetzt. In der Mitte dieses interessanten Brunnens standen Pfeiler mit Pinakeln in grüner Maiolica und zwei emaillierten Delfinen. Ein Teil der Dekoration dieses Brunnens ist glücklicherweise im Museo dell’Opera ausgestellt. Auf der südlichen Seite des Kreuzgangs wurde innerhalb des Gartens einer Befestigungsanlage ähnelndes Gebäude für die Dienstleistungen des Klosters (Waschräume, Werkstätten, eine Wasserzisterne, ein Stall etc.) errichtet. Das Gebäude wurde in der Nachkriegszeit demoliert, daher sind nur noch zwei Steinbecken und einige Pfeiler zwischen dem Portikus und dem Garten zu erkennen.

Der Brunnen mit den 4 gothischen Löwen innerhalb des Maiolica Kreuzgangs

Die franziskanische Bibliothek

Auf der nördlichen Seite vom Maiolica Kreuzgang von Santa Chiara befindet sich die franziskanische Bibliothek der Provinz von Neapel. Die Räumlichkeiten der Bibliothek waren ursprünglich der Klarissenfriedhof und vielleicht das Kapitelhaus mit der sogenanten Heiligen Treppe des Ordens. Hier werden etwa 50000 Bände zur franziskanischen Geschichte und Kultur sowie 40 Kodexe aus dem 16. und 17. Jahrhundert aufbewahrt. Leider konnten nur wenige Bücher aus dem Konventsarchiv den Brand aus dem Jahr 1943 überstehen. Zwischen den Bücherregalen erkennt man eine Kreuzigung des Gennaro Pierro aus dem 18. Jahrhundert und ein von der Wand gelöstes Fresko mit Heiligen und Devoten aus dem 14, Jahrhundert.

Die franziskanische Bibliothek mit dem Fresko der Kreuzigung

Die Krippe

Vor dem Ausgangsbereich wurde eine besonders schöne neapolitanische Krippe eingerichtet. Die besonders grosse Krippe aus der neapolitanischen Tradition zeigt eine klassische römische Tempellandschaft, in der ein Teil der neapolitanischen Bevölkerungsschicht des 18. Jahrhunderts eingesetzt wurde.

Die aufwendige neapolitanische Krippe am Ausgang

Erleben Sie mit mir oder einem meiner qualifizierten Kollegen die Stadt Neapel bei einer Führung. Gerne können Museen, Kirchen oder andere Besonderheiten individiduell ins Programm eingefügt werden.

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Die Basilika von Santa Chiara in Neapel

Der religiöse Ordenskomplex und die Basilika von Santa Chiara in Neapel ist sicherlich eines der bedeutendsten Beispiele der gothischen Architektur im im Süden Italiens. Bei der Basilika von Santa Chiara ist es eine provenzalische Gothik, die auf der Architektur der romanischen zisterziensischen und den neuen Strukturen der Bettelorden basiert. Die Beschreibung umfasst nur die wichtigsten Monumente und Kappellen der Basilika, innerhalb der Kirche sind neben den Kappellen Beschreibungen nachzulesen.

Der Bau und die Einweihung der Basilika

Der Bau der Basilika von Santa Chiara begann im Jahr 1310 im Auftrag des Königs Robert von Anjou und seiner zweiten Ehefrau Sancha von Mallorca, die eine bemauerte franziskanische Zittadelle mit einer Basilika und einem Klarissenkloster für die Frauen sowie einem Kloster der Minderen Brüder für die Männer beinhalten sollte. Der Bau dieser Ordenskomplexes war einer der ersten innerhalb der Altstadt von Neapel und betraf ein Gebiet, das damals zwischen dem unteren Decumanus und den spätrömischen Mauern als periphär galt. Das Königspaar fühlte sich dem Heiligen Franziskus und der Heiligen Clara devot und benötigten eine Hofkappelle für die Bestattungen und die wichtigsten Zelebrationen der Königsfamilie. Die Arbeiten wurden erst von Architekt Gagliardo Primario und später von Lionardo di Vito durchgeführt. Die Kirche war ursprünglich dem Heiligen Körper Christi gewidmet (wegen des Wunders von Bolsena im Jahr 1264), wurde im Jahr 1330 dem Kult eröffnet und schliesslich 1340 offiziell eingeweiht. Diese Daten kennen wir auch Dank der 4 anjouinischen Inschriften in grossen gothischen Buchstaben zwischen der Basis und der ersten Etage des Kirchturms. Die Inschriften wurden mit einigen chronologischen Fehlern nach dem Erdbeben von 1456 und beim Wiederaufbau des Turms wieder eingesetzt.

Ein Fresko-Fragment gothischer Kunst mit der MAdonna del Cucito

Der Kirchturm

Der von der Basilika getrennte Kirchturm wurde ab 1338 errichtet, konnte aber wegen dem Erdbeben von 1456 nicht fertiggestellt werden. Nach seinem Zusammenbruch wurde er erst später wieder aufgerichtet und im Jahr 1604 fertiggestellt. Der viereckige Kirchturm wurde durch Marmorrahmen auf drei Etagen aufgeteilt. Der unterste Bereich besteht dabei aus Felsblöcken, während die oberen Bereiche aus Backsteinen mit tuskanischen (mittlerer Bereich) und ionischen (oberster Bereich) Lesenen errichtet wurde. Zwischen dem mittleren und der obersten Etage verläuft auch ein mit Metopen, Triglyphen und dem franziskanischen Symbol der überinander geschlagene Arme dekoriertem Gebälk. Der Kirchturm war übrigens auch Schauplatz von schweren Kämpfen. Das spanische Militär nutzte den Kirchturm für ihre Schweren Waffen um den Masaniello Aufstand zu unterdrücken (1647/48) und bombardierte die im Kirchturm gelagerte Familie Carafa während des sogenannten Macchia Putsches von 1701.

Der getrennt stehnde Kirchturm dr Basilika

Historische Events in der Basilika von Santa Chiara

Nach der Einweihung erlebt die Basilika und der religiöse Komplex von Santa Chiara in darauffolgenden Jahrhunderten eine recht stabile Zeit. Am 29. August 1344 wird in der Basilika Johanna I von Anjou als Königin gekürt und 38 Jahre später nach dem Mord durch ihren Cousin Karl III dem Volk ihr lebloser Körper präsentiert. Am 14. August 1571 erhält Johannes von Österreich von Papst Pius V hier das am Ende siegreiche Kommando über die christlichen Truppen in der Schlacht von Lepanto gegen die Ottomanen.

Ein Bild des Grabmahls von Robert von Anjou vor den Bombenangriffen im 2. Weltkrieg

Die barocke Erneuerung

Eine bedeutende stilistische Veränderung wird im 18. Jahrhundert durch die Barockisierung der Kirche unter Domenico Antonio Vaccaro ab 1742 beginnen. Die Fenster des Hauptschiffs wurden vergrössert, die gothische Balkendecke mit einem mit Stuck dekoriertem Bogen verkleidet. Ausserdem wurden zwei grosse Bögen hinzugefügt um die Kirchhalle vom Presbiteirum und den Chor für die Ordensbrüder an der Gegenfassade abzutrennen. Weiterhin wurden die Kirchwände mit buntem Marmor und Dekorationen in goldenem Holz verkleidet. Neue Bilder wurden der Basilika durch Francesco de Mura, Sebastiano Conca und Giuseppe Bonito hinzugefügt. Die barocke Erneuerung hält aber leider nur circa 2 Jahrhunderte bis zum fatalen Angriff der Allierten durch die Bombardierung der Kirche um 13.30 Uhr des 4. Augusts 1943 durch Flugattacken, bei dem die Kirche zwei ganze Tage ausbrennt, die barocke Dekoration fast komplett zerstört und die gothische Struktur stark beschädigt wird. Bei dem Brand von Notre-Damme in Paris kamen bei vielen Neapolitanern traurige Erinnerungen an den Brand der Basilika von Santa Chiara und dem Verlust der vielen Kunstwerke wieder hoch.Zwei Jahre nach dem Brand wurde im Jahr 1945 von Galdieri und Barberis dem Brand der Basilika auch das Lied “Munastero ‚e Santa Chiara” gewidmet, in dem der Trauer der Bevölkerung über die Folgen des Brandes besungen wird. Ab 1944 versucht Architekt Mario Zampino die Kirche in ihrem ursprünglichen provenzalischen gothischen Stil wieder herzustellen. Die Wiedereröffnung der Kirche fand am 3. August 1953, exakt 10 Jahre nach der Bombardierung, mit einer grossen Zerimonie statt.

Der Eingang zur Zittadelle nah der Piazza del Gesù in der Altstadt von Neapel

Die Fassade und der Eingangsbereich

Der Zugang in den Innenhof der Zittadelle durch die Mauer wurde durch einen gothischen Bogen mit einem Fingernagel aus Peperino und einer damals dekorierten Lünette gestaltet. Die Basilika hat hingegen eine gelbe Tufsteinfassade mit einer kleinen Vorhalle aus drei ogivalen Bögen aus Pipern, wobei der mittlere das Wappen der Sancha aus Mallorca zeigt, sowie einem ogivalem Gewölbe als Decke. Der Haupteingang hat seitliche Einlagen aus Porfid-, gelbem und Pietrasanta-Marmor und zeigt auch hier das Wappen der Sancha auf dem Hauptbalken. Die im Durchmesser 8 Meter messende Fensterrose wurde nach der Bombardierung wieder in die Fassade eingesetzt und ist in sechs kleine Kreise mit noch kleineren Kreisen aufgeteilt. Über der Fensterrose ist noch ein Opaion mit drei Rundungen zu sehen.

Die grosse Fensterrose der Fassade im Detail

Die Innenstruktur

Die Innenstruktur der Basilika von Santa Chiara basiert auf einem einzigen Schiff (82 Meter Länge, 29 Meter Breite und 46 Meter Höhe) mit einem Presbiterium ohne Absis. Die Aula wird durch einen ursprünglich aus Holz bestehendem Dachstuhl aus Zement sowie einem Tonnengewölbe im Presbiterium bedeckt. Die Aula hat jeweils 10 Kappellen auf jeder Seite mit 16 Meter hohen schmalen Zwillingsfenstern. Das Presbiterium hat vier runde Öffnungen sowie ein Viererfenster, das teilweise vom Grabmahl des Robert von Anjou verdeckt wird. Der Fussboden stammt von Ferdinando Fuga von 1762, wurde aber nach der Bombardierung reproduziert und mit einem anjouinisch/aragonesischem Wappen bedacht.

Die Gegenfassade

Die Kirche betretend befindet sich auf der linken Seite des Eingangs das Grabmahl der Penna Familie aus dem 15. Jahrhundert von Antonio Baboccio da Piperno. Das Werk wurde im Jahr 1627 in einen Altar verwandelt, wobei der Sarkophag in die zweite Kappelle des rechten Kirchenschiffs verlegt wurde und der Baldachin und eine in der Mauer integrierte Grabmahlsplatte hinterlassen wurden. Der Baldachin wird hinten von zwei Halbsäulen und vorne von zwei mit vegetalen Motiven dekorierten Säulen auf Löwen gestützt. Auf der Frontseite sind ein segnender Christus, eine Madonna der Verkündigung und der Erzengel Gabriel dargestellt. Auf der Rückwand zeigt ein anonymen Künstler (als Maestro di Penna bezeichnet) Fresken von einer von Giovanni und Onofrio Penna verehrten Jungfrau, eine Dreifaltigkeit sowie zwei Heilige. Auf der anderen Seite des Eingangs befindet sich das Grabmahl von Agnese und Clemenza von Duraz von einem unbekannten Künstler des 15. Jahrhunderts mit einer Darstellung der Beweinung Christi und zwei Engeln. Zwei Statuen des Glaubens und der Karitas die wie Karyatiden das Monument stützen. Die beiden hier begrabenen anjouinischen Prinzipessinen waren die Töchter von Karl von Anjou Herzog von Duraz und Schwestern der Königin Margherita von Duraz. Ursprünglich befand sich dieses Grabmahl neben den anderen anjouinischen königlichen Grabmählern im Presbiterium und wurde nach der Restaurierung in Folge des zweiten Weltkriegs an die Gegenfassafe verlegt.

Der Baldachin des Penna Grabmahls

Das rechte Kirchenschiff der Basilika von Santa Chiara

Die zweite Kappelle

Die zweite Kappelle ist den Heiligen Abt Agnello gewidmet und zeigt ein Fresko aus dem 14. Jahrhundert eines Bischofs (vielleicht Agnello) von einem unbekannten Künstler der Giotto-Schule, das sich ursprünglich im Kloster befand. Hier ist das Grabmahl des Antonio Penna von Antonio Baboccio da Piperno aus dem 14. Jahrhundert zu sehen, das sich ursprünglich unter dem Baldachin am Haupteingang befand. Das gothische Grabmahl zeigt ein Basrelief mit einer Mutter Gottes mit Kind, die Heiligen Paulus, Antonio und Onofrio und die Heiligen Hieronymus, Johannes den Täufer und Ignaz von Antochia.

Der Sarkophag des Antonio Penna
Die dritte Kappelle

Die dritte Kappelle ist dem heiligen Abt Benedikt gewidmet und zeigt ein gothisches Fresko von einem unbekannten Künstler mit der Darstellung des Benedikts. An der Wand ist ein schöner Sarkophag der del Balzo Familie zu sehen, der auf drei Reihen mit zwei je kleinen Säulen ein Basrelief mit einer Madonna mit Kind, zwei Ritter, der heiligen Katherina von Alexandria, dem Heiligen Petrus, Stefan und einem unbekannten Heiligen.

Der del Balzo Sarkophag aus dem rechten Kirchenschiff der Basilika von Santa Chiara
Die achte Kappelle

Diese Kappelle ist der Geburt Jesu gewidmet und beinhaltet das Bild der Anbetung der Hirten des Marco Pino aus Siena aus dem 16. Jahrhundert. Auf der linken Seite ist ein Fragment des Grabmahls des jung verstorbenen Ludovico von Duraz von Pacio Bertini aufgehängt worden

Der aus Siena stammende Marco Pino mit seiner Anbetung der Hirten
Die zehnte Kappelle

Die zehnte Kappelle hat eine besondere Bedeutung, da sie der königlichen Familie der Bourbonen angehörte und sie eine der beiden Kappellen ist, in der die barocke Dekoration nicht verbrannt ist. König Karl III wollte 1742 eine provvisorische Kappelle für die Königsfamilie innerhalb der Basilika von Santa Chiara. Im 14. Jahrhundert war diese Kappelle dem Heiligen Ludwig von Toulouse gewidmet und beinhaltete das berühmte Bild Der Heilige Ludwig von Toulouse kürt Robert zum König von Simone Martini, das heute in der Bildergallerie von Capodimonte ausgestellt ist und eines der wichtigsten Werke des Museums darstellt. Das Bild über dem Altar der Ungläubigkeit des Heiligen Thomas stammt von Girolamo Macchietti aus dem 16. Jahrhundert. Der aufwenige Sarkophag auf der linken Seite beinhaltet di Reste von Philipp, erster und mental behinderter Sohn von König Karl III dem Bourbonen, der im Alter von 30 Jahren verstorben ist. Die Struktur stammt von einer Zeichnung des Ferdinando Fuga und die Putten sind ein Werk des Giuseppe Sanmartino, der durch sein Werk des verschleierten Christus beeits einen wichtigen Status erreicht haben musste. Auf der rechten Seite der Kappelle liegen die Reste der bourbonischen Familie Ferdinando I,Francesco I mit seinen beiden Ehefrauen Maria Clementina von Habsburg und Maria Isabella von Spanien, Maria Teresa von Habsburg-Teschen(zweite Frau des Ferdinand II), Francesco II mit seiner Frau Maria Sophia von Bayern, dessen Tochter Maria Cristina Pia und Mutter Maria Cristina di Savoia. Neben der Kappelle sind ausserdem noch schöne Fragmente eines gothischen Freskos der Madonna del Cucito der senesischen Schule zu erkennen.

Das Grabmahl des Bourbonen Philipp mit Engelns des Sanmartino

Das Presbiterium

Im Presbiterium sind einige monumentale Grabmähler der anjouinischen Königsfamilie und nicht zuletzt das grösste königliche Grabmahl des italienischen Mittelalters zu besichtigen. Auf der rechten Seite des Presbiteriums befindens sich die beiden Grabmähler von Karl von Kalabrien und seiner 1331 verstorbenen zweiten Ehefrau Maria von Valois.

Das Grabmahl der Maria von Valois von Tino di Camaino
Die Grabmähler von Maria von Valois und Herzog Karl von Kalabrien

Dieses Grabmahl wurde lange Zeit als das Grabmahl der Königin Johanna I gehalten, gehört aber ihrer Mutter Maria von Valois an. Das Monument gilt, zumindest was die Skulptur und die Engel betrifft, als ein Werk des Tino di Camaino. An den beiden Enden des Sarkophags sind ein Engel, eine Maria der Verkündung und unter den Bögen Maria von Valois, Johanna I, Maria von Duraz, Maria von Anjou und Carlo Martello abgebildet. Auf den seitlichen Flächen werden hingegen die Heiligen Klara und Elisabeth dargestellt. Die Karyatiden des Monumets repräsentieren die Karitas und die Mässigung der Maria von Valois. Eine Madonna mit Kind schliesst die Spitze des Grabmahls ab. Links vom Grabmahl der Maria von Valois befindet sich das Grabmahl des Karl von Anjou Herzog von Kalabrien, das ebenfalls von Tino di Camaino mit Gehilfen und der Verwendung antiken Marmors aus Terracina und Rom errichtet wurde. Auf der Frontseite ist ein Basrelief mit dem Herzog auf dem Thron wird von seinen kirchlichen und weltlichen Funktionären geehrt zu sehen.Der Herzog ist als Statthalter und als oberster Reichsverwalter gekleidet und zu seinen Füssen trinken ein Wolf und ein Lamm aus der selben Schüssel. Die Karyatiden stützen auf Löwen und stellen die Gerechtigkeit, die Tapferkeit, die Mässigung, die Klugheit, den Glauben, die Hoffnung, die Karitas und eine weitere noch nicht identifizierte Tugend dar.

Das Grabmahl des Karl Herzog von Kalabrien

Das Grabmahl von König Robert von Anjou

Hinter dem Hauptaltar ist das von den Brüdern Giovanni und Pacio unter der Nachfolgerin Johanna I zwischen 1343 und 1345 und im zweiten Weltkrieg beschädigtem monumentalen Grabmahl des König Robert von Anjou zu erkennen. Es ist das grösste königliche Grabmahl des Mittelalters in Italien. Die alegorischen Figuren der Tugenden Hoffnung, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mässigung halten den Sarkophag mit einem Basrelief, das König Robert auf einem Bischofssitz darstellt. Zu seiner rechten Seite sind die Königin Sancha aus Mallorca, die Neffin Johanna I und Roberts zweiter Sohn Ludovico zu erkennen. Zu seiner linken Seite kann man seine erste Ehefrau Violante von Aragon, Karl von Kalabrien und Maria von Valois erkennen. Auf den Seiten des Sarkophags werden Ludovico von Duraz, Carlo Martelo (Sohn des Karl von Kalabrien) und die beiden Töchter des Carlo Martello repräsentiert. Auf der Sargplatte wird der liegende König Robert in einem franziskanischen Gewand abgebildet. Im Hintergrund sind ausserdem die Freien Künste des Triviums und des Quadriviums (Grammatik, Dialektik, Rhetorik, Musik, Geometrie, Arithmetik und Astronomie) dargestellt. Auf der höchsten Stelle des Monuments ist König Robert auf dem Thron sitzend über der Aufschrift des Petrarca “Cernite Robertum Regem Virtutem Refertum” (Schaut zu König Robert reich an Tugenden) eingesetzt worden. Die Bombardierungen von 1943 haben einen Teil des Monuments leider zerstört: einige erhaltene Reste wie der Kopf der Madonna, König Robert kniet vor dem Heiligen Franziskus und ein Teil des dekorativen Marmortuche sind im Museo dell’Opera des Monumentalen Komplexes von Santa Chiara ausgestellt.

Das monumentale Grabmahl des Königs Robert von Anjou hinter dem Hauptltar
Das Grabmahl der Maria von Duraz

Auf der linken Seite des Prebiteriums ist das Grabmahl der Maria von Duraz zu erkennen. Maria war die Schwester der Johanna I. und die Ehefrau des Karl von Duraz. Der Baldachin wird von Spiralensäulen gehalten und der Sarkophag der Maria stützt auf den zwei Skulpturen der Hoffnung und Karitas und zwei Löwen, Der Sarkophag selbst ist mit einer Madonna mit Kind zwischen den Heiligen Paulus, Katherina von Alexandria, Maria Magdalena und Petrus dekoriert. An den Ober- und Unterteil wurden ein Erzengel Gabriel und eine Maria der Verkündigung angebracht. Auf den Seiten sind weiterhin eine Heiliger Georg und ein Zelebrierender zu sehen, über dem Sarkophag wird die liegende Verstorbene auf einer Sargplatte mit einem Kruzifix dargestellt.

Die Spiralensäulen am Grabmahl der Maria von Duraz
Der Hauptaltar

Der Hauptaltar mit 16 Spiralsäulen mit unterschiedlichen Kapitellen stammt aus dem 14. Jahrhundert von einem leider nicht bekannten Künstler. Das schöne Kruzifix ist ein schönes Beispiel erhaltener gothischer Kunst aus dem 14. Jahrhundert. Unter den Bögen aus drei Kreisen sollten ursprünglich kleine Statuen gestanden haben, von denen die 4 erhaltenen im Museo dell’Opera ausgestellt in, während in der Basilika nur noch die Basen zu erkennen sind. An dem höchsten Punkt des Altars halten Engel zwei Wappen der Königin Sancha aus Mallorca.

Das gothische Kruzifix am Hauptaltar der Basilika von Snta Chiara in Neapel

Das linke Kirchenschiff der Basilika von Santa Chiara

Die neunte Kappelle

Vom Altar aus kommend ist die neunte Kappelle der Heiligen Maria Francesca gewidmet. Auf der mittleren Wand ist ein Fries des sogenannten Maestro Durazzesco mit einem Christus, der Jungfrau Maria und dem Heiligen Johannes in drei Nischen zu sehen. Auf der linken Seite steht der Sarkophag des Giovanni Battista Sanfelice und andere Grabmähler aus der Familie des berühmten neapolitanischen Architekten Ferdinando Sanfelice und seinem Palazzo Sanfelice im Stadtviertel Sanità. Der Herzogs von Rodi Garganico liess sich in einem antiken römischen Sarkophag begraben, der auf einem seiner Landgüter gefunden wurde und aus dem 3. oder 4. Jahrhundert nach Christus stammt. Auf dem Sarkophag ist der in der Änäis von Vergil und der Metamorphose von Ovid beschriebene Mythos von Protesilaus und Laudamia abgebildet. Auf dem Fussboden ist das Wappen der Familie abgebildet, auf der rechten Seite der Kappelle ist ein Basrelief aus dem 19. Jahrhundert der Giustina Monforte eingesetzt worden.

Der wiederverwendete Sarkophag aus der Antike
Die siebte Kappelle

Die dem Heiligen Franziskus von Assisi gewidmete Kappelle ist die weitere erhaltene barocke Kappelle der Basilika von Santa Chiara. Der adlige Girolamo del Balzo liess die Kappelle im 17. Jahrundert mit vegetalen Motiven, geometrischen Dekorationen, Marmorwänden, einer weiss/rot/blauen Kassettendecke mit viereckigen und oktagonalen Kassetten und Stuckarbeiten erneuern. In den Lünetten sind mit dem Abdruck der Stigmata und der Alegorie zur franzikanischen Demut Szenen aus dem Leben des Heiligen Franziskus dargestellt. Die Statue des Heiligen Franziskus in der Nische in der zentralen Wand eingesetzt stammt von einem neapolitanischen Künstler aus dem 17. Jahrhundert. An den seitlichen Wänden sieht man die beiden Medaglions der Portraits von Battista und Beatrice del Balzo (rechts) und Isotta und Girolamo del Balzo (links). Auf der linken Seite ist ausserdem das Grabmahl des Raimondo del Balzo mit den drei Skulpturen der Tugenden Gerechtigkeit, Tapferkeit und Milde, die den Sarkophag mit der Skulptur des Verstorbenen mit 6 Falknern und einer Madonna mit Kind eines toskanischen Künstlers stützen. Auf der rechten Seite ist das im gleichen Stil gefertigte Grabmahl der im selben Jahr verstorbenen Ehefrau des Raimondo del Balzo Isabella Apia zu bewundern. Hier zeigen die Karyatiden die Tugenden des Glaubens, der Klugheit und Hoffnung und die liegende Verstorbene wird mit ihren Brautjungern gezeigt. Die Inschrift auf den Seiten erinnert an einige Verwandte der del Balzo Familie und an ihren Abstammung von einem der drei Heiligen Könige.

Die gothische Kunst am Grabmahl des Raimondo del Balzo
Die zweite Kappelle

Diese Kappelle ist den antonianischen Wundern gewidmet. Auf der linken Seite steht der schöne Sarkophag des Drugo Merloto auf zwei kleinen Säulen mit einem Basrelief mit 5 Oktagons und Wappen. Die Skulptur des Verstorbenen im Kriegsgewand wurde schräg liegend angebracht. Hinter der Skulptur sind ein Christus, der Heilige Franziskus und der Heilige Ludwig von Tolouse (Bruder des Königs Robert) auf Rauten zu erkennen. Der oberen Teil des Monuments wurde mit einer Madonna mit Kind zwischen zwei Heiligen und dem knienden Drugo Merloto dekoriert. Auf der rechten Seite der Kappelle ist der gothische Sarkophag aus dem 14. Jahrhundert mit der Darstellung der Jungrau Maria mit Kind, den Heiligen Agnes, Paulus, Catherina und Petrus. Auf der Rückwand sind noch Reste der gothischen Freskendekoration des 14. Jahrhunderts und Kleeblättern erhalten geblieben.

Der obere Teil im Detail des Grabmahls von Drugo Merloto

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Die Basilika der Santa Restituta

Auf dem linken Kirchenschiff der Kathedrale von Neapel befindet sich der Zugang zur frühchristlichen Basilika der Santa Restituta, dem ursprünglichen Bischofssitz der Stadt Neapel, die vom Imperator Konstantin im 4. Jahrhundert nach Christus der Legende nach auf einem ehemaligen Apollo-Tempel (wobei es hier keine archäologischen Beweise gibt) gegründet wurde. Die Basilika ist eine der ältesten Dokumente der frühchristlichen Kunst innerhalb der Region Kampanien.

Die Struktur der Basilika

Die Struktur

Die Struktur der Basilika der Santa Restituta hatte ursprünglich fünf Kirchenschiffe, die durch antike Säulen getrennt wurden. Doch während der anjouinischen Zeit wird die Basilika der Santa Restituta modernisiert und zwei Kirchenschiffe in Kappellen umgewandelt. Um die aktuelle Kathedrale einzurichten wurde die Basilika zudem gekürzt und von die Fassade entfernt. Heute kann man nach der Restaurierung im Jahr 1972 noch einen Teil der frühchristlichen Struktur im Hauptschiff, das weiterhin von antiken Marmor- und Granitsäulen mit korinthischen Kapitellen gestützt wird, sowie in der kugelförmigen Absis mit einem nordafrikanischen Einfluss in der Dekoration erkennen. Von der Erneuerung der Basilika der Santa Resituta durch die Anjou stammen die Spitzbögen über den Kappellen und der erhöhte Fussboden, der auf die Ebene der neuen Kathedrale von Neapel angeglichen wurde. Von dem originalen Mosaikfussboden sieht man nur vereinzelt Reste neben manchen Säulen, von denen damals eine grössere Länge sichtbar war als heute. Der Rest der Struktur stammt komplett von der Erneuerung durch Arcangelo Guglielmelli nach dem Erdbeben von 1688, das sowohl in der Kathedrale, aber besonders in der mittlerweile baufälligen Basilica erhebliche Schäden anrichtete.

Die Decke mit dem Bild von Luca Giordano

Die Dekoration des Hauptschiffs

Die Decke auf Papier und Leinwand ist vielleicht noch vom Ende des 17. Jahrhunderts, wurde aber mehrmals restauriert, während das zentrale Bild Der Körper der Santa Restituta wird auf einem Boot von den Engeln nach Ischia getrieben von Luca Giordano stammt. Die Seitenwanddekoration mit den 18 runden Bildern des Christus, der Jungfrau und den Aposteln des Francesco de Mura sowie die 16 Bilder zwischen den Fenstern von Santolo Cirillo wurden von zwei Gläubigen der Basilika der Santa Restitura im Jahr 1734 gespendet und eingesetzt. Über dem Christus in der Mandel am Hauptaltar ist das barocke Fresko der 24 Senioren der Apokalypse von Lorenzo Vaccaco zu sehen, das um das Jahr 1690 gefertigt wurde.

Der Christus in der Mandel am Hauptaltar

Der Hauptaltar

Die Dekoration im byzanthinischen Stil am Hauptaltar mit dem Fresko der Deësis des Christus stammt wohl aus den Jahren zwischen dem 11. und dem 12. Jahrhundert nach Christus, aus einer Zeit wo die Basilika der Santa Restituta noch dem Christus und nicht der afrikanischen Schutzpatronin aus Ischia gewidmet war. Die Technik das Gesicht auf einer Holztafel in die Wand einzusetzten und umrum mit Wolken, Figuren und Tieren als Fresko zu dekorieren ist leider nur noch am Gesicht des Christus zu erkennen. Von der ursprünglichen Dekoration ist nur noch die grosse Figur mit dem sogenannten Christus in der Mandel und dem blauen Himmel und dem Engel oben links und Fragmente der Symbole der vier Evangelisten am Rand des Bildes erhalten. Auch wenn ein Teil der heutigen Dekoration vom Ende des 16. Jahrhunderts, wohl von Silvestro Buono, sowie aus dem 18. Jahrhundert stammt, bleibt dieses Werk der einzige Rest der romanischen Kunst der Stadt Neapel und zeigt die starke Bindung zwischen dem Herzogtum von Neapel mit der byzanthinischen Hauptstadt des oströmischen Imperiums. Im Zentrum des Hauptaltars hängt eine sehr schöne Tafel vom Anfang des 16. Jahrhunderts mit der Madonna im Thron zwischen dem Heiligen Michel und der Heiligen Restituta von Andrea Sabatini oder Stefano Sparano, die den Einfluss der Kunst aus Mittelitalien und Venetien in jener Zeit aufzeigt.

Die Kappellen im rechten Kirchenschiff

Auch wenn die rechten Kappellen keine artistischen Highlights aufweisen, sind auch hier einige schöne Werke zu beobachten: in der zweiten Kappelle hängt ein gut gelungenes gothisches Kruzifix aus dem 14. Jahrhundert, in der letzten Kappelle hängen einige Geschichten des San Gennaro vom toskanischen Künstler Giovanni Balducci. Am Ende des Seitenschiffs sind einige Reste der gothischen Fresken im Stil des Cavallini des Jüngsten Gerichts und ein Renaissance-Ziborium auf einem wiederverwendeten antiken Sarkophag beim Grabmahl des Riccardo Piscicelli. Hier ist der Zugang in das frühchristliche Baptisterium des San Giovanni in Fonte, das wegen seiner Wichtigkeit in einem gesonderten Artikel beschrieben wird.

Das Mosaik von Lello da Orvieto

Das linke Kirchenschiff

Auf der linken Seite der Absis erhält die grosse Kappelle der Santa Maria del Principio mit dem Bild der Madonna del Principio zwischen den Heiligen Restituta und Gennaro eine weitere rare Kunstverziehrung. Das Mosaik, was vielleicht einen älteren Urspung hat, trägt die Unterschrift des ebenfalls in der Kathedrale von Neapel tätigen Lello da Orvieto mit dem Jahr 1322. Die Kappelle erhält auch Fresken des Giovanni Balducci und einer Tafel des aus Kalabrien stammenden Negroni, eine absolute Besonderheit sind aber die beiden Brüstungen aus Marmor, wohl Teil einer Kanzel aus dem 13. Jahrhundert, die mit den Geschichten der Heiligen Josef und Samson sowie den Geschichten des Heiligen Gennaro und anderen eine wahres Meisterwerk der spätromanischen Kunst darstellen. Neben dieser Kappelle ist auch der Zugang in einen momentan geschlossen unterirdischen Bereich des griechisch-römischen Neapels und zur Sakrestei der Basilika der Santa Restituta. Kurz vor dem Ausgang ist noch der 1887 nach hier verlegte ehemalige Altar der Crypta der Kathedrale von Domenico Antonio Vaccaro von 1735 sowie das Ehrengrabmahl gelehrten Kanonikers des Alessio Simmaco Mazzocchi des Giuseppe Sammartino von 1776.

Erleben Sie mit mir oder einem meiner qualifizierten Kollegen die Stadt Neapel bei einer Führung. Gerne können Museen, Kirchen oder andere Besonderheiten individiduell ins Programm eingefügt werden.

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