Die Basilika der Santa Restituta

Auf dem linken Kirchenschiff der Kathedrale von Neapel befindet sich der Zugang zur frühchristlichen Basilika der Santa Restituta, dem ursprünglichen Bischofssitz der Stadt Neapel, die vom Imperator Konstantin im 4. Jahrhundert nach Christus der Legende nach auf einem ehemaligen Apollo-Tempel (wobei es hier keine archäologischen Beweise gibt) gegründet wurde. Die Basilika ist eine der ältesten Dokumente der frühchristlichen Kunst innerhalb der Region Kampanien.

Die Struktur der Basilika

Die Struktur

Die Struktur der Basilika der Santa Restituta hatte ursprünglich fünf Kirchenschiffe, die durch antike Säulen getrennt wurden. Doch während der anjouinischen Zeit wird die Basilika der Santa Restituta modernisiert und zwei Kirchenschiffe in Kappellen umgewandelt. Um die aktuelle Kathedrale einzurichten wurde die Basilika zudem gekürzt und von die Fassade entfernt. Heute kann man nach der Restaurierung im Jahr 1972 noch einen Teil der frühchristlichen Struktur im Hauptschiff, das weiterhin von antiken Marmor- und Granitsäulen mit korinthischen Kapitellen gestützt wird, sowie in der kugelförmigen Absis mit einem nordafrikanischen Einfluss in der Dekoration erkennen. Von der Erneuerung der Basilika der Santa Resituta durch die Anjou stammen die Spitzbögen über den Kappellen und der erhöhte Fussboden, der auf die Ebene der neuen Kathedrale von Neapel angeglichen wurde. Von dem originalen Mosaikfussboden sieht man nur vereinzelt Reste neben manchen Säulen, von denen damals eine grössere Länge sichtbar war als heute. Der Rest der Struktur stammt komplett von der Erneuerung durch Arcangelo Guglielmelli nach dem Erdbeben von 1688, das sowohl in der Kathedrale, aber besonders in der mittlerweile baufälligen Basilica erhebliche Schäden anrichtete.

Die Decke mit dem Bild von Luca Giordano

Die Dekoration des Hauptschiffs

Die Decke auf Papier und Leinwand ist vielleicht noch vom Ende des 17. Jahrhunderts, wurde aber mehrmals restauriert, während das zentrale Bild Der Körper der Santa Restituta wird auf einem Boot von den Engeln nach Ischia getrieben von Luca Giordano stammt. Die Seitenwanddekoration mit den 18 runden Bildern des Christus, der Jungfrau und den Aposteln des Francesco de Mura sowie die 16 Bilder zwischen den Fenstern von Santolo Cirillo wurden von zwei Gläubigen der Basilika der Santa Restitura im Jahr 1734 gespendet und eingesetzt. Über dem Christus in der Mandel am Hauptaltar ist das barocke Fresko der 24 Senioren der Apokalypse von Lorenzo Vaccaco zu sehen, das um das Jahr 1690 gefertigt wurde.

Der Christus in der Mandel am Hauptaltar

Der Hauptaltar

Die Dekoration im byzanthinischen Stil am Hauptaltar mit dem Fresko der Deësis des Christus stammt wohl aus den Jahren zwischen dem 11. und dem 12. Jahrhundert nach Christus, aus einer Zeit wo die Basilika der Santa Restituta noch dem Christus und nicht der afrikanischen Schutzpatronin aus Ischia gewidmet war. Die Technik das Gesicht auf einer Holztafel in die Wand einzusetzten und umrum mit Wolken, Figuren und Tieren als Fresko zu dekorieren ist leider nur noch am Gesicht des Christus zu erkennen. Von der ursprünglichen Dekoration ist nur noch die grosse Figur mit dem sogenannten Christus in der Mandel und dem blauen Himmel und dem Engel oben links und Fragmente der Symbole der vier Evangelisten am Rand des Bildes erhalten. Auch wenn ein Teil der heutigen Dekoration vom Ende des 16. Jahrhunderts, wohl von Silvestro Buono, sowie aus dem 18. Jahrhundert stammt, bleibt dieses Werk der einzige Rest der romanischen Kunst der Stadt Neapel und zeigt die starke Bindung zwischen dem Herzogtum von Neapel mit der byzanthinischen Hauptstadt des oströmischen Imperiums. Im Zentrum des Hauptaltars hängt eine sehr schöne Tafel vom Anfang des 16. Jahrhunderts mit der Madonna im Thron zwischen dem Heiligen Michel und der Heiligen Restituta von Andrea Sabatini oder Stefano Sparano, die den Einfluss der Kunst aus Mittelitalien und Venetien in jener Zeit aufzeigt.

Die Kappellen im rechten Kirchenschiff

Auch wenn die rechten Kappellen keine artistischen Highlights aufweisen, sind auch hier einige schöne Werke zu beobachten: in der zweiten Kappelle hängt ein gut gelungenes gothisches Kruzifix aus dem 14. Jahrhundert, in der letzten Kappelle hängen einige Geschichten des San Gennaro vom toskanischen Künstler Giovanni Balducci. Am Ende des Seitenschiffs sind einige Reste der gothischen Fresken im Stil des Cavallini des Jüngsten Gerichts und ein Renaissance-Ziborium auf einem wiederverwendeten antiken Sarkophag beim Grabmahl des Riccardo Piscicelli. Hier ist der Zugang in das frühchristliche Baptisterium des San Giovanni in Fonte, das wegen seiner Wichtigkeit in einem gesonderten Artikel beschrieben wird.

Das Mosaik von Lello da Orvieto

Das linke Kirchenschiff

Auf der linken Seite der Absis erhält die grosse Kappelle der Santa Maria del Principio mit dem Bild der Madonna del Principio zwischen den Heiligen Restituta und Gennaro eine weitere rare Kunstverziehrung. Das Mosaik, was vielleicht einen älteren Urspung hat, trägt die Unterschrift des ebenfalls in der Kathedrale von Neapel tätigen Lello da Orvieto mit dem Jahr 1322. Die Kappelle erhält auch Fresken des Giovanni Balducci und einer Tafel des aus Kalabrien stammenden Negroni, eine absolute Besonderheit sind aber die beiden Brüstungen aus Marmor, wohl Teil einer Kanzel aus dem 13. Jahrhundert, die mit den Geschichten der Heiligen Josef und Samson sowie den Geschichten des Heiligen Gennaro und anderen eine wahres Meisterwerk der spätromanischen Kunst darstellen. Neben dieser Kappelle ist auch der Zugang in einen momentan geschlossen unterirdischen Bereich des griechisch-römischen Neapels und zur Sakrestei der Basilika der Santa Restituta. Kurz vor dem Ausgang ist noch der 1887 nach hier verlegte ehemalige Altar der Crypta der Kathedrale von Domenico Antonio Vaccaro von 1735 sowie das Ehrengrabmahl gelehrten Kanonikers des Alessio Simmaco Mazzocchi des Giuseppe Sammartino von 1776.

Weitere Informationen zu den Monumenten der Stadt Neapel finden Sie auch in der Kategorie in meinem Blog.

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