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Monumente der Stadt Neapel

Die Basilika von Santa Chiara in Neapel

Der religiöse Ordenskomplex und die Basilika von Santa Chiara in Neapel ist sicherlich eines der bedeutendsten Beispiele der gothischen Architektur im im Süden Italiens. Bei der Basilika von Santa Chiara ist es eine provenzalische Gothik, die auf der Architektur der romanischen zisterziensischen und den neuen Strukturen der Bettelorden basiert. Die Beschreibung umfasst nur die wichtigsten Monumente und Kappellen der Basilika, innerhalb der Kirche sind neben den Kappellen Beschreibungen nachzulesen.

Der Bau und die Einweihung der Basilika

Der Bau der Basilika von Santa Chiara begann im Jahr 1310 im Auftrag des Königs Robert von Anjou und seiner zweiten Ehefrau Sancha von Mallorca, die eine bemauerte franziskanische Zittadelle mit einer Basilika und einem Klarissenkloster für die Frauen sowie einem Kloster der Minderen Brüder für die Männer beinhalten sollte. Der Bau dieser Ordenskomplexes war einer der ersten innerhalb der Altstadt von Neapel und betraf ein Gebiet, das damals zwischen dem unteren Decumanus und den spätrömischen Mauern als periphär galt. Das Königspaar fühlte sich dem Heiligen Franziskus und der Heiligen Clara devot und benötigten eine Hofkappelle für die Bestattungen und die wichtigsten Zelebrationen der Königsfamilie. Die Arbeiten wurden erst von Architekt Gagliardo Primario und später von Lionardo di Vito durchgeführt. Die Kirche war ursprünglich dem Heiligen Körper Christi gewidmet (wegen des Wunders von Bolsena im Jahr 1264), wurde im Jahr 1330 dem Kult eröffnet und schliesslich 1340 offiziell eingeweiht. Diese Daten kennen wir auch Dank der 4 anjouinischen Inschriften in grossen gothischen Buchstaben zwischen der Basis und der ersten Etage des Kirchturms. Die Inschriften wurden mit einigen chronologischen Fehlern nach dem Erdbeben von 1456 und beim Wiederaufbau des Turms wieder eingesetzt.

Ein Fresko-Fragment gothischer Kunst mit der MAdonna del Cucito

Der Kirchturm

Der von der Basilika getrennte Kirchturm wurde ab 1338 errichtet, konnte aber wegen dem Erdbeben von 1456 nicht fertiggestellt werden. Nach seinem Zusammenbruch wurde er erst später wieder aufgerichtet und im Jahr 1604 fertiggestellt. Der viereckige Kirchturm wurde durch Marmorrahmen auf drei Etagen aufgeteilt. Der unterste Bereich besteht dabei aus Felsblöcken, während die oberen Bereiche aus Backsteinen mit tuskanischen (mittlerer Bereich) und ionischen (oberster Bereich) Lesenen errichtet wurde. Zwischen dem mittleren und der obersten Etage verläuft auch ein mit Metopen, Triglyphen und dem franziskanischen Symbol der überinander geschlagene Arme dekoriertem Gebälk. Der Kirchturm war übrigens auch Schauplatz von schweren Kämpfen. Das spanische Militär nutzte den Kirchturm für ihre Schweren Waffen um den Masaniello Aufstand zu unterdrücken (1647/48) und bombardierte die im Kirchturm gelagerte Familie Carafa während des sogenannten Macchia Putsches von 1701.

Der getrennt stehnde Kirchturm dr Basilika

Historische Events in der Basilika von Santa Chiara

Nach der Einweihung erlebt die Basilika und der religiöse Komplex von Santa Chiara in darauffolgenden Jahrhunderten eine recht stabile Zeit. Am 29. August 1344 wird in der Basilika Johanna I von Anjou als Königin gekürt und 38 Jahre später nach dem Mord durch ihren Cousin Karl III dem Volk ihr lebloser Körper präsentiert. Am 14. August 1571 erhält Johannes von Österreich von Papst Pius V hier das am Ende siegreiche Kommando über die christlichen Truppen in der Schlacht von Lepanto gegen die Ottomanen.

Ein Bild des Grabmahls von Robert von Anjou vor den Bombenangriffen im 2. Weltkrieg

Die barocke Erneuerung

Eine bedeutende stilistische Veränderung wird im 18. Jahrhundert durch die Barockisierung der Kirche unter Domenico Antonio Vaccaro ab 1742 beginnen. Die Fenster des Hauptschiffs wurden vergrössert, die gothische Balkendecke mit einem mit Stuck dekoriertem Bogen verkleidet. Ausserdem wurden zwei grosse Bögen hinzugefügt um die Kirchhalle vom Presbiteirum und den Chor für die Ordensbrüder an der Gegenfassade abzutrennen. Weiterhin wurden die Kirchwände mit buntem Marmor und Dekorationen in goldenem Holz verkleidet. Neue Bilder wurden der Basilika durch Francesco de Mura, Sebastiano Conca und Giuseppe Bonito hinzugefügt. Die barocke Erneuerung hält aber leider nur circa 2 Jahrhunderte bis zum fatalen Angriff der Allierten durch die Bombardierung der Kirche um 13.30 Uhr des 4. Augusts 1943 durch Flugattacken, bei dem die Kirche zwei ganze Tage ausbrennt, die barocke Dekoration fast komplett zerstört und die gothische Struktur stark beschädigt wird. Bei dem Brand von Notre-Damme in Paris kamen bei vielen Neapolitanern traurige Erinnerungen an den Brand der Basilika von Santa Chiara und dem Verlust der vielen Kunstwerke wieder hoch.Zwei Jahre nach dem Brand wurde im Jahr 1945 von Galdieri und Barberis dem Brand der Basilika auch das Lied “Munastero ‚e Santa Chiara” gewidmet, in dem der Trauer der Bevölkerung über die Folgen des Brandes besungen wird. Ab 1944 versucht Architekt Mario Zampino die Kirche in ihrem ursprünglichen provenzalischen gothischen Stil wieder herzustellen. Die Wiedereröffnung der Kirche fand am 3. August 1953, exakt 10 Jahre nach der Bombardierung, mit einer grossen Zerimonie statt.

Der Eingang zur Zittadelle nah der Piazza del Gesù in der Altstadt von Neapel

Die Fassade und der Eingangsbereich

Der Zugang in den Innenhof der Zittadelle durch die Mauer wurde durch einen gothischen Bogen mit einem Fingernagel aus Peperino und einer damals dekorierten Lünette gestaltet. Die Basilika hat hingegen eine gelbe Tufsteinfassade mit einer kleinen Vorhalle aus drei ogivalen Bögen aus Pipern, wobei der mittlere das Wappen der Sancha aus Mallorca zeigt, sowie einem ogivalem Gewölbe als Decke. Der Haupteingang hat seitliche Einlagen aus Porfid-, gelbem und Pietrasanta-Marmor und zeigt auch hier das Wappen der Sancha auf dem Hauptbalken. Die im Durchmesser 8 Meter messende Fensterrose wurde nach der Bombardierung wieder in die Fassade eingesetzt und ist in sechs kleine Kreise mit noch kleineren Kreisen aufgeteilt. Über der Fensterrose ist noch ein Opaion mit drei Rundungen zu sehen.

Die grosse Fensterrose der Fassade im Detail

Die Innenstruktur

Die Innenstruktur der Basilika von Santa Chiara basiert auf einem einzigen Schiff (82 Meter Länge, 29 Meter Breite und 46 Meter Höhe) mit einem Presbiterium ohne Absis. Die Aula wird durch einen ursprünglich aus Holz bestehendem Dachstuhl aus Zement sowie einem Tonnengewölbe im Presbiterium bedeckt. Die Aula hat jeweils 10 Kappellen auf jeder Seite mit 16 Meter hohen schmalen Zwillingsfenstern. Das Presbiterium hat vier runde Öffnungen sowie ein Viererfenster, das teilweise vom Grabmahl des Robert von Anjou verdeckt wird. Der Fussboden stammt von Ferdinando Fuga von 1762, wurde aber nach der Bombardierung reproduziert und mit einem anjouinisch/aragonesischem Wappen bedacht.

Die Gegenfassade

Die Kirche betretend befindet sich auf der linken Seite des Eingangs das Grabmahl der Penna Familie aus dem 15. Jahrhundert von Antonio Baboccio da Piperno. Das Werk wurde im Jahr 1627 in einen Altar verwandelt, wobei der Sarkophag in die zweite Kappelle des rechten Kirchenschiffs verlegt wurde und der Baldachin und eine in der Mauer integrierte Grabmahlsplatte hinterlassen wurden. Der Baldachin wird hinten von zwei Halbsäulen und vorne von zwei mit vegetalen Motiven dekorierten Säulen auf Löwen gestützt. Auf der Frontseite sind ein segnender Christus, eine Madonna der Verkündigung und der Erzengel Gabriel dargestellt. Auf der Rückwand zeigt ein anonymen Künstler (als Maestro di Penna bezeichnet) Fresken von einer von Giovanni und Onofrio Penna verehrten Jungfrau, eine Dreifaltigkeit sowie zwei Heilige. Auf der anderen Seite des Eingangs befindet sich das Grabmahl von Agnese und Clemenza von Duraz von einem unbekannten Künstler des 15. Jahrhunderts mit einer Darstellung der Beweinung Christi und zwei Engeln. Zwei Statuen des Glaubens und der Karitas die wie Karyatiden das Monument stützen. Die beiden hier begrabenen anjouinischen Prinzipessinen waren die Töchter von Karl von Anjou Herzog von Duraz und Schwestern der Königin Margherita von Duraz. Ursprünglich befand sich dieses Grabmahl neben den anderen anjouinischen königlichen Grabmählern im Presbiterium und wurde nach der Restaurierung in Folge des zweiten Weltkriegs an die Gegenfassafe verlegt.

Der Baldachin des Penna Grabmahls

Das rechte Kirchenschiff der Basilika von Santa Chiara

Die zweite Kappelle

Die zweite Kappelle ist den Heiligen Abt Agnello gewidmet und zeigt ein Fresko aus dem 14. Jahrhundert eines Bischofs (vielleicht Agnello) von einem unbekannten Künstler der Giotto-Schule, das sich ursprünglich im Kloster befand. Hier ist das Grabmahl des Antonio Penna von Antonio Baboccio da Piperno aus dem 14. Jahrhundert zu sehen, das sich ursprünglich unter dem Baldachin am Haupteingang befand. Das gothische Grabmahl zeigt ein Basrelief mit einer Mutter Gottes mit Kind, die Heiligen Paulus, Antonio und Onofrio und die Heiligen Hieronymus, Johannes den Täufer und Ignaz von Antochia.

Der Sarkophag des Antonio Penna
Die dritte Kappelle

Die dritte Kappelle ist dem heiligen Abt Benedikt gewidmet und zeigt ein gothisches Fresko von einem unbekannten Künstler mit der Darstellung des Benedikts. An der Wand ist ein schöner Sarkophag der del Balzo Familie zu sehen, der auf drei Reihen mit zwei je kleinen Säulen ein Basrelief mit einer Madonna mit Kind, zwei Ritter, der heiligen Katherina von Alexandria, dem Heiligen Petrus, Stefan und einem unbekannten Heiligen.

Der del Balzo Sarkophag aus dem rechten Kirchenschiff der Basilika von Santa Chiara
Die achte Kappelle

Diese Kappelle ist der Geburt Jesu gewidmet und beinhaltet das Bild der Anbetung der Hirten des Marco Pino aus Siena aus dem 16. Jahrhundert. Auf der linken Seite ist ein Fragment des Grabmahls des jung verstorbenen Ludovico von Duraz von Pacio Bertini aufgehängt worden

Der aus Siena stammende Marco Pino mit seiner Anbetung der Hirten
Die zehnte Kappelle

Die zehnte Kappelle hat eine besondere Bedeutung, da sie der königlichen Familie der Bourbonen angehörte und sie eine der beiden Kappellen ist, in der die barocke Dekoration nicht verbrannt ist. König Karl III wollte 1742 eine provvisorische Kappelle für die Königsfamilie innerhalb der Basilika von Santa Chiara. Im 14. Jahrhundert war diese Kappelle dem Heiligen Ludwig von Toulouse gewidmet und beinhaltete das berühmte Bild Der Heilige Ludwig von Toulouse kürt Robert zum König von Simone Martini, das heute in der Bildergallerie von Capodimonte ausgestellt ist und eines der wichtigsten Werke des Museums darstellt. Das Bild über dem Altar der Ungläubigkeit des Heiligen Thomas stammt von Girolamo Macchietti aus dem 16. Jahrhundert. Der aufwenige Sarkophag auf der linken Seite beinhaltet di Reste von Philipp, erster und mental behinderter Sohn von König Karl III dem Bourbonen, der im Alter von 30 Jahren verstorben ist. Die Struktur stammt von einer Zeichnung des Ferdinando Fuga und die Putten sind ein Werk des Giuseppe Sanmartino, der durch sein Werk des verschleierten Christus beeits einen wichtigen Status erreicht haben musste. Auf der rechten Seite der Kappelle liegen die Reste der bourbonischen Familie Ferdinando I,Francesco I mit seinen beiden Ehefrauen Maria Clementina von Habsburg und Maria Isabella von Spanien, Maria Teresa von Habsburg-Teschen(zweite Frau des Ferdinand II), Francesco II mit seiner Frau Maria Sophia von Bayern, dessen Tochter Maria Cristina Pia und Mutter Maria Cristina di Savoia. Neben der Kappelle sind ausserdem noch schöne Fragmente eines gothischen Freskos der Madonna del Cucito der senesischen Schule zu erkennen.

Das Grabmahl des Bourbonen Philipp mit Engelns des Sanmartino

Das Presbiterium

Im Presbiterium sind einige monumentale Grabmähler der anjouinischen Königsfamilie und nicht zuletzt das grösste königliche Grabmahl des italienischen Mittelalters zu besichtigen. Auf der rechten Seite des Presbiteriums befindens sich die beiden Grabmähler von Karl von Kalabrien und seiner 1331 verstorbenen zweiten Ehefrau Maria von Valois.

Das Grabmahl der Maria von Valois von Tino di Camaino
Die Grabmähler von Maria von Valois und Herzog Karl von Kalabrien

Dieses Grabmahl wurde lange Zeit als das Grabmahl der Königin Johanna I gehalten, gehört aber ihrer Mutter Maria von Valois an. Das Monument gilt, zumindest was die Skulptur und die Engel betrifft, als ein Werk des Tino di Camaino. An den beiden Enden des Sarkophags sind ein Engel, eine Maria der Verkündung und unter den Bögen Maria von Valois, Johanna I, Maria von Duraz, Maria von Anjou und Carlo Martello abgebildet. Auf den seitlichen Flächen werden hingegen die Heiligen Klara und Elisabeth dargestellt. Die Karyatiden des Monumets repräsentieren die Karitas und die Mässigung der Maria von Valois. Eine Madonna mit Kind schliesst die Spitze des Grabmahls ab. Links vom Grabmahl der Maria von Valois befindet sich das Grabmahl des Karl von Anjou Herzog von Kalabrien, das ebenfalls von Tino di Camaino mit Gehilfen und der Verwendung antiken Marmors aus Terracina und Rom errichtet wurde. Auf der Frontseite ist ein Basrelief mit dem Herzog auf dem Thron wird von seinen kirchlichen und weltlichen Funktionären geehrt zu sehen.Der Herzog ist als Statthalter und als oberster Reichsverwalter gekleidet und zu seinen Füssen trinken ein Wolf und ein Lamm aus der selben Schüssel. Die Karyatiden stützen auf Löwen und stellen die Gerechtigkeit, die Tapferkeit, die Mässigung, die Klugheit, den Glauben, die Hoffnung, die Karitas und eine weitere noch nicht identifizierte Tugend dar.

Das Grabmahl des Karl Herzog von Kalabrien

Das Grabmahl von König Robert von Anjou

Hinter dem Hauptaltar ist das von den Brüdern Giovanni und Pacio unter der Nachfolgerin Johanna I zwischen 1343 und 1345 und im zweiten Weltkrieg beschädigtem monumentalen Grabmahl des König Robert von Anjou zu erkennen. Es ist das grösste königliche Grabmahl des Mittelalters in Italien. Die alegorischen Figuren der Tugenden Hoffnung, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mässigung halten den Sarkophag mit einem Basrelief, das König Robert auf einem Bischofssitz darstellt. Zu seiner rechten Seite sind die Königin Sancha aus Mallorca, die Neffin Johanna I und Roberts zweiter Sohn Ludovico zu erkennen. Zu seiner linken Seite kann man seine erste Ehefrau Violante von Aragon, Karl von Kalabrien und Maria von Valois erkennen. Auf den Seiten des Sarkophags werden Ludovico von Duraz, Carlo Martelo (Sohn des Karl von Kalabrien) und die beiden Töchter des Carlo Martello repräsentiert. Auf der Sargplatte wird der liegende König Robert in einem franziskanischen Gewand abgebildet. Im Hintergrund sind ausserdem die Freien Künste des Triviums und des Quadriviums (Grammatik, Dialektik, Rhetorik, Musik, Geometrie, Arithmetik und Astronomie) dargestellt. Auf der höchsten Stelle des Monuments ist König Robert auf dem Thron sitzend über der Aufschrift des Petrarca “Cernite Robertum Regem Virtutem Refertum” (Schaut zu König Robert reich an Tugenden) eingesetzt worden. Die Bombardierungen von 1943 haben einen Teil des Monuments leider zerstört: einige erhaltene Reste wie der Kopf der Madonna, König Robert kniet vor dem Heiligen Franziskus und ein Teil des dekorativen Marmortuche sind im Museo dell’Opera des Monumentalen Komplexes von Santa Chiara ausgestellt.

Das monumentale Grabmahl des Königs Robert von Anjou hinter dem Hauptltar
Das Grabmahl der Maria von Duraz

Auf der linken Seite des Prebiteriums ist das Grabmahl der Maria von Duraz zu erkennen. Maria war die Schwester der Johanna I. und die Ehefrau des Karl von Duraz. Der Baldachin wird von Spiralensäulen gehalten und der Sarkophag der Maria stützt auf den zwei Skulpturen der Hoffnung und Karitas und zwei Löwen, Der Sarkophag selbst ist mit einer Madonna mit Kind zwischen den Heiligen Paulus, Katherina von Alexandria, Maria Magdalena und Petrus dekoriert. An den Ober- und Unterteil wurden ein Erzengel Gabriel und eine Maria der Verkündigung angebracht. Auf den Seiten sind weiterhin eine Heiliger Georg und ein Zelebrierender zu sehen, über dem Sarkophag wird die liegende Verstorbene auf einer Sargplatte mit einem Kruzifix dargestellt.

Die Spiralensäulen am Grabmahl der Maria von Duraz
Der Hauptaltar

Der Hauptaltar mit 16 Spiralsäulen mit unterschiedlichen Kapitellen stammt aus dem 14. Jahrhundert von einem leider nicht bekannten Künstler. Das schöne Kruzifix ist ein schönes Beispiel erhaltener gothischer Kunst aus dem 14. Jahrhundert. Unter den Bögen aus drei Kreisen sollten ursprünglich kleine Statuen gestanden haben, von denen die 4 erhaltenen im Museo dell’Opera ausgestellt in, während in der Basilika nur noch die Basen zu erkennen sind. An dem höchsten Punkt des Altars halten Engel zwei Wappen der Königin Sancha aus Mallorca.

Das gothische Kruzifix am Hauptaltar der Basilika von Snta Chiara in Neapel

Das linke Kirchenschiff der Basilika von Santa Chiara

Die neunte Kappelle

Vom Altar aus kommend ist die neunte Kappelle der Heiligen Maria Francesca gewidmet. Auf der mittleren Wand ist ein Fries des sogenannten Maestro Durazzesco mit einem Christus, der Jungfrau Maria und dem Heiligen Johannes in drei Nischen zu sehen. Auf der linken Seite steht der Sarkophag des Giovanni Battista Sanfelice und andere Grabmähler aus der Familie des berühmten neapolitanischen Architekten Ferdinando Sanfelice und seinem Palazzo Sanfelice im Stadtviertel Sanità. Der Herzogs von Rodi Garganico liess sich in einem antiken römischen Sarkophag begraben, der auf einem seiner Landgüter gefunden wurde und aus dem 3. oder 4. Jahrhundert nach Christus stammt. Auf dem Sarkophag ist der in der Änäis von Vergil und der Metamorphose von Ovid beschriebene Mythos von Protesilaus und Laudamia abgebildet. Auf dem Fussboden ist das Wappen der Familie abgebildet, auf der rechten Seite der Kappelle ist ein Basrelief aus dem 19. Jahrhundert der Giustina Monforte eingesetzt worden.

Der wiederverwendete Sarkophag aus der Antike
Die siebte Kappelle

Die dem Heiligen Franziskus von Assisi gewidmete Kappelle ist die weitere erhaltene barocke Kappelle der Basilika von Santa Chiara. Der adlige Girolamo del Balzo liess die Kappelle im 17. Jahrundert mit vegetalen Motiven, geometrischen Dekorationen, Marmorwänden, einer weiss/rot/blauen Kassettendecke mit viereckigen und oktagonalen Kassetten und Stuckarbeiten erneuern. In den Lünetten sind mit dem Abdruck der Stigmata und der Alegorie zur franzikanischen Demut Szenen aus dem Leben des Heiligen Franziskus dargestellt. Die Statue des Heiligen Franziskus in der Nische in der zentralen Wand eingesetzt stammt von einem neapolitanischen Künstler aus dem 17. Jahrhundert. An den seitlichen Wänden sieht man die beiden Medaglions der Portraits von Battista und Beatrice del Balzo (rechts) und Isotta und Girolamo del Balzo (links). Auf der linken Seite ist ausserdem das Grabmahl des Raimondo del Balzo mit den drei Skulpturen der Tugenden Gerechtigkeit, Tapferkeit und Milde, die den Sarkophag mit der Skulptur des Verstorbenen mit 6 Falknern und einer Madonna mit Kind eines toskanischen Künstlers stützen. Auf der rechten Seite ist das im gleichen Stil gefertigte Grabmahl der im selben Jahr verstorbenen Ehefrau des Raimondo del Balzo Isabella Apia zu bewundern. Hier zeigen die Karyatiden die Tugenden des Glaubens, der Klugheit und Hoffnung und die liegende Verstorbene wird mit ihren Brautjungern gezeigt. Die Inschrift auf den Seiten erinnert an einige Verwandte der del Balzo Familie und an ihren Abstammung von einem der drei Heiligen Könige.

Die gothische Kunst am Grabmahl des Raimondo del Balzo
Die zweite Kappelle

Diese Kappelle ist den antonianischen Wundern gewidmet. Auf der linken Seite steht der schöne Sarkophag des Drugo Merloto auf zwei kleinen Säulen mit einem Basrelief mit 5 Oktagons und Wappen. Die Skulptur des Verstorbenen im Kriegsgewand wurde schräg liegend angebracht. Hinter der Skulptur sind ein Christus, der Heilige Franziskus und der Heilige Ludwig von Tolouse (Bruder des Königs Robert) auf Rauten zu erkennen. Der oberen Teil des Monuments wurde mit einer Madonna mit Kind zwischen zwei Heiligen und dem knienden Drugo Merloto dekoriert. Auf der rechten Seite der Kappelle ist der gothische Sarkophag aus dem 14. Jahrhundert mit der Darstellung der Jungrau Maria mit Kind, den Heiligen Agnes, Paulus, Catherina und Petrus. Auf der Rückwand sind noch Reste der gothischen Freskendekoration des 14. Jahrhunderts und Kleeblättern erhalten geblieben.

Der obere Teil im Detail des Grabmahls von Drugo Merloto

Erleben Sie mit mir oder einem meiner qualifizierten Kollegen die Stadt Neapel bei einer Führung. Gerne können Museen, Kirchen oder andere Besonderheiten individiduell ins Programm eingefügt werden.

Weitere Informationen zu den Monumenten der Stadt Neapel finden Sie auch in der Kategorie in meinem Blog.

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Die San Giovanni a Carbonara Kirche von Neapel

Obwohl die San Giovanni a Carbonara Kirche zu den bedeutendsten Kirchen der Region Kampanien gehört, wird sie selten von den Besuchern der Stadt Neapel besichtigt. Die etwas unglückliche Lage, am Rande der Altstadt an einer bewegten Strasse in Richtung Hauptbahnhof, lässt dieses artistische Juwel etwas in Vergessenheit geraten. Die Via Carbonara und das Gebiet um die Porta Capuana wird seit 2019 aufgewertet und eine sorgfältige Besichtigung dieses kleines Meisterwerks ist in jedem Fall empfehlenswert. Innerhalb der Kirche befinden sich zwei der bedeutendsten Kappellen der Stadt, die Caracciolo del Sole Kappelle und die Caracciolo di Vico Kappelle, die in zwei gesonderten Artikeln behandelt werden.

Das Gründungsgebiet der San Giovanni a Carbonara Kirche

Die San Giovanni a Carbonara Kirche in der Via Carbonara, nach dem mittelalterlichen Begriff Carbonetum benannt, lag knapp ausserhalb der damaligen Stadtmauer in einem Bereich der Schutt- und Müllablagerung der Stadt. Erst unter Karl II. von Anjou wurde der Bereich aufgewertet um hier Feste und Spiele zu organisieren und einen grossen Adelspalast gegenüber zu erbauen, der später von der Adelsfamilie der Caracciolo di Santobuono aufgekauft und heute in ein renommiertes Hotel umgewandelt wurde. Die Caracciolo Familie, eine der bedeutendsten des Königsreichs von Neapel, hatten grossen Einfluss auf dieses Stadtviertel und haben in den verschiedenen Kirchen einige der schönsten Kappellen der Stadt hinterlassen.

Der Ursprung der Kirche

Der Bau der San Giovanni a Carbonara Kirche startet ab 1343 als Gründung des Augustinerordens auf einem vom Adelsmann Gualtiero Galeota geschenkten Baugrund und werden um 1418 beendet. Zum Ende des 14. Jahrhundert unter Ladisolao von Duraz wird die Kirche praktisch zu einem Pantheon der Königsfamilie der Anjou. Hinter der geradeliniegen Absis wurde ab 1427 unter Sergianni Caracciolo die Caracciolo del Sole Kappelle angesetzt, die eine von der Kathedrale von Neapel inspirierte besonders hohe Schirmdecke aufweist. Während die Caracciolo del Sole Kappelle vom Innenbereich der Kirche auf einem ersten Blick kaum auffällt, bestimmte sie ästhetisch den Aussenbereich der Kirche, wie man auf einigen Bildern Neapels des 15. Jahrhundert beobachten kann. Heute dominiert die damals die Häuser überragende monumentale gothische Kirche wegen den vielen Gebäuden der Gegend das Stadtbild nicht mehr. Zudem hat die San Giovanni a Carbonara Kirche wegen dem Bau der di Somma Kappelle im 16. Jahrhundert ihre Fassade verloren und wird von den Kappellen der Santa Monica, di Somma und dem Kloster umgeben, so das sie von innen allein durch vier Monoforien an der südlichen Wand beleuchtet wird.

Der Treppe zum Eingangsbereich

Die steile Treppe zur Kirche wird nach dem Erdbeben 1688 durch den neapolitanischen Stararchitekten des früheren 18. Jahrhunderts Ferdinando Sanfelice durch das Einsetzen der Treppe mit dem szenographischen Effekt eines zusammenlaufenden Sturzbachs und den 3 Vorbereichen sowie der Restaurierung der unteren Kirche (Santa Maria Consolatrice degli Afflitti) stark verändert. Das Werk des Ferdinando Sanfelice scheint der Kirche eine Fassade zu geben, obwohl der Eingangsbereich tatsächlich gar nicht sichtbar ist, der zu dem Zeitpunkt nicht mehr vorhanden war. Das Werk des Ferdinando Sanfelice ist auch die Erneuerung der drei Kreuzgänge und der reichen Bibliothek, die heute leider nicht zu besichtigen sind.

Die Treppe der San Giovanni a Carbonara Kirche
Das Eingangstor

Der Zugang in die San Giovanni a Carbonara Kirche geht über ein spätgothisches neapolitanisch-toskanisches Eingangstor von ca. 1430 über einen Seiteneingang des Hauptschiffs seitdem im 16. Jahrhundert die Errichtung der di Somma Kappelle den Haupteingang ersetzt hat. Über dem Eingangstor sind noch die Reste eines Wandfresco des Leonardo da Besozzo mit den Heiligen Augustin und Thomas zu erkennen, während die Madonna mit Madonna mit Kind aus der linken Nische aus Sicherheitsgründen in das linke Kirchenschiff vor die di Somma-Kappelle gebracht wurde.

Das rechte Kirchenschiff

Rechts vom Eingang liegt die dem heiligen Bartholomäus gewidmete Kappelle der Familie Recco mit einem Marmoraltar im Stile der reifen Renaissance des lombardischen Bildhauers Tommaso Malvito. Auf dem Marmorantependium ist ein feines Relief mit der Darstellung der Wiederaufersteheung Christi zu erkennen. Die Lisenen sind reich dekoriert und auf den beiden Medaglions des Altars sind die Heiligen Blasius und Thomas dargestellt. Die daneben liegende Kappelle ist der Erscheinung des Herrn gewidmet und wurde erst 1719 vom königlichen Juristen Gaetano Argento wiederentdeckt, der in einem in den 1730er Jahren von Francesco Pagano gestaltenen Grabmahl bestattet wurde. Links vom Eingang der Kappelle steht der Altar des Kruzifixes der del Balzo Familie mit dem Grabmahl der Lucrezia dal Balzo aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts und dem Grabmahl des Fabio Caracciolo, Herzog von Martina, aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Ein weiteres Grabmahl neben der Kappelle zeigt einen liegenden Krieger mit den Waffen der Familien Caracciolo und Orsini und einem Tympanon mit der Darstellung des Jesu Christi.

Giorgio Vasari – Die Kreuzigung
Die Kreuzigung des Vasari

Kurz vor dem Grabmahl am Hauptaltar der San Giovanni a Carbonara Kirche wurde das Bild der Kreuzigung des Vasari aufgehängt. Das ursprünglich in der neben der Kirche stehenden Seripando Kappelle hängende Bild war Teil einer Ausstattung von 18 Bildern des Giorgio Vasari. Einige Bilder sind leider verloren gegangen, während die weiteren erhaltenen Bilder heute in der Bildergallerie von Capodimonte hängen.

Der liegende Ladislao I. auf seinem Sarkophag
Das königliche Grabmahl von Ladislao I. von Neapel

Am Ende des Hauptschiffs steht das von seiner Schwester und königliche Nachfolgerin Johanna II. errichtete monumentale 14 Meter hohe Mausoleum des Ladislao I. von Neapel, Sohn des Karl III., König von Neapel von 1387 bis 1414. Das Monument wurde vom Grabmahl des Roberts des Weisen in der Basilika von Santa Chiara inspiriert und bis heute gibt es Kontroversen über die teilhabenden Künstler dieses Werkes. Die seitlichen Fresken mit einem Heiligen Johannes und einem Heiligen Augustin sind vom lombardischen Maler Leonardo da Besozzo aus dem 1420er oder 1430er Jahren. Das über einen recht langen Zeitraum gebaute Monument weist dabei einen Übergang von der späten Gothik in die Renaissance auf. Die Reiterskulptur des Königs Ladislao. I mit der Besonderheit ein rotes, blutiges Schwert zu tragen (eine Rarität innerhalb einer Kirche) hat einen gothischen norditalienischen Einfluss (vielleicht aus der Gegend von Verona und der Lombardei), während die vier Tugenden (Mässigung, Festung, Klugheit,Grossmut) bereits einen starken Einfluss der Renaissance-Kunst aufzeigen. Auf dem zweiten Level des Grabmahls sehen wir die beiden Figuren der Johanna II. und des Ladislao. Neben dem König sind die Tugenden des Militärs und der Hoffnung dargestellt während neben der Königin und die Tugenden der Karitas und des Glaubens stehen. Auf dem dritten Level sehen wir den königlichen Sarkophag mit der Figur des liegenden Königs unter dem Segen eines Bischofs und zwei Diakonen. In den vier seitlichen Spitzbögen ist die Königsfamilie mit den Eltern Karl III und Margherita von Duraz dargestellt. Hier ist bis heute nicht klar, ob alleine Andrea di Firenze oder auch andere Künstler mitgewirkt haben. Einige Kunstkritiker sind davon überzeugt, das zwei weitere toskanische Künstler, einer der an die Kunst des Michelozzo und ein weiterer der an Niccolò Lamberti gebunden sei, an diesem Monument mitgearbeitet hätten. Unter dem königlichen Grabmahl ist der Zugang zur Caracciolo del Sole Kappelle, bitte hier aufpassen nicht auf die spätgothische Maiolika-Fliesen zu treten.

Detail des Grabmahls – Die Mässigung von Andrea da Firenze
Das linke Kirchenschiff der San Giovanni a Carbonara Kirche

Von der Caracciolo di Vico Kappelle aus kommend treffen wir auf den Altar der Madonne delle Grazie mit einer Skulptur einer Madonna mit Kind von Michelangelo Naccherino aus dem Jahr 1578. Die nächste Kappelle, die der Familie Recco gehörte und heute praktisch leer steht, war der grossen Krippe der Ulmer Pietro und Giovanni Alemanno gewidmet. Die 48 grossen Holzkrippenfiguren wurden 1484 fertiggestellt, wobei man die erhaltenen 14 heute im Museum der Karthause von San Martino im Stadtviertel Vomero bewundern darf.

Der Miroballo Altar vor dem Haupteingang – Lombardisch-Neapolitanische Renaissance
Der Miroballo Altar

Auf dem rechten Kirchenschiff auf der Höhe des Eingangsbereichs steht man direkt dem grossen Altar der wichtigen und königsnahen Miroballo Familie gegenüber. Die Struktur des Altars ist ein besonderes Beispiel der Renaissance der lombardischen Schule, die von dem Mailander Jacopo della Pila und den aus Como stammenden Tommaso und seinem Sohn Giovan Tommaso Malvito errichtet wurde. Auf dem Basrelief des maestösen Monuments ist Christus in seinem Grabmahl zwischen der Jungfrau, Johannes und zwei Engeln dargestellt. In der Mitte des Altars steht die Skulptur des Apostels Johannes von Giovanni da Nola zwischen zwei Skulpturen der Mässigung und der Tapferkeit. Im Innenbereich des Bogens stehen zwei weiteren Skulpturen, die die Tugenden der Gerechtigkeit (links) und der Klugheit (rechts) darstellen. Im Tympanon sehen wir eine Abbildung der Jungfrau mit Kind zwischen Johannes dem Täufer und dem Apostel Johannes, die die Gründer der Kappelle, Troiano und Maddalena Miroballo, in kniiender Position vorstellen. Die Hauptpfeiler stützen auf zwei Löwen und werden durch einen Rahmen in zwei Bereiche aufgeteilt. Im unteren Bereich wurden die Skulpturen vom Heiligen Gregorius (links) und dem Heiligen Augustin (rechts) eingesetzt. Auf der höheren Ebene sehen wir in den beiden Nischen die Skulpturen des Heiligen Hieronymus (links) und des Heiligen Ambrosius (rechts). Auf der rechten Aussenwand des Altars wurden zwei weitere Nischen mit den Skulpturen der Heiligen Monika (unten) und dem Heiligen Antonius (oben). Auf der anderen Aussenseite des Altars ist die Grabplatte des 1693 gestorbenen Antonio Miroballo mit der Darstellung seiner Büste vom neapolitanischen Künstler Lorenzo Vaccaro. Auf der Krone des Altars ist die Darstellung des Segenden Christus in einer Ghirlande von tragenden Engeln und der Darstellung des Heiligen Petrus und Paulus und der Skulptur des Erzengel Michel über der Krone.

Details des Heiligen Augustin und der Heiligen Monica im Miroballo Altar
Auf dem Weg zur di Somma-Kappelle

Dem Miroballo-Altar folgend sehen wir Fresken mit Geschichten des Heiligen Nikolas aus Tolentino eines aus Kampanien stammenden Künstlers aus der ersten Hälfte de 15. Jahrhunderts. Heute wurde hier auch die ursprunglich in der Nische des Eingangsbereichs stehende Skulptur der Madonna mit Kind ausgestellt. Der Zugang zur di Somma-Kappelle wurde zwischen zwei weiteren Kappellen eingerichtet. Die rechte Kappelle ist von der Familie Giraldi aus dem Jahr 1601 und wurde vom römischen Künstler Ludovico Righi mit Hilfe des aus Carrara stammenden Felice de Felice eingerichtet und enthält in der zentralen Nische eine Madonna mit Kind des Michelangelo Naccherino, die starke Einflüsse des Pietro Bernini aufzeigt. Auf der anderen Seite befindet sich der Altar der Reinigung des Tempels (Purificazione), der von Giulia Caracciolo einrichten wurden liess und die Skulptur ihres Ehemanns Biagio Marsicano von den neapolitanischen Künstlern Annibale Caccavello aus dem Jahr 1567 und eine Darstellung der Opferung Jesu im Tempel in der oberen Nische enthält.

Die eigentlich in der Nische des Eingangbereichs stehende gothische Madonna mit Kind
Die di Somma Kappelle

Die di Somma Kappelle ersetzt den ursprünglichen Zugang zur Kirche und wurde von den neapolitanischen Künstlern Annibale Caccavello und Giovan Domenico d’Auria zwischen 1557 und 1566 eingerichtet und durch zwölf korinthische Säulen in 12 Bereiche aufgeteilt. Die Freskendekoration der Kappelle stammt von Aniello Bifulco und Guglielmo Pepe da Tolo. In der Mitte der Kappelle sehen wir das Grabmahl mit Basreliefs unter dem liegenden Scipione di Somma, königlicher Berater des Karl V., wobei der obere Bereich der Dekoration des Sarkophags mit der Darstellung des Christi und des Ewigen Herrn und der Madonna Assunta von Caccavello und der untere Bereich mit den Aposteln von D’Auria gefertigt wurde. Hinter der liegenden Figur des Scipione ist noch ein Relief mit der Darstellung des Erlösers zu erkennen.

Details der Dekoration der di Somma Kappelle
Zum Ausgangsbereich

Die letzte Kappelle, direkt links vom Eingangsbereich gelegen, tragt den Namen der Schmerzensmutter (Vergine Addolorata) und wurde von Zanobia Revertera im 18. Jahrhundert restauriert und stellt damit den einzigen barocken Bereich der San Giovanni a Carbonara Kirche dar. Auf der rechten Seite liegt die Gründerin der Kappelle, während gegenüber ihr verstorbener Ehemann Francesco d’Eboli, Hauptgenereal unter Karl dem Borbonen, von ihr bestatten wurden liess. Vor dem Ausgang ist noch ein Fresko mit der Darstellung der Verkündigung aus der Mitte des 15. Jahrhunderts von Giovanni da Gaeta zu erkennen, das womöglich durch die Arbeiten im 18. Jahrhundert an der Nebenkappelle teilweise beschädigt wurde.

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