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Monumente der Stadt Neapel

Die Basilika der Santa Restituta

Auf dem linken Kirchenschiff der Kathedrale von Neapel befindet sich der Zugang zur frühchristlichen Basilika der Santa Restituta, dem ursprünglichen Bischofssitz der Stadt Neapel, die vom Imperator Konstantin im 4. Jahrhundert nach Christus der Legende nach auf einem ehemaligen Apollo-Tempel (wobei es hier keine archäologischen Beweise gibt) gegründet wurde. Die Basilika ist eine der ältesten Dokumente der frühchristlichen Kunst innerhalb der Region Kampanien.

Die Struktur der Basilika

Die Struktur

Die Struktur der Basilika der Santa Restituta hatte ursprünglich fünf Kirchenschiffe, die durch antike Säulen getrennt wurden. Doch während der anjouinischen Zeit wird die Basilika der Santa Restituta modernisiert und zwei Kirchenschiffe in Kappellen umgewandelt. Um die aktuelle Kathedrale einzurichten wurde die Basilika zudem gekürzt und von die Fassade entfernt. Heute kann man nach der Restaurierung im Jahr 1972 noch einen Teil der frühchristlichen Struktur im Hauptschiff, das weiterhin von antiken Marmor- und Granitsäulen mit korinthischen Kapitellen gestützt wird, sowie in der kugelförmigen Absis mit einem nordafrikanischen Einfluss in der Dekoration erkennen. Von der Erneuerung der Basilika der Santa Resituta durch die Anjou stammen die Spitzbögen über den Kappellen und der erhöhte Fussboden, der auf die Ebene der neuen Kathedrale von Neapel angeglichen wurde. Von dem originalen Mosaikfussboden sieht man nur vereinzelt Reste neben manchen Säulen, von denen damals eine grössere Länge sichtbar war als heute. Der Rest der Struktur stammt komplett von der Erneuerung durch Arcangelo Guglielmelli nach dem Erdbeben von 1688, das sowohl in der Kathedrale, aber besonders in der mittlerweile baufälligen Basilica erhebliche Schäden anrichtete.

Die Decke mit dem Bild von Luca Giordano

Die Dekoration des Hauptschiffs

Die Decke auf Papier und Leinwand ist vielleicht noch vom Ende des 17. Jahrhunderts, wurde aber mehrmals restauriert, während das zentrale Bild Der Körper der Santa Restituta wird auf einem Boot von den Engeln nach Ischia getrieben von Luca Giordano stammt. Die Seitenwanddekoration mit den 18 runden Bildern des Christus, der Jungfrau und den Aposteln des Francesco de Mura sowie die 16 Bilder zwischen den Fenstern von Santolo Cirillo wurden von zwei Gläubigen der Basilika der Santa Restitura im Jahr 1734 gespendet und eingesetzt. Über dem Christus in der Mandel am Hauptaltar ist das barocke Fresko der 24 Senioren der Apokalypse von Lorenzo Vaccaco zu sehen, das um das Jahr 1690 gefertigt wurde.

Der Christus in der Mandel am Hauptaltar

Der Hauptaltar

Die Dekoration im byzanthinischen Stil am Hauptaltar mit dem Fresko der Deësis des Christus stammt wohl aus den Jahren zwischen dem 11. und dem 12. Jahrhundert nach Christus, aus einer Zeit wo die Basilika der Santa Restituta noch dem Christus und nicht der afrikanischen Schutzpatronin aus Ischia gewidmet war. Die Technik das Gesicht auf einer Holztafel in die Wand einzusetzten und umrum mit Wolken, Figuren und Tieren als Fresko zu dekorieren ist leider nur noch am Gesicht des Christus zu erkennen. Von der ursprünglichen Dekoration ist nur noch die grosse Figur mit dem sogenannten Christus in der Mandel und dem blauen Himmel und dem Engel oben links und Fragmente der Symbole der vier Evangelisten am Rand des Bildes erhalten. Auch wenn ein Teil der heutigen Dekoration vom Ende des 16. Jahrhunderts, wohl von Silvestro Buono, sowie aus dem 18. Jahrhundert stammt, bleibt dieses Werk der einzige Rest der romanischen Kunst der Stadt Neapel und zeigt die starke Bindung zwischen dem Herzogtum von Neapel mit der byzanthinischen Hauptstadt des oströmischen Imperiums. Im Zentrum des Hauptaltars hängt eine sehr schöne Tafel vom Anfang des 16. Jahrhunderts mit der Madonna im Thron zwischen dem Heiligen Michel und der Heiligen Restituta von Andrea Sabatini oder Stefano Sparano, die den Einfluss der Kunst aus Mittelitalien und Venetien in jener Zeit aufzeigt.

Die Kappellen im rechten Kirchenschiff

Auch wenn die rechten Kappellen keine artistischen Highlights aufweisen, sind auch hier einige schöne Werke zu beobachten: in der zweiten Kappelle hängt ein gut gelungenes gothisches Kruzifix aus dem 14. Jahrhundert, in der letzten Kappelle hängen einige Geschichten des San Gennaro vom toskanischen Künstler Giovanni Balducci. Am Ende des Seitenschiffs sind einige Reste der gothischen Fresken im Stil des Cavallini des Jüngsten Gerichts und ein Renaissance-Ziborium auf einem wiederverwendeten antiken Sarkophag beim Grabmahl des Riccardo Piscicelli. Hier ist der Zugang in das frühchristliche Baptisterium des San Giovanni in Fonte, das wegen seiner Wichtigkeit in einem gesonderten Artikel beschrieben wird.

Das Mosaik von Lello da Orvieto

Das linke Kirchenschiff

Auf der linken Seite der Absis erhält die grosse Kappelle der Santa Maria del Principio mit dem Bild der Madonna del Principio zwischen den Heiligen Restituta und Gennaro eine weitere rare Kunstverziehrung. Das Mosaik, was vielleicht einen älteren Urspung hat, trägt die Unterschrift des ebenfalls in der Kathedrale von Neapel tätigen Lello da Orvieto mit dem Jahr 1322. Die Kappelle erhält auch Fresken des Giovanni Balducci und einer Tafel des aus Kalabrien stammenden Negroni, eine absolute Besonderheit sind aber die beiden Brüstungen aus Marmor, wohl Teil einer Kanzel aus dem 13. Jahrhundert, die mit den Geschichten der Heiligen Josef und Samson sowie den Geschichten des Heiligen Gennaro und anderen eine wahres Meisterwerk der spätromanischen Kunst darstellen. Neben dieser Kappelle ist auch der Zugang in einen momentan geschlossen unterirdischen Bereich des griechisch-römischen Neapels und zur Sakrestei der Basilika der Santa Restituta. Kurz vor dem Ausgang ist noch der 1887 nach hier verlegte ehemalige Altar der Crypta der Kathedrale von Domenico Antonio Vaccaro von 1735 sowie das Ehrengrabmahl gelehrten Kanonikers des Alessio Simmaco Mazzocchi des Giuseppe Sammartino von 1776.

Erleben Sie mit mir oder einem meiner qualifizierten Kollegen die Stadt Neapel bei einer Führung. Gerne können Museen, Kirchen oder andere Besonderheiten individiduell ins Programm eingefügt werden.

Weitere Informationen zu den Monumenten der Stadt Neapel finden Sie auch in der Kategorie in meinem Blog.

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Monumente der Stadt Neapel

Die Kapelle des Schatzes des San Gennaro

Die Kapelle des Schatzes des San Gennaro ist eines der barocken Meisterwerke Italiens und ist interessanterweise im Besitz der Stadt Neapel mit separaten Öffnungszeiten zur Kathedrale von Neapel.

Der Pakt zwischen San Gennaro und dem Volk Neapels

Am 13. Januar 1527 in einer schwierigen Zeit wegen des Krieges zwischen den Spaniern und Franzosen geht das Volk Neapels ein über die Volksvertreter der Sedili einen notarilen Akt ein schriftliches festgschriebenes Votum mit dem Heiligen ein: Im Tausch mit dem Schutzeid des Schutzpatrons gegnüber der Stadt Neapel wird die Bevölkerung der Stadt ihm eine Kapelle errichten. So gehört die Kapelle mit seinem Schatz bis heute dem Volk Neapels, die von einer Delegation der Stadt verwaltet wird und somit auch ein Symbol für den volkstümlichen Aberglaube des Blutwunders als kollektiven Ritus darstellt. Die Kappelle war auch eines der Musikkonservatorien der Stadt Neapel: die herausragende Akustik wurde durch eine Quadrophonie durch zwei Orgeln und zwei Choren unterstützt. Die linke Orgel aus dem Jahr 1649 von Pompeo de Franco ist heute die älteste noch funktionierende Orgel der Stadt. Als Musizisten haben hier unter anderem Scarlatti, Cimarosa, Pergolesi und Durante gespielt.

Ein Detail eines der Silberwerke der Schutzpatronen vor einem Bild von Domenichino

Der Ursprung der Kapelle des Schatzes des San Gennaro

Die Errichtung der Kapelle ist durch das monumentale Eingangstor des Cosimo Fanzago aus Messing und Bronze von 1628-1630 mit den beiden Büsten des San Gennaro von Gennaro Monte auf der rechten Seite der Kathedrale zu betreten und ersetzte drei vorherige Kapellen. Der heutige Aspekt zeigt einen üppigen barocken Dekor des 17. und 18. Jahrhunderts, die Struktur wie wir sie heute sehen wird nach der Entscheidung von 1601 die Kapelle zu errichten in nur ca. 40 Jahren ab 1608 bis zur Einweihung im Jahr 1646 von Architekt Francesco Grimaldi umgesetzt. Die Form der Kapelle wurde wahrscheinlich von Michelangelo und Bramantes klassizistischer Architektur inspiriert, da Grimaldi vor diesem Projekt über viele Jahre in Rom tätig war. Der Fussboden stammt ebenfalls von Cosimo Fanzago.

Die Kuppel mit dem Paradies von Giovanni Lanfranco

Die Freskendekoration

Nach einigen Wechseln fängt Domenichino ab 1630 an die Kapelle mit Fresken der Lebenswerke des San Gennaro zu dekorieren und zeigt die vom Domenichino erlangte künstlerische Reife in der Kunst des Klassizismus. Das Fresko der Darstellung des Paradieses in der Kuppel der Kappelle wird in den Jahren 1641-1643 als barocke Varante der Kunsttradition des Correggio vom talentierten bolognesischen Maler Giovanni Lanfranco gemalt.

Das Bild des Jusepe de Ribera innerhalb der Kapelle des Schatzes des San Gennaro

Die Bilder

In der Kappelle hängen auch die Bilder über das Leben des San Gennaro, in diesem Fall mit der Besonderheit das die Bilder auf Kupfer gemalt wurden. Die Maler Domenichino und Jusepe de Ribera (mit einem seiner Hauptwerke San Gennaro verlässt unversehrt den brennenden Ofen) dekorieren die sechs Altare der Kapelle des Schatzes des San Gennaro mit Bilders mit Einflüssen des Klassizismus und des von Caravaggio infizierten lokalen Naturalismus in sechs schönen Werken aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts.

Das gothische Werk der Büste des San Gennaro aus dem Jahr 1305

Die Skulpturen

Die ersten Skulpturen wurden ab 1613 vom Michelangelo Naccherino gefertigt, wobei die Entscheidung von 1631 weitere 12 Skulpturen des Schülers des Bernini Giuliano Finelli am Hauptaltar einzusetzten der Kappelle einen grossen Schwung gibt. Weitere Bronzeskulpturen der lokalen Künstler Marinelli und Vinaccia erweitern in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts die dekorative Ausstattung der Kapelle des Schatzes des San Gennaro.

Das aufwendige Antependium aus Silber von Vinaccia vor dem Porfidaltar

Die Silberdekoration und die Büste des San Gennaro

Die Silberwerke sind sicher Hauptprotagonist der Kapelle des Schatzes des San Gennaro. Aus Silber bestehen die grossen Kerzenständer, die Kruzifixe, die Antependium des Altars, die Weihrauchfässer als auch die 54 Büsten der Schutzpatronen Neapel (nur ein Teil von Ihnen ist ausgestellt). Eine Besonderheit ist das Werk aus Silber des Künstlers Giandomenico Vinaccia aus den Jahren 1692-95 nach Modell einer Zeichnung von Francesco Solimena am Porfidaltar der Kapelle, auf dem die Translation der Reliquien des San Gennaro von Montevergine nach Neapel dargestellt wird. Hinter dem Altar ist auch der Tresor eingesetzt, der die Blutampulle des San Gennaro aufbewahrt, die beim sogenannten Blutwunder des San Gennaro in seine Büste eingesetzt wird. Die beiden jeweils 150 Kilogramm wiegenden als Splendori bekannten grossen Kerzenständer aus Silber stammen erst aus der borbonischen Zeit des Karls III. Links neben der Hauptalter ist mit dem 1304-1305 von den königlichen gothischen Bildhauern Etienne, Godefroyd, Guillaume de Verdelay und Milet d’Auxerre erschaffennen Büste des San Gennaro das erste Meisterwerk der Goldschmiedekunst Neapels zu sehen. Die reich dekorierte Büste ist auf einer 1609 hinzugefügten Basis mit Szenen des Martyriums des San Gennaro gesetzt.

Die Sammlung der Silber-und Goldarbeiten, die im neben dem Dom gelegenen Museum des Schatzes und in der Kappelle des Schatzes des San Gennaro ausgestellt sind, gilt als eine der wertvollsten Schmucksammlungen weltweit.

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Die Kathedrale von Neapel

Die Kathedrale der Stadt Neapel in der Via Duomo, einem antiken Cardo der griechisch-römischen Stadt Neapolis, wird im volksmund meist einfach Dom (Duomo) genannt und ist in der heutigen Altstadt gelegen. Die Kathedrale von Neapel ist dabei offiziell der Madonna Assunta und nicht wie oft angenommen dem Schutzpatron San Gennaro gewidmet. Die Kathedrale ist eines der Monumente der Stadt, an der man am besten die historische Stratifizierung der Stadt Neapel ablesen kann und Kunstwerke sieht, die von der Antike bis über die frühchristliche Zeit ins 20. Jahrhundert reichen.

Die Struktur der Kathedrale von Neapel mit der Basilika der Santa Restituta
und der Kappelle des San Gennaro

Die Ursprünge der Kathedrale von Neapel

Das Gebäude ist auf dem frühchristlichen Oratorium der Santa Maria del Principio gebaut worden (und laut einer Legende auf einem Apollotempel, dessen Struktur aber nie gefunden wurde), in dem der erste Bischof von Neapel Aspreno laut den Cronache di Partenope den Sitz des Bischoftums der Stadt einrichtete. Die heutige Kathedrale von Neapel inglobiert dabei zwei weitere Kultgebäude, die Basilika der Santa Restituta mit dem Baptisterium und die Kappelle des San Gennaro, die wegen ihrer Fülle und Besonderheit in zwei separaten Texten behandelt werden. Die erste Bauphase begann wahrscheinlich bereits in den 1270er Jahren unter Karl I. und wird von Karl II fortgeführt um 1313 unter Robert dem Weisen eingeweiht zu werden. Die ersten Architekten sind wahrscheinlich französischer Herkunft, die später von den lokalen Architekten Masuccio I, Masuccio II und einem pisanischen Architekten Giovanni Pisano beendet werden.

Das Eingangsportal mit der Madonna mit Kind von Tino da Camaino

Die Fassade

Die heutige Fassade der Kathedrale von Neapel wurde unter Kardinal Sisto Riario Sforza in den Jahren von 1876 bis 1905 von Architekt Enrico Alvino im neogothischen Stil mit Skulpturen diverser Künstler der Zeit restauriert. Aus der gothischen Zeit der Anjou sehen wir noch Werke des Tino da Camaino aus dem 14. Jahrhundert mit den Löwen neben dem Haupteingang und der Madonna mit Kind über dem zentralen Portal. Von Antonio Baboccio da Piperno aus dem 15. Jahrhundert sind die Dekorationen der drei Eingange der Kathedrale.

Eine Skulptur aus der Serie der heiligen Bischöfe

Der Innenbereich

Die Dekoration des heutigen Hauptschiffs stammt grösstenteils aus dem 17. Jahrhundert, reicht aber bis ins 19. Jahrhundert hinein. Die Kassettendecke wurde von den spätmanieristischen Künstlern Giovan Vincenzo Forlì und Giovanni Balducci mit dem Motiv der Geschichten Christi und der Jungfrau Maria in der 1620er Jahren eingesetzt. Die obere Serie der Medaillons an den Seitenwänden zeige die Serie der Apostel, Doktoren und Patern der Kirche, die untere Serie die verschiedenen Schutzpatrone der Stadt Neapel Bis auf zwei Patrone, die von Francesco Solimena aus den Jahren 1701-1702 stammen, sind alle weiteren Bilder von Luca Giordano aus den Jahren 1676-78. Im unteren Bereich des Hauptschiffs der Kathedrale wurden 14 Skulpturen der heiligen Bischöfe eingesetzt, die teils Skulpturen der Erneuerung der 1620er Jahre wiederverwendet und teils von Carlo d’Adamo aus den 1740er Jahren bestehen. Die Gegenfassade stammt aus der Zeit des spanischen Vizekönigsreichs von Neapel, in der der königliche Architekt Domenico Fontana 1599 eine reichere Marmordekoration erschafft, um den Sarkophag des anjouinischen Königs Karl II zu ehren. Links neben dem Eingangsbereich steht ein kleines Highlight, ein Topf aus römischer Zeit aus ägyptischen Basalt, das in ein Taufbecken umgewandelt und 1621 in barocker Form dekoriert wurde. Die beiden Holzorgeln stammen von Gennaro di Fiore aus den Jahren 1770-72 und ersetzen die beiden Älteren, dessen Türen von Giorgio Vasari und Luca Giordano dekoriert wurden (heute in Gewahrsam).

Das romanische Kruzifix der nach ihr benannten Kappelle

Das rechte Kirchenschiff

Die erste Kappelle des rechten Kirchenschiffs ist San Nicola gewidmet und zeigt ein Bild des San Nicola von Paolo de Matteis aus dem Jahr 1695. In der daneben liegenden sogenannten Kappelle des Kruzifix hängt das strenge romanische franko-iberische Kruzifix, das zeitlang am Hauptaltar der Kathedrale hing. Diese Kappelle beherbergt auch ein gothisches Grabmahl von Tino da Camaino und ein Marmoraltar mit einem sterbenden Christus aus dem 17. Jahrhundert. Die nächste Kappelle mit dem monumentalen Eingang des Messingtors von Cosima Fanzago ist die Kappelle des San Gennaro, Schutzpatron von Neapel, die als eigenes Gebäude separat beschrieben wird. Die Kappelle der Reliquien wird von einem Bild des Andrea Malinconico aus dem späten 17. Jahrhundert dekoriert und bewahrt neben und in einigen wichtigen Schätzen die Reliquiensammlung der Kathedrale von Neapel auf. In der letzten Kappelle des rechten Seitenschiffs steht das das gothische Grabmahl des Francesco Carbone von Antonio Baboccio da Piperno aus dem frühen 15. Jahrhundert, bei dem der internationale nordische gothische Einfluss klar sichtbar ist.

Die Kappelle der Reliquien

Das Querhaus der Kathedrale von Neapel

Das Querhaus der Kathedrale von Neapel ist eine weitere Ansammlung wichtiger Kappellen und Kunstschätze. Auf der rechten Seite des Querhauses ist eine der Kathedrale gewidmete Madonna Assunta des Perugino aus dem Jahr 1506 zwischen zwei barocken Mausoleen des Giuseppe Sanmartino aus dem Jahr 1775 und des Pietro Ghetti aus dem Jahr 1678 sowie einem spät manieristischem Werk von Girolamo d’Auria von 1578 zu sehen. Neben der Minutolo Kappelle ist die dem heiligen Asprenus gewidmete Kappelle, die von der Familie Tocco übernommen wurde und den französischen gothischen Kunsteinfluss aufzeigt. Die in der ersten Jahren des 14. Jahrhunderts gemalten geometrischen Dekorationen und Apostel stammen vom römischen Künstler Pietro Cavallini und stellen ein Meisterwerk der Erneuerung der gothischen Kunst der Zeit dar. Die oberen Fresken der Kappelle stammen aus dem 16. Jahrhundert von Agostino Tesauro.

Die Capece Miutolo Kappelle, gothischer Blickfang Neapels

Die Capece Minutolo Kappelle

Hier öffnet sich nun der Blick in eine der schönsten gothischen Kappellen der Stadt Neapel, die Kappelle Capece Minutolo. Die Struktur der Kappelle ist wohl älter als die Kathedrale und wurde in das Kirchengebäude integriert. Rechts neben dem grossen Grabmahl des Enrico Minutolo ist das Grabmahl des Filippo Minutolo des d’Oderisio zu sehen, unter ihm wurde der heilige Ludwig zum Priester ausgebildet, an dessen Werk interessanterweise der Einfluss des Arnolfo di Cambio zu erkennen ist. Eine Besonderheit ist der in Neapel selten vorzufindene marmorne Intarsien- und Mosaikfussboden vom Ende des 13. Jahrhunderts. Ein Teil der Fresken der Kappelle stammen von Montano d’Arezzo aus der selben Zeit des Fussbodens, die den Kunsteinfluss des Cimabue im Süden Italiens aufzeigen. In den späteren Fresken der Magdalena und des heiligen Nikolaus aus der Mitte des 14. Jahrhunderts ist det Einfluss des Pietro Cavallini zu erkennen, während die knieenden Ritter der Familie Minutolo wahrscheinlich vom neapolitanischen Künstler Roberto d’Oderisio stammen. Die Dekoration der Absis der Kappelle ist vom Ende des 14. oder Anfang des 15. Jahrhunderts und grösstenteils vom grossen restaurierten Grabmahl des Erzbischofs Enrico Minutolo (eines Schülers des Antonio Baboccio da Piperno) verborgen.

Die Darstellung der Madonna Assunta, Altar der Kathedrale

Der Hauptaltar

Beim Hauptaltar der Kathedrale von Neapel ist aus der gothischen Zeit praktisch nichts mehr zu erkennen und hier dominiert die von Kardinal Spinelli gewollte Kunststilerneuerung des 18. Jahrhundert der Künstler Pietro Bracci, Paolo Posi, Giaquinto und Stefano Pozzi. Aus dem 17. Jahrhundert stammt der grosse geschnitzte Holzchor des Marc’Antonio Ferraro (1616-17).

Die Darstellung des Kardinals Oliviero Carafa in der Crypta

Die Cappella del Succorpo – die Crypta der Kathedrale

Unter dem Hauptaltar führen zwei Rampen in die sogenannte Cappella del Succorpo, in dem die Reliquien der San Gennaro verehrt werden. Dieser Bereich wurde unter Kardinal Oliviero Carafa nach der Rückkehr der Reliquien des San Gennaro nach Neapel aus Mercogliano im Jahr 1497 finanziert und im ersten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts durch den lombardischen Architekten der reifen Renaissance Tommaso Malvito eingerichtet, vielleicht nach einem Projekt des Bramante, um dieses besondere Ereignis zu würdigen. Die Qualität der Einrichtung mit der Skulptur des Oliviero Carafa, den Wänden, der Decke und dem Fussboden wurde durch heute leider unbekannte aber hochqualifizierten Künstlern umgesetzt worden sein und macht die Cappella del Succorpo wohl zum Musterbeispiel der Bildhauerkunst in Neapel zum Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts.

Der Jessebaum, gothisches Werk von Lello da Orvieto

Die linke Seite des Querhauses und die Cappella degli Illustrissimi

Auf der linken Seite des Querhauses der Kirche ist die Kappelle Sant’Atanasio mit einem Altar von Cosimo Fanzago und Marmormonumenten des Lorenzo Vaccaro zu sehen. Erst im 20. Jahrhundert wurden hier auch frühchristliche Sarkophage und die Reste des Fussbodens aus der späten Renaissance wiedergefunden. Neben ihr ist die besondere Cappella degli Illustrissimi, die noch unter dem französischen Bischof Umbert d’Ormond eingerichtet wurde und den von Lello da Orvieto um 1315 gemalten Jessebaum beinhaltet. Die horizontalen Marmorbalken wurden dabei in der Mitte des 14. Jahrhunderts von einem Künstler mit starken Avignon-Einfluss dekoriert. Rechts und gegenüber von der Cappella degli illustrissimi sind die Grabmähler des Papstes Innocenz IV. von Giovan Tomaso Malvito aus dem 16. Jahrhundert (Restauration eines Grabes der 14. Jahrhunderts) und des Papstes Innocenz XII. von Domenico Guidi aus dem Jahr 1696. Zwischen den beiden Kappellen ist ein gut gelungenes Jugendwerk des Francesco Solimena in Form eines des Heiligen Georgs zu sehen.

Detail des antiken Basalttopfes des Taufbeckens

Das linke Kirchenschiff

Das linke Kirchenschiff ist wegen seinem Zugang der Basilika der Santa Restituta bekannt, die wegen der historischen Wichtigkeit nochmal separat behandelt wird. Vom Altar aus kommend treffen wir zuerst auf die Seripando Kappelle mit zwei Bildern von Balducci von 1599 (ein San Gennaro und Sant’Agnello) und die Brancaccio Kappelle von Architekt Giovanni Antonio Dosio mit den zwei Skulpturen vom Heiligen Petrus und Paulus von Pietro Bernini und Girolamo d’Auria und dem lokal recht bekannten Bild der Taufe Christi des Francesco Curia. Die neben dem Eingang zur Santa Restituta Kappelle gelegenen Grabmähler des Kardinals Alfonso Gesualdo sind von Michelangelo Naccherino und Montani, während die Grabmähler vom Giambattista Filomarino und Kardinal Alfonso Carafa von Finelli und Mencaglia aus den Jahren 1643-1647 stammen. In der vorletzten Kappelle dieses Kirchenschiffs steht eine Skulptur der Grablegung Christi von einem spanischen Bildhauer (Ordonez oder de Siloe) und ein Bild mit einem Heiligen Thomas des senesischen Künstlers Marco Pino aus dem Jahr 1573, klassisches Werk im Stil der katholischen Reform nach dem Konzil von Trient.

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