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Monumente der Stadt Neapel

Die Gesù Nuovo Kirche von Neapel

Die Gesù Nuovo Kirche ist die bedeutendste jesuitische Kirche der Stadt Neapel. Ursprünglich war die Kirche mal der Immacolata (Unbefleckten) gewidmet, der Name Gesù Nuovo setzte sich aber letztendlich durch um sie von der älteren jesuitischen Kirche (die seitdem Gesù Vecchio genannt wurde) zu unterscheiden. Die Gesù Nuovo Kirche ist ein faszinierendes Beispiel eines ehemaligen privaten Wohnpalastes, der in eine prunkvolle Kirche ungewandelt wurde. Gerne können Sie die Kirche auch mit mir bei einer meiner Führungen durch Neapel besichtigen.

Die Fassade der Gesù Nuovo Kirche bei einem Foto aus dem Garten des Santa Chiara Komplexes

Die Geschichte des Adelspalastes

An Stelle der Kirche stand eigentlich der im Jahr 1470 von Architekt Novello da San Lucano errichtete Palazzo Sanseverino des Fürsten von Salerno, eine Tafel an der Renaissance-Fassade erinnert noch an die erste Umsetzung des Projektes. Die Sanseverino galten in der aragonesischen Zeit als eine der einflussreichsten Adelsgeschlechter des gesamten Königreichs von Neapel. Dank der militärischen Unterstützung gegen die Anjou erhielt Graf Roberto Sanseverino die Feudalherrschaft über Salerno an Stelle der abgesetzten Orsini-Familie und das Privileg eigene Münzen rausgeben zu dürfen. In dem bedeutenden historischen mit Fresken dekorierten Palast und einem üppigen Garten waren unter anderem Pietro l’Aretino und 1536 der spanische Kaiser Karl V zu Gast. Als Ferrante Sanseverino 1553 im Stadtrat der Sedili gegen die von den Spaniern geplant Einführung der Inquisition stimmt, wird der Palast einige Jahre spaeter unter zweifelhaften Gründen konfisziert und im Jahr 1584 vom König an die Jesuiten verkauft.

Die Umwandlung zur Kirche

Der Palazzo Sanseverino wird schliesslich restrukturiert und von den jesuitischen Brüdern Giuseppe Valeriano und Pietro Provedi zu einer Kirche adaptiert undnach aufwendigen Arbeiten im Jahr 1601 eingeweiht. Vom prächtigen Adelspalast wurden das Fundament, die Seitenwände und die auffällige Fassade mit Spitzen aus Piperngestein konserviert. Diese Fassade war übrigens zusammen mit dem Obelisk des Platzes auf den von 1976 bis 1984 herausgegebenen 10000 Lire Scheinen abgebildet.

Das Eingangsportal des ehemaligen Palastes mit den hinzugefügten jesuitischen Dekorationen

Die Fassade

Die Fassade der Kirche hat drei Eingangsportale, wobei der mittlere noch der eigentliche Zugang zum Adelspalast des 15. Jahrhunderts ist. Dieser wurde erst mit dem Wappen der Sanseverino und Feltria della Rovere und später mit dem jesuitischen Stemma IHS und Engeln, zwei rote Granitsäulen und einem gebrochenen Tympanon durch Pietro und Bartolomeo Ghetti in der barocken Zeit angereichert. Die drei Fenster wurden bei der Umgestaltung zur Kirche 1598 durch Costantino Marasi hinzugefügt.

Die faszinierende Fassade im Renaissance Stil con 1470

Die Struktur und der Eingangsbereich

Die Gesù Nuovo Kirche hat Ausmassen von 66 mal 53 Metern mit einem Grundriss im Stil eines griechischen Kreuzes mit drei Schiffen, die durch Pfeiler getrennt werden sowie insgesamt 10 Seitenkappellen. Die Kirche gilt als eine der aufwenigsten Barockkirchen Italiens und beim Betreten des Gebäudes fällt einem sofort die aufwendigen Dekorationen und Marmorarbeiten ins Auge. Auf der Gegenfassade ist das grosse Fresko Die Vertreibung des Heliodoros aus dem Tempel von Jerusalem des Francesco Solimena von 1725 zu bewundern. Die seitlichen Fresken der Gegenfassade sind ebenfalls von Künstlern der Schule des Solimena, während die Fresken zum Thema Der Name Jesu an der Decke des zentralen Schiffs noch von Belisario Corenzio (17. Jahrhundert) angefertigt wurden. Wegen eines fatalen Erdbebens im Jahr 1688 wurden Teile durch Paolo de Matteis ersetzt (die Beschneidung Jesus und der Erzengel Michel besiegt die Dämonen).

Die Gegenfassade mit dem Fresco des Francesco Solimena von 1725

Die zentrale Kuppel

Die zentrale Kuppel der Gesù Nuovo Kirche wurde bereits viermal erneuert. Der erste Bau brach 1688 bei dem angesprochenen Erdbeben ein. Die Erneuerung durch Arcangelo Guglielmelli und Paolo de Matteis wurde 1775 wegen der Einsturzgefahr wieder abgerissen und die Kirche schliesslich ueber 30 Jahre lang geschlossen. 1790 wurde durch Ignazio di Nardo eine abgeflachte “falsche” Kuppel eingesetzt, die erst 1973 durch eine Zementkuppel mit einer abgehängten Decke im Still eines Kassettendachs ersetzt wurde. Auf den Pendentifs der Kuppel konnte sich die Darstellung der Vier Evangelisten des Giovanni Lanfranco erhalten, während die Darstellung des Paradieses in der Kuppel beim Erdbeben verloren ging.

Ein Blick auf die moderne Kuppel im barocken Kontext

Das Presbiterium

Das Presbiterium stammt vom berühmten Barock-Architekten Cosimo Fanzago und wurde mit den Mariengeschichten des Massimo Stanzione dekoriert. Der mit Edelsteinen und Marmor verzierte recht junge Hauptaltar stammt von 1857 und wurde von Raffaele Postiglione nach Projekt des Giuseppe Grossi umgesetzt. Die Büsten und Basreliefs stammen von Gennaro Calì, unter ihnen ist auch eine Nachbildung des Letzten Abendmahls von Leonardo da Vinci zu finden, Costantino La Barbera und Giuseppe Sorbilli. Auf dem Tabernakel aus Kupferspat ist die Aufschrift Deus Absconditus Heic zu lesen (Gott versteckt sich hier). In der zentralen Nische der Absis, von sechs Alabastersäulen umringt, ist die Marmorskulptur der Unbefleckten Jungfrau von Antonio Busciolano zu sehen, die von einem grossen blauen Globus aus Lapislazuli und Engeln gehalten wird. Von Busciolano stammen auch die beiden seitlichen Skulpturen der Heiligen Paulus und Petrus. Die oberen Skulpturen der jesuitischen Ordensgruender San Francesco Saverio und Ignazio di Loyola sind im 18. Jahrhundert von Schülern des Domenico Antonio Vaccaro gefertigt worden. In der Absis sind ausserdem noch die zwei beeindruckenden leider nicht mehr funktionierenden Orgeln aus dem 17. Jahrhundert auf zwei erhoehten Bereichen aus Marmor ausgestellt.

Der Hauptaltar im prunkvollen Presbiterium der Gesù Nuovo Kirche

Das linke Kirchenschiff

Das linke Kirchenschiff der Gesù Nuovo Kirche von Neapel besteht aus vier Kappellen und endet mit einer Kappelle, die als Absis dieses Kirchenschiffs fungiert. Die Kuppeln und Pendentifs des ersten und zweiten Bereichs des Kirchenschiffs (Dreifaltigkeit mit Engeln und Märtyrern mit Vier Gekreuzigten Heiligen und Szenen aus dem Leben von Jesus und Maria mit Allegorien der Tugenden) stammen von Belisario Corenzio von 1605, die Überquerung des roten Meeres und die vier Profeten des vierten Bereichs sind Werk des Giovanni Battista Beinaschi von 1684/85.

Die Überquerung des roten Meeres des Beinaschi von 1685
Die erste Kappelle

Die erste Kappelle im Stil des frühen 17. Jahrhunderts des linken Kirchenschiffs der Gesù Nuovo Kirche ist den Heiligen Märtyrern gewidmet. Die Fresken sind auch hier von Belisario Corenzio, während die Marmorverkleidung von Costantino Marasi stammt. Die Skulpturen des Heiligen Stefans und Heiligen Lorenz stammen von Girolamo d’Auria, die Holzskulptur des Schutzengels stammt wohl aus den Händen des Aniello Stellato und Orazio Bonocore. Das Altarbild der Madonna mit Kind und den Heiligen Märtyrern ist von Giovanni Bernardo Azzolino.

Das Altarbild des Azzolino von 1602
Die zweite Kappelle

Die zweite Kappelle der Geburt Christi (oder Fornaro) ist vom Stil der ersten Kappelle treu und hat ebenfalls eine Freskendekoration des Belisario Corenzio (von 1601) und eine Verkleidung der Brüder Mario und Costantino Marasi. Die Skulpturen sind Werke im späten Manierismus des Michelangelo Naccherino (der Heilige Andreas und Johannes der Täufer), Pietro Bernini ( der Heilige Matthäus mit einem Engel), Tommaso Montani (der Heilige Januarius und der Heilige Niccolò) und Girolamo d’Auria (der Heilige Johannes). Das Altarbild der Geburt Christi ist von Girolamo Imparato aus dem Jahr 1602.

Roemische, florentinische neapolitanische Bildhauer wie Bernini, d’Auria und Naccherino haben hier ihr Werk hinterlassen
Die dritte Kappelle (im Transept)

Die beiden Kappellen im Transept sind den jesuitischen Ordensgründern Sant’Ignazio di Loyola und San Francesco Saverio gewidmet, die im linken Kirchenschiff ist die von Cosimo Fanzago, Costantino Marasi und Andrea Lazzari eingerichtete Kappelle des Sant’Ignazio di Loyola. Die ursprüngliche Dekoration ist von Belisario Corenzio von 1637 mit den Geschichten des Sant’Ignazio, die Dekoration im Zentrum des Gewölbes und der Lünetten am grossen Fenster wurden nach dem Erdbeben durch Paolo de Matteis (1698) erneuert. Am Hauptaltar wurde das aus Tarent hergebrachte Bild der Madonna mit Kind zwischen den Heiligen Ignazio und Francesco Saverio des Paolo de Matteis eingesetzt, das ehemalige Altarbild der Vision des Sant’Ignazio von Girolamo Imparato ist heute auf der linken Kappellenwand gegenüber des Bildes der Heiligen Dreifaltigkeit und Heilige des Agostino Beltrano zu bewundern. Neben dem Hauptaltar sind die beiden faszinierenden grossen Skulpturen des Davids und des Jeremias des Cosimo Fanzago eingesetzt. Zwei Tafeln des Jusepe de Ribera über den Heiligen Ignazio und eine Madonna mit Kind und der Heiligen Anna eines unbekannten kampanischen Künstlers (weil die dritte Tafel des de Ribera im zweiten Weltkrieg beschädigt wurde) sind ebenfalls Teil dieser beeindrucken Kappelle.

Die weite Kappelle des Sant’Ignazio di Loyola
Die vierte Kappelle

Die vierte Kappelle ist dem Kruzifix und dem Heiligen Ciro gewidmet und wurde von Dioniso Lazzari eingerichtet. Unter dem Altar befindet sich das verehrte Grabmahl des San Ciro, Mediziner, Eremit und Märtyrer aus dem 3. Jahrhundert und einer der am weitesten verbreiteten Namen innerhalb Neapels. Die Skulpturengruppe aus bemaltem Holz mit dem Kruzifix zwischen der leidenden Madonna und dem Apostel Johannes sind ein Werk des Francesco Mollica aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Die beiden Skulpturen neben dieser Gruppe zeigen den Heiligen Ciro (links) und den Heiligen Giovanni Edesseno. Die Freskendekoration der Kappelle sind von Giovan Battista Beinaschi und zeigen die Geschichten des Leidenswegs Christi und die Engel und Symbole des Leidenswegs.

Das Kruzifix des Mollica und das Grabmahl des Heiligen Ciro sind hier zu bewundern
Die Absiskappelle

Die letzte Kappelle, die als Absis fungiert, ist dem Heiligen Francesco De Geronimo gewidmet. Der 1737 errichtete Altar wurde von Giuseppe Bastelli umgesetzt und beinhaltet die Skulpturengruppe der Predigt des Heiligen Francesco De Geronimo vom beliebten neapolitanischen Künstler Francesco Jerace von 1932. Auf den beiden Wänden der Kappelle sind grosse Reliquarienschränke mit etwa 70 Büsten, unter anderem auch die Büsten des Giovan Domenico Vinaccio der beiden Ordensgründer, aus geschnitztem, vergoldeten und bemaltem Holz. Das Fresko der Decke der Kappelle mit Engeln und Seraphim ist von Francesco Solimena von 1677.

Reliquien und Holzbüsten des Vinaccia

Das rechte Kirchenschiff der Gesù Nuovo Kirche

Die Kuppeln im rechten Kirchenschiff wirden Giuseppe Simonelli (Symbole des Leidenswegs), Gaetano d’Apuzzo (Opferung des Aronne von 1790) und Angello Mozzillo (Die drei Jungen im Ofen von 1793) dekoriert. Die ursprünglichen Dekorationen von Luca Giordano wurden bei dem Erdbeben von 1688 beschädigt und wurden 100 Jahre später ersetzt.

Die Dekoration des Gaetano d’Apuzzo von 1790
Die erste Kappelle

Die erste Kappelle des rechten Kirchenschiffs der Gesù Nuovo Kirche ist dem Heiligen Carlo Borromeo gewidmet und beherbergt das Altarbild der Ekstase des Heiligen Carlo Borromeo von Giovanni Bernardino Azzolino von 1620. Die Deckenfresken sind ebenfalls das Werk des Azzolino und in der Kappelle sind ausserdem die schönen Engel des Cosimo Fanzago über dem Tympanon zu sehen.

Die Engel auf dem Tympanon des Cosimo Fanzago
Die zweite Kappelle

Die zweite Kappelle ist der Mariä Heimsuchung gewidmet und hat einen starken Bezug zum heiliggesprochenen verstorbenen lokalen Arzt des 20. Jahrhunderts Giuseppe Moscati. Die Kappelle wurde unter Papst Johannes Paul II 1987 kanonisiert. Moscati war Chefarzt des Incurabili Krankenhauses und Dozent für Biochemie an der Universität, widmete einen erheblichen Teil seines Lebens aber der Kur der armen Leute der Stadt Neapel. Sein Bronzerabmahl ist von Amedeo Garufi und die vom Volk verehrte Skulptur des Giuseppe Moscati ist ein Werk des Luigi Sopelsa von 1990. Auf dem Hauptaltar dieser Kappelle kann man eine Mariä Heimsuchung des Massimo Stanzione betrachten. Die Marmordekoration der Kappelle stammt vom bedeutenden Cosimo Fanzago während der neapolitanische barocke Meistermaler Luca Giordano 1687 die drei Fresken an der Decke und die Lünetten umgesetzt hat.

Die verehrte Skulptur des Giuseppe Moscati des Sopelsa von 1990
Die dritte Kappelle (im Transept)

Die dritte Kappelle im rechten Transept der Gesù Nuovo Kirche ist dem zweiten jesuitischen Ordnesgründer San Francesco Saverio gewidmet, der das Christentum in Indien, Japan und dem Malaiischem Archipel gepredigt hat. Die beiden Skulpturen der Heiligen Augustin und Ambrosius sind wie in der Kappelle gegenüber wiederum ein Werk des Cosimo Fanzago von 1618. Die Dekoration der Kappelle sind von Giuliano Finelli, Donato Vannelli und Antonio Solaro, während die weiteren Skulpturen der Kappelle alle von Michelangelo Naccherino sind. Auf dem eleganten Marmoraltar des Finelli hängt das Altarbild der Ekstase des Heiligen Francesco Saverio des Giovan Bernardo Azzolino. Von Luca Giordano (1690-1692) stammen die Bilder Francesco Saverio findet ein Kruzifix im Meer, Francesco Saverio trägt die Kreuze und Francesco Saverio tauft die Inder. Auf der rechten Wand der Kappelle hängt das Bild der Madonna des Rosenkreuzes und 15 Mysterien des Fabrizio Santafede, von Ludovico Mazzanti ist das Bild der Jungfrau als Kind mit den Heiligen Anna, Josef, Gioacchino, Francesco de Geronimo und Ciro auf der linken Kappellenwand. Die Frskendekoration der Decke zeigt Lebensgeschichten des San Francesco Saverio des Belisario Corenzio, auch hier wurde das zentrale Bild des Zyklus zum Ende des 18. Jahrhunderts von Paolo de Matteis mit der Predigt des Francesco Saverio erneuert. Innerhalb der Kappelle kann man durch einen Zugang das Oratorium mit der Memoiren des Giuseppe Moscati mit der Ausstellung seines Arbeitsbereichs und Schlafzimmers (eine Schenkung seiner Schwester) sowie einer grossen Anzahl von Ex Voto sowie der Blindgänger vom Bombenangriff vom 4. August 1943 besichtigen.

Das Bild der Taufe der Inder des Luca Giordano
Die vierte Kappelle

Die vierte Kappelle trägt den Namen der San Francesco Borgia Kappelle und wurde nach dem Erdbeben 1688 im 18. Jahrhundert komplett wieder neu aufgebaut. Das Altarbild ist von Sebastiano Conca und zeigt San Francesco Borgia vor dem Heiligen Sakrament beten. Der Marmoraltar ist Werd des Giuseppe Astarita und Mario Gioffredo, die Fresken der Kappelle wurden von Angelo Mozzillo (die Engel) und Antonio Gamba (die Tugenden) angebracht.

Ein Blick in die Kappelle vom Hauptaltar

Die rechte Absiskappelle

Die letzte Kappelle des rechten Kirchenschiffs auf der Höhe des Absis ist die Kappelle del Sacro Cuoro (oder Carafa) und war früher der Dreifaltigkeit gewidmet. Die Marmordekoration stammt auch hier von den Geschwistern Mario und Costantino Marasi wäre das Heilige Herz eine Fertigung aus Paris von 1904 ist. Die Fresken der Engelsgeschichten stammen aus der Hand des Belisario Corenzio von 1605. Hier ist auch das schöne erst vor wenigen Jahren restaurierte gothische Kruzifix aus dem 14. Jahrhundert zu besichtigen, eines der wenigen noch erhaltenen der Stadt Neapel.

Informationen zur Gesù Nuovo Kirche von Neapel
  • Wo?: An der Piazza del Gesù 2 in der Altstadt von Neapel
  • Öffnungszeiten: Jeden Tag von 9:30 – 12.30 und 17:00 – 19.15 Uhr (waehrend den Messen ist eine turistische Besichtigung nicht gestattet)
  • Eintrittspreise: Gratis

Erleben Sie mit mir oder einem meiner qualifizierten Kollegen die Stadt Neapel bei einer Führung. Gerne können Museen, Kirchen oder andere Besonderheiten individiduell ins Programm eingefügt werden!

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Die Basilika der Santa Restituta

Auf dem linken Kirchenschiff der Kathedrale von Neapel befindet sich der Zugang zur frühchristlichen Basilika der Santa Restituta, dem ursprünglichen Bischofssitz der Stadt Neapel, die vom Imperator Konstantin im 4. Jahrhundert nach Christus der Legende nach auf einem ehemaligen Apollo-Tempel (wobei es hier keine archäologischen Beweise gibt) gegründet wurde. Die Basilika ist eine der ältesten Dokumente der frühchristlichen Kunst innerhalb der Region Kampanien.

Die Struktur der Basilika

Die Struktur

Die Struktur der Basilika der Santa Restituta hatte ursprünglich fünf Kirchenschiffe, die durch antike Säulen getrennt wurden. Doch während der anjouinischen Zeit wird die Basilika der Santa Restituta modernisiert und zwei Kirchenschiffe in Kappellen umgewandelt. Um die aktuelle Kathedrale einzurichten wurde die Basilika zudem gekürzt und von die Fassade entfernt. Heute kann man nach der Restaurierung im Jahr 1972 noch einen Teil der frühchristlichen Struktur im Hauptschiff, das weiterhin von antiken Marmor- und Granitsäulen mit korinthischen Kapitellen gestützt wird, sowie in der kugelförmigen Absis mit einem nordafrikanischen Einfluss in der Dekoration erkennen. Von der Erneuerung der Basilika der Santa Resituta durch die Anjou stammen die Spitzbögen über den Kappellen und der erhöhte Fussboden, der auf die Ebene der neuen Kathedrale von Neapel angeglichen wurde. Von dem originalen Mosaikfussboden sieht man nur vereinzelt Reste neben manchen Säulen, von denen damals eine grössere Länge sichtbar war als heute. Der Rest der Struktur stammt komplett von der Erneuerung durch Arcangelo Guglielmelli nach dem Erdbeben von 1688, das sowohl in der Kathedrale, aber besonders in der mittlerweile baufälligen Basilica erhebliche Schäden anrichtete.

Die Decke mit dem Bild von Luca Giordano

Die Dekoration des Hauptschiffs

Die Decke auf Papier und Leinwand ist vielleicht noch vom Ende des 17. Jahrhunderts, wurde aber mehrmals restauriert, während das zentrale Bild Der Körper der Santa Restituta wird auf einem Boot von den Engeln nach Ischia getrieben von Luca Giordano stammt. Die Seitenwanddekoration mit den 18 runden Bildern des Christus, der Jungfrau und den Aposteln des Francesco de Mura sowie die 16 Bilder zwischen den Fenstern von Santolo Cirillo wurden von zwei Gläubigen der Basilika der Santa Restitura im Jahr 1734 gespendet und eingesetzt. Über dem Christus in der Mandel am Hauptaltar ist das barocke Fresko der 24 Senioren der Apokalypse von Lorenzo Vaccaco zu sehen, das um das Jahr 1690 gefertigt wurde.

Der Christus in der Mandel am Hauptaltar

Der Hauptaltar

Die Dekoration im byzanthinischen Stil am Hauptaltar mit dem Fresko der Deësis des Christus stammt wohl aus den Jahren zwischen dem 11. und dem 12. Jahrhundert nach Christus, aus einer Zeit wo die Basilika der Santa Restituta noch dem Christus und nicht der afrikanischen Schutzpatronin aus Ischia gewidmet war. Die Technik das Gesicht auf einer Holztafel in die Wand einzusetzten und umrum mit Wolken, Figuren und Tieren als Fresko zu dekorieren ist leider nur noch am Gesicht des Christus zu erkennen. Von der ursprünglichen Dekoration ist nur noch die grosse Figur mit dem sogenannten Christus in der Mandel und dem blauen Himmel und dem Engel oben links und Fragmente der Symbole der vier Evangelisten am Rand des Bildes erhalten. Auch wenn ein Teil der heutigen Dekoration vom Ende des 16. Jahrhunderts, wohl von Silvestro Buono, sowie aus dem 18. Jahrhundert stammt, bleibt dieses Werk der einzige Rest der romanischen Kunst der Stadt Neapel und zeigt die starke Bindung zwischen dem Herzogtum von Neapel mit der byzanthinischen Hauptstadt des oströmischen Imperiums. Im Zentrum des Hauptaltars hängt eine sehr schöne Tafel vom Anfang des 16. Jahrhunderts mit der Madonna im Thron zwischen dem Heiligen Michel und der Heiligen Restituta von Andrea Sabatini oder Stefano Sparano, die den Einfluss der Kunst aus Mittelitalien und Venetien in jener Zeit aufzeigt.

Die Kappellen im rechten Kirchenschiff

Auch wenn die rechten Kappellen keine artistischen Highlights aufweisen, sind auch hier einige schöne Werke zu beobachten: in der zweiten Kappelle hängt ein gut gelungenes gothisches Kruzifix aus dem 14. Jahrhundert, in der letzten Kappelle hängen einige Geschichten des San Gennaro vom toskanischen Künstler Giovanni Balducci. Am Ende des Seitenschiffs sind einige Reste der gothischen Fresken im Stil des Cavallini des Jüngsten Gerichts und ein Renaissance-Ziborium auf einem wiederverwendeten antiken Sarkophag beim Grabmahl des Riccardo Piscicelli. Hier ist der Zugang in das frühchristliche Baptisterium des San Giovanni in Fonte, das wegen seiner Wichtigkeit in einem gesonderten Artikel beschrieben wird.

Das Mosaik von Lello da Orvieto

Das linke Kirchenschiff

Auf der linken Seite der Absis erhält die grosse Kappelle der Santa Maria del Principio mit dem Bild der Madonna del Principio zwischen den Heiligen Restituta und Gennaro eine weitere rare Kunstverziehrung. Das Mosaik, was vielleicht einen älteren Urspung hat, trägt die Unterschrift des ebenfalls in der Kathedrale von Neapel tätigen Lello da Orvieto mit dem Jahr 1322. Die Kappelle erhält auch Fresken des Giovanni Balducci und einer Tafel des aus Kalabrien stammenden Negroni, eine absolute Besonderheit sind aber die beiden Brüstungen aus Marmor, wohl Teil einer Kanzel aus dem 13. Jahrhundert, die mit den Geschichten der Heiligen Josef und Samson sowie den Geschichten des Heiligen Gennaro und anderen eine wahres Meisterwerk der spätromanischen Kunst darstellen. Neben dieser Kappelle ist auch der Zugang in einen momentan geschlossen unterirdischen Bereich des griechisch-römischen Neapels und zur Sakrestei der Basilika der Santa Restituta. Kurz vor dem Ausgang ist noch der 1887 nach hier verlegte ehemalige Altar der Crypta der Kathedrale von Domenico Antonio Vaccaro von 1735 sowie das Ehrengrabmahl gelehrten Kanonikers des Alessio Simmaco Mazzocchi des Giuseppe Sammartino von 1776.

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Die Caracciolo di Vico Kappelle

Der Zugang in die Caracciolo di Vico Kappelle, eine der bedeutendsten Renaissance-Kappellen des Süden Italiens, befindet sich innerhalb der San Giovanni a Carbonara Kirche links vom königlichen Grabmahl des Ladislao I.

Der Zugang in die Caracciolo di Vico Kappelle mit Blick auf die Kreuzigung von Vasari

Die Caracciolo di Vico Kappelle – Die Architektur

Bis heute ist nicht geklärt, wer der Architekt dieser zirkulären Kappelle ist. Die Theorien zum Urhaber des Projekts gehen von Bramante (wegen der Ähnlichkeit zum kleinen Tempel von San Pietro in Montorio) und der klare Bezug zur römischen Renaissance, bis Giovan Tommaso Malvito, Bartolomè Ordonez und Diego de Siloe, Pedro Machuca als auch Ordonez nach Zeichnung des florentiners Giuliano da Sangallo.

Die Kuppel im Stile des Bramante

Die Caracciolo di Vico Kappelle – Der Innenbereich

Der Innenbereich wird durch 8 Zwillingssäulen mit dorischen Kapitellen und vier Nischen mit Bögen getrennt, die den von der Kirche aus asymmetrischen Zugang, den Hauptaltar und die zwei Grabmähler aufteilen. Ein dorischer Fries mit Metopen und Triglyphen umrunden die Kappelle über den Säulen, über ihnen eine Attika mit 6 falschen und zwei echten Fenstern, zwischen denen die Skulpturen der Apostel des lokalen Renaissance-Künstlers Giovanni da Nola aufgestellt wurden. Ebenfalls von Giovanni da Nola und seiner Schule stammen die zwischen den Säulen in den 1540er Jahren gefertigten Skulpturen der Heiligen Petrus, Paulus, Andreas und Johannes. Seitlich des Hauptaltars befinden sich die beiden monumentalen Grabmähler des Nicolantonio und Galeazzo Caracciolo, die von den drei neapolitanischen Künslern Annibale Caccavello, Giovan Domenico d’Auria und Giovanni da Nola gefertigt wurden. Der links gelegene Altar mit drei Nischen enthält die Skulptur des Galeazzo Caracciolo zwischen Adam und Eva (leider vor langer Zeit entfernt) unter einem Tympanon mit der Darstellung des Ewigen Herrn. Gegenüber gelegen sehen wir das Grabmahl des Nicolantonio Caracciolo zwischen des Skulpuren der Treue und der Karitas. Die beiden Ganzkörperskulpturen der Kappelle sind die Darstellung des Carlo Maria Caracciolo von Ercole Ferrata, vielleicht nach Projekt des Finelli, sowie des Marcello Caracciolo des Girolamo d’Auria. Die neben den Eingang stehen Büsten des Lucio Caracciolo könnte eine Kopie des Giuseppe Sanmartino eines Originals von Finelli sein, während die rechts vom Eingang stehende Büste des Carlo Andrea Caracciolo ein Original des Bernini-Schülers Giuliano Finelli von 1643 sein sollte, der sowohl für die Delegation des Schatzes des San Gennaro als auch den spanischen Vizekönig, dem Herzog von Monterrey, zu jener Zeit aktiv war.

Der Fussboden der Caracciolo di Vico Kappelle
Die Caracciolo di Vico Kappelle – Der Hauptaltar

Gegenüber des Zugangs befindet sich der Hauptaltar mit dem im unteren Bereich zwischen den Wappen der Caracciolo di Vico Familie stehenden Werk des liegenden Christus des Spaniers Diego de Siloè. Auf dem Marmorsockel des Altars ist ein Heiliger Georg mit dem Drachen, ebenfalls von De Siloe, zwischen den evangelisten Markus und Lukas eingesetzt. Das Hauptwerk des Altars ist die Erscheinung des Herrn (zwischen der Opfergabe des Abrams und der Opfergabe des Moses, alles drei Werke des talentierten spanischen Künstlers und Architekten Bartolomè Ordonez. Zwischen den Doppelsäulen der Kappelle sehen wir einen vom neapolitanischen Künstler d’Auria gefertigten Heiligen Sebastian und einen leider verloren gegangen Johannes der Täufer. Über dem dekorierten Gebälk des Altars beendet die Darstellung des Erlösers zwischen den evangelisten Johannes und Matthäus diesen faszinierenden Renaissance-Altars der San Giovanni a Carbonara Kirche, dessen Hauptstrukur wohl aus dem Jahr 1516 stammt und von den beiden spanischen Künstlern de Siloe und Ordonez entworfen wurde.

Die Erscheinung des Herrn von Ordonez am Hauptaltar

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