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Ischia Doc – Die Weine der beliebten Insel im Golf von Neapel

Die Trauben für den Ischia Doc Wein müssen zu mindestens 85% auf der Insel Ischia angebaut werden und wird in verschiedenen Varianten angeboten. Die verbreitesten Trauben der Insel Ischia sind heute Biancolella, Forastera und Piedirosso.

Weinanbau seit der griechischen Zeit

Der Weinanbau hat in Ischia eine lange Geschichte. Der Fund aus dem Jahr 1989 eines wohlhabenden griechischen Bauernhofs mit für Weinanbau typischen Trockenmauerwerk und Amphoren bester Manufaktur an der Punta Chiarito in Panza hat den geschätzten Zeitpunkt der ersten Ansiedlung der hellenischen Kolonen am Golf von Neapel um weitere 20 Jahre an den Anfang des 8. Jahrhunderts vor Christus vorgesetzt. Der Hafen von Ischia war wichtig für den Eisenhandel aus Italien nach Griechenland und man schätzt, das Ischia in ihrer Blütezeit bereits 10000 Einwohner haben konnte. Die von den Griechen verwendete Anbaumethode differenzierte sich damals von der etruskischen Methode im Inland Kampaniens und Mittelitaliens. Der Wein wurde von der Küste bis zu den Hügeln auf Terrassen mit Trockenmauerwerk angebaut und war eine wichtige Einnahmequelle der insulanischen Bevölkerung in der griechischen und römischen Zeit.

Weinanbau auf Tufsteinterrassen
Die Renaissance des Weins aus Ischia

Ab dem 15. Jahrhundert wird der ischitanische Wein in Verbindung mit einem etwa 200 Jahre andauernden Wachstum des Anbaus von Reben wieder nach ganz Italien und nach Dalmatien exportiert. In dieser Zeit verändert sich auch das Verständnis des Begriffs vom lateinischen und griechischen Wein, der sich nun nicht mehr durch die Anbautechnik (bodennah bei dem griechischen und auf Pergolas bei dem lateinischen), sondern durch die Weinkelterung unterscheiden. Auf Brettern getrocknete vinifizierte Trauben geben den griechischen Wein, der in kleineren Mengen hergestellt wurde, dafür süßer, alkoholischer, lagerhaltiger und damit auch exportfähiger war. Die frisch gepressten Trauben hingegen gaben den sogenannten lateinischen Wein, der in großen Mengen hergestellt wurde und günstiger war.

Die Schlauchpilzplage 1850 und die Veränderungen bis heute

Die Schlauchpilzplage aus dem Jahr 1850 führt zu einem starken Verlust der Reben auf der Insel Ischia und der gesamten Region Kampanien. Trauben wir die Forastera oder der Piedirosso wurden erst nach diese Plage auf Ischia eingeführt. Seit dem Wiederaufbau des Weingärten und der Eröffnung des Hafens von Ischia im Jahr 1854 entwickelt sich der Weinanbau entlang der Hügel des Epomeos auf den Terrassengärten, die durch das Trockenmauerwerk aus dem lokalen grünen Tufstein gestützt werden. Seit 1955 hat sich die Wirtschaft auf der Insel zu Gunsten des Turismus radikal verändert und den Weinanbau geschwächt. Um die lange Tradition des ischitanischen Weinanbaus zu schützen, wurde bereits 1966 dem Ischia bianco, rosso und superiore mit dem Herkunftsauszeichnung Doc geschützt. Der Ischia Doc war damit der erste Doc Wein der Region Kampanien und einer der ersten drei Doc-Weine Italiens. Erst 1993 wurden die weiteren als Doc geschützten Weine Forastera, Biancolella, Piedirosso (oder Per e Palummo), Spumante und Piedirosso Passito hinzugefügt. Heute ist Ischia eine der wichtigsten kleinen Inseln Italiens für die Weinproduktion und der Ischia Doc ist bei Kennern weltweit bekannt. Erst 2018 wurde der Vigna del Lume 2017 Cantine Mazzella als bester Weißwein Italiens bei Vinitaly, ein Ischia Biancolella Doc, mit einem sehr hotem Rating von 96/100 gewählt.

Vigna del Lume Biancolella 2017
Die Varianten des Ischia Doc
  • Ischia bianco

Der Ischia bianco darf auch als Sekt oder als superiore angeboten werden und muß aus 45-70% Forastera-Trauben und 30-55% Biancolella-Trauben bestehen. Seine Farbe geht mehr oder weniger intensiv ins strohgelb, während der Duft delikat und angenehm floreal und fruchtig ist. Der Geschmack des Ischia Doc bianco ist trocken, mittelmässig strukturiert und harmonisch mit Mandelnoten. Er passt ideal zu den Fischgerichten der süditalienischen Küche.

  • Ischia rosso

Der Ischia rosso muß mindestens 40-50% aus Guarnaccia und 40-50% Piedirosso bestehen. Sein Farbe ist rubinrot und der Duft tendiert zum klassischen Traubenduft. Der Geschmack ist trocken, mittelmässig strukturiert und angenehm tanninhaltig. Er passt zu Suppen, Eintöpfen und wird lokal gerne zum ischitanischen Kaninchen getrunken.

  • Ischia Forastera Weißwein

Die Forastera, wir ihr Name bereits zu erkennen gibt (ein Forastero ist ein Nicht-Insulaner), wurde erst nach 1867 wegen ihrer Resistenz gegenüber des Schlauchpilzes und der großen Ergiebigkeit eingeführt. Die Forastera-Traube muß einen Mindestanteil von 85% haben. Seine Farbe geht mehr oder weniger intensiv ins strohgelb, während der Duft delikat fruchtig und eigen ist. Der Geschmack des Ischia Doc Forastera ist trocken und harmonisch aber strukturiert. Er passt zu Fisch aber auch zu frischen Käsesorten.

  • Ischia Biancolella Weißwein

Die Biancolella-Traube muß einen Mindestanteil von 85% haben. Man meinte, das die Biancolella aus Bastia in Korsika nach der Schlauchpilzplage eingeführt wurde, die ursprüngliche Herkunft bezog sich allerdings auf die kleine Fraktion Bastia im Nordwesten der Insel. Die Biancolella ist also wahrscheinlich eine der historisch angebauten Trauben der Insel Ischia. Seine Farbe ist strohgelb mit grünlichen Effekten und der Duft ist angenehm aber speziell. Sein Geschmack muß trocken aber harmonisch sein und hat oft Mandelnoten. Er passt zu Fisch, Geflügel aber auch zu frischen Käsesorten.

  • Ischia Piedirosso oder Per’ e Palummo Rot- und Dessertwein

Der Piedirosso oder Per‘ e Palummo wurde erst im 19. Jahrhundert in Ischia eingeführt und ist eine der traditionellen und beliebtesten Trauben der Region Kampanien und speziell des Golfes von Neapel. Die Piedirosso-Traube muß einen Mindestanteil von 85% haben und darf auch als Dessertwein angeboten werden. Sein Farbe ist rubinrot und der Duft tendiert zum klassischen Traubenduft mit eigenen Noten. Der Geschmack ist trocken, mittelmässig strukturiert und angenehm tanninhaltig. Er passt zu gegrilltem oder gebratenem Fleisch und zu reifen Käsesorten. Der Dessertwein passito hingegen hat eine rubinrote Farbe, die in Richtung Backstein tendiert. Der Duft ist delikat, sein Geschmack ist süßlich, strukturiert und intensiv.

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Die Beneventano Igt Weine

Die Herkunftsauszeichnung Benevento oder Beneventano Igt aus dem Jahr 1995 bezieht sich auf eines der wichtigesten Weinanbaugebiete der Region Kampanien. Das Produktionsgebiet des Beneventano Igt beinhaltet die gesamte heutige Provinz von Benevent.

Das Anbaugebiet Benevent

Die Provinz von Benevent befindet sich im Herzen des Sannio im südlichen Appennin-Gebirge. Sie ist eine natürliche Grenze der thyrrenischen Küste und der adriatischen Küste und grenzt im Süden an Irpinien, im Westen nach Caserta, im Norden zum Molise und im Osten nach Apulien. Mit etwa zehntausend Hektar Weinabbaufläche, fast achttausend Winzern und etwa hundert Produzenten werden in der Provinz von Benevent über 60 verschiedene Weinsorten auf den Markt gebracht, unter denen 5 geschützt werden. Heute hat die Provinz von Benevent die größte regionale Weinproduktion, wobei die meisten Betriebe aus kleinen oder mittelgroßen Winzern besteht. Nicht selten wird der beneventanische Wein auch von Betrieben außerhalb der Provinz oder der Region aufgekauft, um ihr Weinangebot zu erweitern.

Die Weinkarte des Beneventano Igt
Die Geschichte des Weins bei Benevent

Dank archäologischer Funde und wissenschaftlicher Untersuchungen kann man davon ausgehen, das in der Provinz von Benevent spätestens seit dem 2. Jahrhundert vor Christus zur Zeit der Romanisierung Kampaniens Wein angebaut wird. In Dugenta wurde ein Amphorenlager und ein Produktionsofen gefunden, die für die Konservierung und den Export von Wein gedacht wurden. Diese Amphoren wurden nur in Dugenta und Anzio hergestellt und für den Wein des südlichen Etruriens, Latium, Kampanien und dem Sannio verwendet. Die in Dugenta hergestellten Amphoren wurden sogar in Nordafrika und Südengland aufgefunden. Ein erheblicher Teil des beneventanischen Weins wurden auf dem Weinmarkt von Pompeji verkauft, der nach dem römischen wohl der bedeutendste Weinmarkt der Zeit war. Der Sannio war dabei über Jahrhunderte die geographische Verbindung zwischen Apulien und Kampanien. Die Bevölkerung des Sannio hat in den verschiedenen Epochen durch die Handelswege die Weine aus den Abruzzen, Apulien und den griechischen Rebsorten des Epirus aufgenommen.

Das Mittelalter

Im 6. Jahrhundert nach Christus führen die Langobarden in der Provinz von Benevent pannonische Weine an. Auch Karl der Große kümmerte sich durch sein Capitulare de Villis den Weinanbau zu schützen, doch eine große Wiedergeburt des Weines des Sannio findet Dank des beneventanischen Bischofs Landulf statt, der von allen Klöstern foderte, das Weingärten angebaut werden sollen. Bis ins 15. Jahrhundert wurden beneventanische Weine durch die Flussverläufe zu den Häfen von Neapel und Gaeta aus in den Mittelmeerraum und in den Norden Europas geliefert. Die Stadt Neapel wurde zu einem großen Weinexporteur, aus der die Weine und die in Europa zu jener Zeit angefragten Dessertweine aus dem Sannio und Irpinien ausgeliefert wurden.

Die Moderne

Die beneventanische Handelsklasse wurde durch die Privilegien als Enklave des Vatikans erheblich gestärkt. Eine erste Beschreibung der Weinkultur des Sannio finden wir erst unter Murat aus dem Jahr 1811: die Weine Aus Cerreto Sannita, Solopaca, Frasso Telesino und Melizzano waren lokal und ausserregional sehr beliebt, während in Guardia Sanframondi ein Dessertwein hergstellt wurde, der dem Malaga sehr ähnlich gewesen sein musste. Nach der Vereinigung Italiens steigt die Weinproduktion des Sannio bedeutend und nationale sowie internationale Rebsorten wie Sangiovese, Barbera, Cabernet Sauvignon, Malbek, Sirah, Erbaluce, Semillon, Pinot e rheinischer Riesling werden in die Provinz von Benevent eingeführt. Doch erst nach dem zweiten Weltkrieg werden die Winzer eigene Agrarflächen aufkaufen und somit autonom herstellen. Die Weinproduzenten steigerten sich, so wie leider auch die Ausnutzung der kleineren Produzenten, die ihren Wein in diesen Generationen an die großen Mittler zu geringen Preisen abgeben müssen. Die Herkunftsauszeichnung auf europäischer Ebene im Jahr 1995 als Beneventano Igt und eine zunehmende Spezialisierung haben in den letzten beiden Jahrzehnten für bessere Konditionen der lokalen Winzer gesorgt.

Rebsortenvielfalt

Das historische Erbe der Rebsortenvielfalt des Sannio ist dabei sehr hoch. Der Beneventano Igt Wein basiert meistens auf den roten Rebsorten Aglianico, Piedirosso, Sciascinoso und Barbera del Sannio (der nicht mit dem piemontesischen zu verwechseln ist). Doch auch Aglianicone, Aleatico, Cabernet Sauvignon, Merlot, Montepulciano, Sangiovese, Primitivo und Uva di Troia können im Beneventano Igt vorgefunden werden. Bei den weißen Rebsorten dominiert die klassische und beliebte lokale Rebsorte Falanghina den Markt, während der Fiano, Greco, Coda di Volpe auch immer häufiger verwendet werden. Kleinere Produktionen von Asprinio, Biancolella, Forastera, Moscato bianco, Trebbiano Toscano, Verdeca, Chardonnay, Agostinella, Cerreto, Grieco, Moscato di Baselice und Malvasia bianca di Candia können auch vorgefunden werden.

Eine Falanghina beneventano igt
Die Varianten

Die Herkunftsauszeichnung Benevento oder Beneventano Igt hat eine zu vielfältige Auswahl an Rebsorten und geographischen Unterschieden. Eine Vielzahl von Weiß-, Rosè und Rotweinen werden teilweise auch als novello (Jungwein), frizzante (Schaumwein) oder passito (Dessertwein) geschützt. Die Beneventano Igt kann als Zusatz die Kennzeichnung Bianco, Falanghina, Coda di Volpe, Fiano, Greco, Chardonnay, Moscato, Malvasia bei den Weißweinen, Rosso, Aglianico, Barbera, Cabernet Sauvignon, Merlot, Piedirosso, Sangiovese und Sciascinoso, sowie bei der Rosèvariante Rosato tragen. Fast jede neapolitanische Trattoria oder Restaurant bietet normalerweise mindestens einen Wein aus der Provinz Benevent an. Heute hat sich dieser Wein zu einem der meist verbreitesten Weine im Alltag der kampanischen Bevölkerung entwickelt.

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Der Roccamonfina Igt Wein aus dem Norden Kampaniens

Die Weine mit der Herkunftsbezeichnung Roccamonfina Igt dürfen die Zusatzbezeichnung der Rebsorten Aglianico, Coda di Volpe, Falanghina, Fiano, Greco, Piedirosso, Primitivo und Sciascinoso tragen. Der Wein muß aus mindestens 85% dieser Rebsorten aus dem Anbaugebiet der Roccamonfina Igt und zu maximal 15% aus anderen Rebsorten der Provinz von Caserta stammen. Der Roccamonfina Igt Falanghina darf auch in den Varianten frizzante (sprudelig) und zusammen mit dem Aglianico als Dessertwein passito verkauft werden.

Die Geschichte

Der Anbau der Rebe und die Umwandlung in Wein ist seit jeher eine der wichtigsten Überlebensquellen dieser Gegend. Das Gebiet um Galluccio galt noch zu Beginn des letzten Jahrhunderts als eines der am weitesten bebauten Weingebiete Italiens. Archäologische Funde entlang des Flusses Garigliano bei Rocca d’Evandro weisen außerdem auf einen Handelshafen für den Export von Wein von hier in weite Teile des römischen Imperiums nach der Romanisierung der Region Kampanien hin. Nicht zu vergessen ist auch die glorreiche Geschichte des Ager Falernus (nachdem der auch der heutige Falerno bezeichnet wurde), der in Rom bekannt für seine ausgezeichneten Weine und Olivenöle war. Ab den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts werden erste Massenproduktionen von Wein ohne großes Interesse an der Qualität des Endprodukts in der Gegend um Roccamonfina eingerichtet, während man heute eher zu einer hochwertigen und weniger produktiven Weinumwandlung tendiert.

Die Gemeinden innerhalb der Herkunftsbezeichnung

Das Anbaugebiet der Weine Roccamonfina Igt beinhaltet die hügeligen Gebiete der alle in der Provinz von Caserta liegenden Gemeinden von Caianello, Carinola, Cellole, Conca della Campania, Galluccio, Francolise, Calvi Risorta, Rocchetta e Croce, Riardo, Pietramelara, Roccaromana, Pietravairano, Vairano Patenora, Presenzano, Tora e Piccilli, Marzano Appio, Mignano Montelungo, San Pietro Infine, Rocca d’Evandro, Sessa Aurunca, Falciano del Massico, Mondragone, Sparanise, Roccamonfina und Teano.

Das Anbaugebiet um den erloschenen Vulkan Roccamonfina

Der Anbaugebiet der Herkunftsbezeichnung Roccamonfina Igt beinhaltet einen weiten Teil des nordwestlichen Gebiets der Provinz von Caserta in der Region Kampanien und hat ihren Mittelpunkt im erloschenen Vulkan von Roccamonfina. Ein Großteil des Anbaugebiet läuft entlang der Hügel dieses Vulkans, während geringere Flächen auch eine autochtonen Ursprung haben. Die ältesten Hügel sind die aus dolomitischem Kalkstein geformten Hügel des südlichen Appenins des Monte Massico und des Monte Cesima, in den sich auch eine große Anzahl von verschieden Fossilien befinden. Der größte natürliche Einfluß kommt allerdings vom erloschenen Vulkan Roccamonfina, der eine große Varietät von Charakteristiken aufweist. Der Roccamonfina ist mit seinen 450 Quadratkilometern der viertgrößte vulkanische Komplex Italiens und nach dem Etna, dem Vulture, dem Vesuv und dem Monte Amiata der fünfthöchste. Im Zeitraum seiner Aktivität hat der Roccamonfina eine große Anzahl pyroklastischer Materialien ausgespuckt und für eine besondere Fruchtbarkeit des Bodens gesorgt. Das Wetter ist über das ganze Jahr über recht mild, wobei die Nord/Nordostseite im Winter nicht selten von kalten Winden und Schneefall auf den höchsten Spitzen betroffen wird. Die Anzahl der Sonnentage ist recht hoch.

Das Anbaugebiet im Norden Kampaniens
Die südwestliche Seite

Die Böden dieses Gebiets sind dabei sehr heterogen, da die Auswurfsmaterialien und auch die Höhe dieses Gebiets sehr schnell variieren kann. Die Süd-Westseite des Roccamonfina um Sessa Aurunca und Cellole sind tief, siliciumhaltig locker, mit viel Khalium, wenig assimilierbarem Phosphor und wenig Humus. Je tiefer die Hügel werden, um so tiefer und humushaltiger werden die Böden. Dieses Gebiet ist ideal für den Weinanbau, auch wenn es manchmal lange Trockenphasen im Frühling und Sommer geben kann.

Die nordwestliche Seite

Der Bereich von Sessa Aurunca in Richtung Galluccio und Rocca d’Evandro wurde von Lavaflüssen betroffen, die Böden sind nicht sehr tief und bestehen aus größeren pyroklastischen Materialien. Auch vulkanischen Bomben sind nicht selten vorzufinden und die Böden sind sehr fruchtbar, haben eine stark sickernde Wirkung und viele mineralische Substanzen sowie ausreichend Humus und sind somit ideal für den Weinanbau.

Die nördliche Seite

In dem hügeligen und pyroklastischen Anbaugebiet um San Pietro Infine, Mignano Monte Lungo, Conca della Campania, Presenzano, Tora e Piccilli und Marzano Appio wechseln sich lockere, untiefe, fruchtbare, sandige Böden mit den am Fuß des Vulkans liegenden lockeren, tonhaltigen, untiefen, fruchtbaren und humushaltigen Schwemmböden und untiefe autochtone kalk-und tonhaltige Böden ab.

Die östliche Seite

Die Ostseite des Roccamonfina und den Gemeinden Vairano Patenora, Roccamonfina, Teano, Sparanise, Roccaromana, Calvi Risorta, Roccheta e Croce, Riardo, Pietramelara, Pietravairano, Francolise, Caianello hat eine starke heterogenität bei den Böden, wobei auch hier viele pyroklastische Auswurfsmaterialien vorzufinden sind und der Humusgehalt meist recht hoch ist. Dieses Anbaugebiet ist generell sehr fruchtbar und ein erheblicher Teil eignet sich auch für den Weinanbau.

Die südostliche Seite

Die Böden von Carinola, Falciano del Massico und Mondragone haben im hügeligen und im tiefen Bereich die typische kalkhaltige Struktur des Monte Massico, während die höheren Bereiche aus den pyroklatischen Materialien des Roccamonfina und die Küstenebene ganz im Süden aus Schwemmböden bestehen. Der mittlere Bereich ähnelt somit stark den Böden der südwestlichen Seite von Sessa Aurunca und praktisch ideal für jeden Art von Anbau. Die für die domizianische Küste typischen sandigen oder tonhaltigen Schwemmböden der Ebene haben hier eine Mischung aus kalkhaltigen und vulkanischem Materialien, sind ziemlich tief und haben ein diskretes Säureverbindungsvermögen.

Der Roccamonfina Rotwein in einer Version von Telaro schmeckte ausgezeichnet
Der Geschmack der Roccamonfina Igp Weine

Die Weine variieren auch erheblich je nach den beschriebenen charakteristischen Böden und den unterschiedlichen klimatischen Bedingungen des Gebiets um den erloschenen Vulkan Roccamonfina. Während das Bukett und der Geschmack je nach Gebiet sehr unterschiedlich sein kann, ist eine für mit pyroklatischen Böden typische mehr oder weniger intensive Fumè-Note recht klar zu erkennen. Ein weiteres Geschmacksmerkmal ist die leichte bittere Note, die durch die Mineralien dieses Bodens im Wein fast immer zum Ausdruck kommt. Die Igt Roccamonfina Bianco Weißweine haben meist eine strohgelbe Farbe und ein für das Anbaugebiet typisches floreales Bukett. Der Geschmack tendiert in Richtung trocken, frisch und angenehm. Die Igt Roccamonfina Rosso Rotweine sind üblicherweie rubinrot, das Bukett ist angenehm frisch und traubig, während der Geschmack ausgeglichen, leicht tanninhaltig und trocken ist. Die Igt Roccamonfina Rosato Rosèweine haben eine mehr oder wenig intensive Kirschfarbe, das Bukett ist fruchtig und floreal, während der Geschmack angenehm frisch und geschmacksintensiv ist. Die Igt Roccamonfina passito Dessertweine haben eine dunkelrote oder goldgelbe Farbe und tendieren zu einem intensiven und anhaltendem Bukett. Der Geschmack ist warm, direkt und anhaltend.

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Der Casavecchia di Pontelatone Doc

Der Casavecchia di Pontelatone stammt aus der Provinz von Caserta in der Region Kampanien und ist erst seit 2011 mit der Herkunftsbezeichnung Doc geschützt. Ein charakterstarker Wein, der gerne eine lange Reifung beansprucht und bei dem somit ältere Jahrgänge zu bevorzugen sind.

Die Geschichte

Der Ursprung der Rebsorte Casavecchia scheint sehr antik sein, da sie wohl mit dem von Plinius dem Älteren zitierten Wein Trebulanum aus der Siedlung Trebula Balliensis (dem heutigen Treglia bei Pontelatone) übereinstimmt. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts haben wir keine weiteren Notizen über diese besondere Rebsorte: der Bauer Prisco Scirocco aus Pontelatone findet in einem alten Bauernhaus eine gesunde Rebpflanze während einer großen Schlauchpilz-Epidemie und fängt an diese mit dem Namen Casa Vecchia (altes Haus) anzupflanzen. Die Rebsorte beginnt sich daraufhin auch in den nahegelegenen Orten zu verbreiten.

Die Rebsorte Casavecchia

Der Casavecchia di Pontelatone hat dunkelrote, fast schwarze Trauben. Nach ausführlichen Prüfungen dieser Rebsorte erhält dieser Wein erst im Jahr 2011 die Doc Herkunftsbezeichnung „Casaveccchia di Pontelatone”. Der Casavecchia di Pontelatone muß mindestens zu 85% aus der Rebsorte Casavecchia bestehen und darf zu 15% aus anderen Rebsorten bestehen, die von der Region Kampanien autorisiert wurden.

Die dunkelrote Traube des Casavecchia
Das Anbaugebiet

Der Casavecchia di Pontelatone Doc wird in den Gemeinden Formicola, Liberi, Caiazzo, Castel Campagnano, Castel di Sasso, Piana di Monte Verna, Pontelatone und Ruviano angebaut werden, da diese Rebsorte sich schwer an andere Böden anpassen kann und somit einen starke Verbindung mit dem Territorium hat. Der Wein darf in den Varianten Rosso und Riserva angeboten werden. Der Rosso muß mindestens 2 Jahre alt sein und 12 Monate in Barrique gelagert werden. Der Riserva muß mindestens 3 Jahre alt sein und muß dabei 18 Monate lang in Barrique gelagert werden.

Das Anbaugebiet bei Pontelatone
Der Geschmack

Die Besonderheiten des Casavecchia di Pontelatone sind: eine rubinrote Farbe, die mit der Reifung ins dunkelrot tendiert und ein intensives und anhaltendes Bukett, das an Jujube, rote Waldfrüchte und milde Gewürze erinnert. Der Geschmack breitet sich erst langsam auf der Zunge aus, ist mittelmäßig tanninhaltig und schmeckt nach Johannisbeere, Blaubeere, Himbeere, Pflaume, Kirsche, Gras, Gewürzen, weißer Rose und Veilchen. Sein Nachgeschmack ist lang und erinnert an Mandeln, Schokolade, Kaffee und schwarzem Pfeffer.

Der Casavecchia in der Küche

Der Wein passt gut zu geschmacksreichen und komplexen Gerichten wie Pasta mit Wildschweinragout oder anderen deftigen Sossen, gegrilltes oder gegartes Fleisch, Ziegen- oder Lammfleisch aus dem Ofen, Büffelfleisch und reife Käsesorten. Er sollte bei einer Temperatur von 18°C serviert werden.

Die Entwicklung

In den letzten Jahren haben einige lokale Winzer auf diese Traube gesetzt und produzieren interessante Varianten des Casavecchia di Pontelatone Doc. Neugierige Gourmets werden diesen Wein sicherlich gerne annehmen. Die ersten Jahrgänge haben bereits einen diskreten Erfolg, auch wenn der Casavecchia di Pontelatone offiziell als Wein gilt, der einen zumindest mittellangen Reifungsprozeß beansprucht. Die Produktion ist bisher noch relativ klein und wird besonders lokal verkauft sowie in die Schweiz und nach Großbritannien ausgeliefert.

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Der Falerno del Massico Doc

Der Falerno war der beliebteste und teuerste Wein der Antike und vielleicht der erste Wein dem eine Herkunftsbezeichnung anerkannt wurde. Die antiken Römer schätzten diesen Wein sehr hoch ein und konservierten ihn in Anphoren, die mit einem Etikett (Pittacium) bedachten Verschluß gelagert wurden, auf der die Herkunft und der Jahrgang angegeben wurden. Vergil schreibt “Nec cellis ideo contende Falernis”, “auch dieser kann nicht mit dem Falerno mithalten”. Der Falerno gilt vielleicht als berühmtester Wein der antiken Literatur und wurde als Wein der Cäsaren bezeichnet.

Die rote klassische Variante des Falerno
Die Geschichte des antiken Falerno

Der Weinanbau im Gebiet des heutigen Falerno del Massico hat eine lange Geschichte und geht auf die griechisch-mykhenäischen Kolonien in Kampanien zurück, die den Impuls für eine Jahrtausende andauernde Weintradition des antiken von den Römern genannten Ager Falernus gegeben hat. Die Römer konzentrieren sich auf die Produktion des Falernum und bis heute sind in dieser Gegend noch archäologische Reste von antiken Landhäusern mit Weinkellern und Arbeitsgeräten zur Konservierung und Verarbeitung des Weines aufzufinden. Dieser Wein wurde damals je nach Höhe des Anbaugebiets in die Kategorien Caucinum, Faustianum und Falerno aufgeteilt und mit dem Geschmacksmerkmal austerum, dulce und tenue kategorisiert. Der Falerno wurde in alle Provinzen des römischen Imperiums ausgeliefert und mit einem antiken Etikett (Pittacium) versehen, auf dem das Herstellungsjahr, die Kategorie und dem Geschmacksmerkmal gekennzeichnet wurden. Normalerweise wurden die Exportamphoren ab den Häfen von Sinuessa, Gianola und dem Fluß Garigliano ausgeschifft. Die Amphoren des wohl beliebtesten und teuersten Wein der römischen Antike wurden in Manchester, Köln, Marseille, Nordafrika und dem gesamten Mittelmeerraum gefunden. In den letzten Jahrhunderten wurden die besonderen Charakteristiken des Falerno-Weines auch von Torquato Tasso und Sante Lancerio gepriesen. Doch erst in den letzten 40 Jahren wurde auf diesem Gebiet, Dank der Arbeit von einigen kleinen Winzern, die an den antiken Namen erinnerde Weinherstellung wieder aufgenommen und kann heute einige stolze Resultate vorweisen. Dennoch ist der heutige Falerno nicht mit dem antiken Wein zu vergleichen: einerseits weil den antiken Weinen oft Zusätze wie Honig, Gewürze und manchmal Meerwasser beigemischt wurde, andererseits weil wir nicht wissen wie weitläufig das Produktionsgebiet damals war und welche Rebsorten verwendet wurden.

Die Einrichtung der Herkunftsbezeichnung Falerno del Massico Doc

Dank dem neapolitanischen Anwalt und Winzer Francesco Paolo Avallone wurde im Jahr 1989 ein Doc-Areal des Falerno del Massico eingerichtet, das sich auf das Produktionsgebiet und die Tradition des antiken Falerno bezieht. Auch der Falerno hat wie andere europäische Weine an der Reblaus gelitten und wurde erst in den 70er Jahren wieder angebaut. Dank Avallone und seinem Betrieb Villa Matilde sowie weiteren kleinen Winzern aus der Gegend ist der Falerno del Massico heute wieder zu einem anerkannten Wein geworden.

Das Anbaugebiet

Das Produktionsgebiet des Falerno del Massico doc befindet sich im Nordwesten der Provinz von Caserta, dem antiken Areal des Ager Falernus und beinhaltet die 5 Gemeinden Sessa Aurunca, Cellole, Mondragone, Falciano del Massico und Carinola. Das Anbaugebiet beginnt an den Hügeln des massiven eingeschlafenen Vulkans von Roccamonfina, die die hügelige und flache Landschaft der Gemeinde Sessa Aurunca zwischen ihr und der Kalksteingebirgskette des Monte Massico einschließt. Das Anbaugebiet von Carinola, Falciano del Massico und Mondragone wird von eben dieser Gebirgskette von den kalten Tramontana-Winden geschützt. Das vom Vesuv und den Phlegräischen Feldern unabhängige große Vulkanmassiv von Roccamonfina hat besondere Charakterisktiken und beeinflußt den Geschmack der lokalen Produkte. Das Anbaugebiet der Herkunftsbezeichnung zählt heute nur knapp über 150 Hektar von der Küste bis zu einer Höhe von 350 Metern bei einer Produktion von weniger als 300.000 Flaschen (Daten aus dem Jahr 2010), wobei eine Vielzahl kleiner Winzer erst in den letzen Jahren neue Weingärten angepflanzt haben. Der Großteil der Produktion bezieht sich auf die roten Varianten des Falerno del Massico Doc.

Der Falerno innerhalb der Provinz von Caserta
Der Falerno del Massico Rosso und Riserva

Die traditionelle Version des roten Falerno del Massico rosso Doc wird aus zwei typischen lokalen Rebsorten der Region Kampanien hersgestellt: Aglianico (mindestens 60%) und Piedirosso (maximal 40%). Der Aglianico ist eine bereits in der Antike verwendete lokale Rebsorte, aus der auch die beiden Docg-Rotweine Taurasi und Aglianico del Taburno Kampaniens hergstellt werden. Der Piedirosso ist eine lokale Rebsorte, die besonders um Neapel und dem vesuvianischen Gebiet angebaut wird. Die Herkunftsbezeichnung erlaubt es auch eventuell bis zu 15% weiterer Rebsorten aus der Provinz von Caserta zu verwenden. Der Falerno del Massico rosso doc hat eine bedeutende Struktur und eine dichte und undurchdringliche rubinrote Farbe, die mit der Lagerung ins Granatrot tendiert. Sein Bukett erinnert an bittere rote Früchte und hat dabei eine leichte Würze. Der Wein hat eine ausgeglichene Säure, offenbart seine samtigen Tannine und sein Geschmack tendiert zu dunklen und intensiven Früchten wie Kirschen, Brombeeren und Himbeeren mit einem lang anhaltenden Rückgang. Den Falerno del Massico rosso gibt es auch die Variante des Riserva, der mindestens 3 Jahre lang und dabei ein Jahr in Holzfässern gelagert werden muß. Er sollte bei einer Temperatur von 16-18°C serviert werden und passt ideal zu roten Fleischsorten, zu gegrilltem Fleisch oder Nudeln mit deftigen Fleischsoßen.

Der Falerno del Massico Primitivo
Die weisse Variante des Falerno von Nugnes

Der Herkunftsbezeichnung erlaubt auch die Verwendung des Primitivo, der besonders in Apulien aber auch seit etwa Mitte des 19. Jahrhunderts in der Provinz von Caserta angebaut wird. Dieser Wein muß mindestens zu 85% aus der Rebsorte Primitivo bestehen und darf maximal einen Anteil von 15% aus Aglianico, Piedirosso oder Barbera enthalten. Das Bukett des Falerno del Massico Primitivo Doc erinnert an rote Früchte, kleine Waldfrüchte und hat eine leichte Würze. Sein Geschmack gibt eine starke Wärme und Strukter ab und beeindruckt mit intensiven und verführerischen Aromen. Auch der Primitivo sollte zu geschmacksintensiven und gegrillten Fleischsorten getrunken werden.

Der Falerno del Massico Bianco Doc

Die antike Tradition dieses Gebiets konzentrierte sich auf die Umwandlung von Rotweinen, während heute auch eine weiße Variante dieses Gebiets angeboten wird. Der Falerno del Massico Bianco muß zu 100% aus lokalen Falanghina-Reben bestehen. Die Farbe ist strohgelb mit grünen Reflexen, während der Geschmack voll und trocken ist. Er passt gut zu frischen Käsesorten wie einem jungen Caciocavallo, der Büffelmozzarella oder zu Krustentieren oder gegrilltem Fisch. Er sollte bei einer Temperatur von 7-8°C serviert werden.

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