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Gastronomie in Kampanien

Die Irpinia Doc Weine aus der Provinz von Avellino

Neben den lokalen Docg Weinen Taurasi, Greco und Fiano gibt es seit 2005 auch die geschützten Irpinia Doc Weine aus der Provinz von Avellino. Die südöstliche Provinz in der Region Kampanien gilt als eine der interessantesten Weingebiete im Süden Italiens. Der Geschmack des Weines kann je nach Traubensorte und dem wenig homogenen Anbaugebiet sehr unterschiedlich sein, wobei Irpinien als eines der historischen Weinanbaugebiete Italiens gilt.

Die Geschichte

Der Weinanbau in Irpinien (der heutigen Provinz von Avellino) hat wahrscheinlich vorgriechischen Ursprung und somit eine lange Tradition. Einen grossen Aufschwung erlebt der Weinanbau Irpiniens im 19. Jahrhundert durch die Entdeckung einer grossen Schwefelgrube bei Tufo. Durch die Verwendung des Schwefels erlebt das gesamte Gebiet der Provinz von Avellino einen grossen Aufschwung, da durch die Technik der Anschwefelung die Reben von externen Gefahren geschützt wurden. Die 1878 gegründete Weinschule von Avellino und die neue Eisenbahn, an die viele irpinische Gemeinden angebunden werden, helfen der Entwicklung der lokalen Weinproduktion, die damals bis nach Frankreich ausgeliefert wird.

Das Anbaugebiet
Eine Landschaftsaufnahme aus Irpinien

Die Provinz von Avellino ist von der Komposition der Böden das unregelmässigste Gebiet innerhalb der Region Kampanien. Der ständige Wechsel zwischen Gebirgsketten (dem Partenio, Terminio und den picentiner Bergen), Hügeln und Ebenen wird von verschiedenen Flussverläufen (Sele, Ofanto und Calore) unterbrochen und geben die Voraussetzung für eine Produktion hochwertiger Weine. Ausserdem tendiert der Bereich um Avellino und des zentralen Irpiens zur tyrrhenischen Küste, während das Gebiet um Ariano Irpino und Sant’Angelo dei Lombardi klimatisch zur adriatischen Küste tendiert.


Die Böden und das Klima

Die Böden des Tals um Avellino ähneln eher dem vesuvianischen Gebiet, während die hügeligen Gebiete des restlichen Irpiniens eher tonhaltig sind und eine hohe Alkalinität und Nährgehalt aufweisen. Der hohe Tongehalt hat besonders im trockenen Sommer einen positiven Einfluss auf eine kontinuirlichen Reifeprozess und den Säuregehalt des Weines. Der hohe Khalium- und Magnesiumgehalt schenkt den irpinischen Weinen ein intensives Bouquet, eine gute Struktur und ein wichtiges Gleichgewicht. Das Klima Irpinies ist im Winter oft kalt, frostig und schneereich, während der Sommer durch die vielen Wälder relativ angenehm bleiben. Der Westen Irpiniens ist dabei recht regenreich, während es im zu Apulien tendierenden Teil im Osten Irpiniens nur halb so viel regnet. Der Sommer ist generell recht trocken und etwa 70% des Regenfälle konzentrieren sich auf den Herbst und Winter.

Die Irpinia Doc Auszeichnung

Die europäische Herkunftsauszeichnung Irpinia Doc wurde im Jahr 2005 anerkannt und zuletzt 2014 erweitert und wird in verschiedenen Varianten und auch als Blends Bianco, Rosso, Rosato und Novello angeboten. Der Irpinia Doc Bianco muss aus mindestens 40% Greco und 40% Fiano Trauben hergestellt werden, während der Rosè und die roten Weine aus mindestens 70% Aglianico bestehen muss.

Irpinia Doc Weissweine und Rotweine

Mit dem jeweiligen Beinamen müssen aus mindestens 85% der jeweiligen Rebsorte bestehen und werden in den folgenden Varianten angeboten.

  • Irpinia Coda di volpe
  • Irpinia Falanghina
  • Irpinia Fiano
  • Irpinia Greco
  • Irpinia Piedirosso
  • Irpinia Aglianico
  • Irpinia Sciascinoso
Irpinia Doc Sekt und Dessertweine

gibt es in diesen Varianten und aus jeweils indestens 85% der benannten Rebsorte:

  • Irpinia Falanghina spumante
  • Irpinia Fiano spumante
  • Irpinia Greco spumante
  • Irpinia Fiano passito
  • Irpinia Greco passito
  • Irpinia Aglianico passito
  • Irpinia Aglianico liquoroso
Irpinia Untergebiet Campi Taurasini
Das Untergebiet Campi Taurasini des Irpinia Doc

Der beliebte Irpinia Doc Campi Taurasini muss aus mindestens 85% der Aglianico Rebsorte bestehen und darf nur in den Gemeinden Taurasi, Bonito, Castelfranci, Castelvetere sul Calore, Fontanarosa, Lapio, Luogosano, Mirabella Eclano, Montefalcione, Montemarano, Montemiletto, Paternopoli, Pietradefusi, Sant’Angelo all’Esca, San Mango sul Calore, Torre le Nocelle, Venticano, Gesualdo, Villamaina, Torella dei Lombardi, Grottaminarda, Melito Irpino, Nusco und Chiusano San Domenico angebaut werden.


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Das Olivenöl Irpinia Colline dell’Ufita Dop

Die aus dem Jahr 2010 stammende europäische Herkunftsauszeichnung D.O.P. hat das Interesse an diesem Produkt gesteigert und das Olivenöl Irpinia Colline dell’Ufita DOP wird mittlerweile als hochwertiges Olivenöl wahrgenommen.

Die Geschichte

Bereits zur Zeit der Romanisierung war die Olivenölproduktion durch die Einführung der Olivenpresse in der Gegend von Avellino bekannt. Eine weite Ausbreitung der Olivenhaine wird aber erst in der Zeit der Anjou und der Aragonesen (14-15. Jahrhundert) stattfinden, die im 19. Jahrhundert weiterhin verstärkt wird. Aus vielen Hinweisen wissen wir heute, das besonders in den ruralen gebieten Irpiniens (ein erheblicher Teil der Provinz von Avellino) die Olive und die Amphorenherstellung zur Lagerung einen bedeutende wirtschaftliche Funktion für die lokale Bevölkerung gespielt hat.

Olivenhaine bei Ariano Irpino
Die Olivensorte Ravece

Die Olivensorte Ravece hat eine unbekannte Herkunft, ist aber mindestens seit dem 16. Jahrhundert fast ausschliesslich in den Gebieten von Ufita und Ariano Irpino verbreitet. Das Olivenöl Irpinia Colline dell’Ufita DOP muss einen Mindestanteil von 60% an der hochwertigen lokalen Olivensorte Ravece enthalten. Die übrigen 40% können sich aus den weiteren lokalen Olivensorten Ogliarola, Marinese, Olivella, Ruveia oder Vigna della Corte zusammensetzen, während nur 10% an nicht lokalen Olivensorten wie Leccino oder Frantoio in der Dop-Bestimmung akzeptiert werden. Die Ernte muss bis zum 31. Dezember jeden Jahres erfolgen, wobei die Oliven innerhalb von 2 Tagen gepresst werden müssen. Die Ausbeute darf ausserdem nicht 20% des Gesamtgewichts überschreiten. Seit einigen Jahren wird immer häufiger die biologische Variante dieses Öls auf den Markt gebracht.

Der Geschmack und die Verwendung in der Küche

Das jungfräuliche Olivenöl Irpinia Colline dell’Ufita DOP ist zweifelsohne ein hochwertiges gastronomisches Produkt. Die Farbe ist grün im jungen Alter es jung ist und tendiert bei der Reifung ins strohgelb. Das Duft dieses Olivenöls ist fruchtig mit angenehmen Wiesen- und jungen Tomatennoten, die ebenfalls im Geschmack anzufinden sind. Der Geschmack ist harmonisch mit einer intensiven aber ausgeglichenen Schärfe und Bitterkeit und einem hohen Polyphenolgehalt. Wegen dem stark aromatischen und fruchtigen Geschmack wird dieses Olivenöl gerne zu kräftigen Speisen wie Bohnensuppen, irpinischen Nudelspeisen, Suppen, Bruschette oder gegrilltem Fleisch verwendet.

Bohnensuppe mit Kastanien und Irpinia Ufita Dop
Das Anbaugebiet

Das Anbaugebiet des Olivenöls Irpinia Colline dell’Ufita DOP betrifft praktisch das Territorium auf dem die Olivensorte Ravece wächst. Auf circa 3500 Hektarn Anbaufläche innerhalb der 38 in der Provinz von Avellino liegenden Gemeinden Ariano Irpino, Bonito, Carife, Casalbore, Castel Baronia, Castelfranci, Flumeri, Fontanarosa, Frigento, Gesualdo, Greci, Grottaminarda, Lapio, Luogosano, Melito Irpino, Mirabella Eclano, Montaguto, Montecalvo Irpino, Montefusco, Montemiletto, Paternopoli, Pietradefusi, San Nicola Baronia, San Sossio Baronia, Sant’Angelo all’Esca, Savignano Irpino, Scampitella, Sturno, Taurasi, Torella dei Lombardi, Torre le Nocelle, Trevico, Vallata, Vallesaccarda, Venticano, Villamaina, Villanova del Battista und Zungoli wird das Olivenöl Irpinia Colline dell’Ufita DOP produziert.

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Der Greco di Tufo Weißwein

Der lagerbare Weißwein Greco di Tufo gilt als einer des besten Weißweine Italiens und ist seit 2003 mit der Ursprungsbezeichnung Docg geschützt. Seine auf ein recht kleine Fläche limitierte Produktion macht ihn für viele Weinkenner zu einem Geheimtipp und einer gelungenen Abwechslung zu den anderen berühmten Weißweinen Italiens.

Die Geschichte und die Docg-Auszeichnung

Der Greco di Tufo hat einen sehr antiken Ursprung: sein Ursprung soll aus Thessalien stammen und in der Antike in Kampanien eingeführt worden sein. Im vesuvianischen Gebiet war er weit verbreitet und Schriften aus Pompeji weisen auf seine Präsenz im 1. Jahrhundert nach Christus hin. Im Laufe der Jahrhunderte verbreitet sich der Greco auch um Tufo in der Provinz von Avellino. Der Greco wird bereits im Jahr 1970 als Doc-Wein geschützt und erhält im Jahr 2003 schließlich die Ursprungskennzeichnung zum Docg-Wein und ist damit zusammen mit dem Fiano di Avellino einer der beiden Docg-Weißweine der Region Kampanien.

Der gering ausgefallene und starke Jahrgang 2017 des Greco di Tufo von Caggiano
Das Anbaugebiet des Greco di Tufo

Das Produktionsgebiet des Greco di Tufo Docg liegt im Norden der Provinz von Avellino in der Region Kampanien an der Grenze zur Provinz von Benevent und umfasst die Gemeinden Tufo, Altavilla Irpina, Chianche, Montefusco, Prata di Principato Ultra, Petruro Irpino, Santa Paolina und Torrioni. Das Anbaugebiet umfasst circa 61 Quadratkilometer, schließt dabei einen Teil des Partenio-Regionalparks ein und grenzt an das Areal zwei weiterer exzellenter kampanischen Docg-Weine an: der rote Taurasi und der weiße Fiano di Avellino. Die Anbauflächen des Greco di Tufo müssen hügelig sein und mit eine intensive Sonneneinstrahlung haben, während die Felder im Bergtal als untauglich gelten.

Die Eigenschaften

Der Greco di Tufo muß einen Mindestanteil von 85% an Greco-Trauben enthalten und darf maximal einen Anteil von 15% Coda di Volpe-Reben enthalten. Der Mindestalkoholanteil darf die 12% nicht unterschreiten und sowohl Vinifizierung, als auch die Reifung und die Weinabfüllung müssen in der Provinz von Avellino stattfinden. Die Farbe des Greco di Tufo ist intensiv strohgelb, sein Bouquet angenehm und fein. Das Boquet erinnert an grünen Apfel, Jasmin, Zitronatzitronen und Wildhonig. Der Geschmack ist anhaltend intensiv, harmonisch und trocken. Er ist einer der wenigen Weißweine Italiens, der sich auch zur Reifung eignet. Seine starke Struktur erlaubt diesem besonderen Weißwein Kampaniens auch 5 bis 10 Jahre zu lagern.

Die Verwendung

Der Greco di Tufo eignet sich sicherlich zu Speisen mit Fisch (speziell wenn er geräuchert ist), Krustentieren, Meeresfrüchten, aber auch zu frischen Käsesorten wie der kampanischen Büffelmozzarella, einem Steinpilzrisotto, einer Linsensuppe oder auch zu Geflügel. Sollte der Greco di Tufo bereits ein paar Jahre gereift sein, ist eine Kombination mit Kräuterkäsesorten interessant. Die recht seltene Sektvariante des Greco di Tufo wird gerne als Aperitiv oder auch zu kalten Vorspeisentellern getrunken.

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Der Fiano di Avellino Docg

Der Fiano di Avellino gilt als der typische Weißwein Irpiniens, da er hier seit Jahrtausenden angebaut wird. Zwanzig Jahre lang hat der Fiano am großen Aufschwung seines Cousins Greco di Tufo gelitten, zuletzt hat der Fiano wieder eine wichtige Position zurückerobert und findet immer mehr Freunde seines komplexen, eleganten Buketts und Geschmacks.

Der Aspekt und Geschmack des Fiano di Avellino

Die Farbe des Fiano di Avellino ist ein intensives strohfarbenes Gelb mit einem tiefen und eleganten Bukett. Der Geschmack ist ausgeglichen und leicht anzunehmen mit Noten von getrockneten Früchten, Gewürzen und mildem Honig. Der Fiano ist schwer mit anderen nationalen oder internationalen Rebsorten zu vergleichen und somit vom Geschmack sehr individuell. So wie viele andere Weißweine aus der Region Kampanien, erlaubt ihm die Struktur eine lange Reifung, die nicht selten auch 10 Jahre dauern darf. Er wird bei einer Temperatur von 8-10°C genossen und ist ideal als Aperitiv oder zu raffinierten Fischspeisen, Krustentieren, hellen Fleischsorten oder auch einer frischen kampanischen Büffelmozzarella.

Die Rebsorte Fiano di Avellino
Die Geschichte des Fiano

Die Rebenkunde klassifiziert den Fiano in die vorrömische Zeit. In der Zeit des römischen Imperiums in Kampanien wurde der Fiano unter dem Namen Vitis Apiana berühmt, da die süßen Trauben viele Bienen angezogen haben, wie es auch heute noch beim Fiano der Fall ist. Der aus jenen Trauben gewonnene Wein hatte bei der römischen Oberschicht eine große Nachfrage. Aus den Registern von Friedrich II. aus dem 13. Jahrhundert wissen wir von einer Bestellung des Fiano vom Stupor Mundi zu seiner Zeit in Foggia. Nicht ohne Zufall wird der Fiano auch in Apulien und Sizilien angebaut. Auch Karl von Anjou hatte in seinem königlichen Garten ganze 16000 Reben des Fiano anbauen lassen. Bis heute gilt der Fiano als einer der besten Weißweine Italiens.

Der Weinanbau in der Gegend von Avellino
Seit 2003 ein Docg Wein

Der Fiano di Avellino ist seit 2003 ein auf europäischer Ebene geschützter Docg Wein. Die Ursprungsbezeichnung Docg verpflichtet die Hersteller mindestens 85% der Rebsorte Fiano zu nutzen, während ein Höchstanteil von 15% aus den Rebsorten Greco, Coda di Volpe oder trebbiano toscano bestehen dürfen. Der Mindestalkoholanteil beträgt 11,5%. Sein Anbaugebiet grenzt an die Gebiete der Taurasi und der Greco Docg Weine und umfasst die in der Provinz von Avellino liegenden Gemeinden von Avellino, Lapio, Atripalda, Cesinali, Aiello del Sabato, S. Stefano del Sole, Sorbo Serpico, Salza Irpina, Parolise, S. Potito Ultra, Candida, Manocalzati, Pratola Serra, Montefredane, Grottolella, Capriglia Irpina, S. Angelo a Scala, Summonte, Mercogliano, Forino, Contrada, Monteforte Irpino, Ospedaletto D’Alpinolo, Montefalcione, Santa Lucia di Serino und San Michele di Serino.

Die vier Profile des Anbaugebiets

Die Reben werden in einem sehr grünen, waldreichen Gebiet und intaktem Ökosystem angebaut, das den Rebpflanzen zu Gute kommt. Die Böden sind tendentiell vulkanischem Ursprungs und reich an Mineralien. Innerhalb des Docg-Anbaugebiets beeinflussen vier Gebiete das Profil des Fiano-Weines. Die Fiano-Weine um Lapio haben eine starke Struktur, eine unüblich starke Charakteristik des Säure- und Mineralienzusatzes und erinnern nicht selten an wahre Bergweine. Die Fiano-Weine um Summonte wachsen auf schwierig zu verarbeitenden Böden und zeichnen sich durch einen konzentrierten, kräftigen und eher fruchtigen als Mineralhaltigen Geschmack aus. Die Fiano-Weine aus dem Gebiet um Montefredane wachsen auf Lehm- und Tonhaltigen Böden, so daß die Weine sehr Mineralhaltig und langlebig sind. Die Fiano-Weine aus den im Osten von Avellino gelegenen Hügeln sind am weitesten verbreitet. Die Böden sind hier eher sandig und der Wein hat Noten von gerösteten Haselnüssen, was aus ihm einen geräucherten aber nicht mineralhaltigen Charakter verleiht.

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Der Taurasi Docg aus Irpinien

Der Taurasi ist ein hervorragender Wein und gilt, obwohl er international nicht sonderlich bekannt ist, als einer der bedeutendsten und langlebigsten Weine aus dem Süden Italiens und wird oft mit dem Barolo und dem Brunello di Montalcino verglichen.

Die Charakteristiken des Taurasi

Der Taurasi gilt als König der Rotweine Süditaliens, ist mindestens 20 Jahre lagerfähig und wird zu mindestens 85% aus der Rebsorte Aglianico hergestellt. Die vorgeschriebene Reifungsdauer für den Taurasi DOCG beträgt drei Jahre (davon ein Jahr im Holzfass), mit dem Zusatz „Riserva“ vier Jahre (davon 18 Monate im Holzfass). Die Mostausbeute beim Taurasi darf nach der ersten Fermentation der Trauben keine 70 Prozent und nach der Reifung keine 65 Prozent übersteigen. Die Farbe ist intensiv Rubinrot und das Bukett erinnert an Waldfrüchte, aromatische Gewürze, Veilchen und Kirschen. Der Geschmack des Taurasi ist trocken, voll, harmonisch, ausgeglichen und hat einen anhaltenden Nachgeschmack. Der Taurasi sollte bei 16-18°C serviert werden und passt hervorragend zu aromatischen Speisen wie Pasta mit Fleischsoßen, Wild und Geflügel, gegrilltes Fleisch und reife Käsesorten. Kurios ist, das der Taurasi laut Ursprungsbezeichnung in dunklen Bordauxflaschen und mit einem Naturkorken verkauft werden muß!

Das Anbaugebiet

Das Anbaugebiet der Docg-Ursprungsbezeichnung befindet sich in Irpinien in der Region Kampanien im Nord-Osten von Avellino in den Ortschaften Taurasi, Bonito, Castelfranci, Castelvetere sul Calore, Fontanarosa, Lapio, Luogosano, Mirabella Eclano, Montefalcione, Montemarano, Montemileto, Paternopoli, Pietradefusi, Sant’Angelo all’Esca, San Mango sul Calore, Torre le Nocelle und Venticano und grenzt an das Weißweinanbaugebiet des Fiano di Avellino und des Greco di Tufo an. Irpinien ist ein Gebiet im Süden Italiens, das dem stereotipischen Bild Süditaliens der Sonne, des Meeres, der Pizza und der Mandoline weit entfernt liegt. Die Temperaturen sind im Winter oft kalt, im Sommer nicht selten mild und oft vier bis sechs Grad kälter als an der Küste mit einigen sehr heißen Wochen, die manchmal bis 40 Grad erreichen können sowie recht starken Unterschieden bei den Tages- und Nachttemperaturen. So wie viele andere besondere italienische Rotweine wächst auch der Taurasi auf kühlen und nicht selten nebeligen Hügeln. Das Klima und die in 400 bis 700 Metern Höhe gelegenen Hügel im Nordosten von Avellino lassen die Rebsorten hier besonders gut reifen. Der besondere Boden hat einen starken Lehmanteil und vermischt sich mit hellem Tufstein und den Kalksteingebirgen des Subappenins und sorgt für einen prägnanten und kräftigen Geschmack. Das Anbaugebiet ist relativ klein, hügelig und zwischen Wäldern gelegen, die Produktion ist somit nicht ausreichend um auf dem weiten internationalen Weinmarkt einen Namen zu bekommen. Auf den stark aufgeteilten Feldern dieses Gebiets haben die kleinen Grundbesitzer ihren Lebensunterhalt lange mit dem Verkauf von Wein finanziert. Es ist nicht lange her, als der Wein noch unter großen Zelten, Starze genannt, angebaut wurden, die auf Kosten der Qualität eine große Menge Wein produzieren konnten. Aumnders als im Gebiet von Neapel, wo die Nachfrage nach Wein bereits im Dezember vorhanden war und im Laufe des Jahres wegen der dichten Bevölkerungsdichte konstant blieb, setzten die irpinischen Winzer auf gute Weinfässer und eine qualitative hochwertige Lagerung des Weines.

Die Geschichte des Aglianico und des Taurasi Docg

Es ist nicht sicher, woher der Name der Rebsorte Aglianico stammt, der sich sowohl auf die im Cilento gelegene antike Stadt Velia (Eleanico) oder sich auch generell auf den griechischen Ursprung Ellenico beziehen könnte. Geschichtliche letterarische Hinweise auf den Aglianico werden uns auch von dem römischen Dichter Horaz gegeben, der aus Venosa in der heutigen Basilikata stammte. Unter der Herrschaft der Aragonesen im 15. Jahrhundert und dem spanischen Brauch ein doppeltes l wie ein italienisches gli auszusprechen wandelt sich der Name von Elleanico in Aglianico. Im Jahr 1809 wird offiziell die Gemeinde Taurasi gegründet, die wie das ganze Königreich beider Sizilien 1860 an Italien gebunden wird. Im Jahr 1893 wird der Ort Taurasi mit einem Bahnhof ausgestattet, der daraufhin dem Wein diesen Namen geben wird, da von hier aus während der Reblausplage der 1920er Jahren große Mengen Wein nach Norditalien und Frankreich ausgeliefert wurden. Der vulkanische und hoch gelegene Boden in der Provinz von Avellino hat die Ausbreitung der Parasiten nämlich lange verhindern können. Während der Armut der Nachkriegszeit wurden in Irpinien oft Weinfelder mit dem Anbau anderer Früchte wie den beliebten lokalen Haselnüssen ersetzt. Als der Taurasi im Jahr 1993 als erster süditalienischer Wein die Docg Auszeichnung bekam, glaubten noch wenige an eine Entwicklung dieses Weines. Der Grund ist nicht schwer auszumachen, da der Süden Italiens nur als Produktionsorientiertes und nicht als Marktorientiertes Anbaugebiet gesehen wurde. Der Qualitätssprung und das steigende Interesse am Taurasi wurde durch die Aufwertung der wichtigsten Rebsorte Süditaliens erreicht: der Aglianico.

Die Rebsorte Aglianico, in Kampanien weit verbreitet
Die Rebsorte Aglianico

Der Aglianico ist ein launischer Wein: er reift spät, ist anfangs intensiv und rauh, ist kompliziert im Anbau und erlaubt keine leichte Vinifizierung, bei der die Tannine und die Säure Zeit brauchen um den Wein weich werden zu lassen. Zusammengefasst ist der Aglianico eine schwierige Rebsorte, die in Zeiten der Vereinfachung und Banalisierung der Weinherstellung ein schweres Leben hatte. Unverkennbar in seinem Geschmack nach Veilchen, Sauerkirschen, Waldbeeren und Waldfrüchten, kann der Aglianico in seiner Weinherstellung schnell entweder ein banales oder ein außerordentliches gutes Produkt werden.

Der Erfolg und die Docg Ursprungskennzeichnung auf europäischer Ebene

In den letzten Jahren ist die Anfrage nach Taurasi außerordentlich gestiegen und dieser Wein hat sich einen kleinen Platz zwischen den großen internazionationalen Weinen geschaffen, so daß die Winzer von 10 auf 80 herangewachsen sind. Bereits im Jahr 1993 wird dem Taurasi die Ursprungsbezeichnung Docg zugesprochen und bleibt bis zur Docg Bezeichnung der zwei weißen beruhmten Weine aus Irpinien in der Provinz von Avellino im Jahr 2003 praktisch 10 Jahre lang der einzige Wein aus Mittel-Süditalien mit der höchsten Auszeichnung Italiens mit europäischer Anerkennung. Die Ursprungskennzeichnung Docg erlaubt neben dem Mindestanteil von 85% Aglianicoreben auch 15% andere Rebsorten, die meisten Winzer produzieren aber einen Taurasi mit 100-prozentigem Aglianico-Anteil. Der Anteil dieses Weines an der gesamten Weinproduktion Italiens ist dabei stabil oder sogar sinkend, obwohl die Qualität des Taurasi in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht hat. Außerdem bringen immer mehr Winzer den Taurasi später auf den Markt, denn wenn ein Taurasi wirklich begeistern soll darf er selten unter 10 Jahre jung sein. Die Gründe seines neuen Erfolgs sind die selben, die vorher den Aufstieg dieser Rebsorte vermieden haben: eine späte Ernte und damit eine Verlängerung des Risikos der Winzer über etwa zwei Monate, die schwer in den Griff zu bekommenen und Zeit anfordende Tannine und die damit verbundene Vermischung mit anderen Weinen wie dem Piedirosso, die ohne die Erfahrung eines guten Winzers schwer aufzuwertende starke Frische, die nicht besonders große Produktionsmenge und der nicht homogene Reifungsprozeß dieser Traube geben diesem Wein eine besondere Komplexität.

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