Kategorien
Gastronomie in Kampanien

Ischia Doc – Die Weine der beliebten Insel im Golf von Neapel

Die Trauben für den Ischia Doc Wein müssen zu mindestens 85% auf der Insel Ischia angebaut werden und wird in verschiedenen Varianten angeboten. Die verbreitesten Trauben der Insel Ischia sind heute Biancolella, Forastera und Piedirosso.

Weinanbau seit der griechischen Zeit

Der Weinanbau hat in Ischia eine lange Geschichte. Der Fund aus dem Jahr 1989 eines wohlhabenden griechischen Bauernhofs mit für Weinanbau typischen Trockenmauerwerk und Amphoren bester Manufaktur an der Punta Chiarito in Panza hat den geschätzten Zeitpunkt der ersten Ansiedlung der hellenischen Kolonen am Golf von Neapel um weitere 20 Jahre an den Anfang des 8. Jahrhunderts vor Christus vorgesetzt. Der Hafen von Ischia war wichtig für den Eisenhandel aus Italien nach Griechenland und man schätzt, das Ischia in ihrer Blütezeit bereits 10000 Einwohner haben konnte. Die von den Griechen verwendete Anbaumethode differenzierte sich damals von der etruskischen Methode im Inland Kampaniens und Mittelitaliens. Der Wein wurde von der Küste bis zu den Hügeln auf Terrassen mit Trockenmauerwerk angebaut und war eine wichtige Einnahmequelle der insulanischen Bevölkerung in der griechischen und römischen Zeit.

Weinanbau auf Tufsteinterrassen
Die Renaissance des Weins aus Ischia

Ab dem 15. Jahrhundert wird der ischitanische Wein in Verbindung mit einem etwa 200 Jahre andauernden Wachstum des Anbaus von Reben wieder nach ganz Italien und nach Dalmatien exportiert. In dieser Zeit verändert sich auch das Verständnis des Begriffs vom lateinischen und griechischen Wein, der sich nun nicht mehr durch die Anbautechnik (bodennah bei dem griechischen und auf Pergolas bei dem lateinischen), sondern durch die Weinkelterung unterscheiden. Auf Brettern getrocknete vinifizierte Trauben geben den griechischen Wein, der in kleineren Mengen hergestellt wurde, dafür süßer, alkoholischer, lagerhaltiger und damit auch exportfähiger war. Die frisch gepressten Trauben hingegen gaben den sogenannten lateinischen Wein, der in großen Mengen hergestellt wurde und günstiger war.

Die Schlauchpilzplage 1850 und die Veränderungen bis heute

Die Schlauchpilzplage aus dem Jahr 1850 führt zu einem starken Verlust der Reben auf der Insel Ischia und der gesamten Region Kampanien. Trauben wir die Forastera oder der Piedirosso wurden erst nach diese Plage auf Ischia eingeführt. Seit dem Wiederaufbau des Weingärten und der Eröffnung des Hafens von Ischia im Jahr 1854 entwickelt sich der Weinanbau entlang der Hügel des Epomeos auf den Terrassengärten, die durch das Trockenmauerwerk aus dem lokalen grünen Tufstein gestützt werden. Seit 1955 hat sich die Wirtschaft auf der Insel zu Gunsten des Turismus radikal verändert und den Weinanbau geschwächt. Um die lange Tradition des ischitanischen Weinanbaus zu schützen, wurde bereits 1966 dem Ischia bianco, rosso und superiore mit dem Herkunftsauszeichnung Doc geschützt. Der Ischia Doc war damit der erste Doc Wein der Region Kampanien und einer der ersten drei Doc-Weine Italiens. Erst 1993 wurden die weiteren als Doc geschützten Weine Forastera, Biancolella, Piedirosso (oder Per e Palummo), Spumante und Piedirosso Passito hinzugefügt. Heute ist Ischia eine der wichtigsten kleinen Inseln Italiens für die Weinproduktion und der Ischia Doc ist bei Kennern weltweit bekannt. Erst 2018 wurde der Vigna del Lume 2017 Cantine Mazzella als bester Weißwein Italiens bei Vinitaly, ein Ischia Biancolella Doc, mit einem sehr hotem Rating von 96/100 gewählt.

Vigna del Lume Biancolella 2017
Die Varianten des Ischia Doc
  • Ischia bianco

Der Ischia bianco darf auch als Sekt oder als superiore angeboten werden und muß aus 45-70% Forastera-Trauben und 30-55% Biancolella-Trauben bestehen. Seine Farbe geht mehr oder weniger intensiv ins strohgelb, während der Duft delikat und angenehm floreal und fruchtig ist. Der Geschmack des Ischia Doc bianco ist trocken, mittelmässig strukturiert und harmonisch mit Mandelnoten. Er passt ideal zu den Fischgerichten der süditalienischen Küche.

  • Ischia rosso

Der Ischia rosso muß mindestens 40-50% aus Guarnaccia und 40-50% Piedirosso bestehen. Sein Farbe ist rubinrot und der Duft tendiert zum klassischen Traubenduft. Der Geschmack ist trocken, mittelmässig strukturiert und angenehm tanninhaltig. Er passt zu Suppen, Eintöpfen und wird lokal gerne zum ischitanischen Kaninchen getrunken.

  • Ischia Forastera Weißwein

Die Forastera, wir ihr Name bereits zu erkennen gibt (ein Forastero ist ein Nicht-Insulaner), wurde erst nach 1867 wegen ihrer Resistenz gegenüber des Schlauchpilzes und der großen Ergiebigkeit eingeführt. Die Forastera-Traube muß einen Mindestanteil von 85% haben. Seine Farbe geht mehr oder weniger intensiv ins strohgelb, während der Duft delikat fruchtig und eigen ist. Der Geschmack des Ischia Doc Forastera ist trocken und harmonisch aber strukturiert. Er passt zu Fisch aber auch zu frischen Käsesorten.

  • Ischia Biancolella Weißwein

Die Biancolella-Traube muß einen Mindestanteil von 85% haben. Man meinte, das die Biancolella aus Bastia in Korsika nach der Schlauchpilzplage eingeführt wurde, die ursprüngliche Herkunft bezog sich allerdings auf die kleine Fraktion Bastia im Nordwesten der Insel. Die Biancolella ist also wahrscheinlich eine der historisch angebauten Trauben der Insel Ischia. Seine Farbe ist strohgelb mit grünlichen Effekten und der Duft ist angenehm aber speziell. Sein Geschmack muß trocken aber harmonisch sein und hat oft Mandelnoten. Er passt zu Fisch, Geflügel aber auch zu frischen Käsesorten.

  • Ischia Piedirosso oder Per’ e Palummo Rot- und Dessertwein

Der Piedirosso oder Per‘ e Palummo wurde erst im 19. Jahrhundert in Ischia eingeführt und ist eine der traditionellen und beliebtesten Trauben der Region Kampanien und speziell des Golfes von Neapel. Die Piedirosso-Traube muß einen Mindestanteil von 85% haben und darf auch als Dessertwein angeboten werden. Sein Farbe ist rubinrot und der Duft tendiert zum klassischen Traubenduft mit eigenen Noten. Der Geschmack ist trocken, mittelmässig strukturiert und angenehm tanninhaltig. Er passt zu gegrilltem oder gebratenem Fleisch und zu reifen Käsesorten. Der Dessertwein passito hingegen hat eine rubinrote Farbe, die in Richtung Backstein tendiert. Der Duft ist delikat, sein Geschmack ist süßlich, strukturiert und intensiv.

Weitere Infos findet Ihr in meinem Blog zur Gastronomie in Kampanien

Kategorien
Gastronomie in Kampanien

Die Haselnuß aus Giffoni Igp

Die auf europäischer Ebene mit der Herkunftsbezeichnung Igp geschützte Haselnuß aus Giffoni bezieht sich auf eine der beliebtesten Haselnußsorten Italiens: die Tonda di Giffoni (die Runde aus Giffoni).

Die Besonderheiten

Die Besonderheiten die die Haselnuß aus Giffoni auszeichnen sind: eine perfekt runde Form des Nußkerns, eine weißes, festes und aromatisches Fruchtfleisch und ein dünnes und leicht abzuschälendes Fruchtgehäuse. Sie eignet sich ideal zum rösten, sie ist aber wegen ihres intensiven Geschmacks bei der gastronomischen Verarbeitungsindustrie sehr gefragt. Der hohe Nährgehalt der Haselnuß aus Giffoni sorgt für eine gesunde Blutzirkulation und versorgt den Körper mit den Vitaminen E, B und C und ist reich an Eisen, Kupfer, Zink, Phosphor, Sodium, Magnesium und Selen.

Die Haselnuss aus Giffoni
Die Geschichte

Der Anbau der Haselnuß in der Region Kampanien hat antike Wurzeln. Neben den archäologischen Resten aus dem vesuvianischen Gebiet gibt es auch Hinweise aus der lateinischen Literatur aus dem 3. Jahrhundert vor Christus. Die Verbreitung des Anbaus der Haselnuß scheint sich von der Haselnuß aus Avella in ganz Italien verbreitet haben, auf den bis heute noch der lateinische Beiname avellana bei der Haselnuß hinweist. Aus der Provinz von Salerno um Giffoni kennen wir Quellen aus dem Mittelalter, die auf den Anbau der Haselnuß hinweisen. Doch erst durch die Verbreitung der Bourbonen wird die Haselnuß aus Giffoni im Rest Italiens bekannt. Die große Anfrage nach Haselnüssen im 20. Jahrhundert wird das ideale Anbaugebiet um Giffoni für Haselnüsse beachtlich vergrößert

Das Anbaugebiet

Das Anbaugebiet der Haselnuß aus Giffoni konzentriert sich auf 12 Gemeinden, die alle in der Provinz von Salerno und nah dem Irno-Tal und den Picentiner Bergen liegen: Acerno, Baronissi, Calvanico, Castiglione del Genovesi, Fisciano, Giffoni Sei Casali, Giffoni Valle Piana, Montecorvino Pugliano, Montecorvino Rovella, Olevano sul Tusciano, S. Cipriano Picentino und S. Mango Piemonte. Die Haselnuß hat eine frühreife Ernte, die normalerweise bereits Ende August beginnt. Nach der Ernte werden die Haselnüsse erst getrocknet und dann in trockenen und luftigen Räumen gelagert. Seit 1997 ist die Haselnuß aus Giffoni mit der europäischen Herkunftsauszeichnung Igp geschützt und hat heute ein eigenes Konsortium in Giffoni.

Das Logo der Tonda di Giffoni Igp
 
Die Verwendung in der Küche

Im Anbaugebiet um Giffoni wird sie traditionell für lokale Desserts in Form von Kuchen, Süßigkeiten, Cremes und Eis oder auch als Zutat in Pastagerichten oder zur Herstellung des Haselnußlikörs verwendet. Die Haselnuß aus Giffoni ist allerdings perfekt um sie frisch zu konsumieren. Man kann sagen, das die Aufmerksamkeit gerade durch den Verkauf als Frischprodukt in der Schale oder geschält und verpackt auf sie gelenkt wurde. Heute findet man sie auch in Form von Torrone, in Schololade umhüllt oder in Honig eingelegt und immer öfter auch in Spezialitätenläden im Ausland.

Weitere Infos findet Ihr in meinem Blog zur Gastronomie in Kampanien

Kategorien
Gastronomie in Kampanien

Die Beneventano Igt Weine

Die Herkunftsauszeichnung Benevento oder Beneventano Igt aus dem Jahr 1995 bezieht sich auf eines der wichtigesten Weinanbaugebiete der Region Kampanien. Das Produktionsgebiet des Beneventano Igt beinhaltet die gesamte heutige Provinz von Benevent.

Das Anbaugebiet Benevent

Die Provinz von Benevent befindet sich im Herzen des Sannio im südlichen Appennin-Gebirge. Sie ist eine natürliche Grenze der thyrrenischen Küste und der adriatischen Küste und grenzt im Süden an Irpinien, im Westen nach Caserta, im Norden zum Molise und im Osten nach Apulien. Mit etwa zehntausend Hektar Weinabbaufläche, fast achttausend Winzern und etwa hundert Produzenten werden in der Provinz von Benevent über 60 verschiedene Weinsorten auf den Markt gebracht, unter denen 5 geschützt werden. Heute hat die Provinz von Benevent die größte regionale Weinproduktion, wobei die meisten Betriebe aus kleinen oder mittelgroßen Winzern besteht. Nicht selten wird der beneventanische Wein auch von Betrieben außerhalb der Provinz oder der Region aufgekauft, um ihr Weinangebot zu erweitern.

Die Weinkarte des Beneventano Igt
Die Geschichte des Weins bei Benevent

Dank archäologischer Funde und wissenschaftlicher Untersuchungen kann man davon ausgehen, das in der Provinz von Benevent spätestens seit dem 2. Jahrhundert vor Christus zur Zeit der Romanisierung Kampaniens Wein angebaut wird. In Dugenta wurde ein Amphorenlager und ein Produktionsofen gefunden, die für die Konservierung und den Export von Wein gedacht wurden. Diese Amphoren wurden nur in Dugenta und Anzio hergestellt und für den Wein des südlichen Etruriens, Latium, Kampanien und dem Sannio verwendet. Die in Dugenta hergestellten Amphoren wurden sogar in Nordafrika und Südengland aufgefunden. Ein erheblicher Teil des beneventanischen Weins wurden auf dem Weinmarkt von Pompeji verkauft, der nach dem römischen wohl der bedeutendste Weinmarkt der Zeit war. Der Sannio war dabei über Jahrhunderte die geographische Verbindung zwischen Apulien und Kampanien. Die Bevölkerung des Sannio hat in den verschiedenen Epochen durch die Handelswege die Weine aus den Abruzzen, Apulien und den griechischen Rebsorten des Epirus aufgenommen.

Das Mittelalter

Im 6. Jahrhundert nach Christus führen die Langobarden in der Provinz von Benevent pannonische Weine an. Auch Karl der Große kümmerte sich durch sein Capitulare de Villis den Weinanbau zu schützen, doch eine große Wiedergeburt des Weines des Sannio findet Dank des beneventanischen Bischofs Landulf statt, der von allen Klöstern foderte, das Weingärten angebaut werden sollen. Bis ins 15. Jahrhundert wurden beneventanische Weine durch die Flussverläufe zu den Häfen von Neapel und Gaeta aus in den Mittelmeerraum und in den Norden Europas geliefert. Die Stadt Neapel wurde zu einem großen Weinexporteur, aus der die Weine und die in Europa zu jener Zeit angefragten Dessertweine aus dem Sannio und Irpinien ausgeliefert wurden.

Die Moderne

Die beneventanische Handelsklasse wurde durch die Privilegien als Enklave des Vatikans erheblich gestärkt. Eine erste Beschreibung der Weinkultur des Sannio finden wir erst unter Murat aus dem Jahr 1811: die Weine Aus Cerreto Sannita, Solopaca, Frasso Telesino und Melizzano waren lokal und ausserregional sehr beliebt, während in Guardia Sanframondi ein Dessertwein hergstellt wurde, der dem Malaga sehr ähnlich gewesen sein musste. Nach der Vereinigung Italiens steigt die Weinproduktion des Sannio bedeutend und nationale sowie internationale Rebsorten wie Sangiovese, Barbera, Cabernet Sauvignon, Malbek, Sirah, Erbaluce, Semillon, Pinot e rheinischer Riesling werden in die Provinz von Benevent eingeführt. Doch erst nach dem zweiten Weltkrieg werden die Winzer eigene Agrarflächen aufkaufen und somit autonom herstellen. Die Weinproduzenten steigerten sich, so wie leider auch die Ausnutzung der kleineren Produzenten, die ihren Wein in diesen Generationen an die großen Mittler zu geringen Preisen abgeben müssen. Die Herkunftsauszeichnung auf europäischer Ebene im Jahr 1995 als Beneventano Igt und eine zunehmende Spezialisierung haben in den letzten beiden Jahrzehnten für bessere Konditionen der lokalen Winzer gesorgt.

Rebsortenvielfalt

Das historische Erbe der Rebsortenvielfalt des Sannio ist dabei sehr hoch. Der Beneventano Igt Wein basiert meistens auf den roten Rebsorten Aglianico, Piedirosso, Sciascinoso und Barbera del Sannio (der nicht mit dem piemontesischen zu verwechseln ist). Doch auch Aglianicone, Aleatico, Cabernet Sauvignon, Merlot, Montepulciano, Sangiovese, Primitivo und Uva di Troia können im Beneventano Igt vorgefunden werden. Bei den weißen Rebsorten dominiert die klassische und beliebte lokale Rebsorte Falanghina den Markt, während der Fiano, Greco, Coda di Volpe auch immer häufiger verwendet werden. Kleinere Produktionen von Asprinio, Biancolella, Forastera, Moscato bianco, Trebbiano Toscano, Verdeca, Chardonnay, Agostinella, Cerreto, Grieco, Moscato di Baselice und Malvasia bianca di Candia können auch vorgefunden werden.

Eine Falanghina beneventano igt
Die Varianten

Die Herkunftsauszeichnung Benevento oder Beneventano Igt hat eine zu vielfältige Auswahl an Rebsorten und geographischen Unterschieden. Eine Vielzahl von Weiß-, Rosè und Rotweinen werden teilweise auch als novello (Jungwein), frizzante (Schaumwein) oder passito (Dessertwein) geschützt. Die Beneventano Igt kann als Zusatz die Kennzeichnung Bianco, Falanghina, Coda di Volpe, Fiano, Greco, Chardonnay, Moscato, Malvasia bei den Weißweinen, Rosso, Aglianico, Barbera, Cabernet Sauvignon, Merlot, Piedirosso, Sangiovese und Sciascinoso, sowie bei der Rosèvariante Rosato tragen. Fast jede neapolitanische Trattoria oder Restaurant bietet normalerweise mindestens einen Wein aus der Provinz Benevent an. Heute hat sich dieser Wein zu einem der meist verbreitesten Weine im Alltag der kampanischen Bevölkerung entwickelt.

Weitere Infos findet Ihr in meinem Blog zur Gastronomie in Kampanien

Kategorien
Gastronomie in Kampanien

Das Olivenöl Terre Aurunche Dop aus dem Norden Kampaniens

Das jungfräuliche Olivenöl Terre Aurunche muß nach den Dop-Vorschriften aus mindestens 70% der Olivensorte Sessana bestehen. Der Name der Sessana-Olive entstammt dem Ursprungsgebiet Sessa Aurunca, während die restlichen 30% aus den weiteren lokalen Olivensorten Corniola, Itrana oder Tonacella zusammengesetzt werden.

Das Olivenöl Terre Aurunche Dop

Das Gebiet der Aurunchi ist seit der römischen Zeit für den Anbau von Oliven bekannt. Der vulkanische Boden aus verschiedenen Sänden und lockeren Bimssteinen ist reich an Mikroelementen und daher ideal für die Produktion von ausgezeichnetem Olivenöl. Die Ernte darf nach dem eigenen Dop-Disziplinar von Anfang Herbst bis zum 31. Dezember erfolgen, wobei die Oliven innerhalb von 48 Stunden nach der Ernte gepresst werden müssen. Das Olivenöl Terre Aurunche hat eine gelb-grüne Farbe und einen angenehmen Ausgleich der fruchtigen, bitteren und scharfen Geschmacksintensität. Typisch sind leichte Noten von Mandeln und der Artischocke. Dieses Olivenöl ist reich an Polyphenolen und gilt in der Kategorie der Olivenöle als hochwertige Olivensorte.

Einer der weniger als 20 Hersteller des Terre Aurunche Dop
Das Produktionsgebiet

Das Territorium des Olivenöl Terre Aurunche Dop befindet sich im Norden der Provinz von Caserta in der Region Kampanien an der Grenze zur Nachbarregion Latium. Die 17 Gemeinden Caianello, Carinola, Cellole, Conca della Campania, Falciano del Massico, Francolise, Galluccio, Marzano Appio, Mignano Monte Lungo, Mondragone, Rocca D’Evandro, Roccamonfina, San Pietro, Sessa Aurunca, Sparanise, Teano und Tora e Piccilli befinden sich alle um den erloschenen Vulkan von Roccamonfina, der auch für seinen Weine Roccamonfina, Galluccio und Falerno del Massico sowie die Gaeta-Oliven bekannt ist. Die Anbaugebiet für das jungfräuliche Olivenöl Terre Aurunche DOP wird auf etwa 6000 Hektar und die Produktion auf durchschnittlich 1,8 Milionen Liter jährlich geschätzt.

Das Logo der Dop-Auszeichnung
Die Herkunftsauszeichnung Dop

Das Olivenöl Terra Aurunche ist seit 2014 mit einer europäischen Dop-Auszeichnung geschützt, etwa neun Jahre nach dem Antrag im Jahr 2005. Die Dop Auszeichnung ist ein wertvoller Schutz für ein besonderes Olivenöl, das durch ein Logo gekennzeichnet wird und von einem eigens gegründetem Kontrollorganismus mit Sitz in Riardo überprüft wird.

Weitere Infos findet Ihr in meinem Blog zur Gastronomie in Kampanien

Kategorien
Gastronomie in Kampanien

Die Costa d’Amalfi Doc Weine

Noch mehr als die sorrentiner Halbinsel, die durch die Gebirgskette des Lattari-Gebirges von der Amalfiküste getrennt wird, ist dieses Gebiet als steil und unregulär bekannt, das somit auf eine Vielzahl edler Produkte wie die Zitronen, Oliven, edle Käsesorten wie den Provolone del Monaco sowie eine reiche Auswahl an eigenen Weinen mit der Auszeichnung Costa d’Amalfi Doc bauen kann.

Das Produktionsgebiet

Das Produktionsgebiet des Costa d’Amalfi Doc Weines umfasst die 13 Gemeinden der Amalfiküste Positano, Praiano, Furore, Conca dei Marini, Amalfi, Ravello, Scala, Tramonti, Atrani, Minori, Maiori, Cetara und Vietri sul Mare. Die offiziellen Betriebe sind allerdings weniger als 10, die mit den heroischen Kleinwinzern dieses Gebiets kollaborieren, die den Terrassenanbau auf kleinster Fläche und in bis zu 550 Metern über dem Meeresspiegel ihre Rebsorten pflegen. Die dolomitisch-kalkhaltigen Felsen der Amalfiküste wurden in der Geschichte von vulkanischen Materialien des Vesuvs beregnet, überwiegend Asche und Bimsstein, die den Boden dadurch lockerer machen und das Wasser leichter durchsickern läßt. Sicher gibt es auch an der Amalfiküste Unterschiede bei der Bodenzusammensetzung, doch wird der Wein eher von der überraschenden Vielzahl an Mikroklimen, Höhen und Windausrichtungen dieser Küste beeinflusst, so daß fast jeder Terrassenanbau einer eigenen Cru entsprechen könnte.

Die hohe steile Amalfikueste mit den angebauten Terrassen
Herkunftsbezeichnung Costa d’Amalfi Doc

Die Herkunftsbezeichnung des Weines Costa d’Amalfi Doc stammt aus dem Jahr 1995 (mit Veränderungen im Jahr 2011) und bezieht sich auf den Wein, der an der im Nordwesten der Provinz Salerno liegenden Amalfiküste angebaut wird. Es ist schwierig alle Rebsorten der Amalfiküste aufzuzählen, da sie sich über viele kleine Terrassenanbauflächen verteilen. Auch wenn die wichtigsten Rebsorten in der Herkunftsbezeichnung auftauchen, werden diese Weine auch durch lokale historische Rebsorten angereichert. Unter den weißen Rebsorten kann die frühreife Fenile, die spätreife Ripoli, die aromatische Ginestra, die würzige Pepella sowie die typischen kampanischen Falanghina und Biancolella aufgezählt werden, die hier aber meist die Namen Biancazita und Biancatenera tragen. Auch an der Amalfiküste dominieren die roten Rebsorten Aglianico und Piedirosso die Weingärten, doch darf man nicht die interessante Rebsorte Tintore aus Tramonti sowie den Sciascinoso, Olivella, Taralluzzo und Porcino vergessen, die fern der Amalfiküste kaum oder gar nicht vorzufinden sind. Die Einstiegspreise sind durch die erheblichen Kosten durch den Aufwand beim Anbau allerdings recht hoch und starten etwa ab 10€. In den letzten Jahren ist das Interesse an den Cru und besondere Weinselektionen dieser Küste stark gestiegen und Winzer/innen wie Marisa Cuomo oder Tenuta San Francesco haben einen internationalen Ruf bekommen.

Der Weisswein von Marisa Cuomo aus dem Untergebiet Furore
Das Untergebiet Furore

Das Costa d’Amalfi Doc Furore Gebiet beinhaltet die Gemeinden Furore, Praiano, Conca dei Marini und Amalfi und eine geschätzte Weinanbaufläche von circa 35 Hektarn, die allerdings auf etliche Weinbauern aufgeteilt sind. Unter den Untergebieten ist dieses das offenste, wärmste, trockenste und belüfteste. Herausschlaggebend sind die vom Meer aus aufsteigenden frischen Meeresbrisen an den heißen Sommertagen und die frische Nachtluft, die vom Lattarigebirge absteigt.

Das Untergebiet Ravello

Das Costa d’Amalfi Doc Ravello Gebiet umfasst die Gemeinden Ravello, Scala, Minori und Atrani und gilt als die historisch gesehen handelsoffenste Gemeinden. Im Vergleich zu Furore, ist dieser Teil der Amalfiküste geschützter und hat einen frischeres und feuchteres Klima. Ein erheblicher Teil der Rebsorten bestehen aus lokalen weißen Trauben wie biancatenera und biancazita, die meist auf einer Höhe von 400 bis 500 Metern angebaut werden.

Das Untergebiet Tramonti

Costa d’Amalfi Doc Tramonti Gebiet betrifft zwar nur die beiden Gemeinden Tramonti und Maiori, besitzt dabei allerdings die größten Weinanbauflächen innerhalb des tiefen Chiunzi-Passes und den weiten Schluchten bei Maiori. Hier hat der Weinanbau eine Verbindung mit den großen Weinanbaugebieten der Region Kampaniens der Provinzen von Avellino und Benevent mit einer späteren Ernte und teilweise hundertjährigen Pflanzen, die die Reblausplage überlebt haben. Eine lokale Besonderheit ist die Rebsorte Tintore, die nur auf dem Gebiet der Gemeinde Tramonti zu finden ist.

Weitere Infos findet Ihr in meinem Blog zur Gastronomie in Kampanien