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Monumente der Stadt Neapel

Das Castel dell’Ovo von Neapel

Das Castel dell’Ovo ist das älteste Schloss der Stadt Neapel und wurde auf einer kleinen Insel errichtet, die von den griechischen Siedlern Megaride genannt wurde. Heute ist die Insel Megaride und das Castel dell’Ovo durch eine Brücke an die Promenade von Neapel angebunden und befindet sich unweit dem Viertel Santa Lucia und dem eleganten Einkaufsviertel Chiaia. Von der oberen Terrasse des Schlosses hat man Dank der glücklichen Position eine schöne Aussicht in Richtung Vesuv, Capri, die Stadtpromenade, die Halbinsel von Posillipo und die Hänge der Stadt Neapel. Im Castel dell’Ovo können auf Anfrage Events in Räumen verschiedener Grösse organisiert werden.

Die obere Aussichtsterrasse des Schlosses mit einigen Kannonen

Der Yachthafen und der Borgo Marinari

Neben dem Castel dell’Ovo befindet sich ein kleiner Yachthafen und der Borgo Marinari, ehemaliges Wohnviertel einiger Fischer und Seemänner Neapels. Heute befinden sich hier einige Bars und Fischrestaurants, die zu den beliebtesten der neapolitanischen Bevölkerung gehören. Der Borgo Marinari wird bei den lokalen Familien und Paaren wegen der entspannten und romantischen Atmosphäre und den schönen Aussichten gerne für besondere Anlässe ausgewählt.

Die Piazzetta des Borgo Marinari

Die Legende zum Namen des Schlosses

Der Name des Schlosses bezieht sich auf eine phantasiereiche Legende, bei der Vergil ein (ein echtes oder aus Material geformtes?) Ei in einem Käfig in den tiefen Gefilden des Schlosses versteckt hätte, an dem die Zukunft des Castel dell’Ovo und der Stadt Neapel gebunden wäre. Unter der Herrschaft der Johanna I. von Anjou, unter der es zu grossen Schäden am Schloss kam, musste die Königin die Bevölkerung beruhigen indem sie erklärte das Ei ausgetauscht zu haben damit sich keine Panik in der Bevölkrung breit machen würde.

Der innere Bereich des Castel dell’Ovo

Die Ursprünge in der Antike

Die kleine Insel Megaride bestand aus zwei verbundenen Tuffsteinfelsen, die durch einen natürlichen Bogen verbunden waren. Hier und auf dem Hügel von Pizzofalcone über der Insel gründen die Griechen aus Cumae eine weitere Stadt Partenope, von der erst 1949 die Nekropole in der Via Nicotera in Folge des Wiederaufbaus nach den Kriegsschäden entdeckt wurde. In der römischen Zeit wird am Hang des Monte Echia und den beiden Inseln eine wohl immense und luxuriöse Villa mit Gärten und Wasserspielen des bekannten Feinschmeckers und ehemaligen Generals Lukullus errichtet. Aus dieser Zeit sind in der Sala delle Colonne noch die Säulen der Villa zu erkennen, die im frühen Mittelalter in ein Refektorium eines Konvents umgewandelt wurden.

Der kleine Yachthafen mit einigen auf Fisch spezialisierten Restaurants

Das Castel dell’Ovo im Mittelalter

Um das 5. Jahrhundert nach Christus unter Valentinian III wird die ehemalige lukullianische Villa in eine Festung umgewandelt. Mit der Absetzung des Romolos Augustulus als Imperator und der Wahl des Castel dell’Ovo als Exil im Jahr 476 endet an dieser Stelle praktisch das weströmische Imperium. Nach seinem Tod wird die Festung in der Zeit des Herzogtums von Neapel von basilianischen Mönchen besiedelt, die im 7. Jahrhundert die benedektinische Regel übernehmen und eine bedeutende Bibliothek aufbewahren. In Folge von sarazenischen Angriffen wird die Festung aus Sicherheitsgründen im Laufe des 10. Jahrhunderts zerstört, doch bereits 1128 wird in einem Dokument eine neue Festung mit einer Kirche mit dem Namen Arx Sancti Salvatoris berichtet. Tatsächlich wird die Festung von König Roger dem Normannen bei seinem Aufenthalt im Jahr 1140 in Neapel als Wohnsitz verwendet, erst später mit der Fertigstellung des Castel Capuano verliert das Castel dell’Ovo seine Residenzfunktion. Unter dem Hohenstaufer Friedrich II. werden 1222 drei weitere Wachtürme hinzugefügt und ein Teil des königlichen Schatzes aufbewahrt. Als stark überwachte Festung wird unter Friedrich auch das Gefängnis des Castel dell’Ovo eingerichtet. Auch Karl I. von Anjou wird die Funktion als Schatzkammer beibehalten und einige Neuerungen in die Struktur bringen. Ein Erdbeben im Jahr 1370 zerstört den natürlichen Bogen der beiden Inseln, die durch eine Brücke unter Giovanna I. ersetzt wird.

Der Blick von der Aufstiegsrampe in Richtung Vesuv

Von der Renaissance in die Moderne

Unter Alfons von Aragon wird die Veteidigungsanlage durch tiefere Türme und eine neue Anlegestelle renoviert. Nach verschiedenen Angriffen unter Ludwig XII von Frankreich und den Spaniern wird nach der Ablösung an die spanischen Habsburger das Castel dell’Ovo die Form annehmen, wie wir das Schloss heute sehen: die Türme werden in einer oktagonalen Form gebaut, die Mauern verstärkt und die Verteidigungssysteme erneuert, die später auch in bourbonischer Zeit nach den aktuellen Massstäben der Zeit verändert und mit zwei Fallbrücken bereichert wurden. Alledings verliert das Castel dell’Ovo im 18. Jahrhundert seine Funktion als königlichen Sitz, auch weil unter den Bourbonen Neapels zahlreiche königliche Residenzen wie Capodimonte, Caserta oder Portici errichtet werden. Das Schloss wird in ein Militärposten und ein Gefängnis umgewandelt. Mit der Vereinigung Italiens verfällt das Schloss bis zu seiner Restaurierung im Jahr 1975 und ist bis heute zu besichtigen.

Erleben Sie mit mir oder einem meiner qualifizierten Kollegen die Stadt Neapel bei einer Führung. Gerne können Museen, Kirchen oder andere Besonderheiten individiduell ins Programm eingefügt werden.

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Monumente der Stadt Neapel

Die Katakomben des San Gennaro in Neapel

Die Katakomben des San Gennaro wurden im Jahr 2006 dem Publikum wieder eröffnet und können am Zugang neben der Basilika dell’Incoronata del Buon Consiglio an der Via Capodimonte besichtigt werden. Im Zentrum von Neapel unter dem Hang von Capodimonte innerhalb des Viertels Sanità konzentrieren sich mindestens 9 antike Bestattungsgebiete, die sich damals ausserhalb der antiken Stadtmauern befanden. Unter ihnen sind die Katakomben des San Gennaro die wichtigsten und bekanntesten der Stadt Neapels und die grössten des Süden Italiens. Die Katakomben des San Gennaro gelten als eines der beeindruckendes Beispiele des frühen christlichen Kults in Italien.

Bau auf zwei verschiedenen Leveln und der Ursprung

Die Katakomben des San Gennaro sind auf zwei nicht parallel gebauten Leveln errichtet worden, die als untere und obere Katakombe bezeichnet werden. Beide Etagen haben im Vergleich zu anderen Katakomben zum Beispiel den römischen überraschend weite Ausmassen. Einer der Gründe ist sicher der leicht zu verarbeitende und resistente gelbe Tuffstein der Stadt Neapel, in denen die Katakomben eingesetzt wurden. Die Gesamtausmassen der Katakomben des Gennaro betragen 5800 Qm mit etwa 3000 Bestattungen unter denen sich über 500 Nischengräber befinden. Der antikste Teil der Katakomben stammt aus dem 2. Jahrhundert nach Christus und befindet sich in der unteren Katakombe. Wahrscheinlich stammt dieser Bereich von einer frühzeitigen christlichen Familie der römischen Oberschicht, die später der christlichen Gemeinschaft der Stadt Neapel zur Verfügung gestellt wurde.

Die oberen Katakomben des San Gennaro, auch Basilica adiecta genannt

Die obere Katakombe

Die Besichtigung der Katakomben des San Gennaro beginnt in der oberen Katakombe, die sofort den Eindruck einer Stadt der Toten gibt: eine Reihe von Nischengräbern der wohlhabenden Christen, sowie Wand- und Bodengräber (formae) die in verschiedene Bereiche aufgeteilt wurden. Die Katakomben sind eine ausgehöhlte statt einer erbauten Architektur, die ihre Besucher sofort in eine besondere Atmosphäre mitreisst und durch viele Mosaike und dekorierte Wandfresken besticht. Die obere Katakombe besteht aus einem Bestattungsbereich des 3. Jahrhunderts nach Christus, in dem einige Malereien aus der heidnischen Zeit vor der Einrichtung dieser Katakombe (2. Jahrhundert nach Cristus), die ersten christlichen Malereien des Süden Italiens im pompejanischen Stil aus dem 3. Jahrhundert nach Christus bis hin zu Malereien im byzathinischen Stil aus der benedektinischen Zeit des 9. Jahrhunderts zu sehen sind.

Das Grab der Familie des Theotecnus

Unter den Nischengräbern gehört die Dekoration des Grabes der Familie des Theotecnus sicherlich zu den interessantesten. Auf einem Wandfresko aus dem 6. Jahrhundert des Arcosoliums sind die drei Angehörigen dieser wohlhabenden Familie dargestellt. In der Mitte ist die im Alter von 2 Jahren und 10 Monaten verstorbene Tochter Nonnosa, auf der rechten Seite der mit 65 Jahren verstorbene Vater Theotecnus und links die im Alter von 45 Jahren und in schwaren Trauerkleidern gekleidete verstorbene Mutter Ilaritas zu sehen, was darauf hinweisen sollte das Ilaritas als Witwe und somit zuletzt verstorben ist. Auffällig ist hier das die Dekoration auf drei Schichten gefertigt wurde, da bei jedem Todesfall die Dekoration erneuert werden musste. Die feine Kleidung und der getragene Schmuck, abgesehen von der Einrichtung dieser teuren Grabkammer und seiner Dekoration, weisen auf den Wohlstand dieser Familie hin. Später wurde ein Teil der Wand dieser Grabkammer eingerissen um dem Arcosolium des verstorbenen Proculus Platz zu machen. Die Darstellungen des Proculus und der Familie des Theotecnus weisen beide auf einen stilistisch nordafrikanischen Einfluss hin.

Die Dekoration des Grabmahls des Theotecnus

Die antikste Darstellung des San Gennaro

Ebenfalls in der oberen Katakombe ist auch die antikste Darstellung des San Gennaro auf einem Arcosloium aus dem 5. Jahrhundert zu sehen. Die Kunstform weist auch hier auf einen nordafrikanischen Einfluss hin, während der Heilige mit der Aufschrift “Santo Martyri Janario” identifiziert wird und zusammen mit einer Frau mit dem Namen Cominia sowie ihrer Tochter Nicaziola dargestellt wird.

Die Darstellung des San Gennaro aus dem 5. Jahrhundert

Weitere besondere Grabdekorationen

Faszinierend sind auch die Arcosolia aus dem 5. und 6. Jahrhundert, auf denen wahrscheinlich Diakoninnen neben der erzählenden Bitalia sowie der mit zwei offenen Evangelien (was nur den Bischöfen erlaubt war) neben den Heiligen Petrus und Paulus dargestellten Cerula auf raffinierten Fresken dargestellt sind. In einer weiteren Grabkammer sind zwei dekorierte gegenüberliegende Arcosolia aus dem 6. Jahrhundert mit dem Heiligen und Petrus und Heiligen Gennaro sowie dem Heiligen Paulus mit dem verstorbenen Lorenzo zu erkennen.

Die Basilika der Bischöfe

In der oberen Katakombe befindet sich im Bereich vor der Crypta der Bischöfe die sogenannte Basilika der Bischöfe, die ihren Ursprung zu Beginn des 6. Jahrhunderts haben soll. Anfangs war die Basilika der Bischöfe eine kleine Aula mit einem Altar auf der Höhe des Oratoriums des San Gennaro. Als der Zuspruch der Anhänger immer grösser wurde, musste auch die Basilika erweitert werden und das gesamte zentrale Ambulacrum integriert werden. Der neue Bereich auf 50 Meter Länge und 12 Meter Breite mit drei Gängen wurde Basilica adiecta oder Basilica maior genannt und wurde durch einen dreifachen Bogen in der Mitte und einer Nische mit einem Hakenkreuz als Zeichen der aufgehenden Sonne charakterisiert. In einer Nische ist auch das Symbol für Jesus Christus auf griechisch (IC XC) und das griechische Wort NIKA (Jesus Christus siegt) zu erkennen. Diese Basilika konserviert Malereien vom 4. bis ins 6. Jahrhundert und im Gewölbe sind auf ovalen Schildern die Büsten der ersten Bischöfe Neapels dargestellt.

Die Basilika der Bischöfe mit verschiedenen offenen Grabstellen

Die Crypta der Bischöfe

Die Crypta der Bischöfe liegt auf der westlichen Seite der Basilika und beinhaltete die Reste von 14 neapolitanischen Prälaten des 5. und 6. Jahrhunderts nach Christus. In dieser weiten Grabkammer befinden sich auf zwei Leveln 10 Gräber und 8 Arcosolia, in denen einige Bischöfe durch Mosaike oder Wandfresken dargestellt wurden. Unter anderem lagen hier die neapolitanischen Bischöfe Giovanni I (der die Reliquien des San Gennaro in diese Katakomben brachte), Giovanni II und der vom Wandalen Jenserich vertriebene Bischof von Karthago Quodvultdeus (“das was Gott möchte”), der in seinem Grabmahl mit einer dunklen Hautfarbe und einem mit einem Kreuz und den 4 Evangelistensymbolen versehenen Codex dargestellt wird. Im 9. Jahrhundert bringt der Bischof Giovanni IV die Reliquien in die Basilika Stefania, die später in die heutige Kathedrale von Neapel umgewandelt wird.

Ein Blick in die Crypta der Bischöfe der Katakomben des San Gennaro

Die Erweiterungen der oberen Katakombe

Die Erweiterungen der oberen Katakombe beginnen ab dem 5. Jahrhundert nach Christus nachdem die Reliquien des San Gennaro hierher gebracht wurden und die Katakomben nach San Gennaro benannt wurden. Innerhalb kürzester Zeit werden die Katakomben des San Gennaro zu einem beliebten Pilgerziel und Bestattungsort. Der Bedarf nach neuen Grabkammern und Gängen steigt kontinuirlich um nah am beliebten Heiligen bestattet werden zu können.

Die Geschichte des San Gennaro

San Gennaro wurde um 272 n. Chr geboren und wird als Bischof von Benevent wegen seinem christlichen Glaube gefangen genommen und im Jahr 305 in Pozzuoli enthauptet. Seine Amme Eusebia sammelt sein Blut in drei Ampullen (dessen Verflüssigung bis heute in der Kathedrale von Neapel stattfindet) und bringt diese mitsamt seinen Kopf nach Neapel, während der Rest seines Körpers in der Gegend von Marciano bei Pozzuoli beigesetzt wird. Seine Reliquien werden zum Anfang des 5. Jahrhunderts durch Bischof Giovanni I in diese Katakomben gebracht, die seitdem seinen Namen tragen. Während einer Belagerung der Stadt Neapel raubt der longobardische Fürst von Benevent Sico I die Reliquien nach Benevent, wo sie bis zu der Verlagerung ins Kloster von Montevergine im Jahr 1156 bleiben werden. Erst 1497 kehren die Reliquien des Heiligen Dank des Erzbischofs Alessandro Carafa und dem Kardinal Oliviero nach Neapel zurück und in den Succorpo (Crypta) der Kathedrale von Neapel gebracht, die in dieser Gelegenheit durch Malvito erneuert wird und bis heute ein Meisterwerk der reifen Renaissance im Süden Italiens verbleibt. San Gennaro ist seit 472 Schutzpatron von Neapel und die Popularität stieg besonders nach seiner Hilfe bei der Pest-Epidemie im Jahr 1527 und dem heftigen subplinianischen Ausbruch des Vesuvs des Jahres 1631.

Das Grabmal des San Gennaro in der Crypta der Basilica adiecta

Das Grabmahl des San Gennaro

Das Grabmahl des San Gennaro konnte bei den Ausgrabungen im Jahr 1969 als Grabkammer unter der Basilika der Bischöfe Dank einer Homile des 8. Jahrhunderts und einer Stelle des Chronicon Episcoporum Neapolitanorum, der wichtigsten Geschichtsquelle der neapolitanischen Kirche aus dem 9. Jahrhundert, erkannt werden. Für das Grabmahl des San Gennaro wurde der Tuffstein unter der Basilika der Bischöfe ausgehölt und der Zugang zu seiner Grabkammer zugemauert. Das Grabmahl war von auf drei Schichten gemalten Wandfresken umgeben: die oberste Schicht aus dem 9. Jahrhundert zeigte San Gennaro mit seinen ermordeten Wegbestreitern Eutichete, Procolo, Sosso, Festo und Desiderio (diese Fresken sind heute in der unteren Katakombe ausgestellt), während auf der zweiten Schicht aus dem 6. Jahrhundert San Gennaro zwischen dem Vesuv und dem Monte Somma dargestellt wird,

Das obere Vestibül

Der Zyklus der frühchristlichen Malereien im Tonnengewölbe des oberen Vestibüls, praktisch der Übergang in die unteren Katakomben, stellen einen Übergang vom Heidentum in das Christentum und eine malerische Einleitung für die neuen möglichen Christen dar. Auf den Fresken des Gewölbes sieht man im pompejanischen Stil gemalte Granatäpfel, Amoretten neben Adam und Eva, David und Goliath, einen Christus Pantokrator und drei Frauen die im Fluss Steine Waschen um einen Turm zu bauen. Diese Darstellung ist ein seltenes Beispiel aus dem auf griechisch geschriebenen “Dritten Vision des Hirten des Hermas” aus dem 2. Jahrhundert nach Christus. Die drei Frauen symbolisieren die Tugenden der Glaubens, der Hoffnung und der Nächstenliebe, während die Steine für die Christen stehen, die mit ihrer Taufe die Kirche (der Turm) für die Gläubigen aufbauen.

Die Dekoration im pompejanischen Stil des Vestibüls

Die unteren Katakomben und die Basilika des Sant’Agrippino

Von hier aus kann man die unteren Katakomben erreichen, die um die Basilika des heiligen Agrippino errichtet wurden. Diese kleine Basilika wurde errichtet um die Reliquien des sechsten Bischofs und ersten Schutzpatron von Neapel zu beherbergen, die im 3. Jahrhundert nach Christus in die Katakomben gebracht wurden. Um die Basilika mit einem einzigen Kirchenschiff, einer erhöhten Absis und einer in den Tuff gemeisselten Kathedra zu schaffen wurden einige Bereiche des Friedhofs des 2. Jahrhunderts entfernt. Der Altar wurde teils in den Tuffstein gemeisselt und teils mit Backstein erbaut. Dabei wurde er mit einer Öffnung versehen, in der die Reliquien des Heiligen Agrippino eingesetzt wurden und von den Gläubigen angefasst werden konnten. Auf der südlich gelegenen Wand ist ein Wandfresko aus dem frühen Mittelalter erhalten geblieben, auf dem ein Bischof mit einem orientalischen Mönch zu erkennen ist. Heute werden hier zu besonderen Anlässen noch Messen gehalten.

Die Basilika des Heiligen Agrippino, erster Schutzpatron der Stadt Neapel

Die Ädikulae

Die unteren Katakomben wurden also um die kleine Basilika des Heiligen Agrippino mit 6 Meter hohen Decken und auf mit drei weiten Ambulacren errichtet. Das zentrale Ambulacrum war ursprünglich mit Fresken dekoriert, von denen leider nur wenige Überreste erhalten geblieben sind. Im Rücken der Absis ist die Darstellung einer Büste des Christus zu erkennen und einige dekorative Reste sind auch noch im Gewölbe des unteren Vestibüls zu sehen. Im frühen Mittelalter wurden ausserdem zwei Ädikulae eingesetzt, dessen Funktion bis heute ungewiss bleibt. In einer der beiden Ädikulae, auch die Ädikula der Jungfrauen genannt, wurde in den zentralen Pfeiler aus Tuffstein eingesetzt und im 11. Jahrhundert mit einem Wandfresko mit den 5 Heiligen Katherina, Agatha, Eugenia, Juliana und Margareta versehen.

Das Taufbecken

In den unteren Katakomben ist auch noch das von Bischof Paolo II gewollte Taufbecken aus dem Jahr 762 zu sehen. Paolo II fand in den Katakomben des San Gennaro während des Ikonoklasmus Zuflucht und verlegt seinen Bischofssitz hierher. Ursprünglich war das Taufbecken komplett mit Marmorplatten besetzt.

Das Taufbecken aus dem 8. Jahrhundert in den unteren Katakomben

Der langsame Verfall der Katakomben

Im 9. und 10. Jahrhundert werden in den Katakomben des San Gennaro noch einige der neapolitanischen Herzöge bestattet, unter ihnen Cesario Console (im Jahr 878), Stefano und Stefano III. Nachdem die Reliquien der Heiligen aus Sicherheitsgründen in die Stadt gebracht wurden, beginnt aber eine lange Phase des Verfalls. Im 17. Jahrhundert werden noch einige Adlige in den Katakomben des San Gennaro bestattet um daraufhin recht schnell wieder in Vergessenheit zu geraten. Einige europäische Reisende der Grand Tour des 18. Jahrhunderts berichten von einem Besuch der Katakomben des San Gennaro, was zeigt das die Erinnerung an diesen Ort bewahrt geblieben ist. Im zweiten Weltkrieg nutzt die Bevölkerung die Katakomben des San Gennaro als Zufluchtsort vor den Bombenangriffen, ähnlich wie bei den anderen Zugängen des unterirdischen Neapels.

Ein Bild aus dem Jahr 1887 mit zwei Besuchern und einem Begleiter

San Gennaro Extra Moenia

Die Besichtigung der Katakomben des San Gennaro endet in der Basilika des San Gennaro Extra Moenia. Diese frühchristliche Kirche aus dem 5. oder 6. Jahrhundert war die erste dem Schutzpatron von Neapel gewidmete Kirche. Später wird sich der Aspekt der Kirche wegen den Erneuerungen unter den Aragonesen im 15. Jahrhundert und der barocken Verkleidung aus dem 18. Jahrhundert stark verändern. In der faschistischen Zeit Italiens wurde die Kirche ihrer Dekoration entkleidet und in die Grundform der aragonesischen Struktur auf drei Schiffen zurückgebracht. Aus der frühchristlichen Zeit ist dabei noch die halbrunde Absis auf zwei korinthischen Säulen zu erkennen. Die Bögen und die Pfeiler der Kirche sind hingegen ein typisches Beispiel der unter den Aragonesen nach Neapel gebrachten katalanischen Architektur. Die Basilika wurde erst als Krankenhaus für die Pestkranken, dann als Pflegeheim für die Armen und schliesslich als Lager für das nebenan gelegene Krankenhaus San Gennaro dei Poveri genutzt. Seit der Wiedereröffnung im Jahr 2008 finden hier manchmal Events oder Ausstellungen statt.

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Events, Ausstellungen und News

Marina Abramovic. Estasi ab dem 5.9.2020 in Neapel

Die Ausstellung Marina Abramovic. Estasi ist ab dem 5. September 2020 im Castel dell’Ovo von Neapel zu besichtigen. The Kitchen. Homage to Saint Therese ist eine Zusammenstellung von drei Videos, die sich mit der Figur der Heiligen Teresa aus Avila auseinandersetzen. Für die weltbekannte Performance-Artistin ist es eine Rückkehr in die Stadt Neapel. Bereits 1974 organisierte Abramovic in der Galleria Studio Morra die berühmte Performance Rhythm 0, bei der sie ihren Körper vor einem Tisch mit verschiedenen Objekten, unter anderem auch Waffen, dem Publikum wehrlos zur Verfügung stellte.

Bei der Ausstellung Marina Abramovic. Estasi in Neapel sind drei Videos zu sehen

Drei Videos zum Thema Teresa d’Avila und Extase

Bei den drei Videos The Kitchen wurde Marina Abramovic von den Tagebüchern der Teresa von Avila inspiriert, die als eine der wichtigsten Figuren des Katholizismus gilt. In der Performance von Abramovic hat die Küche eine zentrale Rolle, so wie es auch für die spanische Heilige war die dort ihre mystischen Visionen und Extasen erlebte. Die drei Videos, Vanitas, Carrying the Milk, Levitation, sollen den Weg der Abramovic in die Extase zeigen. Die Videos wurden im Klarissen-Konvent in Gijòn gedreht, das in der 40er Jahren des letzten Jahrhunderts mit einem Konzept der Eigenversorgung für die Aufnahme von Waisenkindern nach einem Unfall am Caudal-Fluss gedacht war. Das Konvent war bis in die 80er Jahre viele Kinder gefüttert, ausgebildet und gepflegt und ist nach einer Restauration seit 2007 Sitz der Laboral Ciudad de la Cultura.

Das Castel dell’Ovo, Sitz der AUsstellung Marina Abramovic. Estasi. Im Hintergrund die Insel Capri

Der Ort der Ausstellung

Die Ausstellung Marina Abramovic. Estasi findet im Castel dell’Ovo statt, das an einer der faszinierendsten Positionen innerhalb der Stadt Neapel liegt. Die Ausstellung wird in der Sala delle Carceri gezeigt, in dem sich früher das Gefängnis des Schlosses befand. Die Ausstellung soll auch ein Neustart nach dem Corona-Lockdown sein und folgt strengen sanitären Richtlinien. Der Turismus in diesem Sommer und diesem Herbst wird wohl mehr lokale als internationale Besucher anziehen und soll damit auch ein Prämie für die schwierigen letzten Monate und eine langsame Rückkehr in die Normalität darstellen.

Informationen über die Ausstellung Marina Abramovic. Estasi in Neapel

  • Wann und Wo? Vom 5.9.2020 bis zum 31. Mai 2021 im Castel dell’Ovo von Neapel an der Via Eldorado 3
  • Öffnungszeiten: Jeden Tag von 9-18.30 Uhr, Sonntags bis 14 Uhr.
  • Kuratoren und Organisation: Vanitasclub, Mailand
  • Kosten: Ab 9€, genauere Informationen noch nicht bekannt
  • Informationen: www.vanitasclub.org Mail: abramovic@vanitasclub.org

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Events, Ausstellungen und News

Die Etrusker im archäologischen Museum von Neapel. Ausstellung bis zum 31.5.2021

Die Ausstellung Die Etrusker im archäologischen Museum von Neapel wird nicht nur eine wissenschaftlich und raffinierte überarbeitete Ausstellung über die Etrusker bleiben, sondern auch Teil der festen Ausstellung des archäologischen Museums von Neapel (Mann) werden. Die bedeutenden Funde aus Pompeji, Herkulaneum und dem vesuvianischen Gebiet werden somit mit Erkenntnissen über eine weitere antikere Bevölkerung bereichert. Die Sonderausstellung wurde am 12. Juni 2020 eingeweiht und wird bis zum 31.5.2021 und zeigt insgesamt 600 archäologische Stücke, von denen 200 zum ersten Mal zu sehen sind und aus dem Lagerräumen des Museums stammen. Die überraschend umfassende Ausstellung wurde durch die Zusammenarbeit mit der archäologischen Stätte von Pompeji ermöglicht, da in Pompeji bereits letztes Jahr bis zum Mai 2019 eine Sonderausstellung über die Etrusker und ihr Bezug zu Pompeji organisiert wurde.

Etruskische Ohrringe aus Kampanien aus dem Lager des Mann Neapel

Die Etrusker in Kampanien

Die Etrusker werden häufig mit anderen Regionen Italiens wie die Toskana, Latium oder Umbrien in Verbindung gebracht. Erst zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde man innerhalb Italiens auf die über mehrer Jahrhunderte dauernde Präsenz der Etrusker in der Region Kampanien aufmerksam. Jedoch wurde dieser Thematik niemals eine gebürtige Ausstellung wie diese gewidmet, in der etruskische Funde vom 10. bis zum 4. Jahrhundert vor Christus ausgestellt werden. Die Ausstellung über die Etrusker im archäologischen Museum von Neapel stellt Funde aus den Lagerräumen des Museums und Leihgaben aus anderen Kollektionen zusammen um die Geschichte der Etrusker in ihrem südlichsten Siedlungsgebiet aufarbeiten zu können. Die Geschichte der Etrusker ist besonders im Süden Italiens interessant, da ein reger kultureller Austausch mit den italischen Bevölkerungen in den Bergen und den griechischen Küstenstädten Kampaniens normal war und diese Erfahrungen von hier aus den Etruskern Mittelitaliens vermittelt wurde.

Eine etruskische Cista aus Bronze aus dem arch. Museum von Neapel

Die Ausstellung Etrusker im archäologischen Museum von Neapel

Unter den Kuratoren der Ausstellung befindet sich auch Valentino Nizzo, Direktors des etruskischen Nationalmuseums der Villa Giulia in Rom, der es als Privilieg empfand in den Lagerräumen des archäologischen Museums von Neapel die etruskische Geschichte aufzuarbeiten und den Einfluss des Süden Italiens besser zu verstehen. Zwar wurden einige wichtige Fundstücke vor einigen Generationen ans Ausland verkauft, wie zum Beispeil die wichtige etruskische Tafel aus Capua die sich heute im Alten Museum von Berlin befindet, dennoch konnte man durch vielen Funde innerhalb der Region Kampanien eine bedeutende Ausstellung über die Etrusker im archälogischen Museum von Neapel organisieren. Die Ausstellung wurde dabei in zwei Sektionen aufgeteilt. Die erste kümmert sich um die Geschichte der Etrusker in Kampanien ab dem Anfängen des 1. Jahrtausends vor Christus bis zur ihrer Reife, der zweite Teil hingegen stellt etruskische Funde aus dem Rest Italiens dar, die teilweise vormals aufgekauft wurden und teilweise für die Ausstellung ausgeliehen wurden.

Eine Leihgabe der Villa Giulia in Rom: ein etruskischer Kochkessel aus Silber

Informationen über die Ausstellung Etrusker im archäologischen Museum von Neapel

  • Wann und Wo? Vom 12. Juni 2020 bis zum 31. Mai 2021 im archäologischen Museum von Neapel an der Piazza Museo 19
  • Öffnungszeiten: Jeden Tag von 9-19.30 Uhr, Dienstags geschlossen.
  • Kuratoren und Organisation: Direktor Paolo Giulierini, Direktor des Museums Villa Giulia Valentino Nizzo, Emanuela Santaniello mit der Organisation von Electa.
  • Kosten: 15€; momentan 8€ wegen Covid; Unter 18 Eintritt frei, 18-24 jährige 2€.
  • Informationen: Museo Archeologico di Napoli, Tel +39 0814422205

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Monumente der Phlegräischen Felder

Die Ausgrabungen von Cumae

Die Ausgrabungen von Cumae haben einen immensen historischen Wert für dieses Gebiet sowie für ganz Italien, da hier die erste Stadt der griechischen Zivilisation auf italischem Territorium gegründet wurde. Die griechischen Siedler aus Eubea bringen ihre Handwerkskunst, die Landwirtschaft, ihre Traditionen und vor allem ihr Alphabet in das Gebiet der Phlegräischen Felder und werden dieses Gebiet dauerhaft verändern. Das landwirtschaftlich genutzte Gebiet der Cumaner ging etwa vom heutigen sumpfigen Gebiet des Lago Patria bis zum neapolitanischen Stadtviertel der Halbinsel von Posillipo. Cumae galt als eine der wichtigsten Zentren der Magna Graecia. Bis heute übt diese Ausgrabungsstätte mit Bezug auf den hier verankerten Kult des Orakels der cumanischen Sybille starke Faszination auf die Besucher aus.

Die Geschichte des archäologischen Parks von Cumae

Der archäologische Park von Cumae wurde im Jahr 1927 dem Publikum eröffnet nachdem die Ausgrabungen des Maiuri zum Anfang des 20. Jahrhunderts die Haupttempel der Akropolis freigelegt hatte. Seitdem gab es verschiedene Ausgrabungskampagnen, die den archäologischen Park auf etwa 50 Hektar erweitert und zu neuen Kenntnissen über das antike Cumae geführt haben. Dabei ist der obere Teil der antiken Stadt mit der Grotte der Sybille, dem byzanthinischen Turm mit der Aussichtsterrasse, der sog. Apollo Tempel und der sog. Jupiter Tempel heute zu besichtigen. Der untere Teil der antiken Polis mit der Crypta Romana, dem Forum, den Thermen, dem Wohnbereich und der Nekropolis hingegen wird nur zu besonderen Anlässen geoffnet.

Die Grotte der Sybille

Die Definition der Grotte der Sybille stammt von Maiuri aus dem Jahr 1932 und befriedigte die über Jahrhunderte andauernde Suche nach den von Vergil beschriebenen Kultorten der Antike. Der Tunnel ähnelte der Beschreibung des Vergil, der den Ort als “dunkel, mysteriös und mit 100 Öffnungen” beschrieb. Maiuri verband die verschiedenen Öffnungen der Grotte mit der Beschreibung des Vergils und hielt die letzten drei kleinen Räume am Ende der Grotte für Räume der Orakelsprechung. Obwohl die Grotte nicht die berühmten Kultstätte der Antike sein kann, faszinierte die Grotte der Sybille mit seiner Architektur zahlreiche Besucher und wurde weltweit berühmt. Die Grotte der Sybille ist 130 Meter lang und 5 Meter hoch und wurde anscheinend in zwei verschiedenen Epoche ausgehölt. Der obere Teil in einer Trapez-Form ist der antikere uns stammt wahrscheinlich aus der griechisch-samnitischen Zeit des 5. oder 4. Jahrhunderts vor Christus, während der Fussboden in der augusteischen Zeit vertieft wurde. Heute hält man die Grotte der Sybille als eine militärische Verteitigungsstruktur um den oberen Bereich der Akropolis und den Hafen von Cumae zu schützen. Die Terrasse zum Meer vor dem Antro wurde wohl mit Katapulten und anderen Maschinen zur Verteidigung der Angreifer bedacht.

Die sog. Grotte der Sybille im Abendlicht

Der Kult des Orakels der Sybille

Die in der Antike real existierten Sybillen sind wohl eine der faszinierendsten Figuren zwischen Mythos und Geschichte, die wir aus der Antike kennen. Sie galten als legendäre und jungfräuliche Wahrsagerinnen des Orakels einer Gottheit, die in der Regel Apollo war. Für manche entstammt der Name Sybilla aus dem dorischen “sios” (theòs, Gott) und der äolischen”bòlla” (boulè, Rat), also als die Frau die einen göttlichen Rat aussprechen kann. Der Kult der Sybille und den auf griechisch geschriebenen Orakelbüchern war den antiken Quellen nach wohl im Rom des 6. Jahrhunderts vor Christus bereits bekannt, einen literarischen Hinweis zur Sybille aus Cumae haben wir durch den griechischen Schriftsteller Lykofrones aus dem 3. Jahrhundert vor Christus. In der Äneis von Vergil ist die Sybille aus Cumae die Priesterin des Apollo und Hüterin des Hades.

Die Crypta Romana

Direkt vor dem Zugang zur Grotte der Sybille hat man von oben eine Sicht auf den Tunnel der Crypta Romana. Die von Lucius Cocceius in augusteischer Zeit in den Tufstein gegrabene 180 Meter lange Gallerie verläuft in Richtung Ost-West und verband den Hafen mit der Polis von Cumae. Bei einem Blick von oben in das weite Vestibül sind heute noch 4 Nischen zu sehen, die ursprünglich mit Skulpturen besetzt waren. Das 23 Meter hohe Gewölbe wurde im byzanthinisch-gotischen Krieg im Jahr 553 n. Chr. Von der byzanthinischen Belagerung zum einstürzen gebracht, dafür haben die 14 Meter hohen Tuffsteinblöcke, die als Stütze an den Wänden dienen, sich bis heute erhalten können. Die Lichtverhältnisse wurden durch verschiedene Öffnungen in der Decke geregelt und die Crypta Romana bat einige Seitenräume, die als Zisterne verwendet konnten. Der monumentale Seitenraum am östlichen Ausgang wurde auch mit einem Bogen in Opus Reticulatum bedacht.

Die Crypta Romana des Lucius Cocceius

Der Apollo Tempel

Auf der unteren Terrasse der Akropolis befindet sich der in Richtung Osten auf die Polis Cumae gerichtete sogenannte Apollo Tempel. Für den Bau des Tempels haben die griechischen Siedler eine natürliche Terrasse künstlich erweitert um diesen Tempel maestös zu gestalten. Die heutigen Reste zeigen die Spuren der römischen und frühchristlichen Zeit (mit den vielen Grabstellen), auch wenn am Podium noch sakrale Strukturen der griechischen und samnitischen Epoche zu erkennen sind. Von dem ionischen Säulengang, der auf Travertinplatten eingesetzt wurde, sind leider nur geringe Reste erhalten geblieben. Neben dem Tempel sind noch Reste von einer griechischen Zisterne und kleinen Becken zu sehen, die vielleicht für die Ausübung des Kultes nötig waren. Wegen dem Fund eines Apollo gewidmeten Altares hat man dem Tempel diesen Namen gegeben, heute geht man eher davon aus das der Jupiter Tempel dem Apollo gewidmet war und dieser Tempel einer anderen Gottheit angehörte.

Die Reste des Apollo Tempels mit Aussicht auf die Polis

Der Jupiter Tempel

Die Bezeichnung als Jupitertempel stammt aus den vergangenen Jahrhunderten, da man heute annimmt das dieser aus dem 6. Jahrhundert vor Christus stammende und auf dem höchsten Punkt der Akropolis stehende Tempel wohl ursprünglich Apollo gewidmet wurde. Aus seiner antiksten Phase stammen noch die Tuffsteinblöcke aus dem unteren Podest, während die weiteren Strukturen aus der julisch-claudischen oder ausgusteischen Zeit stammen. Im Zentrum des Tempels sind noch die Reste der Zelle zu sehen, dessen Wände durch Halbsäulen mit später verschlossen Nischen dekoriert waren. Diese Kultzelle war teilweise nicht zugänglich, was darauf hinweist das die heiligen Rituale nur teilweise mit der Anwesenheit der Gläubigen ausgeübt wurden. Im 4-6. Jahrhundert nach Christus wird der Tempel in eine dem San Massimo gewidmeten und bis zu seiner Zerstörung im Jahr 1207 aktiven und innerhalb des Erzbischoftums von Pozzuoli wichtigen Basilika umgewandelt. Neben den Reliquein des Heiligen Massimo und der Heiligen Giuliana bewahrte der ehemalige Tempel viele weitere frühchristliche Grabmahle auf. Neben der antiken Kultzelle werden in der christlichen Zeit ausserdem eine Taufkappelle und eine Kappelle hinzugefügt.

Die Taufkappelle aus der christlichen Zeit

Weitere Informationen zu den Monumenten der Phlegräischen Felder finden Sie in auf meinem Blog.