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Monumente der Stadt Neapel

Die Kirchräume der Kartause von San Martino in Neapel

Wegen ihrer Komplexität habe ich die Beschreibung daher in drei Teile aufgeteilt und die Geschichte der Kartause, die Kirche und die Kirchräume der Kartause von San Martino in Neapel in drei separaten Artikeln beschrieben. Die Kartause von San Martino ist wahrscheinlich das bedeutendste Kloster der heutigen Stadt Neapel, das ausserhalb der Stadtmauern errichtet wurde. Die Kirchräume der Kartause von San Martino können über eine Treppe vom grossen Kreuzgang der Kartause von San Martino erreicht werden, die aus einem Parlatorium, einer Passage, dem Kapitelhaus, der Absis der Kirche, der Sakrestei, einer weiteren Passage und der neuen Schatzkappelle bestehen.

Die Fresken des Avanzino Nucci von 1596 dekorieren das Parlatorium

Das Parlatorium

Der erste Bereich ist das Parlatorium, in dem die Mönche ihre gemeinschaftlichen Momente mit den externen Besuchern der Kartause verbringen konnten. Die Fresken stammen von Avanzino Nucci aus dem Jahr 1596 und zeigen die Ankunft des Heiligen Geistes an der Decke des Raumes. Auf dem oberen Bereich sind zwei Episoden des Wunderbaren Fischfangs, der Wiederauferstehung, und der Ungläubigkeit des Heiligen Thomas und Profeten zu erkennen. Im unteren Bereich sind Lebensgeschichten des Heiligen Bruno dargestellt. In den Ecken des Parlatoriums werden hingegen die Heiligen Priore des Kartauser-Ordens gezeigt.

Das Bild des Massimo Stanzione unter den Fresken des Bernardino Cesari

Die kleine Passage

Die kleine Passage verbindet das Parlatorium mit dem Kapitelhaus und wurde von Bernardino Cesari (Bruder des Cavalier d’Arpino) im Jahr 1593 mit Fresken über die Kindheutsgeschichte des Jesus und Tugenden dekoriert. Von ihm stammt auch das Bild der Geisselung Christi, während die Predigt in der Wüste des Johannes des Täufers von Massimo Stanzione und die Mariä Heimsuchung und die Darstellung des Herrn von Flaminio Torelli stammen.

Das Kapitelhaus ist eines der bedeutendsten Kirchräume der Kartause von San Martino

Das Kapitelhaus

Die Dekoration des Kapitelhauses stammt von den beiden Künstlern Belisario Corenzio und Paolo Finoglio aus dem 17. Jahrhundert. Die Decke ist Werk des Belisario Corenzio mit der Vertreibung aus dem Tempel, dem Verlorenen Sohn, den Tugenden und Heiligen Kartäusern. In den 10 kleinen Lünetten wurden von Paolo Finoglio zwischen 1620 und 1626 die Heiligen Gründer der religiösen Orden dargestellt: Der heilige Benedikt (Benediktiner), Der Heilige Bruno von Köln (Kartäuser), der Heilige Bernhard (Zisterzienser), der Heilige Franziskus (Franziskaner), der Heilige Franziskus von Paola (Orden der minderen Brüder), der Heilige Augustin (Augustiner), der Heilige Domenikus (Domenikaner), der Heilige Romuald (Kamaldulenser), der Prophet Elias (Karmelitaner) und der Heilige Basilius (Basilianer). Die Bilder an den Wänden des Kaiptelhaus der Kartause von San Martino sind die Erscheinung der Mutter Gottes mit der Übergabe an San Bruno der Ordensregeln von Simon Vouet, die Beschneidung von Paolo Finoglio, die Anbetung der Könige von Battistello Caracciolo und die Anbetung der Hirten von Massimo Stanzione. Von Battistello Caracciolo stammen auch die Bilder des Johannes des Täufers und dem Heiligen Bischof Martin an den Seiten des Bogens. Am Eingang zur Absis ist mit Der 12 jährigen Jesus im Tempel das einige Bild aus dem 18. Jahrhundert von Künstler Francesco de Mura zu sehen. Der Holzchor ist ein Werk des Orazio de Orio mit Einschnitten von Carlo Bruschetta aus dem Jahr 1627.

Die toskanischen Holzintarsien von 1520 im Chor der Konvertiten

Der Chor der Konvertiten

Die Konvertiten waren Mönche, die keine Messen zelebrierten und sich um die Dienstleistungen der Kartause kümmerten. Das Altarbild des Erzengel Michels ist von Fracanzano aus dem Jahr 1635. Die 26 Abschnitte mit Tafeln mit Holzintarsien an den Wänden sind von Giovan Francesco d’Arezzo von 1520 und zeigen die Heiligen Hugo, Bruno, Johannes, Hieronymus, Stillleben und Perspektiven. Ursprünglich waren diese im Chor der Pater und wurden unter Cosimo Fanzago in diesen Chor eingerichtet. Die Fresken stammen von Micco Spadaro und zeigen Landschaften auf der Decke sowie Geschichten der Kartäuser und Episoden aus dem neuen und alten Testament an den Wänden des Chors.

Weitere Holzintarsien, dieses Mal im flämischen Stil, sind mit barocken Fresken in der Sakrestei zu sehen

Die Sakrestei

Über due Kirchabsis kann die Sakrestei der Kartause von San Martino erreicht werden. Die Wände wurden mit Schränken mit dreidimensionalen Holzintarsien mit den Geschichten der Heiligen Schrift und Geschichten der Apokalysse im oberen Bereich und architektonischen Perspektiven im unteren Bereich ausgestattet. Das Kunstwerk aus Holz ist eine Zusammenarbeit unter Dosio von 1598 von den flämischen Künstlern Heinrich aus Utrecht, Lorenz Ducha und Theodor de Vogel (Intarsien) und den lokalen Künstlern Nunzio Ferrero und Giovanni Battista Vigilante (Holzschnitzer). Die vielen Fresken der Sakrestei stammen vom Cavalier d’Arpino, während die Bilder von Lazzaro Tavarone von 1594 (Sybillen und Propheten in den Lünetten und Geschichten der Passion Christi). Die beiden zentralen Wände zeigen eine Kreuzigung des Cavalier d’Arpino neben einer Säulengangperspektive des Viviano Codazzi und einer Negierung des Heiligen Peters (unbekannt) auf der einen Seite und ein Ecce Homo von Massimo Stanzione und Viviano Codazzi auf der gegenüberliegenden Seite der Sakrestei.

Die feine Arbeit an den Tafeln mit Intarsien

Der kleine Flur (Passetto)

Der kleine Flur verbindet die Sakrestei mit der neuen Schatzkappelle und hat eine von Massimo Stanzione mit Fresken der Geschichten des antiken Testamtents, Evangelisten und Christus dekorierte Decke. Die symbolhaltenden Engel und die Tugenden an den Wänden sind Werk des Paolo de Matteis. Die aufgehängenten Bilder stammen von Luca Giordano (die Berufung des Petrus und Andreas und die Berufung des Matthäus) und von Andrea Malinconico mit dem Exodus der Juden aus Ägypten. Das Waschbecken im kleinen Nebenzimmer ist eine neapolitanische Faktur des 17. Jahrhunderts.

Luca Giordano bei seinem letzten Lebenswerk im Jahr 1705

Die neue Schatzkappelle

Die neue Schatzkappelle ist die letzte Räumlichkeit der Kirchräume der Kartause von San Martino und weist einen aufwendigen Fussboden mit Marmorintarsien auf. Die Dekoration stammt komplett von Luca Giordano, der hier mit fast 70 Jahren arbeitete und seine letzten Kunstwerke hinterliess. Der kleine aus Amethisten, Lapislazuli und Karneol bestehende Altar ist von Giovanni Selino und wird von der bekannten Pietas von Jusepe de Ribera von 1637 überragt. Die Möbel mit Holzintarsien stammen von Gennaro Monte von 1691 und beinhalten die leeren Reliquarien aus goldenem Kupfer und Elfenbein von Biagio Monte (ebenfalls 1691). Der ursprüngliche Schatz bestand aus Statuen, Kerzenständern, liturgischen Objekten und Reliquarien (mit einem Gewicht von insgesamt ca. 400 Zentnern und aus Gold, Silber und Edelsteinen bestehend) wurden 1799 von König Ferdinand IV leider geschmolzen um Einnahmen zu sammeln um sich gegen das nahende französische Militär während der Parthenopeischen Revolution wehren zu können.

Erleben Sie mit mir oder einem meiner qualifizierten Kollegen die Stadt Neapel bei einer Führung. Gerne können Museen, Kirchen oder andere Besonderheiten individiduell ins Programm eingefügt werden.

Weitere Informationen zu den Monumenten der Stadt Neapel finden Sie auch in der Kategorie in meinem Blog.

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Die Kirche der Kartause von San Martino in Neapel

Vom monumentalen Kreuzgang des Klosters der Kartause von San Martino ist die Fassade der von 1325 bis 1368 errichteten Kirche der Kartause von San Martino zu erkennen, die im Laufe der Jahrhunderte vielen Veränderungen unterworfen wurde und heute ein barockes Meisterwerk Neapels darstellt. Die Kirche der Kartause von San Martino kann mit dem Eintrittsticket der Kartause von Neapel besichtigt werden, auch wenn diese leider nicht immer von innen zu betreten ist. Die Geschichte der Kartause von San Martino ist in meinem Artikel über die Struktur der Kartause nachzulesen. Die Kirche besteht heute aus einem einzigen Kirchenschiff, acht Seitenkappellen und den Kirchenräumen der Kartause von San Martino, die in einem gesonderten Artikel beschrieben werden. Von der Originalstruktur ist noch das Kreuzgewölbe des Hauptschiffs und die ogivalen Bögen aus Tufstein und Pipern der Vorhalle der Kirche. Zum Ende des 16. Jahrhunderts reduziert der florentiner Giovanni Antonio Dosio die Vorhalle und entfernt zwei Bögen, die durch zwei weitere Kappellen ersetzt wurden (Die Kappellen des Rosenkranzes und des Heiligen Josefs). Unter Dosio wurden zudem die beiden ursprünglichen Seitenschiffe in Kappellen umgewandelt. Mit der Übergabe des Projekts an den damaligen Stararchitekten Cosimo Fanzago wird die Fassade mit weissem und Bardiglio Marmor und venezianischen Fenstern bereichert. Der obere Teil der Fassade der Kirche der Kartause von San Martino stammt von den letzten Neuerungen aus dem 18. Jahrhundert des Nicola Tagliacozzi Canale.

Die Kirche der Kartause von San Martino hat ein Hauptschiff mit reichen Seitenkappellen
Die Vorhalle der Kirche der Kartause von San Martino

Über dem Eingangsportal hängt eine vom Ende des 16. Jahrhunderts von einem unbekannten neapolitanischen Künstler gefertigten (vielleicht Felice de Felice) Büste des Papst Pius V ( auch Bischof San Martino genannt). Vor dem Eingangsportal halten zwei Engel des Cavalier d’Arpino das Wappen Cart (Cartusia). Die Holztür mit Intarsien die Heilige darstellen stammt aus dem 17. Jahrhundert. Die Fresken an der Vorhalle oben links neben der Tür stammen noch von Giovanni Baglioni unter Giovanni Antonio Dosio, während die anderen Dekorationen an dieser Wand unter Cosimo Fanzago von Belisario Corenzio 1632 und Micco Spadaro in den Jahren 1651-1656 umgesetzt wurden.

In der Vorhalle sind Geschichten zu den Kartaeusern zu sehen, hier aus der Hand des Micco Spadaro
Die Fussbodendekoration

Das Projekt des beeindruckenden Fussbodens der Kirche der Kartause von San Martino wurde von Cosimo Fanzago und dem Kartauser Bonaventura Presti umgesetzt. Das eigentliche Projekt des Fanzago konnte von ihm nicht vollendet werden, da die Arbeiten im Jahr 1656 wegen einem Streit mit den Kartäusern unterbrochen wurden. Erst 8 Jahre später führt Bonaventura Presti di beeindruckende Intarsienarbeit fort, die eine scheinbare Dreidimensionalität und dem Besucher einen starken visuellen Impakt hinterlassen. Für ihn wurden der spanische Broccatello, Bardiglio, Onis aus San Gesualdo, Fiamma di Blesia, grüner Marmor aus Kalabrien, weisser Carraro, Alpujarras, roter aus Frankreich, der gelbe aus Siena, der Diaspro aus Sizilien und der schwarze Marmor aus Belgien verwendet.

Die Fussbodendekoration, Projekt des Cosimo Fanzago
Die Dekoration der Decke und der Gegenfassade

Die Decke der Kirche hat ihr gothisches Gewölbe aus dem 14. Jahrhundert erhalten und wurde zwischen 1637 und 1640 von Giovanni Lanfranco bei einem seiner bedeutendsten Lebenswerke mit Fresken von Engeln, Seeligen und Heiligen dekoriert. In den Formen eines Halbmonds neben den Fenstern ist die berühmte Serie des Jusepe de Ribera der Apostel und Profeten zu sehen. An der Gegenfassade stehen die Skulpturen des Johannes des Täufers und des heiligen Hieronymus von Architekt Cosimo Fanzago sowie ein Moses und Elias von Jusepe de Ribera zu sehen, während das Bild der Grabbeilegung des Christus über dem Eingang von Massimo Stanzione stammt.

Die Fresken des Lanfranco an der Decke der Kirche der Kartause von San Martino
Der Hauptaltar

Der Hauptaltar ist von 1705 aus goldfarbigem Holz und Stuck und eine Kopie des ursprünglichen Marmorprojekts von Francesco Solimena unter Architekt Tagliacozzi Canale. Aus dieser Zeit stammt auch die Brüstung aus Marmor und Bronze um dem Presbiterium sowie der reiche Marmorfussboden der Absis. Die beiden Altarengel wurden erst 1768 von Giuseppe Sanmartino hinzugefügt. Der Chor aus Holz stammt hingegen aus dem 17. Jahrhundert und ist ein Werk des Orazio de Orio, so wie die Skulpur in einer Nische des Chors der unbefleckten Madonna von Gennaro Monte von 1682. Unter diesem Chor wurde übrigens auch ein Zimmer eingerichtet, das die Akustik verbesserte. Eine der Platten wurde durchlöchert um ein Blick in das Zimmer zu werfen zu können.

Die Absis

An der Aussenwand der reich besetzten Absis der Kirche der Kartause von San Martino sind die Skulpuren Vita Attiva von Pietro Bernini und die Vita Contemplativa von Giovan Battista Caccini zu bewundern. In der Wölbung wurde unter Architekt Dosio die Fresken von Cavalier d’Arpino und Bernardino Cesari mit den Geschichten des Neuen und Alten Testaments und den Geschichten der Evangelisten, Doktoren der Kirche, Profeten und Heiligen Kartausern zwischen 1591 und 1596 angebracht. Die Kreuzigung im Halbkreis unter der Wölbung stammt hingegen von Giovanni Lanfranco. Auf den Seitenwänden wurden einige Bilder bedeutender Künstler der Zeit aufgehängt: die Fusswaschung von Battistello Caracciolo von 1682, die Kommunion der Apostel von Jusepe de Ribera von 1651, die Anbetung der Hirten von Guido Reni von 1641, Das letzte Mahl von der Schule des Paolo Veronese vom des Ende 16. Jhrs. und die Vorbereitung des letzten Mahls von Massimo Stanzione von 1639.

Dei Seitenkappellen: Die Kappelle des San Gennaro

Die erste Kappelle auf dem linken Kirchenschiff ist dem Schutzpatron der Stadt Neapel San Gennaro gewidmet. Die Marmordekoration stammt noch aus der Zeit des Dosio und Conforto (datiert 1620), während die Stuckarbeiten unter der Direktion von Cosimo Fanzago hinzugefügt wurden. Die Bilder der Enthauptung des San Gennaro, dem Martyrium des San Gennaro sowie die Fresken an der Decke mit den Geschichten des Heiligen und Die Glorie des San Gennaro stammen allesamt von Battistello Caracciolo von 1632. Die Bildhauerkunst wurden von Domenico Antonio Vaccaro in den Jahren 1709-1719 gefertigt und zeigen Die Jungfrau und die Dreifaltigkeit übergeben San Gennaro die Schlüssel der Stadt in einem Hochrelief, die Skulpturen des Glaubens und Martyriums sowie die vier Medaillons mit der Darstellung der Evangelisten. Eine Tür auf der linken Seite führt in die nicht zugängliche Kappelle des Heiligen Josefs mit Skulpuren des Domenico Antonio Vaccaro und Bildern des Paolo de Matteis vom Anfang des 18. Jahrhunderts.

Die beeindruckende Bildhauerkunst des Domenico Antonio Vaccaro in der Kappelle des San Gennaro
Die Kappelle des Heiligen Bruno

Die zweite Kappelle auf dem linken Kirchenschiff des Heiligen Bruno beinhaltet die Marmordekorationen unter Cosimo Fanzago aus den Jahren 1631-1636. Die Kappelle wird von Bildern des Massimo Stanzione aus den Jahren 1633-1637 dekoriert (San Bruno gibt seinen Folgern die Ordensregel; Herzog Roger vor dem Heiligen Bruno, die Erscheinung der Jungfrau und des Heiligen Petrus vor den Kartäusern, die Heilung der Kranken an der wundersamen Quelle). Die barocken Skulpturen der Einsamkeit und der Penitenz, der Fussboden und die beiden Putten sind das Werk des Lorenzo Vaccaro.

Die Hand des Cosimo Fanzago ist klar in der Kappelle des Heiligen Bruno zu erkennen
Die Kappelle der Assunta

Die dritte Kappelle der Kirche der Kartause von San Martino, der Assunta gewidmet, hat eine Struktur aus dem 17. Jahrhundert mit Fresken der Lebensgeschichte der Maria von Battistello Caracciolo von 1626, während die Bilder der Verkündigung, die Assunta und die Mariä Heimsuchung von Francesco de Mura und die Skulpuren der Jungfräulichkeit und der Belohnung wie die beiden Putten am Altar von Giuseppe Sanmartino von 1757 unter Architekt Tagliacozzi Canali hinzugefügt wurden. Eine Tür auf der rechten Seite führt in die ehemalige Sakrestei, die in die Kappelle des San Nicola umgewandelt wurde und mit Fresken des Belisario Corenzio von 1632 und dem Altarbild San Nicola von Pacecco de Rosa von 1636 geschmückt wurde.

Der Einfluss des 18. Jahrhunderts ist in der Kappelle der Assunta zu sehen
Die Kappelle des Heiligen Hugo

Die erste Kappelle auf der rechten Seite erhält ihre Marmordekoration von Jacopo Lazzari und Felice de Felice aus den Jahren 1617-1622. Die Bilder Der Heilige Huge erweckt ein Kind zum Leben und Der Wiederaufbau der Abtei von Lincoln sind von Andrea Vaccaro von 1652 und das der Jungfrau zwischen den Heiligen Hugo und Anselmo ist von Massimo Stanzione von 1644. Die Skulpturen, Putten und Cherubim dieser Kappelle sind von Matteo Bottiglieri von 1725 ca. Auch diese Kappelle hat eine Tür zu einer weiteren Kappelle, der Kappelle des Rosenkreuzes, dessen Fussboden- und Stuckdekoration von Domenico Antonio Vaccaro und die Bilder (Die Heiligen Gennaro, Martino und andere) von Battistello Caracciolo umgesetzt wurden.

Die Kappelle des Heiligen Hugo mit der Marmordekoration aus dem ersten Viertel des 17. Jahrhunderts
Die Kappelle des Johannes des Täufers

Die zweite Kappelle der rechten Seite der Kirche der Kartause von San Martino stammt aus dem Projekt des Fanzago von 1631. Aus jener Zeit stammen die beiden Bilder des Massimo Stanzione von 1643 mit Salomè bietet Herodes den Kopf des Täufers an und der Köpfung des Täufers sowie seine Fresken in der Kuppel (Die Befreiung des Täufersaus dem Limbus und Die glorreiche Einkehr in den Himmel durch Jesus Christus) und den Pendentifs (die Kardinaltugenden) der Kappelle. Die Bilder des Paolo de Matteis mit dem Christus der vor seinen Folgern auf den Täufer deutet und des Gebets des Täufers in der Wüste sowie das Bild des Carlo Maratta der Täufung Christi wurden in den Jahren 1708-1710 hinzugefügt. Vom Anfang des 18. Jahrhunderts stammen auch die Skulpturen der Eloquenz und des Gute Rufs sowie der Fussboden des Lorenzo Vaccaro.

Der Heilige Martin von Tours mit Engeln auf dem Bild des Caracciolo
Die Kappelle des Heiligen Martin von Tours

Die dritte und letzte Kappelle der rechten Seite ist dem nach ihm benannten Kartause gewidmet, dem Heiligen Marttin von Tours (San Martino). Die ursprüngliche Einrichtung stammt aus dem ersten Viertel des 17. Jahrhunderts durch Nicola Botti und Salvatore Ferraro mit dem zentralen Bild von Battistello Caracciolo Der Heilige Martin und Engel von 1625 und wurde zur Mitte des 18. Jahrhunderts durch Architekt Tagliacozzi Canale und Bildhauer Giuseppe Sanmartino modernisiert. Vom Sanmartino stammen die Skulpturen der kerzenständerhaltenden Putten, die Tapferkeit und die Karitas von 1757. Die Fresken sind ein Werk des Paolo Finoglio von 1631 (Lebensgeschichten des Heiligen Martin. Die Beisetzung des Heiligen, die Erscheinung des Heiligen vor Imperator Vanetinian), während die seitlichen Bilder Christus erscheint dem Heiligen Martin im Traum und Der Heilige Martin teilt seinen Mantel mit einem Armen von Francesco Solimena von 1732 sind.

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Die Kartause von San Martino in Neapel

An einem panoramischen Hang und in schönster Lage des wohlhabenden Stadtviertels von Neapel Vomero befindet sich mit der Kartause von San Martino eines der bedeutendsten und schönsten monumentalen religiösen Komplexe der Stadt. Der Zugang ins ehemalige Kloster beinhaltet auch den Eintritt in das Nationalmuseum von San Martino. Die Kartause breitet sich auf etwa 28000 Quadratmetern aus und verteilt sich auf 4 Ebenen, wobei etwa eine Hälfte aus geschlossen Räumen und eine andere Hälfte aus Kreuzgängen, Höfen sowie zusätzlich 7 Herktar Gärten besteht. Direkt neben der panoramischen Festung des Castel Sant’Elmo gelegen, kann eine Besichtigung der Kartause gut mit einem Spaziergang entlang der Einkaufsstrassen und den Jugendstilvillen des Stadtviertels Vomero kombiniert werden.

Der Ursprung

Die Kartause von San Martino wurde 19 Jahre nach der Kartause von Padula errichtet und ist damit die zweitälteste Kartause der Region Kampanien. Im Jahr 1325 lässt Karl von Anjou, Herzog von Kalabrien, durch den toskanischen Hofarchitekten Tino da Camaino auf dem Heiligen Erasmus gewidmeten Hügel für die Kartäusermönche die neue Kartause errichten. Nach seinem Tod wird das Bauwerk von seinem Assistenten Attanasio Primario beendet, der auch die Santa Chiara Kirche im historischen Zentrum errichten wird. Aus dieser ursprünglichen Bauphase der gothischen Architektur sind heute nur noch der unterirdische Bereich (der nur selten dem Publikum geöffnet wird) und einige katalanische Bögen im Refektorium erhalten geblieben. Auch wenn die Kartause bereits ab 1337 von 13 Mönchen bewohnt wurde, fiel die offizielle Einweihung erst unter Johanna von Anjou im Jahr 1368.

Das 16. Jahrhundert

Im 16. Jahrhundert wird die Kartause erneuert und dem Heiligen Martin von Tours gewidmet. Unter dem toskanischen Bauleiter Giovanni Antonio Dosio wird der Kreuzgang der Prokuratoren, die neuen Zellen um dem grossen Kreuzgang, die Kappellen der Kirche, der Chor, die Sakrestei, das Refektorium und die neue Schatzkappelle errichtet. Aus dieser Zeit stammen auch die Dekorationen der bekannten Künstler Cavalier d’Arpino, seinem Bruder Bernardino, Belisario Corenzio, Giovanni Baglione, Lazzaro Tavarone, Andrea Lilli, Avanzino Nucci, Pietro Bernini, Michelangelo Naccherino und des Giovan Battista Caccini. Nach dem Tod des Dosio wird unter der Leitung des Giovanni Giacomo di Conforto noch die Zisterne des grossen Kreuzgangs eingerichtet.

Das 17. Jahrhundert

Unter der Direktion des aus Bergamo stammenden Architekten Cosimo Fanzago wird die Kartause von San Martino von 1623 bis 1656 ihren barocken Aspekt bekommen, der heute die Kartause charakterisiert. Unter ihm werden die Innenbereiche der Kirche, die Räumlichkeiten der Kirche und die Wohnung des Prior verändert. Ausserdem fügt Fanzago die Büsten über den Eingangen zu den Zellen, den Friedhof der Kartäuser und einige Skulpturen im grossen Kreuzgang der Kartause hinzu. Unter seiner Bauleitung werden bedeutende Künstler wie Massimo Stanzione, Luca Giordano, Jusepe de Ribera, Battistello Caracciolo, Paolo Finoglio, Guido Reni und Giovanni Lanfranco zur Arbeit an der Kartause gerufen.

Das 18. und 19. Jahrhundert

Unter Nicola Tagliacozzi Canale werden ab 1723 die letzten grossen Veränderungen an der Kartause von San Martino stattfinden. Die Dekorationen mit leicht orientalischen Einflüssen und die Fresken des Crescenzo Gamba und Domenico Antonio Vaccaro verändern die Wohnung des Priors. In der Kirche der Kartause arbeiten Francesco Solimena und Francesco de Mura an der Dekoration von zwei Kappellen. Während der parthenopeischen Revolution unter der Regie der Franzosen werden die Kartäuser 1799 verjagt, der Orden unterdrückt und die Kartause zum Stützpunkt des französischen Militärs. Nach einer kurzen Rückkehr der Kartäuser wird die Kartause von 1812 bis 1831 Sitz der Kriegsinvaliden. Nach der Vereinigung Italiens wird die Kartause von San Martino schliesslich ins Nationalmuseum von San Martino umgewandelt

Der Piazzale mit der Faruenkirche und dem Panorama auf die Altstadt und den Vesuv
Der Piazzale San Martino mit der Frauenkirche

Weil die Klausur der Kartäusermönche den Einlass der Frauen in die Kartause verbat, wurde auf dem Vorplatz des Piazzale San Martino von Giovanni Antonio Dosio 1590 eine für die Frauen gewidmete Kirche errichtet, die Chiesa delle Donne. Auf dem Portal dieser Kirche ist ein Basrelief aus Stuck aus dem 18. Jahrhundert zu sehen, auf dem ein Der Heilige Bruno betet in der Wüste von Chartreuse zu sehen ist (bei Grenoble unweit der Alpen wurde in einem kargen und kaum besiedeltem Gebiet die erste Kartause errichtet und nach ihrem Gebiet Chartreuse genannt). Diese Kirche hatte einen Garten, in dem sich die Frauen ausruhen und erfrischen konnten. Rechts von der Frauenkirche befindet sich der Einlass zur Kartause von San Martino mit der Kopie eines Hochreliefs (das Original befindet sich im Museum) mit dem Heiligen Martin von Tours teilt seinen Mantel mit einem Armen. Am Eingangsportal befinden sich ein Wappen der Anjou und die Darstellung des Heiligen Bruno von Köln, Gründer des Kartäuserordens. Heute ist der ehemalige Zugang der Ausgang des Museums von San Martino.

Der monumentale Kreuzgang mit Blick auf das Castel Sant’Elmo
Der monumentale Kreuzgang

Der heutige Zugang in zum Museum und der Kartause von San Martino befindet sich rechts vom ehemaligen Haupteingang. Nach dem Ticketbüro betritt man direkt den weiten monumentalen Kreuzgang, der von Giovanni Antonio Dosio und später Cosimo Fanzago umgesetzt wurde. Der Kreuzgang ermöglicht einen schönen Ausblick von unten auf die Struktur des nebenliegenden Castel Sant’Elmo. Nach rechts schauend kommt man in den Vorhalle der Kartause, nach links schauend zum kleinen Kreuzgang der Kartause, während gegenüber die Fassade der Kirche der Kartause zu bewundern ist, die wegen ihrer aufwendigen Einrichtung in einem gesonderten Artikel beschrieben wird.

Die Wappen der Stadtviertel im Prokuratorenkreuzgang
Der kleine Kreuzgang (Kreuzgang der Prokuratoren)

Dieser Kreuzgang wurde von Giovanni Antonio Dosio anstelle eines Gartens eingerichtet. Der Portikus und die Logen wurden aus Pipern und Marmor errichtet, an denen Wappen und Aufschriften der damaligen Stadtviertel aufgehängt wurden. In der Mitte des Kreuzgangs befindet sich ein Brunnen aus dem 17. Jahrhundert aus mit zwei Masken und zwei dorischen Säulen dekoriertem Pipern-Gestein von Felice de Felice. Die Dekoration des Fussbodens in Terracotta und dekorierten Maiolica-Fliesen stammt aus der Produktion des Giuseppe Massa des 18. Jahrhunderts.

Der Korridor des Cosimo Fanzago mit gotischen Architekturresten
Der Korridor des Fanzago

Der sogennante Korridor des Fanzago verbindet den kleinen Kreuzgang mit dem grossen Kreuzgang in einer L-förmigen Ausrichtung. Über diesen Korridor sind die Zugänge in das Refektorium, die Küche und im zweiten Teil den Wohnbereich der Priors zu erreichen. Die gothischen katalanischen Bögen aus dem 14. Jahrhundert haben sich hier erhalten können, da sie wahrscheinlich als Theke für die Lebensmittel aus der Küche verwendet wurden.

Das Refektorium der Kartause von San Martino von Neapel
Das Refektorium und die Küche

Das Refektorium der Kartause von San Martino wurde 1724 von Nicola Tagliacozzi Canale umgesetzt und diente den Mönchen für die wichtigsten religiösen Zelebrierungen. Die Einrichtung und der Maiolica-Fussboden stammen ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert, so wie das Bild der Hochzeit zu Kana von Nicola Malinconico von 1724. Eine Tür führte (heute nicht zugänglich) direkt in den Chiostrino, einem sekundären kleinen Kreuzgang aus dem 16. Jahrhundert. Gegenüber des Zugangs zum Refektorium tritt man in die ehemalige Küche der Kartause, die aus verschiedenen Räumen, Kochstellen, Öfen, Lagerräumen und freien und privaten Dienstzimmern bestand. Heute ist in den ehemaligen Räumen der Küche die Sektion der Krippen des Museums von San Martino ausgestellt. Der Korridor führt in den grossen Kreuzgang der Kartause von San Martino.

Der elegante grosse Kreuzgang der Kartause
Der grosse Kreuzgang

Der grosse Kreuzgang ist ein imponentes Beispiel der neapolitanischen Kunst des 17. Jahrhunderts. Der Ursprung dieses Kreuzgangs stammt aus dem 14. Jahrhundert, wird aber unter Dosio komplett erneuert ohne das Projekt zu Ende bringen zu können. Die Arbeiten wurden von Giovanni Giacomo Conforto weitergeführt und schliesslich erst unter Cosimo Fanzago zum Abschluss gebracht. Der grosse Kreuzgang aus weissem Marmor und Piperngestein besteht aus vier mal 15 Arkaden, die sich auf 64 Säulen im dorisch-toskanischen Stil stützen. Die Säulen wurden zudem mit halben Lisenen ausgestattet. Der schöne Fussboden mit geometrischen Motiven aus schwarzem und weissem Marmor entstammt einer Idee des Cosimo Fanzago. Die Räume der Mönche blicken auf den grossen Kreuzgang, während die kleinen Öffnung neben den Türen für die Lieferung der Speisen gedacht war.

Zwei der Büsten (Antelmo und Hugo) des Fanzago
Die Dekoration des grossen Kreuzgangs

Über den Türen liess Fanzago die Büsten von 7 Figuren einrichten: die Heiligen Hugo, Bruno, Antelmo von Belley, Kardinal Nicolò Albergati und der seelige Landuino stammen von Fanzago selbst, während die Heiligen Martin und Gennaro das Werk des Antonio Vaccaro sind. Die obere Etage wird von einer Brüstung begrenzt und ist mit Kugeln, Vasen und 8 Skulpturen aus weissem Carrara-Marmor dekoriert: die Jungfrau mit dem Kind, der auferstandene Christus sowie die heiligen Petrus, Paulus, Johannes dem Täufer, Martin, Bruno und Lucia. Die heilige Lucia war eine antike Skulptur aus dem 1. Jahrhundert nach Christus und wurde von Cosimo Fanzago stilistisch umgewandelt.

Der Friedhof der Kartause im grossen Kreuzgang
Der Innenhof und Friedhof des Kreuzgangs

Der zentrale oktagonale Brunnen in der Mitte des Innenhofs ist an eine grosse Zisterne gebunden, wurde vom Felice de Felice errichtet und mit grossen Masken und symbolischen Figuren dekoriert. Die dorischen Säulen stützen den Schmuck der drei kleinen Obelisken aus rosafarbenem Marmor des Gargano. Unter den Pflanzen des Kreuzgangs befinden sich noch einige Exemplare der japanischen Kamälien aus dem 18. Jahrhundert. Hinter einer Brüstung, auf der einige Knochen und Schädel aus Marmor liegen, ist der Friedhof der Kartäuser zu erkennen. Das Kreuz innerhalb des Friedhofs stammt aus der Zeit der Anjou und wurde dem 1363 verstorbenen Prior Don Pedro de Villa Mayna gewidmet. Auf den Wänden ist auch eine mechanische Uhr mit italischer Zeitmessung (unter dem Kirchturm) und eine vertikale Sonnenuhr, die den Mönchen sowohl das Datum (rote Linien) als die Stunden (blaue Linien) anzeigte. Von hier aus kann man die Kirchräume der Kartause von San Martino betreten, die in einem gesonderten Artikel beschrieben werden. Ausserdem kann man über den Kreuzgang der Prokuratoren die Zugänge zu den Räumlichkeiten des Nationalmuseums von San Martino, die Apotheke und die Gärten der Kartause von San Martino erreichen.

Die Apotheke

Die Apotheke der Kartause von San Martino wurde 1699 sowohl für die Klostergemeinde als auch für externe Besucher eröffnet. Die Apotheke wird normalerweise als Ausstellungsfenster verwendet, in dem restaurierende Objekte oder Modelle ausgestellt werden und ist sonst für Besucher nicht zugänglich. Das Fresko an der Decke der Apothere stammt von Paolo de Matteis von 1699 und zeigt den Heiligen Bruno der sich bei der Jungfrau für die kranke Menschheit einsetzt.

Der Garten der Kartause mit weiter Aussicht auf das Meer und die Stadt
Die Gärten der Kartause

Über den Vorhof der Kutschen können die Gärten der Kartause von San Martino erreicht werden. Der ganze 7 Hektar grosse Garten ist für Spaziergänge ideal und bietet eine weite Aussicht auf den Golf von Neapel und viele Monumente der Stadt Neapel. Die Gärten sind auf drei Ebenen strukturiert, wobei der oberste Teil aus dem Kräutergarten der Apotheke bestand, der mittlere Teil der Garten des Priors und der unterste Teil der grosse Weingarten der Mönche war. Die Kartause war lange Zeit in der Stadt für die Produktion der Hilfsmittel der Apotheke, für hervorragendes Brot aber auch den produzierten Wein bekannt. Eine Besonderheit ist die sogenannte Scala a calicò (Calicò-Treppe) des Cosimo Fanzago, die den Wohnbereich des Priors mit der mittleren Ebene des Gartens verbund. Sie besteht aus einer doppelten Rampe, die sich trennt und wieder vereint um den Eindruck einer Spirale zu vermitteln.

Informationen zur Kartause von San Martino von Neapel

Öffnungszeiten: Von Donnerstag bis Dienstag (Mittwochs geschlossen) von 8.30/19.30, Sonntags und Feiertags bis 17 Uhr. Einige Bereiche der Kartause können nur zu den an der Kasse ausgeschilderten Uhrzeiten besichtigt werden. Ständig geoffnet sind die Kreuzgänge, die Gärten, der Krippenbereich und der Bootsbereich (bis 14 Uhr) des Museums, die Räume des Priors und der Vorhof der Kutschen.

Eintrittspreise: 6€ Erwachsene; 2€ 18-24 jährige EU-Bürger; unter 18 Eintritt frei

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Das Castel dell’Ovo von Neapel

Das Castel dell’Ovo ist das älteste Schloss der Stadt Neapel und wurde auf einer kleinen Insel errichtet, die von den griechischen Siedlern Megaride genannt wurde. Heute ist die Insel Megaride und das Castel dell’Ovo durch eine Brücke an die Promenade von Neapel angebunden und befindet sich unweit dem Viertel Santa Lucia und dem eleganten Einkaufsviertel Chiaia. Von der oberen Terrasse des Schlosses hat man Dank der glücklichen Position eine schöne Aussicht in Richtung Vesuv, Capri, die Stadtpromenade, die Halbinsel von Posillipo und die Hänge der Stadt Neapel. Im Castel dell’Ovo können auf Anfrage Events in Räumen verschiedener Grösse organisiert werden.

Die obere Aussichtsterrasse des Schlosses mit einigen Kannonen

Der Yachthafen und der Borgo Marinari

Neben dem Castel dell’Ovo befindet sich ein kleiner Yachthafen und der Borgo Marinari, ehemaliges Wohnviertel einiger Fischer und Seemänner Neapels. Heute befinden sich hier einige Bars und Fischrestaurants, die zu den beliebtesten der neapolitanischen Bevölkerung gehören. Der Borgo Marinari wird bei den lokalen Familien und Paaren wegen der entspannten und romantischen Atmosphäre und den schönen Aussichten gerne für besondere Anlässe ausgewählt.

Die Piazzetta des Borgo Marinari

Die Legende zum Namen des Schlosses

Der Name des Schlosses bezieht sich auf eine phantasiereiche Legende, bei der Vergil ein (ein echtes oder aus Material geformtes?) Ei in einem Käfig in den tiefen Gefilden des Schlosses versteckt hätte, an dem die Zukunft des Castel dell’Ovo und der Stadt Neapel gebunden wäre. Unter der Herrschaft der Johanna I. von Anjou, unter der es zu grossen Schäden am Schloss kam, musste die Königin die Bevölkerung beruhigen indem sie erklärte das Ei ausgetauscht zu haben damit sich keine Panik in der Bevölkrung breit machen würde.

Der innere Bereich des Castel dell’Ovo

Die Ursprünge in der Antike

Die kleine Insel Megaride bestand aus zwei verbundenen Tuffsteinfelsen, die durch einen natürlichen Bogen verbunden waren. Hier und auf dem Hügel von Pizzofalcone über der Insel gründen die Griechen aus Cumae eine weitere Stadt Partenope, von der erst 1949 die Nekropole in der Via Nicotera in Folge des Wiederaufbaus nach den Kriegsschäden entdeckt wurde. In der römischen Zeit wird am Hang des Monte Echia und den beiden Inseln eine wohl immense und luxuriöse Villa mit Gärten und Wasserspielen des bekannten Feinschmeckers und ehemaligen Generals Lukullus errichtet. Aus dieser Zeit sind in der Sala delle Colonne noch die Säulen der Villa zu erkennen, die im frühen Mittelalter in ein Refektorium eines Konvents umgewandelt wurden.

Der kleine Yachthafen mit einigen auf Fisch spezialisierten Restaurants

Das Castel dell’Ovo im Mittelalter

Um das 5. Jahrhundert nach Christus unter Valentinian III wird die ehemalige lukullianische Villa in eine Festung umgewandelt. Mit der Absetzung des Romolos Augustulus als Imperator und der Wahl des Castel dell’Ovo als Exil im Jahr 476 endet an dieser Stelle praktisch das weströmische Imperium. Nach seinem Tod wird die Festung in der Zeit des Herzogtums von Neapel von basilianischen Mönchen besiedelt, die im 7. Jahrhundert die benedektinische Regel übernehmen und eine bedeutende Bibliothek aufbewahren. In Folge von sarazenischen Angriffen wird die Festung aus Sicherheitsgründen im Laufe des 10. Jahrhunderts zerstört, doch bereits 1128 wird in einem Dokument eine neue Festung mit einer Kirche mit dem Namen Arx Sancti Salvatoris berichtet. Tatsächlich wird die Festung von König Roger dem Normannen bei seinem Aufenthalt im Jahr 1140 in Neapel als Wohnsitz verwendet, erst später mit der Fertigstellung des Castel Capuano verliert das Castel dell’Ovo seine Residenzfunktion. Unter dem Hohenstaufer Friedrich II. werden 1222 drei weitere Wachtürme hinzugefügt und ein Teil des königlichen Schatzes aufbewahrt. Als stark überwachte Festung wird unter Friedrich auch das Gefängnis des Castel dell’Ovo eingerichtet. Auch Karl I. von Anjou wird die Funktion als Schatzkammer beibehalten und einige Neuerungen in die Struktur bringen. Ein Erdbeben im Jahr 1370 zerstört den natürlichen Bogen der beiden Inseln, die durch eine Brücke unter Giovanna I. ersetzt wird.

Der Blick von der Aufstiegsrampe in Richtung Vesuv

Von der Renaissance in die Moderne

Unter Alfons von Aragon wird die Veteidigungsanlage durch tiefere Türme und eine neue Anlegestelle renoviert. Nach verschiedenen Angriffen unter Ludwig XII von Frankreich und den Spaniern wird nach der Ablösung an die spanischen Habsburger das Castel dell’Ovo die Form annehmen, wie wir das Schloss heute sehen: die Türme werden in einer oktagonalen Form gebaut, die Mauern verstärkt und die Verteidigungssysteme erneuert, die später auch in bourbonischer Zeit nach den aktuellen Massstäben der Zeit verändert und mit zwei Fallbrücken bereichert wurden. Alledings verliert das Castel dell’Ovo im 18. Jahrhundert seine Funktion als königlichen Sitz, auch weil unter den Bourbonen Neapels zahlreiche königliche Residenzen wie Capodimonte, Caserta oder Portici errichtet werden. Das Schloss wird in ein Militärposten und ein Gefängnis umgewandelt. Mit der Vereinigung Italiens verfällt das Schloss bis zu seiner Restaurierung im Jahr 1975 und ist bis heute zu besichtigen.

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Monumente der Stadt Neapel

Die Katakomben des San Gennaro in Neapel

Die Katakomben des San Gennaro wurden im Jahr 2006 dem Publikum wieder eröffnet und können am Zugang neben der Basilika dell’Incoronata del Buon Consiglio an der Via Capodimonte besichtigt werden. Im Zentrum von Neapel unter dem Hang von Capodimonte innerhalb des Viertels Sanità konzentrieren sich mindestens 9 antike Bestattungsgebiete, die sich damals ausserhalb der antiken Stadtmauern befanden. Unter ihnen sind die Katakomben des San Gennaro die wichtigsten und bekanntesten der Stadt Neapels und die grössten des Süden Italiens. Die Katakomben des San Gennaro gelten als eines der beeindruckendes Beispiele des frühen christlichen Kults in Italien.

Bau auf zwei verschiedenen Leveln und der Ursprung

Die Katakomben des San Gennaro sind auf zwei nicht parallel gebauten Leveln errichtet worden, die als untere und obere Katakombe bezeichnet werden. Beide Etagen haben im Vergleich zu anderen Katakomben zum Beispiel den römischen überraschend weite Ausmassen. Einer der Gründe ist sicher der leicht zu verarbeitende und resistente gelbe Tuffstein der Stadt Neapel, in denen die Katakomben eingesetzt wurden. Die Gesamtausmassen der Katakomben des Gennaro betragen 5800 Qm mit etwa 3000 Bestattungen unter denen sich über 500 Nischengräber befinden. Der antikste Teil der Katakomben stammt aus dem 2. Jahrhundert nach Christus und befindet sich in der unteren Katakombe. Wahrscheinlich stammt dieser Bereich von einer frühzeitigen christlichen Familie der römischen Oberschicht, die später der christlichen Gemeinschaft der Stadt Neapel zur Verfügung gestellt wurde.

Die oberen Katakomben des San Gennaro, auch Basilica adiecta genannt

Die obere Katakombe

Die Besichtigung der Katakomben des San Gennaro beginnt in der oberen Katakombe, die sofort den Eindruck einer Stadt der Toten gibt: eine Reihe von Nischengräbern der wohlhabenden Christen, sowie Wand- und Bodengräber (formae) die in verschiedene Bereiche aufgeteilt wurden. Die Katakomben sind eine ausgehöhlte statt einer erbauten Architektur, die ihre Besucher sofort in eine besondere Atmosphäre mitreisst und durch viele Mosaike und dekorierte Wandfresken besticht. Die obere Katakombe besteht aus einem Bestattungsbereich des 3. Jahrhunderts nach Christus, in dem einige Malereien aus der heidnischen Zeit vor der Einrichtung dieser Katakombe (2. Jahrhundert nach Cristus), die ersten christlichen Malereien des Süden Italiens im pompejanischen Stil aus dem 3. Jahrhundert nach Christus bis hin zu Malereien im byzathinischen Stil aus der benedektinischen Zeit des 9. Jahrhunderts zu sehen sind.

Das Grab der Familie des Theotecnus

Unter den Nischengräbern gehört die Dekoration des Grabes der Familie des Theotecnus sicherlich zu den interessantesten. Auf einem Wandfresko aus dem 6. Jahrhundert des Arcosoliums sind die drei Angehörigen dieser wohlhabenden Familie dargestellt. In der Mitte ist die im Alter von 2 Jahren und 10 Monaten verstorbene Tochter Nonnosa, auf der rechten Seite der mit 65 Jahren verstorbene Vater Theotecnus und links die im Alter von 45 Jahren und in schwaren Trauerkleidern gekleidete verstorbene Mutter Ilaritas zu sehen, was darauf hinweisen sollte das Ilaritas als Witwe und somit zuletzt verstorben ist. Auffällig ist hier das die Dekoration auf drei Schichten gefertigt wurde, da bei jedem Todesfall die Dekoration erneuert werden musste. Die feine Kleidung und der getragene Schmuck, abgesehen von der Einrichtung dieser teuren Grabkammer und seiner Dekoration, weisen auf den Wohlstand dieser Familie hin. Später wurde ein Teil der Wand dieser Grabkammer eingerissen um dem Arcosolium des verstorbenen Proculus Platz zu machen. Die Darstellungen des Proculus und der Familie des Theotecnus weisen beide auf einen stilistisch nordafrikanischen Einfluss hin.

Die Dekoration des Grabmahls des Theotecnus

Die antikste Darstellung des San Gennaro

Ebenfalls in der oberen Katakombe ist auch die antikste Darstellung des San Gennaro auf einem Arcosloium aus dem 5. Jahrhundert zu sehen. Die Kunstform weist auch hier auf einen nordafrikanischen Einfluss hin, während der Heilige mit der Aufschrift “Santo Martyri Janario” identifiziert wird und zusammen mit einer Frau mit dem Namen Cominia sowie ihrer Tochter Nicaziola dargestellt wird.

Die Darstellung des San Gennaro aus dem 5. Jahrhundert

Weitere besondere Grabdekorationen

Faszinierend sind auch die Arcosolia aus dem 5. und 6. Jahrhundert, auf denen wahrscheinlich Diakoninnen neben der erzählenden Bitalia sowie der mit zwei offenen Evangelien (was nur den Bischöfen erlaubt war) neben den Heiligen Petrus und Paulus dargestellten Cerula auf raffinierten Fresken dargestellt sind. In einer weiteren Grabkammer sind zwei dekorierte gegenüberliegende Arcosolia aus dem 6. Jahrhundert mit dem Heiligen und Petrus und Heiligen Gennaro sowie dem Heiligen Paulus mit dem verstorbenen Lorenzo zu erkennen.

Die Basilika der Bischöfe

In der oberen Katakombe befindet sich im Bereich vor der Crypta der Bischöfe die sogenannte Basilika der Bischöfe, die ihren Ursprung zu Beginn des 6. Jahrhunderts haben soll. Anfangs war die Basilika der Bischöfe eine kleine Aula mit einem Altar auf der Höhe des Oratoriums des San Gennaro. Als der Zuspruch der Anhänger immer grösser wurde, musste auch die Basilika erweitert werden und das gesamte zentrale Ambulacrum integriert werden. Der neue Bereich auf 50 Meter Länge und 12 Meter Breite mit drei Gängen wurde Basilica adiecta oder Basilica maior genannt und wurde durch einen dreifachen Bogen in der Mitte und einer Nische mit einem Hakenkreuz als Zeichen der aufgehenden Sonne charakterisiert. In einer Nische ist auch das Symbol für Jesus Christus auf griechisch (IC XC) und das griechische Wort NIKA (Jesus Christus siegt) zu erkennen. Diese Basilika konserviert Malereien vom 4. bis ins 6. Jahrhundert und im Gewölbe sind auf ovalen Schildern die Büsten der ersten Bischöfe Neapels dargestellt.

Die Basilika der Bischöfe mit verschiedenen offenen Grabstellen

Die Crypta der Bischöfe

Die Crypta der Bischöfe liegt auf der westlichen Seite der Basilika und beinhaltete die Reste von 14 neapolitanischen Prälaten des 5. und 6. Jahrhunderts nach Christus. In dieser weiten Grabkammer befinden sich auf zwei Leveln 10 Gräber und 8 Arcosolia, in denen einige Bischöfe durch Mosaike oder Wandfresken dargestellt wurden. Unter anderem lagen hier die neapolitanischen Bischöfe Giovanni I (der die Reliquien des San Gennaro in diese Katakomben brachte), Giovanni II und der vom Wandalen Jenserich vertriebene Bischof von Karthago Quodvultdeus (“das was Gott möchte”), der in seinem Grabmahl mit einer dunklen Hautfarbe und einem mit einem Kreuz und den 4 Evangelistensymbolen versehenen Codex dargestellt wird. Im 9. Jahrhundert bringt der Bischof Giovanni IV die Reliquien in die Basilika Stefania, die später in die heutige Kathedrale von Neapel umgewandelt wird.

Ein Blick in die Crypta der Bischöfe der Katakomben des San Gennaro

Die Erweiterungen der oberen Katakombe

Die Erweiterungen der oberen Katakombe beginnen ab dem 5. Jahrhundert nach Christus nachdem die Reliquien des San Gennaro hierher gebracht wurden und die Katakomben nach San Gennaro benannt wurden. Innerhalb kürzester Zeit werden die Katakomben des San Gennaro zu einem beliebten Pilgerziel und Bestattungsort. Der Bedarf nach neuen Grabkammern und Gängen steigt kontinuirlich um nah am beliebten Heiligen bestattet werden zu können.

Die Geschichte des San Gennaro

San Gennaro wurde um 272 n. Chr geboren und wird als Bischof von Benevent wegen seinem christlichen Glaube gefangen genommen und im Jahr 305 in Pozzuoli enthauptet. Seine Amme Eusebia sammelt sein Blut in drei Ampullen (dessen Verflüssigung bis heute in der Kathedrale von Neapel stattfindet) und bringt diese mitsamt seinen Kopf nach Neapel, während der Rest seines Körpers in der Gegend von Marciano bei Pozzuoli beigesetzt wird. Seine Reliquien werden zum Anfang des 5. Jahrhunderts durch Bischof Giovanni I in diese Katakomben gebracht, die seitdem seinen Namen tragen. Während einer Belagerung der Stadt Neapel raubt der longobardische Fürst von Benevent Sico I die Reliquien nach Benevent, wo sie bis zu der Verlagerung ins Kloster von Montevergine im Jahr 1156 bleiben werden. Erst 1497 kehren die Reliquien des Heiligen Dank des Erzbischofs Alessandro Carafa und dem Kardinal Oliviero nach Neapel zurück und in den Succorpo (Crypta) der Kathedrale von Neapel gebracht, die in dieser Gelegenheit durch Malvito erneuert wird und bis heute ein Meisterwerk der reifen Renaissance im Süden Italiens verbleibt. San Gennaro ist seit 472 Schutzpatron von Neapel und die Popularität stieg besonders nach seiner Hilfe bei der Pest-Epidemie im Jahr 1527 und dem heftigen subplinianischen Ausbruch des Vesuvs des Jahres 1631.

Das Grabmal des San Gennaro in der Crypta der Basilica adiecta

Das Grabmahl des San Gennaro

Das Grabmahl des San Gennaro konnte bei den Ausgrabungen im Jahr 1969 als Grabkammer unter der Basilika der Bischöfe Dank einer Homile des 8. Jahrhunderts und einer Stelle des Chronicon Episcoporum Neapolitanorum, der wichtigsten Geschichtsquelle der neapolitanischen Kirche aus dem 9. Jahrhundert, erkannt werden. Für das Grabmahl des San Gennaro wurde der Tuffstein unter der Basilika der Bischöfe ausgehölt und der Zugang zu seiner Grabkammer zugemauert. Das Grabmahl war von auf drei Schichten gemalten Wandfresken umgeben: die oberste Schicht aus dem 9. Jahrhundert zeigte San Gennaro mit seinen ermordeten Wegbestreitern Eutichete, Procolo, Sosso, Festo und Desiderio (diese Fresken sind heute in der unteren Katakombe ausgestellt), während auf der zweiten Schicht aus dem 6. Jahrhundert San Gennaro zwischen dem Vesuv und dem Monte Somma dargestellt wird,

Das obere Vestibül

Der Zyklus der frühchristlichen Malereien im Tonnengewölbe des oberen Vestibüls, praktisch der Übergang in die unteren Katakomben, stellen einen Übergang vom Heidentum in das Christentum und eine malerische Einleitung für die neuen möglichen Christen dar. Auf den Fresken des Gewölbes sieht man im pompejanischen Stil gemalte Granatäpfel, Amoretten neben Adam und Eva, David und Goliath, einen Christus Pantokrator und drei Frauen die im Fluss Steine Waschen um einen Turm zu bauen. Diese Darstellung ist ein seltenes Beispiel aus dem auf griechisch geschriebenen “Dritten Vision des Hirten des Hermas” aus dem 2. Jahrhundert nach Christus. Die drei Frauen symbolisieren die Tugenden der Glaubens, der Hoffnung und der Nächstenliebe, während die Steine für die Christen stehen, die mit ihrer Taufe die Kirche (der Turm) für die Gläubigen aufbauen.

Die Dekoration im pompejanischen Stil des Vestibüls

Die unteren Katakomben und die Basilika des Sant’Agrippino

Von hier aus kann man die unteren Katakomben erreichen, die um die Basilika des heiligen Agrippino errichtet wurden. Diese kleine Basilika wurde errichtet um die Reliquien des sechsten Bischofs und ersten Schutzpatron von Neapel zu beherbergen, die im 3. Jahrhundert nach Christus in die Katakomben gebracht wurden. Um die Basilika mit einem einzigen Kirchenschiff, einer erhöhten Absis und einer in den Tuff gemeisselten Kathedra zu schaffen wurden einige Bereiche des Friedhofs des 2. Jahrhunderts entfernt. Der Altar wurde teils in den Tuffstein gemeisselt und teils mit Backstein erbaut. Dabei wurde er mit einer Öffnung versehen, in der die Reliquien des Heiligen Agrippino eingesetzt wurden und von den Gläubigen angefasst werden konnten. Auf der südlich gelegenen Wand ist ein Wandfresko aus dem frühen Mittelalter erhalten geblieben, auf dem ein Bischof mit einem orientalischen Mönch zu erkennen ist. Heute werden hier zu besonderen Anlässen noch Messen gehalten.

Die Basilika des Heiligen Agrippino, erster Schutzpatron der Stadt Neapel

Die Ädikulae

Die unteren Katakomben wurden also um die kleine Basilika des Heiligen Agrippino mit 6 Meter hohen Decken und auf mit drei weiten Ambulacren errichtet. Das zentrale Ambulacrum war ursprünglich mit Fresken dekoriert, von denen leider nur wenige Überreste erhalten geblieben sind. Im Rücken der Absis ist die Darstellung einer Büste des Christus zu erkennen und einige dekorative Reste sind auch noch im Gewölbe des unteren Vestibüls zu sehen. Im frühen Mittelalter wurden ausserdem zwei Ädikulae eingesetzt, dessen Funktion bis heute ungewiss bleibt. In einer der beiden Ädikulae, auch die Ädikula der Jungfrauen genannt, wurde in den zentralen Pfeiler aus Tuffstein eingesetzt und im 11. Jahrhundert mit einem Wandfresko mit den 5 Heiligen Katherina, Agatha, Eugenia, Juliana und Margareta versehen.

Das Taufbecken

In den unteren Katakomben ist auch noch das von Bischof Paolo II gewollte Taufbecken aus dem Jahr 762 zu sehen. Paolo II fand in den Katakomben des San Gennaro während des Ikonoklasmus Zuflucht und verlegt seinen Bischofssitz hierher. Ursprünglich war das Taufbecken komplett mit Marmorplatten besetzt.

Das Taufbecken aus dem 8. Jahrhundert in den unteren Katakomben

Der langsame Verfall der Katakomben

Im 9. und 10. Jahrhundert werden in den Katakomben des San Gennaro noch einige der neapolitanischen Herzöge bestattet, unter ihnen Cesario Console (im Jahr 878), Stefano und Stefano III. Nachdem die Reliquien der Heiligen aus Sicherheitsgründen in die Stadt gebracht wurden, beginnt aber eine lange Phase des Verfalls. Im 17. Jahrhundert werden noch einige Adlige in den Katakomben des San Gennaro bestattet um daraufhin recht schnell wieder in Vergessenheit zu geraten. Einige europäische Reisende der Grand Tour des 18. Jahrhunderts berichten von einem Besuch der Katakomben des San Gennaro, was zeigt das die Erinnerung an diesen Ort bewahrt geblieben ist. Im zweiten Weltkrieg nutzt die Bevölkerung die Katakomben des San Gennaro als Zufluchtsort vor den Bombenangriffen, ähnlich wie bei den anderen Zugängen des unterirdischen Neapels.

Ein Bild aus dem Jahr 1887 mit zwei Besuchern und einem Begleiter

San Gennaro Extra Moenia

Die Besichtigung der Katakomben des San Gennaro endet in der Basilika des San Gennaro Extra Moenia. Diese frühchristliche Kirche aus dem 5. oder 6. Jahrhundert war die erste dem Schutzpatron von Neapel gewidmete Kirche. Später wird sich der Aspekt der Kirche wegen den Erneuerungen unter den Aragonesen im 15. Jahrhundert und der barocken Verkleidung aus dem 18. Jahrhundert stark verändern. In der faschistischen Zeit Italiens wurde die Kirche ihrer Dekoration entkleidet und in die Grundform der aragonesischen Struktur auf drei Schiffen zurückgebracht. Aus der frühchristlichen Zeit ist dabei noch die halbrunde Absis auf zwei korinthischen Säulen zu erkennen. Die Bögen und die Pfeiler der Kirche sind hingegen ein typisches Beispiel der unter den Aragonesen nach Neapel gebrachten katalanischen Architektur. Die Basilika wurde erst als Krankenhaus für die Pestkranken, dann als Pflegeheim für die Armen und schliesslich als Lager für das nebenan gelegene Krankenhaus San Gennaro dei Poveri genutzt. Seit der Wiedereröffnung im Jahr 2008 finden hier manchmal Events oder Ausstellungen statt.

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