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Die Zitrone aus Sorrent IGP

Heute ist die Zitrone aus Sorrent die am häufigsten angebauten Frucht der sorrentiner Halbinsel. Ab dem 17. Jahrhundert verbreitete sich der lokal so typische Terrassenanbau der Zitrone aus Massa “Femminello massese”, die auch Zitrone aus Sorrent “Limone di Sorrento” genannt wurde, auf der gesamten Halbinsel und weisen andere Charakteristken als die Zitronen der Amalfiküste oder den Zitronen aus Procida auf. Nur Zitronen, die auf der Halbinsel von Sorrent sowie auf der Insel Capri angebaut werden, dürfen seit 2000 mit der von der EU kontrollierten Bezeichnung Limone di Sorrento IGP verkauft werden und nehmen somit eine besondere Position zwischen den Zitronen des Kontinents ein.

Schutzkonsortium der Zitrone aus Sorrent
Der Anbau

Heute,wie früher auch, handelt es sich beim Agrumenanbau um eine sehr anspruchsvolle Tätigkeit und die Landwirte sind gezwungen, die Früchte ihrer Arbeit andauernd gegen den salzhaltigen Wind und die nicht immer günstige Witterung zu beschützen. Sie bauen daher eine Art Laube, die ihrerseits geschützt werden muß, und zwar von “lebenden” (Reihen von Oliven- oder Haselnußbäumen) oder “toten” Windschutzvorrichtungen (Streifen und Gerüste aus Kastanienholz); sie werden auch rechtwinkelig in der Richtung des stärksten Windes ausgerichtet und oft zusätzlich rund um den bebauten Boden aufgestellt. Die Laube selbst besteht aus einer tragenden Struktur, die die sogenannten “pagliarelle” stützen muß, wobei es sich um Matten aus Schilfrohr oder Netze handelt, die durch Kastanienstreifen zusammengehalten und auf die Laube gesetzt werden, damit sich eine Struktur bildet, die annähernd der Form von Hütten ähnelt. Diese Konstruktionen kennzeichnen das Landschaftsbild der sorrentiner Halbinsel ganz wesentlich.

Die Ernte

Die Pflanze wird unter diesen Schutzvorrichtungen aufgezogen und gestatten den Landwirten, die Reifung der Winterfrüchte bis zu einem gewissen Grad zu verzögern, damit das Produkt das ganze Jahr über angeboten werden kann, aber vor allem zwischen Mai und September, wenn die Nachfrage auf dem Markt am größten ist. Die Schutzvorrichtungen für die Agrumenpflanzungen verringern die von den Pflanzen aufgenommene Lichtmenge, wodurch das Wachstum verlangsamt wird. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird dadurch aber auch die zwar langsamere, aber wirkungsvolle Bildung für das ausgeprägte und durchdringende Aroma verantwortlichen Substanzen begünstigt, die für die Zitrone aus Sorrent charakteristisch sind.

Eine Zitronenlandschaft

Der Zitronenanbau hat einen engen Bezug zum Ambiente der sorrentiner Halbinsel aufgebaut: neben der Verwendung der Frucht trägt er auch durch den Terrassenanbau zur Festigung der Böden und zur Verschönerung der Landschaft bei, die so auch dem Turismussektor zu Gute kommt. Die Zitrone aus Sorrent ist die am weitesten verbreitete in Kampanien und stellt etwa einen Anteil von 40% des gesamten regionalen Anbaus an Zitronen. Die Zitrone aus Sorrent wird in allen Gemeinden der sorrentiner Halbinsel, von Vico Equense bis Anacapri, angebaut und verwendet.

Limoncello der sorrentiner Halbinsel
Besonderheiten der Zitrone aus Sorrent

Sie haben außerdem eine besonders ovale Form, ihre Schale weist eine typische wachsgelbe Farbe auf, unterscheidet sich durch ihre Süße und Saftigkeit von anderen Sorten und ihr Saft wird hierzulande auch pur getrunken, ohne Zucker beizufügen. Die Größe der Zitrone aus Sorrent ist mittel-groß und darf nicht weniger als 85 Gramm wiegen. Die Frucht ist reich an Vitamin C (38g pro pro 100g) und Mineralsalzen (Calcium, Phosphor, Eisen, Natrium, Kalium, Kupfer, Mangan, Magnesium, Zink) und hat, anders als die Sfusato-Zitrone aus Amalfi, einen recht sauren Geschmack, während die Schale mitteldick und reich an ätherischen Ölen ist.

Die Verwendung

Dank dieser besonderen organoleptischen Eigentümlichkeiten wird die Zitrone aus Sorrent in der Küche für die verschiedensten Varianten verwendet: einfach roh in Schreiben geschnitten, frisch gepresst, für die Getränke- und Marmelladenherstellung, als ideale Ergänzung für Salate verwendet und ist ein sehr begehrter Rohstoff zur Herstellung von Eis, Süßwaren und typischen Likören wie dem Limoncello der sorrentiner Halbinsel. In den Restaurants der sorrentiner Halbinsel und der Insel Capri wird die Zitrone auch oft für innovative und besondere Kreationen verwendet, die vom Antipasto bis zum Dessert oder teilweise sogar zum Espresso gehen. Die lokale Zitrone ist mittlerweile ein Muss in Verbindung mit den hier weit verbreiteten Fischspeisen oder Meeresfrüchten, die sowohl von den Einheimischen und auch den Turisten stark angefragt werden. Ein recht großen Erfolg genießen auch die neuen Varianten von Zitronendesserts wie die “Delizia al limone”, der Babà mit Limoncello oder auch das Zitronensorbet.

Weitere Infos findet Ihr in meinem Blog zur Gastronomie in Kampanien

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Der Ziehkäse aus Sorrent

Die sorrentiner Halbinsel und das gesamte Gebiet der Monti Lattari können sich einer außerordentlichen Tradition im Bereich der Käse- und Milchprodukte rühmen, wobei der Ziehkäse aus Sorrent sicherlich eine der verbreitesten Sorten darstellt .

Der Ursprung

Sie geht auf die antike Gepflogenheit der sorrentiner Landwirte zurück, den Überfluss an Kräutern, die wild auf ihren Gründen wuchsen, zur Züchtung von Kühen (darunter auch die lokale Rasse “Agerolese”) und anderen Tieren zu nutzen, deren Milch ganz besonders reich an Fett und Proteinen ist und ausgezeichnete organoleptische Qualitäten besitzt.

Käse in die Form ziehen

Diese Milch stellt den idealen Rohstoff für die Erzeugung von hervorragenden, sowohl frischen als auch gereiften, in die Form gezogene Käsesorten “formaggi a pasta filata” dar; außer den charakteristischen Aromen des Herstellungsgebiets gibt die Milch auch die besondere Formbarkeit an sie ab, die für diese Art von Produkt überaus wichtig sind. Man muß die Charakteristiken des soeben gebildeten Käses bestmöglich nutzen, um ihn in die gewünschte Form ziehen zu können. Es handelt sich dabei um eine Verarbeitung mit interessanten rituellen Aspekten, zum Beispiel haben viele Molker die Angewohnheit, mit einer Messerschneide auf der rohen Masse, die aus der Käsemilch auftaucht, ein Kreuzzeichen zu machen, bevor sie der heiklen Arbeit des “in die Form ziehen” unterzogen wird.

Der Fiordilatte und Zopf aus Sorrent

Vor allem dank der Vorzüge dieser Milch und dem besonderen Geschick der hiesigen Molker sind der “fiordilatte” und der Sorrentiner Zopf “treccia sorrentina” überall bekannt. Sie verkörpern zwei Varianten des frischen Ziehkäse aus Sorrent, die in dieser Gegend das ganze Jahr über hergestellt werden und aus frisch gemolkener Kuhvollmilch bestehen. Es handelt sich dabei um ein elfenbeinfarbiges Produkt mit ziemlich glänzender Oberfläche, das sich sehr elastisch und etwas blättrig anfühlt. Es wird außerdem von mildem Geschmack und dem starken Aroma frischer Milch charakterisiert. In einigen Molkereien werden die Zopfenden miteinander verbunden – wodurch ein Produkt mit einer charakteristischen Kronenform entsteht, das dem “tortano” ähnlich ist, einem tpisch neapolitanischen Osterkranz – und in diesem Fall wird das Erzeugnis “tortaniello” genannt.

La Treccia – Frischer Geschmack in Form eines Zopfes

Auch zur Caprese verwendet

Der frische und milchige Geschmack dieser Sorten des Ziehkäse aus Sorrent passt ganz ausgezeichnet zu den Tomaten aus Sorrent, wodurch Gerichte, die vor allem zur Sommerzeit geschätzt werden, in Leben gerufen werden, wie zum Beispiel die “caprese” – ein mit kaltgepresstem Olivenöl, Basilikum und Origano angemachter Salat – die inzwischen überall auf der Welt bekannt ist und zum authentischen Symbol der mediterranen Küche geworden ist.

Varianten

Es gibt auch eine Reihe von Varianten dieser Erzeugnisse, die von einzelnen Molkereien angeboten werden, um den verschiedensten Bedürfnissen nachzukommen: so entstanden beispielsweise die mit Schinken und Rauke gefüllten Zöpfe, die mit Tomaten und Basilikum gefüllten Häppchen, oder die kleinen “scamorzine indiavolate”, die mit Pfefferschoten, Oliven und Butter angereichert sind und gegrillt werden können.

Der Caciocavallo Silano

1993 trat ein Gesetz in Kraft, das eine territoriale Abgrenzung für die Herkunft der Hartkäsesorte “caciocavallo silano” vorsah und zwölf Gemeinden der Provinz von Neapel, fast alle auf dem Gebiet der sorrentiner Halbinsel, miteinbezog: der Käse wird aus Kuhmilch hergestellt, ist halbhart, wird “in Form gezogen”, hat eine ovale, kugelähnliche oder kegelstupfartige Form, auf dessen Oberseite manchmal ein “kleiner Kopf” gebildet wird. Seine Rinde ist dünn, glatt, tief strohfarben und kann leichte Einbuchtungen aufweisen, die von den äusseren Bändern stammen, an denen er aufgehängt wird. Seine Masse ist homogen und kompakt, weiß oder strohgelb und hat kleine Löcherungen. Der Geschmack wird durch die Ernährung der Tiere beeinflusst – die ihm einen angenehmen Wohlgeruch verleiht, der auf die Charakteristiken der Grasarten des Herkunftsortes ist -, erweist sich immer als sehr aromatisch und kann variieren: wenn das Produkt erst vor wenigen Wochen zubereitet worden ist, schmeckt es mild und frisch, wenn es hingegen lange gelagert wurde, ist sein Geschmack würzig und weich. Bei längerer Reifung zerbröckelt diese Sorte des Ziehkäse aus Sorrent leicht und gibt Fetttropfen von sich; manchmal wird der Käse auch geräuchert. Sein Name hat Anlass zu unterschiedlichen Hypothesen gegeben: einige Gelehrte nehmen an, daß er früher aus der Milch von Reitstuten erzeugt wurde, aber aller Wahrscheinlichkeit nach entstammt der Name ganz einfach nur der Gewohnheit, die Käsestücke (die ein Gewicht von 1 bis 2,5 Kg haben können) mit einer Binsen- oder Raphiaschnur paarweise zusammenzuschnüren, um sie “a cavallo”, d.h. rittlings, an einer Stange zum Reifen aufzuhängen. Schon zur Zeit des Königreichs Neapel war es üblich, auf der Aussenseite dieser Käsesorte ein Markenzeichen anzubringen, das ein Pferd darstellt.

Der Caciocavallo aus Sorrent

Im allgemeinen wird auf der Sorrentiner Halbinsel ein weniger lang gereifter Ziehkäse aus Sorrent als Hartkäse “Caciocavallo di Sorrento” bezeichnet: er hat die Form einer Birne, ist an einem Ende mit einer Schnur gebunden und weist eine große runde Kugelform auf; die Rinde ist dünn und wird im Laufe der Reifung immer dunkler, während der Käse selbst fest, elastisch, von weisser oder strohgelber Farbe ist und manchmal Löcherungen aufweist. Sein Geschmack ist mild, weich und voll, während sein Geruch delikat und angenehm ist. Es handelt sich dabei um ein Ziehkäse aus Sorrent, der im allgemeinen manuell verarbeitet und aus Kuhvollmilch hergestellt wird. Erzeugt wird er von einer großen Zahl an Käseverarbeitungsbetrieben, die vorwiegend in den Gemeinden Vico Equense, Massa Lubrense und Agerola ansässig sind.

Der Bebè – junger und frischer Ziehkäse aus Sorrent

Der frische Bebè

Zu den in letzter Zeit aufgekommenen Produkten, die mit der gleichen Verarbeitungsmethode des “caciocavallo silano” hergestellt werden, zählt der Käse “bebè”, der eine längliche Form hat, die an ein gewickeltes Kleinkind erinnert. Er wird im allgemeinen – die Reifung dauert nur wenige Tage – verzehrt und wird aufgrund seines Wohlgeruchs und delikaten Geschmacks oft dem traditionellen Hartkäse vorgezogen.

Käse als Dekoration

Es sollte noch auf eine für die Sorrentinische Halbinsel charakteristische Tradition hingewiesen werden, die vor allem zu Hochzeiten oder anderen Festlichkeiten aufrechterhalten wird. Aus Butter, Hartkäse oder Ziehkäse aus Sorrent – der mit der gleichen Methode wie der “fiordilatte” produziert wird – werden verschiedene Gegenstände (Rosen, Muscheln, kleine Schafe u.v.m.) geformt, die erstaunliche Effekte hervorrufen.

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Der Limoncello aus Sorrent

Das charakteristischte Erzeugnis, das aus der berühmten lokalen sorrentiner Zitrone hergestellt wird, ist zweiffellos der Zitronenlikör Limoncello aus Sorrent, ein Likör, der einzig und allein aus natürlichen Zutaten produziert wird, das heißt aus frischen Zitronenschalen, Zucker, Alkohol und Wasser. Er muß genauen Produktionsbestimmungen entsprechen und wird als traditioneller Zitronenlikör der Sorrentiner Halbinsel und der Insel Capri bezeichnet.

Lebensgefühl und Zubereitung

Die Zubereitung des Zitronenlikörs war schon immer eine tief verwurzelte gastronomische Tradition der Sorrentiner Halbinsel und der Insel Capri. Sie ist gleichzeitig Ausdruck für starke Gefühle, wie zum Beispiel der Gastlichkeit und der Liebe zur Natur. Früher einmal stellte jede Familie eine beschränkte Menge dieses Likörs her, der nur sehr selten für den Handel oder die Restaurants und Hotels bestimmt war. Die Erzeugung erfolgt auch heute noch nach dem traditionellen Rezept der einheimischen Familien: die Schalen frischer Zitronen werden in eine alkoholische Lösung eingelegt, wo sie ihre ätherischen Öle abgeben. Das hiermit erhaltene Infus wird dann mit gezuckertem Wasser vermischt und gefiltert (Hier zum Rezept).

Unverfälschter Geschmack

Der Limoncello aus Sorrent wird eiskalt und gewöhnlich zum würdigen Abschluß eines typischen mediterranen Mittagessens serviert; da er ein besonders bekömmlicher Likör ist, bringt er allerdings die Vortrefflichkeit seiner Aromen wahrscheinlich am besten zum Ausdruck, wenn er nicht unmittelbar nach dem Essen getrunken wird. Sein Farbe liegt zwischen gelb und hellgrün, was auf die Reife und Erntezeit der verwendeten Zitronen zurückzuführen ist. Da bei seiner Herstellung keine Zusätze beigefügt werden, kann es passieren, daß die wertvollen ätherischen Öle bis zum Flaschenhals hochsteigen und ein sogenanntes “Halsband” bilden: dies stellt einen weiteren Beweis für seine absolute Unverfälschtheit dar.

Crema di Limoncello

Die Zitronenlikörcreme “crema di limoncello” oder auch “crema di liquore di limone” wurde erst vor wenigen Jahrzehnten auf den Markt gebracht und ist eng verwandt mit dem Limoncello aus Sorrent. Trotzdem diese Creme keine so weit zurückreichende Tradition vorweisen kann, strebt sie den Erfolg des Zitronenlikörs an, den sie aller Wahrscheinlichkeit nach auch erreichen wird. Die Likörcreme hat einen geringeren Alkoholgehalt, ist cremig und hat einen weichen und delikaten Geschmack aufgrund der in der Herstellungsphase hinzugefügten Milchcreme; auch in diesem Fall greift die Erzeugung ausschließlich auf einfache Methoden der Hausmannskost zurück.

Die Zitronen der sorrentiner Halbinsel sind ideal bei der Zubereitung des Limoncello

Schutz des Limoncello der sorrentiner Halbinsel

Der große Erfolg dieser Produkte erweitert die Vielfalt der natürlichen Liköre, die von den sorrentiner und capresischen Betrieben immer häufiger angeboten werden: diese Betriebe haben sich mit der Genossenschaft der Zitronenbauer zu einem Konsortium zusammengeschlossen, das sich sehr strenge Bestimmungen zur Erzeugung vom Limoncello aus Sorrent auferlegt hat, um das Sorrentiner Produkt von den vielen aus ganz Italien stammenden Imitationen klar abzugrenzen. Weitere anerkannte Varianten stammen von den Zitronen der Amalfiküste und der Insel Procida, die durch den Unterschied der Zitrone einen anderen Geschmack aufweisen.

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Die Friarielli aus Neapel

Ein ganz besonderes Produkt der Gegend sind die Friarielli, die mittlerweile auch über die Region Kampanien hinaus bekannt sind. Es handelt sich um eine Rübenkohlart, die besonders in den Gegenden um Acerra, Nola, Giugliano und im gesamten Gebiet rings um den Vesuv angebaut wird.

Der Ursprung

Der Name kommt von der im Prinzip originellen Art, in der sie zubereitet werden, denn man gibt sie roh zusammen mit Öl, Knoblauch und Peperoncino in eine Pfanne und gart sie, indem man sie zudeckt und immer wieder wendet. Der essbare Teil dieses Gemüses sind die jungen Blätter und Blüten, die je nach Anbautechniken, den Anbauzeiten und den Besonderheiten des Anbaugebiets verschiedene Größen haben können. Das Produkt scheint relativ antiken Ursprungs zu sein, denn schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wird im Handbuch über die Landwirtschaft und Viehzucht im Königreich Neapel betont, wie originell doch die Tatsache ist, daß man hier Rübenkohl zubereitet, “sowohl den süßen als auch den bitteren, nicht um ihn den Tieren zu Fressen zu geben oder daraus Öl zu machen wie anderswo, sondern um den Menschen ein Gericht daraus zu bereiten.”

Friarielli mit Salsiccia, der Wurst aus Neapel

Die Verwendung in der Küche

Die Hauptanbauzeit sind die kältesten Monate des Jahres (und daher bei den meisten Turisten unbekannt), aber die Spätsorten können bis in den Frühling hinein angebaut werden. Vom Geschmack her sind die Friarielli immer mehr oder weniger bitter, aber durchaus angenehm bitter und charakteristisch. Sie passen hervorragend zu fetteren Fleischarten und es ist schon beinahe ein winterliches Ritual der neapolitanischen Gastronomie, sie zusammen mit Schweinefleisch zu servieren, vor allem mit den typischen Schweinswürsten “Salsicce di maiale”, die möglichst aus Fleisch von auf dem Land gezüchteten Schweinen gemacht werden und deren grober (a punta d‘ curtiello), deftig gewürzter, oft mit kleinen Mozzarellastückchen gemischter Wurstteig von Hand gestopft und abgebunden worden ist. Sie passen allerdings auch sehr gut zu den “cervellatine”, den dünneren und länglicheren Würsten, deren Teig ganz fein ist, fast schon wie ein Brei. Friarielli werden aber auch gerne als Beilage serviert. In Neapel findet man auch Pizza Varianten (in diesem Fall meist ohne Tomaten) mit den Friarielli, in der Provinz von Salerno nutzt man dieses Gemüse auch zu Nudeln, wenn möglich zur geschützten lokalen Pasta aus Gragnano.

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Das kaltgepresste Olivenöl der sorrentiner Halbinsel DOP

Die neben den Zitrusfrüchten am weitesten verbreiteten Pflanzungen der sorrentiner Halbinsel werden sicherlich durch die Olivenbäume dargestellt. Es handelt sich dabei um eine sehr widerstandsfähige Kultur, die sich den besonderen Charakteristiken bezüglich Struktur, Textur und Länge des Bodens hervorragend anpasst und sich von der Küste bis in eine Höhe von 400-500 Metern über dem Meeresspiegel erstreckt, um dann von Schlagwäldern aus Buchen und Kastanienbäumen abgelöst zu werden.

Die lokalen Olivenhaine

Auf diesem Gebiet kann man zwei homogene Territorien ausmachen: das erste umfasst Vico Equense und Massa Lubrense, wo die Olivenbäume in speziellen Kulturen angebaut werden und die Pflanzungen mäßige Entwicklungsdimensionen aufweisen; das zweite hingegen schließt Sorrent, Piano und Sant’Agnello ein, wo vor allem Mischkulturen mit Zitronen– und Orangenbäumen auftreten. In diesem letzten Fall kommt es dazu, daß die Kronen der Olivenbäume versuchen, über die Schutzlauben der Agrumen hinauszuwachsen, um mehr Licht aufnehmen zu können und dadurch Höhen von über 10 Metern erreichen. Die am weitesten verbreitete Kultur wird vom sogenannten Ölbaum verkörpert, der hierzulande auch “ogliarola” oder “minucciola” genannt wird. Andere Arten sind “rotondella”, “frantoio” und “leccino”.

Ein DOP-Öl

Die übermäßige Zergliederung der landwirtschaftlichen Produktion und die beschränkte Dimensionen der in diesem Gebiet bestehenden Ölmühlen haben es dem kaltgepressten Olivenöl der Sorrentiner Halbinsel noch nicht erlaubt, die kommerzielle Verbreitung zu erreichen, die es aufgrund der besonderen organoleptischen Charakteristiken verdienen würde. Trotzdem hat die europäische Union dem Öl das Prädikat für geschützten Ursprung (DOP) anerkannt.

Die sorrentiner Halbinsel: Artenvielfalt, Panoramen und Olivenhaine
Charakteristiken

Es handelt sich dabei um ein seltenes und unverfälschstes Öl. Das – wie es auch in den entsprechenden Produktionsbestimmungen festgelegt ist – ausschließlich nach der traditonellen Methode des “Kaltpressens” hergestellt werden darf. Es besteht nur aus Oliven, die von Hand und vor nicht mehr als zwei Tagen geerntet wurden; außerdem dürfen sie niemals von der Erde aufgehoben werden, damit 0,8% Säuregehalt und die maximale Ertragsmenge von 20% nicht überschritten werden. Seine Farbe ist goldgelb mit grünlichen Schattierungen und der Geschmack ist fruchtig und mild, der manchmal durch einen leichten und angenehm bitteren oder würzigen Einschlag verstärkt wird. Die Prüfung der Qualität vom Olivenöl der sorrentiner Halbinsel kann mittels einer einfachen und gesunden mediterranen Methode vorgenommen werden: traditionelle Gewohnheit der Bauern dieser Gegend ist es, ganz einfach ein bißchen Öl und eventuell eine Prise Salz auf ein Stück alsbackenes Brot “cafone” zu tröpfeln.

Die Verwendung in der Küche

Das Olivenöl der sorrentiner Halbinsel passt ausgezeichnet zu gegrilltem Fisch und Gemüse, Salaten und der lokalen Tomate. Traditionell wird es auch zur Zubereitung des Zitronensalats genutzt, während die Verwendung vom Olivenöl der sorrentiner Halbinsel selbst für die Zubereitung der lokalen Desserts, wie dem Zitronensorbet oder der Delizia al Limone, nur von wenigen verwendet wird. Aber auch die Oliven, aus denen das Öl entsteht, sollten in einer der charakteristischen Zubereitungen der Halbinsel probiert werden: “al capetiello”, das heißt im Ofen gebacken oder “scamazzate”, also gepresst und dann im eigenen Öl, Oregano, Knoblauch und Pfefferschoten eingelegt.

Antiker Ursprung

Die Olivenbäume stammen ursprünglich aus Kleinasien und sollen sich danach in verschiedenen Mittelmeerländern verbreitet haben. Die sorrentiner Halbinsel war eines der ersten Territorien und seine Geschichte soll sogar auf die Zeiten zurückgehen, in denen das gesamte Gebiet der Göttin Minerva geweht war. Er scheint erwiesen zu sein, daß die Pilgerer zur Göttin der Weisheit gingen, um ihr ein Gelübde abzulegen, indem sie ihr im Tempel, der von den Einwohnern von Phokäa auf dem heutigen Gebiet von Massa Lubrense errichtet wurde, Öl opferten.

In Pompeji wurden Olivenkerne, Olivenbäume, darstellende Fresken, Amphoren für Oliven und Olivenöl aufgefunden. Die Ruinen der Villen beweisen, daß schon damals einige von ihnen für das Mahlen und die Eigenproduktion von Öl eingerichtet waren. Es scheint, daß zu diesem Zweck Ölpressen aus dem vesuvianischen Lavagestein des Monte Somma gebaut wurden, die bei den Ausgrabungen gefunden wurden und heute noch in den Läden des antiken Pompejis und im “Museum des Menschen” in Boscoreale zu sehen sind.

Das Produktionsgebiet

Das Produktionsgebiet vom Olivenöl der sorrentiner Halbinsel beinhaltet 13 Gemeinden der sorrentiner Halbinsel inklusive Capri und einem Teil von Castellammare di Stabia. Hier konzentriert sich mit 1500 Hektar und 4000 Betrieben circa drei Viertel der Olivenölproduktion der Provinz von Neapel. Die große Anzahl von Olivenhainen hat hier bis heute einen großen Einfluß auf das unverwechselbare Landschaftsbild, die Wirtschaft und die lokale Produktion.

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