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Monumente der Stadt Neapel

Die Basilika der Santa Maria della Sanità in Neapel

Die Basilika der Santa Maria della Sanità liegt am Hauptplatz des lebendigen Viertels Sanità, das während der griechischen und römischen Zeit Kampaniens das Gebiet der Nekropole Neapels war. Auch im frühchristlichen Zeitalter behält das Tal diese Funktion, so das die ersten christlichen Katakomben hier ihren Ursprung fanden. Innerhalb der Basilika befindet sich der Zugang in die Katakomben von San Gaudioso, sicherlich einer der faszinierendsten Bereiche des unterirdischen Neapels. Die Freilegung einer Schlammlawine nach einem starken Gewitter führte 1569 zu dem Fund des aus dem 5. oder 6. Jahrhundert stammenden Fresko der Madonna mit dem Christkind auf dem Schoss, das von dem Volk sofort stark verehrt wurde und viele Leute anzog. Bis heute ist das Bild die älteste Darstellung der Mutter Gottes der Stadt Neapel und eines der Gründe der Entwicklung des Viertels zum Ende des 16. Jahrhunderts.

Der Bau der Basilika durch den Dominikaner-Orden

Im Jahr 1577 traut der Theatiner und Kardinal von Neapel Paolo Burali d’Arezzo die verlassenen Katakomben von San Gaudioso mit der Auflage nicht weiter graben zu dürfen oder Marmor zu entfernen dem Dominikaner-Orden an. Die Dominikaner des Viertels Sanità nehmen in dieser Zeit eine Erneuerung ihres Ordens vor und widmen sich der Austerität, einem armen Dasein, dem Studium und dem grossen Andrang der Bevölkerung, die das beliebte frühchristliche Bild bewundern wollen. Die Erneuerung des Konvents beginnt bereits 1588, die neue Basilika der Santa Maria della Sanità wird von dem aus Neapel stammenden dominikanischen Architekten Fra Giuseppe Nuvolo ab 1602 um die die frühchristliche Kirche mit dem marianischen Bild errichtet. Die Basilika der Santa Maria della Sanità wird mit Hilfe von zahlreichen Spenden aus der Bevölkerung im Jahr 1610 fertig gestellt und zum dominikanischen Gegenmodell des nicht erneuerten dominikanischen Ordens der Basilika von San Domenico in der Altstadt von Neapel.

Die Unterdrückung des Ordens unter Napoleon

Das napoleonische Jahrzehnt der Stadt Neapel zum Anfang des 19. Jahrhunderts führt zur Unterdrückung des dominikanischen Ordens und mit der Entscheidung die Brücke über das Tal der Sanità zum Königspalast von Capodimonte zu bauen wird ein erheblicher Teil des Konvents zerstört, der bis dahin zu einem der schönsten Italiens des dominikanischen Ordens galt. Nach dem Tod Murats wird die Kirche an die Franziskaner abgegeben und nach der Vereinigung Italiens entscheidet die Stadt Neapel in der Basilika der Santa Maria dell Sanità bis 1915 den Sitz des Neapolitanischen Verein der Philanthropie einrichten zu lassen.

Die Fassade

Die Fassade der Basilika der Santa Maria della Sanità hat eine in klare visuelle Bereiche aufgeteilte Fassade mit einen imponenten Kirchturm von 1612-14. Die Stuckarbeiten der Fassade stammen von Gennaro Troise und Domenico de Marco aus den Jahren 1709/10 während der brühmte Maiolica-Fliesen Produzent Gaetano Massa um 1719 die Einrichtung der Maiolica-Uhr und die Fliesendekoration der Kuppel vornimmt. Aus der franziskanischen Zeit der Kirche stammen die Skulpturen vom Heiligen Franziskus und des Petrus von Alcantara aus dem Jahr 1837 neben dem Eingangsbereich.

Die Innenstruktur

Die Struktur der Basilika der Santa Maria della Sanità basiert wahrscheinlich auf dem Modell des Petersdoms von Bramante und sieht eine weniger ausgeprägten Kuppel vor, die erst später mit Maiolica-Fliesen versehen wird. Sie gilt als eines der wichtigsten Monumente der katholischen Gegenreform und ist praktisch ein Kunstmuseum mit Bildern, Marmorwerken und Dekorationen des 17. und 18. Jahrhunderts. Die Innenstruktur basiert auf einem griechischen Kreuz und einem für die katholische Gegenreform kargen und sauberen doppelfarbigen (Grau und Weiss) Innenbereich, der auf die Tracht der Dominikaner und die Reform dieses Ordens hinweist. Die Farben im Innenbereich der Basilika stammen vom erhöhten eindrucksvollen Presbiterium, der Kanzel und der Altarstafel. Auf der linken Seiten des Transepts kann man die oktagonale Sakrestei betreten, die im Normalfall leider nicht zugänglich ist. Der Fussboden ist grösstenteils aus Terracotta und zeigt in verschiedenen Punkten Marmordekorationen und Grabmähler auf.

Die Struktur der Basilika der Santa Maria della Sanità

Der Eingangsbereich

Neben dem Eingangsbereich der Basilika der Santa Maria della Sanità sind zwei Weihwasserbecken aus der Mitte des 17. Jahrhunderts im Stil des Vaccaro mit dominikanischen Wappen in die Wände eingesetzt. Der Blick fällt sofort auf die szenographische symmetrische Doppeltreppe in Flaschenform, die wie eine Hülle die frühchristliche Kirche mit den Katakomben von San Gaudioso eindeckt. Die Verwendung von vielen Marmorsorten, Holz, Dekorationen und den Fresken der Absis werden durch die helle Grau-Weisse Dekoration besonders hervorgehoben.

Die symmetrische Treppe in einer Scherenform umschlingt die Crypta der Basilika

Das rechte Kirchenschiff

  • Die erste Kappelle des rechten Kirchenschiffs der Basilika der Santa Maria della Sanità ist dem heiligen Nikolaus gewidmet und zeigt mit dem Bild Der Heilige Nikolaus zwischen den Heiligen Ceslaus von Breslau und Louis Beltran von 1671 eines der fünf Bilder des Luca Giordano dieser Kirche. Am Altar ist ein Bild der Heiligen Veronika aus der Mitte des 18. Jahrhunderts zu sehen.
  • Die zweite Kappelle ist Petrus von Verona gewidmet und bewahrt das Bild des Giovanni Balducci Das Martyrium von Petrus aus Verona von 1610 auf. Der florentinische Maler Balducci ist sehr lange in Neapel aktiv und liegt in den Katakomben dieser Kirche begraben.
  • Die dritte Kappelle des Heiligen Vinzenz Ferrer zeigt das Bild des Luca Giordano Vinzenz Ferrer predigt dem Volk. Diese Kappelle ist innerhalb der Basilika der Santa Maria della Sanità besonders wichtig, da der San Vincenzo Kult in Neapel bereits seit dem 15. Jahrhundert verbreitet ist und sich diese Kirche besonders um seinen Kult mit Prozessionen und weiteren Feierlichkeiten kümmert. Im Stadtviertel Sanità ist die Basilika daher allgemein unter dem Namen der San Vincenzo Kirche bekannt. Neben der Kapelle steht die von den Franziskanern 1806 hergebrachte verehrte Skulptur des Heiligen Vinzenz Ferrer, im Volksmund wegen des Aussehens auch O Munacone (Der Mönch) genannt, die zu einer Erneuerung der Kappelle und der Einsetzung des Gitters von Gennaro Parente von 1886 führte.
Der Heilige Nikolaus, der Heilige Ceslaus von Breslau und Louis Beltran von Luca Giordano

Weiter im rechten Kirchenschiff

  • Die vierte Kappelle ist der Rosenkranzmadonna gewidmet. Das zentrale Bild der Madonna del Rosario stammt aus von Giovan Bernardo Azzolino von 1612. Leider wurden erst im Jahr 1990 zwölf der 15 kleinen Bilder mit den Misteri geklaut, so das neben dem Hauptbild nur noch Der ewige Herr und Die Episode der Verurteilung der Albigenser erhalten blieben. Das Bild gehört zu einem der wichtigsten Produktionen des Azzolino und vermischen einen von Caravaggio erlernten Naturalismus mit seinem traditionellen späten Manierismus. Rechts vom Altar ist das ursprünglich in der Sakrestei hängende und restaurierte Bild Der Heilige Domenikus verteilt den Rosenkranz von Giovanni Balducci aus dem Jahr 1623 su sehen.
  • Die fünfte Kappelle ist der Heiligen Katharina von Alexandrien gewidmet und hat einen schönen Marmoraltar von 1734 von G.B. Massetti. Das Bild der Mystischen Heirat der Heiligen Katharina stammt von Andrea Vaccaro.
  • In der sechsten Kappelle ist ein weiteres Bild von Andrea Vaccaro aus dem Jahr 1659 mit Die Heilige Katharina aus Siena erhält die Stigmata über einem Altar von 1727 von Nicola Tammaro zu sehen.
  • Die siebte Kappelle inglobierte 1940 die zwei vorherigen Kappellen und ist der Madonna del Buon Consiglio gewidmet. Das Bild von Luca Giordano mit dem Heiligen Pius V. und Albertus Magnus stammt aus dem Jahr seiner Heiligsprechung 1672 und war ursprünglich in der ihm gewidmeten und inglobierten Kappelle.

Der Hauptaltar

Die beiden symmterischen sogenannten Scherentreppen waren eigentlich von Fra Nuvolo im lokalen Pipern-Gestein gefertift und wurden erst 1679 durch Vincenzo Pempinella mit Marmor verkleidet. Die szenographischen Treppen führen zum Podium des Presbiteriums mit dem mit buntem Marmor besetzten Hauptaltar im Rococò Stil des 18. Jahrhunderts. Das Ziborium aus vergoldetem Kupfer und Bergkristallen war ursprünglich und bis ins 18. Jahrhundert mit Silberskulpturen und Edelsteinen besetzt und stammt vom domenikanischen Ordensbruder Azaria aus dem Jahr 1628. Dieses Werk ist leider das einzig erhaltene von den vielen, die der für seine Silberarbeiten bekannte Ordensbruder eigentlich für die Basilika der Santa Maria della Sanità erschaffen hatte. Die Madonna della Sanità aus Marmor stammt vom florentiner Michelangelo Naccherino aus dem ersten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts und wurde 1711 von Arcangelo Guglielmelli und Cristoforo Schor in die barocke Verkleidung mit Engeln und Putten eingesetzt. Schor arbeitete als Bühnenbildner unter Gianlorenzo Bernini in Rom und ist fast ausschliesslich in Neapel aktiv, wo er sterben wird. Die Orgel wurde von d’Ambrosio in den Jahren 1779 bis 1786 hergestellt und ist weiterhin funktionierend, während der Holzchor im Presbiterium von de Nubila geplant und von Bozzaotra, Cecere und vielen Ordensbrüdern von 1618 bis 1620 umgesetzt wurde. Die Dekoration der Absis mit der Glorie des Ewigen Herrn ist von Crescenzio Gamba aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.

Der Hauptaltar mit der Skuptur von Michelangelo Naccherino

Die Crypta und die Katakomben von San Gaudioso

Unter den beiden Rampen der Treppengänge des Hauptaltars öffnet sich der von Guglielmelli und Schor im Jahr 1708 mit Stuck-Gardinen dekorierte Eingang zur Crypta der Basilika der Santa Maria della Sanità. Der Hauptaltar der Crypta aus dem Jahr 1628 bewahrt die Reliquien des Heiligen Antero auf (der als Papst nur 2 Monate im Amt war), des Heiligen Vito und des Heiligen Ippolito. Die Fresken der 10 Altare stammen von vom Solimena beeinflussten Bernardino Fera, der die Martyrien der den jeweiligen Altar gewidmeten Heiligen darstellen. An der Gegenfassade auf dem Altar der linken Seite wurde 1991 glücklicherweise eine byzanthinische Madonna mit Heiligen aus dem 9. Jahrhunderten gefunden, die von einem Bild des San Gennaro aus dem 19. Jahrhundert verdeckt wurde. Auf dem Fussboden und den Wänden sich noch Grabmahle und Inschriften aus dem 5. bis ins 19. Jahrhundert zu erkennen. Hier war ursprünglich der Zugang in die Katakomben des San Gaudioso, die mit einem separaten Artikel behandelt werden.

Die Crypta unter der symmetrischen Treppe des Hauptaltars

Das linke Kirchenschiff

  • Vom Altar aus kommend sehen wir im linken Kirchenschiff das Grabmahl des 1802 gestorbenen Gennaro Marciano von Angelo Viva und die szenographische Kanzel, eine der schönsten der Stadt Neapel, in verschiedenen Marmorsorten von Dionisio Lazzari aus dem Jahr 1678.
  • Die erste Kappelle vom Altar aus kommend ist dem Heiligen Sakrament gewidmet, wurde im 19. Jahhundert erneuert und beinhaltet die Exstase der Magdalena von Luca Giordano aus dem Jahr 1672 und die beiden Bilder aus dem 18. Jahrhundert von unbekannten Künstler des Heiligen Lazarus und der Heiligen Marta. Der zentrale Altar von Piero Antonio Valentino stammt von 1660 und hat ein elegantes Marmorziborium von 1668, in der die Szene der Heiligen Katharina von Alexandrien die sich weigert die Idole anzuerkennen aus Schmucksteinintarsien von 1661 eingesetzt wurde. Das schöne hölzerne Kruzifix ist aus dem 17. Jahrhundert von einem nicht bekannten Künstler.
  • Die nebenan liegende Kappelle ist Thomas von Aquin gewidmet. In ihr steht der frühchristliche Bischofssitz aus dem 6.-10. Jahrhundert aus der Crypta der Heiligen Märtyrer, auf der sich die Wöchnerinnen gesessen haben um einen Schutz zu erlangen. Der Altar der Bernini-Kultur stammt von Giuseppe Bastelli von 1741, während das Bild von Pacecco de Rosa von 1652 Thomas von Aquin erhält das Zingulum der Keuschheit zeigt.
Die Kanzel der Basilika der Santa Maria della Sanità, Dionisio Lazzari 1678

Sakrestei

Auf der rechten Seite führt eine Tür in die von Giovan Battista di Pino mit einer seltenen Eingravierung mit der Sgraffiti Technik bemalte Vorsakrestei mit dem Motiv der Entsendung des Heiligen Geistes an die dominikanischen Ordensbrüder, Grotesken in den Gewölben und einem Bild des Viertels Sanità auf der Tür dekoriert wurde. Von der Vorsakrestei kann man den kleinen für Fra Nuvolo typischen elyptischen Kreuzgang betreten, der teilweise restauriert wurde und stark von dem Bau der Brücke beeinflusst wurde. Ein weiterer Zugang führt in die 1633 errichtete Schatzkammer mit Fresken der Heiligen Dominikaner von Giovanni Balducci und einem monumentalen Treppengang, der zu den erhaltenen Resten der Konvents führt.

Die grosse Sakrestei besteht aus einem oktagonalen Ambiente mit einem Maiolica-Fussboden von Gaetano Massa von 1732, der bei der Restaurierung in den 70er Jahren entfernt wurde, Holzschränken zur Aufbewahrung der Kleider und der Silberstücke und einem 1728 von der Fürstin Borgia Cariati in Auftrag gegebenen bunten Marmoraltar. Im elyptischen Kreuzgang sind die Reste der Dekoration des di Pino mit der Geschichte des Dominikaner-Ordens mit Grotesken, Blumen und Putten im Gewölbe zu sehen. Laut dem lokalen berühmten Schriftsteller jener Zeit Carlo Celano war di Pino der einzige, der die Technik der helldunklen Sgraffiti beherschte. Ursprünglich umfasste die Dekoration insgesamt eine Fläche von 400 Qm inklusive eine der bedeutendsten Apotheken Neapels, die weiterhin hinter der Brücke auf der Via Sanità zu besichtigen ist.

Reste der Dekoration des Di Pino in der Sakrestei

Zurück im Linken Kirchenschiff

  • Sobald man die Vorsakrestei verlässt befindet sich auf der rechten Seite des linken Kirchenschiffs der Basilika der Santa Maria della Sanità das Bild des Erzengel Michel von Filippo Donzelli aus dem 17. Jahrhundert und das Bild Die Kreuzigung der heiligen franziskanischen Märtyrer und Jesuiten 1587 in Nagasaki aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.
  • Die grosse Kappelle der Beschneidung wird von einem Gitter aus dem 18. Jahrhundert geschützt und beinhaltet das Bild der Beschneidung von Vincenzo Forlì aus den Jahren 1610 bis 1612, das in einem schönen goldenen Holzrahmen eingesetzt ist und wohl ursprünglich von Caravaggio gemalt werden sollte. Der Altar aus dem 19. Jahrhundert konserviert im Ziborium die silberne Türklappe mit dem Guten Hirten. Auf dem Altar der Seite sind zwei Bilder aus dem 17. Jahrhundert der Heiligen Luzia von de Magistro und die Madonna mit dem Christkind und Engeln zu sehen,
  • Die dritte Kappelle des linken Kirchenschiffs ist der Verkündigung gewidmet, die hier von Giovan Bernardo Azzolino 1629 gemalt wird. Eine Besonderheit dieser Kappelle ist der gut erhaltene reiche Maiolica-Fliesen Fussboden von Massa von 1725, der uns eine Idee gibt wie die Kirche im 18. Jahrhundert ausgesehen haben muss. Auf den seitlichen Wänden der Kappelle hängen mit der Santa Margherita aus der Città di Castello und der Heiligen Margherita aus Ungarn zwei Bilder von unbekannten Malern aus dem 18. Jahrhundert.
  • Die zweite Kappelle ist dem Heiligen Hyazinth gewidmet mit einem schön eingerahmten weiteren Bild des Luca Giordano mit der Mystischen Hochzeit der Heiligen Rosa, das wohl nach ihrer Heiligsprechung im Jahr 1671 gemalt wurde.
  • Die erste Kappelle der Familie Lantaro ist dem Heiligen Blasius gewidmet und wurde von 1654 bis 1656 mit Stuck- und Marmorarbeiten von Francesco Antonio Valentino und Fresken des Agostino erneuert. Erhalten blieb wegen den Restaurationen im 19. Jahrhunderten mit dem Heiligen Blasius zwischen den Heiligen Antonino und Raimondo nur das letzte Werk des Beltrano, der 1656 an der grossen Pestwelle in Neapel starb.
Luca Giordano, die mystische Hochzeit der Heiligen Rosa

Erleben Sie mit mir oder einem meiner qualifizierten Kollegen die Stadt Neapel bei einer Führung. Gerne können Museen, Kirchen oder andere Besonderheiten individiduell ins Programm eingefügt werden.

Weitere Informationen zu den Monumenten der Stadt Neapel finden Sie auch in der Kategorie in meinem Blog.

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Monumente der Stadt Neapel

Die Kathedrale von Neapel

Die Kathedrale der Stadt Neapel in der Via Duomo, einem antiken Cardo der griechisch-römischen Stadt Neapolis, wird im volksmund meist einfach Dom (Duomo) genannt und ist in der heutigen Altstadt gelegen. Die Kathedrale von Neapel ist dabei offiziell der Madonna Assunta und nicht wie oft angenommen dem Schutzpatron San Gennaro gewidmet. Die Kathedrale ist eines der Monumente der Stadt, an der man am besten die historische Stratifizierung der Stadt Neapel ablesen kann und Kunstwerke sieht, die von der Antike bis über die frühchristliche Zeit ins 20. Jahrhundert reichen.

Die Struktur der Kathedrale von Neapel mit der Basilika der Santa Restituta
und der Kappelle des San Gennaro

Die Ursprünge der Kathedrale von Neapel

Das Gebäude ist auf dem frühchristlichen Oratorium der Santa Maria del Principio gebaut worden (und laut einer Legende auf einem Apollotempel, dessen Struktur aber nie gefunden wurde), in dem der erste Bischof von Neapel Aspreno laut den Cronache di Partenope den Sitz des Bischoftums der Stadt einrichtete. Die heutige Kathedrale von Neapel inglobiert dabei zwei weitere Kultgebäude, die Basilika der Santa Restituta mit dem Baptisterium und die Kappelle des San Gennaro, die wegen ihrer Fülle und Besonderheit in zwei separaten Texten behandelt werden. Die erste Bauphase begann wahrscheinlich bereits in den 1270er Jahren unter Karl I. und wird von Karl II fortgeführt um 1313 unter Robert dem Weisen eingeweiht zu werden. Die ersten Architekten sind wahrscheinlich französischer Herkunft, die später von den lokalen Architekten Masuccio I, Masuccio II und einem pisanischen Architekten Giovanni Pisano beendet werden.

Das Eingangsportal mit der Madonna mit Kind von Tino da Camaino

Die Fassade

Die heutige Fassade der Kathedrale von Neapel wurde unter Kardinal Sisto Riario Sforza in den Jahren von 1876 bis 1905 von Architekt Enrico Alvino im neogothischen Stil mit Skulpturen diverser Künstler der Zeit restauriert. Aus der gothischen Zeit der Anjou sehen wir noch Werke des Tino da Camaino aus dem 14. Jahrhundert mit den Löwen neben dem Haupteingang und der Madonna mit Kind über dem zentralen Portal. Von Antonio Baboccio da Piperno aus dem 15. Jahrhundert sind die Dekorationen der drei Eingange der Kathedrale.

Eine Skulptur aus der Serie der heiligen Bischöfe

Der Innenbereich

Die Dekoration des heutigen Hauptschiffs stammt grösstenteils aus dem 17. Jahrhundert, reicht aber bis ins 19. Jahrhundert hinein. Die Kassettendecke wurde von den spätmanieristischen Künstlern Giovan Vincenzo Forlì und Giovanni Balducci mit dem Motiv der Geschichten Christi und der Jungfrau Maria in der 1620er Jahren eingesetzt. Die obere Serie der Medaillons an den Seitenwänden zeige die Serie der Apostel, Doktoren und Patern der Kirche, die untere Serie die verschiedenen Schutzpatrone der Stadt Neapel Bis auf zwei Patrone, die von Francesco Solimena aus den Jahren 1701-1702 stammen, sind alle weiteren Bilder von Luca Giordano aus den Jahren 1676-78. Im unteren Bereich des Hauptschiffs der Kathedrale wurden 14 Skulpturen der heiligen Bischöfe eingesetzt, die teils Skulpturen der Erneuerung der 1620er Jahre wiederverwendet und teils von Carlo d’Adamo aus den 1740er Jahren bestehen. Die Gegenfassade stammt aus der Zeit des spanischen Vizekönigsreichs von Neapel, in der der königliche Architekt Domenico Fontana 1599 eine reichere Marmordekoration erschafft, um den Sarkophag des anjouinischen Königs Karl II zu ehren. Links neben dem Eingangsbereich steht ein kleines Highlight, ein Topf aus römischer Zeit aus ägyptischen Basalt, das in ein Taufbecken umgewandelt und 1621 in barocker Form dekoriert wurde. Die beiden Holzorgeln stammen von Gennaro di Fiore aus den Jahren 1770-72 und ersetzen die beiden Älteren, dessen Türen von Giorgio Vasari und Luca Giordano dekoriert wurden (heute in Gewahrsam).

Das romanische Kruzifix der nach ihr benannten Kappelle

Das rechte Kirchenschiff

Die erste Kappelle des rechten Kirchenschiffs ist San Nicola gewidmet und zeigt ein Bild des San Nicola von Paolo de Matteis aus dem Jahr 1695. In der daneben liegenden sogenannten Kappelle des Kruzifix hängt das strenge romanische franko-iberische Kruzifix, das zeitlang am Hauptaltar der Kathedrale hing. Diese Kappelle beherbergt auch ein gothisches Grabmahl von Tino da Camaino und ein Marmoraltar mit einem sterbenden Christus aus dem 17. Jahrhundert. Die nächste Kappelle mit dem monumentalen Eingang des Messingtors von Cosima Fanzago ist die Kappelle des San Gennaro, Schutzpatron von Neapel, die als eigenes Gebäude separat beschrieben wird. Die Kappelle der Reliquien wird von einem Bild des Andrea Malinconico aus dem späten 17. Jahrhundert dekoriert und bewahrt neben und in einigen wichtigen Schätzen die Reliquiensammlung der Kathedrale von Neapel auf. In der letzten Kappelle des rechten Seitenschiffs steht das das gothische Grabmahl des Francesco Carbone von Antonio Baboccio da Piperno aus dem frühen 15. Jahrhundert, bei dem der internationale nordische gothische Einfluss klar sichtbar ist.

Die Kappelle der Reliquien

Das Querhaus der Kathedrale von Neapel

Das Querhaus der Kathedrale von Neapel ist eine weitere Ansammlung wichtiger Kappellen und Kunstschätze. Auf der rechten Seite des Querhauses ist eine der Kathedrale gewidmete Madonna Assunta des Perugino aus dem Jahr 1506 zwischen zwei barocken Mausoleen des Giuseppe Sanmartino aus dem Jahr 1775 und des Pietro Ghetti aus dem Jahr 1678 sowie einem spät manieristischem Werk von Girolamo d’Auria von 1578 zu sehen. Neben der Minutolo Kappelle ist die dem heiligen Asprenus gewidmete Kappelle, die von der Familie Tocco übernommen wurde und den französischen gothischen Kunsteinfluss aufzeigt. Die in der ersten Jahren des 14. Jahrhunderts gemalten geometrischen Dekorationen und Apostel stammen vom römischen Künstler Pietro Cavallini und stellen ein Meisterwerk der Erneuerung der gothischen Kunst der Zeit dar. Die oberen Fresken der Kappelle stammen aus dem 16. Jahrhundert von Agostino Tesauro.

Die Capece Miutolo Kappelle, gothischer Blickfang Neapels

Die Capece Minutolo Kappelle

Hier öffnet sich nun der Blick in eine der schönsten gothischen Kappellen der Stadt Neapel, die Kappelle Capece Minutolo. Die Struktur der Kappelle ist wohl älter als die Kathedrale und wurde in das Kirchengebäude integriert. Rechts neben dem grossen Grabmahl des Enrico Minutolo ist das Grabmahl des Filippo Minutolo des d’Oderisio zu sehen, unter ihm wurde der heilige Ludwig zum Priester ausgebildet, an dessen Werk interessanterweise der Einfluss des Arnolfo di Cambio zu erkennen ist. Eine Besonderheit ist der in Neapel selten vorzufindene marmorne Intarsien- und Mosaikfussboden vom Ende des 13. Jahrhunderts. Ein Teil der Fresken der Kappelle stammen von Montano d’Arezzo aus der selben Zeit des Fussbodens, die den Kunsteinfluss des Cimabue im Süden Italiens aufzeigen. In den späteren Fresken der Magdalena und des heiligen Nikolaus aus der Mitte des 14. Jahrhunderts ist det Einfluss des Pietro Cavallini zu erkennen, während die knieenden Ritter der Familie Minutolo wahrscheinlich vom neapolitanischen Künstler Roberto d’Oderisio stammen. Die Dekoration der Absis der Kappelle ist vom Ende des 14. oder Anfang des 15. Jahrhunderts und grösstenteils vom grossen restaurierten Grabmahl des Erzbischofs Enrico Minutolo (eines Schülers des Antonio Baboccio da Piperno) verborgen.

Die Darstellung der Madonna Assunta, Altar der Kathedrale

Der Hauptaltar

Beim Hauptaltar der Kathedrale von Neapel ist aus der gothischen Zeit praktisch nichts mehr zu erkennen und hier dominiert die von Kardinal Spinelli gewollte Kunststilerneuerung des 18. Jahrhundert der Künstler Pietro Bracci, Paolo Posi, Giaquinto und Stefano Pozzi. Aus dem 17. Jahrhundert stammt der grosse geschnitzte Holzchor des Marc’Antonio Ferraro (1616-17).

Die Darstellung des Kardinals Oliviero Carafa in der Crypta

Die Cappella del Succorpo – die Crypta der Kathedrale

Unter dem Hauptaltar führen zwei Rampen in die sogenannte Cappella del Succorpo, in dem die Reliquien der San Gennaro verehrt werden. Dieser Bereich wurde unter Kardinal Oliviero Carafa nach der Rückkehr der Reliquien des San Gennaro nach Neapel aus Mercogliano im Jahr 1497 finanziert und im ersten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts durch den lombardischen Architekten der reifen Renaissance Tommaso Malvito eingerichtet, vielleicht nach einem Projekt des Bramante, um dieses besondere Ereignis zu würdigen. Die Qualität der Einrichtung mit der Skulptur des Oliviero Carafa, den Wänden, der Decke und dem Fussboden wurde durch heute leider unbekannte aber hochqualifizierten Künstlern umgesetzt worden sein und macht die Cappella del Succorpo wohl zum Musterbeispiel der Bildhauerkunst in Neapel zum Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts.

Der Jessebaum, gothisches Werk von Lello da Orvieto

Die linke Seite des Querhauses und die Cappella degli Illustrissimi

Auf der linken Seite des Querhauses der Kirche ist die Kappelle Sant’Atanasio mit einem Altar von Cosimo Fanzago und Marmormonumenten des Lorenzo Vaccaro zu sehen. Erst im 20. Jahrhundert wurden hier auch frühchristliche Sarkophage und die Reste des Fussbodens aus der späten Renaissance wiedergefunden. Neben ihr ist die besondere Cappella degli Illustrissimi, die noch unter dem französischen Bischof Umbert d’Ormond eingerichtet wurde und den von Lello da Orvieto um 1315 gemalten Jessebaum beinhaltet. Die horizontalen Marmorbalken wurden dabei in der Mitte des 14. Jahrhunderts von einem Künstler mit starken Avignon-Einfluss dekoriert. Rechts und gegenüber von der Cappella degli illustrissimi sind die Grabmähler des Papstes Innocenz IV. von Giovan Tomaso Malvito aus dem 16. Jahrhundert (Restauration eines Grabes der 14. Jahrhunderts) und des Papstes Innocenz XII. von Domenico Guidi aus dem Jahr 1696. Zwischen den beiden Kappellen ist ein gut gelungenes Jugendwerk des Francesco Solimena in Form eines des Heiligen Georgs zu sehen.

Detail des antiken Basalttopfes des Taufbeckens

Das linke Kirchenschiff

Das linke Kirchenschiff ist wegen seinem Zugang der Basilika der Santa Restituta bekannt, die wegen der historischen Wichtigkeit nochmal separat behandelt wird. Vom Altar aus kommend treffen wir zuerst auf die Seripando Kappelle mit zwei Bildern von Balducci von 1599 (ein San Gennaro und Sant’Agnello) und die Brancaccio Kappelle von Architekt Giovanni Antonio Dosio mit den zwei Skulpturen vom Heiligen Petrus und Paulus von Pietro Bernini und Girolamo d’Auria und dem lokal recht bekannten Bild der Taufe Christi des Francesco Curia. Die neben dem Eingang zur Santa Restituta Kappelle gelegenen Grabmähler des Kardinals Alfonso Gesualdo sind von Michelangelo Naccherino und Montani, während die Grabmähler vom Giambattista Filomarino und Kardinal Alfonso Carafa von Finelli und Mencaglia aus den Jahren 1643-1647 stammen. In der vorletzten Kappelle dieses Kirchenschiffs steht eine Skulptur der Grablegung Christi von einem spanischen Bildhauer (Ordonez oder de Siloe) und ein Bild mit einem Heiligen Thomas des senesischen Künstlers Marco Pino aus dem Jahr 1573, klassisches Werk im Stil der katholischen Reform nach dem Konzil von Trient.

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