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Der Männerbereich der Forumsthermen von Herkulaneum

Die zentralen oder Forumsthermen von Herkulaneum

Die Forumsthermen von Herkulaneum haben ihren Namen wegen ihrer unmittelbaren Nähe zum Forum. Es ist nicht genau erwiesen wann diese gegründet wurden, es wird aber eingeschätzt das sie zum Anfang des 1. Jahrhunderts n. Chr mit Beihilfe von öffentllichen Geldern errichet wurde und vorher existierende Bauten ihr weichen mussten. Die Thermen wurden von dem Erdbeben 62 n. Chr beschädigt und bei der Erneuerung vor dem Vesuvausbruch mit neuen Fresken bedacht.

Der Männerbereich

Der Männerbereich der Forumsthermen von Herkulaneum kann über den Cardo III besichtigt werden. Ein enger Flur führt auf die Palestra (Sportplatz), der auf Ziegelsäulen und Pfeiler in Opera Mista basiert, die beide mit schwarz-weissem Stuck besetzt wurden. Die beiden Flurwände waren urpsrünglich im vierten Stil dekoriert. Vom Sportplatz führen zwei Türen jeweils in eine Latrine und in den Umkleideraum (Apodyterium). In der mit einem Fussboden in Opus Spicatum versehenen Latrine ist noch der Abflusskanal zu erkennen, aus dem das Wasser des Frigidariums (Kaltwasserbecken) ablief. Neben der Latrine befindet sich ein weiteres kleines Zimmer mit einem Fenster, in dem sich vielleicht der Wächter aufhalten konnte.

Der Umkleideraum der Männerthermen

Der Umkleideraum (Apodyterium) vom Männerbereich der Forumsthermen von Herkulaneum wurde durch ein rechteckiges Fenster von der südlichen Seite aus beleuchtet und ist sechs Meter breit und 12 Meter lang. Die Decke besteht aus einem Tonnengewölbe und der Fussboden ist mit verschiedenen Marmorsorten (Ardesia-, weisser und Cipollinomarmor) besetzt. Der Marmor der Wände wurden von den borbonischen Ausgrabungen entnommen, heute sind noch die rot-weissen Freskendekorationen erkennbar. Am Ende des Umkleideraums befindet ein weiterer Raum mit einem Labrum und den Resten eines Beckens, das ursprünglich mit Marmor verkleidet war und wohl zur Purifizierung des Körpers diente. In diesem Raum wurden 1932 vier Skelette mit goldenem Schmuck entdeckt, von denen einer auf der linken Seite des Körpers verkohlt aufgefunden wurde.

Der Fussboden des Umkleideraums mischt verschiedene Marmorsorten und in der Decke sind die Kannellierungen durch die Ausmassen des Raumes besonder gut sichtbar
Das Frigidarium

Auf der linken Seite des Umkleideraums führt eine Tür ins rechteckige Kaltwasserbecken (Frigidarium), dessen Wände bei der Renovierung vor dem Ausbruch mit roten Fresken mit Kerzenständern, Vasen und Szenen von Sportveranstaltungen versehen wurde und durch eine Öffnung in der Kuppeldecke beleuchtet werden konnten. Die Kuppeldecke des Frigidariums wurde elegant in Grau und Hellblau mit Meerestieren dekoriert. Einige Stufen führen in das Frischwasserbecken, das nur ein Meter tief war und einen Umfang von 4 Metern hatte. Dieses war grün und blau dekoriert und die Öffnungen für die Wasserzufuhr und den Abfluss innerhalb des Beckens sind heute noch gut erkennbar.

Das Farbintensive Frigidarium war elegant aber spielerisch eingerichtet
Das Tepidarium

Das Tepidarium (der lauwarme Bereich der Thermen) vom Männerbereich der Forumsthermen von Herkulaneum hat ebenfalls die grosszügigen Ausmassen von 12×6 Metern des Umkleideraums und wurde durch eine Fensteröffnung erhellt. Die Sitze und Ablageflächen für die Kleidung sind noch sichtbar, während die schönsten erhaltenen dekorativen Elemente mit rotem Stuck und einer Linie mit Palmen und verschiedenen Blättern am unteren Gewölbe zu erkennen sind. Auf dem in das Hypokaustum (Fussbodenheizung) eingebrochenen Fussboden ist ein von vier Delfinen umgebener Triton zu erkennen, der in seinen Händen eine Schiffssteuer und einen Fruchtkorb hält.

Das Triton Mosaik des Tepidariums, teilweise wegen der Gewichts der vesuvianischen Materialien eingebrochen
Das Calidarium

Der Fussboden am Zugang des Calidariums (die römische Dampfsauna) wurde durch die Darstellung eines Rings mit zwei Strigila (Schabeisen) und einem Aryballos (Vase für Salben) verschönert. Die Decke ist leider grösstenteils eingebrochen, der weite Fensterbereich konnte sich hingegem gut erhalten. Im südlichen Teil ist eine Art Absis zu sehen, in der Stuckdekorationen und ein Podium für das Labrum (von den borbonischen Ausgrabungen entnommen) erkennbar sind. Auf der nördlichen Seite wurde das grosse Becken für warme Bäder aus weissem Marmor mit Stufen eingesetzt. Die mit gelben und roten Fresken dekorierten Wände waren ebenfalls am unterem Rand mit weissem Marmor besetzt, der bei den borbonischen Ausgrabungen entfernt wurde. Der schwarz-weisse Mosaikfussboden drückt eine einfache und klassische Eleganz aus. Die weisse Platte aus Luni-Marmor an der östlichen Wand wurde möglicherweise von den pyroklastischen Strömen des Vesuvs vom Forum entrissen und daraufhin fälschlicherweise hier angebracht.

Das Podest des Calidariums der Thermen von Herkulaneum, bei dem ein Wasserbecken (Labrum) durch ein kleines Fenster beleuchtet wurde.
Der Ofen und der Brunnen

Ein Flur führt vom Umkleideraum in den Funktionsbereich mit dem Ofen und einem Brunnen, der eventuell bei Ausfällen des Aquädukts verwendet wurde. Der Brunnen aus Opus Incertum ist zwei Meter breit und 13 Meter tief. Das Wasser konnte entweder manuell oder über einen Mechanismus mit Bronzekissen und eine Antilia (Luftpumpe) über Eimer entnommen werden. Der Ofen heizte insgesamt drei Heizkessel und wurde leider ohne jegliche Instrumente gefunden, die wohl ebenfalls von den Borbonen entnommen wurden. Die Öffnungen sind aus Tufstein und konnten durch die bei den Ausgrabungen gut erhaltenen Turflügel aus Eisen geschlossen werden. Dieser Raum war interessanterweise ebenfalls dekoriert und es sind noch gelbschwarze Linien erkennbar, die rechteckige Freskenbereiche eingegrenzt hatten.

Fragen Sie bei mir eine individuelle Führung mit Informationen zu den Besonderheiten des antiken Herkulaneums an und kontaktieren Sie mich an meine Mail info@napolitrip.com. Allgemeine Informationen zu den Tickets und den Ausgrabungen von Herkulaneum finden sie hier.

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Das Haus des Neptun und Amphitrite in Herkulaneum




Das Haus des Neptun und Amphitrite ist im Vergleich zu den meisten Häusern der pompejanischen und herkulanensischen Oberschicht mit 200 Quadratmetern eher klein, in architektonischer Hinsicht aber sehr raffiniert geplant um die Räumlichkeiten zu optimieren und Lichtspiele einzusetzen. Die eher schattige Position des Hauses und das Fehlen eines Gartens wurde durch Lichtquellen über dem zentralen Atrium und das Sommertriklinium elegant gelöst. Das Sommertriklinium beeindruckt durch die damals sehr teuren Mosaike aus Glaspaste mit Jagdszenen und dem zentralen Mosaik des Neptun und Amphitrite, heute eines der Wahrzeichen der Ausgrabungen von Herkulaneum. Ausserdem war das Haus mit raffinierten Fresken, Marmorplatten und Einrichtungsgegenständen geschmückt, die teilweise im Archäologischen Museum von Neapel ausgestellt werden.

Die Freskendekoration des Sommertrikliniums
Die obere Etage und der Eingangsflur

Das obere Stockwerk wurde durch eine Treppe eines Cubiculums erreicht und ist durch den Bruch der Mauer von der Strasse aus zu betrachten. Man kann hier noch einen erhaltenen Marmortisch, Reste eines Bronzebetts, Wanddekorationen im vierten Stil und eine Kochstelle erkennen. Im Eingangsbereich (Fauces) sind noch seltene Freskenreste im zweiten Stil und ein Fussboden in Opera Caementizia mit einigen Wasserleitungen aus Blei zu erkennen. Die Tür führt in eine von zwei Fenstern beleuchtete Küche mit einer Kochstelle und einer Latrine.

Das Geschäft

Das Geschäft an der Strasse, mit dem Haus durch einen engen Flur verbunden und daher wohl vom Besitzer des Hauses verwaltet, war eine Cauponae und damit auf Wein in Verbindung mit kleinen Snacks spezialisiert. Das Geschäft ist eines der am besten erhaltenen des vesuvianischen Ausgrabungen und konserviert noch die Holzbrüstung, die Holzlagerschränke für Amphoren, verschiedene Gebrauchsgegenstände und die Steintheke mit den Doli (Behältern), in denen noch Reste von Kichererbsen und Saubohnen entdeckt wurden.

Das Geschäft mit den erhaltenen organischen Resten und der oberen Etage
Das Atrium und Tablinum

Das Atrium des Hauses des Neptun und Amphitrite konserviert nur noch wenige Freskenreste. Das Impluvium besteht aus Marmor und im Lararium reinkommend auf der linken Seite war ursprünglich mit bemalten Marmorplatten dekoriert, auf dem noch die Unterschrift des Künstlers Alexandros aus Athen zu sehen ist (heute im Archäologischen Museum von Neapel aufbewahrt). Alexandros aus Athen ist derselbe Künstler des Werks der Astragaloispieler (ebenfalls im Museum von Neapel) und es ist möglich, das auch dieses Werk ursprünglich vom Haus des Neptun und der Amphitrite stammte. Die beiden Platten des Alexandros aus Athen waren ursprünglich bunt dekoriert und wurden von der Hitze des vesuvianischen Ausbruchs beschädigt. Die beiden im archäologischen Museum von Neapel ausgestellten Bilder zeige Phoebe im Versuch Leto und Niobes zu versöhnen und Ileiria und Aglaia, wie sie mit Astragaloi spielen. Gegenüber ist noch eine weisse Marmorplatte auf dem Fussboden zu sehen, auf der eine Arca (Schatztruhe) eingesetzt war. Um das Atrium sind noch einige Räumlichkeiten zu erkennen, in denen Reste der Dekoration im vierten Stil mit Naturelementen, Tieren und weiblichen Figuren zu erkennen sind. Die Zimmer hinten dem Geschäft wurden teilweise als Lagerräume verwendet, unter anderen sind in einem noch die Reste einer Säule erhalten geblieben.

Eine detaillierte Nachbildung des Bildes der Astragolaispieler, heute in Neapel aufbewahrt
Das Tablinum

Über das Atrium ist auch das Tablinum erreichbar, das im vierten Stil mit roten und gelben Flächen mit mythologischen dekoriert war. Unter ihnen ist noch eine Szene mit zwei Frauen zu erkennen, bei der eine hellblaue Kleidern und eine Amphore auf dem Knie trägt. Der Fussboden besteht aus einem eleganten weissen Mosaik mit schwarzen Linien. Ein weites Fenster schafft eine Verbindung mit dem eleganten Sommertriklinium. Ein parallel laufender enger Flur führt ins Sommertriklinium und wurde mit einem Adler, einer Ziege und einem Pferd dekoriert.

Das Sommertriklinium
Das Sommertriklinium

Das Triklinium ist der grösste Raum des Hauses und wurde sowohl als Lichtquelle als auch als eleganter Garten gedacht. Im Zentrum ist ein Becken aus Marmor zu erkennen während auf der linken Seite ein Nymphäum mit drei Nischen eingerichtet wurde. Die zentrale Nische des Nymphäums besteht aus einer halbkreisigen Form, wahrscheinlich beinhaltete sie eine Statue, die beiden seitlichen Nischen haben einen eckigen Grund mit einer Cipollinomarmor Säule, auf denen ursprünglich Leuchter aufgestellt wurden. Das Nymhäum wurde mit teuren Mosaiken aus Glaspaste und Muscheln dekoriert und zeigt floreale Motive als auch Jagdszenen, die einen Bezug auf den legendären Stadtgründer Herkules (Hunde und Rehe) haben. Auf dem Nymphäum wurde ein Trichter eingesetzt, der den Brunnen mit Wasser versorgen sollte und mit Theatermasken dekoriert wurde. Das restliche Ambiente wurde mit Fresken besetzt, die einen Garten mit Pflanzen, Vögeln, Tieren, Reben, Bechern und Becken darstellen. Die zentrale Wand zeigt eines der berühmtesten Mosaike aus Glaspaste, das in Herkulaneum entdeckt wurde und dem Haus seinen Namen gibt: das Mosaik des Neptuns mit Amphitrite. Nach Maiuris Einschätzung war auf der Säule mit Efeublättern wie auf den Wandmalereien gezeigt wohl ebenfalls ein Becken aufgesetzt. Die elegante Wand wurde wahrscheinlich in den Jahren vor dem Ausbruch erneuert um ein eleganteres Ambiente zu schaffen. Auf dem Boden sind noch die Zeichen der drei eingesetzten Betten zu erkennen, während der kleine Bereich neben dem Nymphäum wohl von Musikanten verwendet wurde, die die Gäste während des Gastmahls die Gäste bespielen sollten. Der Fussboden wurde durch die heisse Masse des Vesuvausbruchs teilweise deformiert.

Das Nymphäum des Hauses des Neptun und Amphitrite

Fragen Sie bei mir eine individuelle Führung mit Informationen zu den Besonderheiten des antiken Herkulaneums an und kontaktieren Sie mich an meine Mail info@napolitrip.com. Allgemeine Informationen zu den Tickets und den Ausgrabungen von Herkulaneum finden sie hier.

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Die Casa dei Cervi in Herkulaneum

Die Casa dei Cervi von Herkulaneum wurde wahrscheinlich innerhalb der Zeit des Claudius errichtet und gehörte wohl Q. Granius Verus, ehemaliger Duovir und Decurio der Stadt bis 61 n. Chr. Der Hinweis stammt von einem intakten verkohlten Brot mit dem Aufdruck “Celer, Sklave des Q. Granius Verus“ in Verbindung mit der auf dem Decumanus Maximus gefundenen Liste der Augustalen, auf dem jener Celer aufgeführt wurde. In der Casa dei Cervi von Herkulaneum wurde bereits in der borbonischen Zeit gegraben und bei viele Fresken in den Königspalast von Portici gebracht (heute im Archäologischen Museum von Neapel). Freigelegt wurde die Casa dei Cervi schliesslich unter der Direktion des Amedeo Maiuri zum Anfang des 20. Jahrhunderts.

Der Eingangsbereich

Der Eingang zur Casa dei Cervi liegt auf dem Cardo V direkt am Zugang zum Hafen und misst eine beeindruckende Fläche von ca. 1090 Quadratmetern. Der kleine Eingangsflur führt in ein mit architektonischen Elementen im vierten Stil dekorierten Atrium, das in diesem Fall kein Impluvium hat und als Zugang zu den anderen Räumen seine Funktion als zentralen Lebensraum verliert. Das Atrium fungiert also als Zugangsraum zum Triklinium, zwei Cubiculae sowie den oberen Bereich durch eine Treppe am Eingangssflur des Hauses.

Das Mosaik im Eingangsbereich der Casa dei Cervi

Das Triklinium

Das Triklinium ist mit schwarzen Flächen mit roten Rahmen und einem Fries mit architektonischen Elementen dekoriert, während der Fussboden in Opus Sectile mit buntem Marmor mit einer Vielzahl von geometrischen Figuren als einer der elegantesten der gesamten vesuvianischen Ausgrabungen gilt. Laut Maiuri erscheint der Fussboden wegen der Verwendung einer Vielzahl von Motiven und Marmorsorten nicht als wirklicher geometrischer Stil. Neben dem Triklinium befinden sich weitere aus den Cryptoportikus gerichtete Zimmer mit ähnlich eleganten Fussböden, die mit der Darstellung von Säulen und Architekturformen dekoriert sind. Neben und hinter dem Triklinium befindet sich ein elegantes Cubiculum, ein Oecus mit ähnlich reichen Fussböden in Opus Sectile als auc, Lagerräume, eine Latrine und die Küche des Hauses.

Eines der im Haus gebliebenen Fresken des Stilllebens

Der Cryptoportikus und der Garten

Der Cryptoportikus ist der Dreh und Angelpunkt der Casa dei Cervi und wurde besonders aufwendig und kostspielig eingerichtet. Der Fussboden besteht aus schwarzen und weissen kleinen Mosaiken und an den Gängen hingen ursprünglich 60 Fresken mit Szenen von Putten, Stillleben und architektonischen Elementen. Die meisten von ihnen sind wegen ihrer Schönheit heute im Archäologischen Museum von Neapel ausgestellt. Einige Fenster öffnen sich auf den Garten des Hauses um den Cryptoportikus zu beleuchten. Laut Maiuri könnte der Cryptoportikus die ehemalige Struktur eines Peristils mit der Verwendung von geschlossenen Fluren statt eines offenen Säulengangs übernehmen, Im Garten wurden runde Tische und verschiedene Skuplturen entdeckt, unter anderem die ausgestellten Kopien des betrunkenen Herkules, dem Satyr mit einem Weinsack und den von Hunden angegriffenen Rehen. Über dem zentralen Zugang vom Garten zum Cryptoportikus ist ein Portal mit Glasmosaiken und Muscheln zu sehen, die einen Oceanus, Putten und Meerestiere abbilden. Laut Maiuri müsste die Einrichtung des Oecus bzw. panoramischen Sommertrikliniums vor den bourbonischen Ausgrabungen ursprünglich aufwendiger gewesen sein als wir sie heute sehen.

Eine Kopie des Herkules im Garten der Casa dei Cervi

Das Tablinum

Der Garten führt in das Tablinum des Hauses, das leider fast komplett die Wanddekorationen verloren hat. Das Tablinum befindet sich direkt über der Stadtmauer Herkulaneums unter einem Pavillon auf in weiss und rot dekorierten Pfeilern und bot ein Panorama über den Golf von Neapel. Neben dem Tablinum befanden sich zwei rechteckige Gärten und zwei elegante Diaetae (eines mit einem Fussboden in opus sectile), von denen ein Fenster auf das Meer und eines in den Garten gerichtet war. Laut Jashemski waren die Marmorstatuen des kleinen Eros, die heute an die Skulptur des Nonius Balbus am Hafen angebracht wurden, wohl ursprünglich Teil der Dekoration einer dieser beiden Gärten und vom Vesuvausbruch in den Hafen geworfen worden. Der letzte Teil der Terrasse war unbedeckt und wurde als Solarium verwendet um mit einer frischen Meeresluft spazieren zu können.

Das panoramisch an der Stadtmauer gelegene Tablinum von Herkulaneum

Weitere Besonderheiten

Neben einigen Alltagsgegenständen wie dem angesprochenen verkohlten Brot, Lampen, Glassbehältern, kleinen Skulpturen, Gewichten, Parfumflakons, Rufglöckchen, eine Halskette oder Würfeln wurde hier interessanterweise eine Badewanne aus Bronze gefunden, die als selten gilt da die römische Kultur normalerweise Öffentliche Bäder bevorzugte. Laut Pagano und Prisciandaro stammt ein wunderschönes Basrelief einer dionysischen Prozession mit drei Figuren ebenfalls aus der Casa dei Cervi.

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Die Casa dello Scheletro von Herkulaneum

Die Casa delle Scheletro von Herkulaneum (Haus des Skeletts) trägt ihren Namen wegen des Fundes des ersten Skeletts innerhalb der Ruinen des antiken Stadt während der bourbonischen Ausgrabungen unter Carlo Bonucci im Jahr 1831, in der es bis zur Ausgrabungen am Hafen in den 1980er Jahren kaum Leichen entdeckt wurden. Die komplette Freilegung der Casa dello Scheletro von Herkulaneum wurde schliesslich durch Amedeo Maiuri im Jahr 1927 durchgeführt.

Die Fresken im dritten Stil hinter dem Lararium

Die Struktur und das Atrium

Die unweit vom Meer gelegene Domus entlang des Cardo III hat eine Fläche von 410 Qm und besteht aus einer Zusammensetzung von zwei oder wahrscheinlich drei kleineren vorherigen Häusern. Die Casa delle Scheletro von Herkukaneum bestand ursprünglich aus zwei Etagen, von der nur die untere erhalten blieb. Teile der oberen Etage sind noch vom Atrium aus zu erkennen. Das über ein mit schwarz-weissen Mosaiken dekorierten Eingangsflur zu erreichende Atrium wurde bei den Ausgrabungen von 1831 leider seinem Marmorfussboden und Impluvium entnommen und erscheint heute eher karg.

Die Mosaike im Eingangsbereich wollen antike Besucher der Stadt in das Atrium rufen

Das Nympheum

Vom Atrium aus sind weitere Räumlichkeiten, unter anderem ein kleines Tablinum, ein Triclinium und ein Nympheum zu erreichen. Das Nympheum besteht aus zwei rechteckigen Becken und einer Pseudogrotte mit einem fiktivem opus quaratum aus rotem Kalkstein und blauen Mosaiksteinchen sowie einem Fries mit ursprünglich sieben Moaikabbildungen. Drei dieser Bilder sind noch original, während die zentralen Mosaike im Archäologischen Museum von Neapel ausgestellt sind. Auf den erhaltenen Mosaiken ist die Opfergabe eines Widders und ein Opferspender zu sehen, die dem Weingott Bacchus geliefert wurden (auf der Kopie zu erkennen).

An den Seiten sind noch die Dekorationen und Mosaike erhalten, die auf ein Nympheum hinweisen

Das Oecus mit dem offenen Lararium

Ein vom Atrium ausgehender Flur führt in ein Oecus mit einer Dekoration im dritten Stil mit rot- und orangefarbenen Rahmen mit architektonischen Elementen und einem Fussboden in Opus Sectile. Der Raum hat eine kleine Absis und ein grosses Fenster auf das Tablinum des Hauses. Eine weite Öffnung blickt in den kleinen Hof mit einem Mosaiklararium mit einer Marmortafel unter einem erhaltenen antiken Eisengitter.

Das mit Glasmosaiken und Muscheln besetzte Laraium ist ein Highlight der Ausgrabungen von Herkukaneum

Der Wohnbereich

Ein weiterer Flur rechts vom Atrium führt in Dienstzimmer und zwei im dritten Stil dekorierten Schlafräumen mit einem teils erhöhtem Fussboden und einem gut erkennbaren Schlafbereich. Hier ist noch die Unterschrift des Leiters der bourbonischen Ausgrabungen aus dem 19. Jahrhundert an der Wand zu lesen.

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Die Casa del Tramezzo di Legno von Herkulaneum

Die Struktur der Casa del Tramezzo di Legno von Herkulaneum (Haus der Holzwand) wurde wahrscheinlich zum Anfang des 1. Jahrhunderts vor Christus errichtet und erhielt bis zum Ausbruch des Vesuvs noch erheblichen Veränderungen. In der letzten Phase der Casa del Tramezzo di Legno von Herkulaneum wurden noch zwei weitere Wohnungen hinzugefügt, bei der die Bewohner wahrscheinlich zu einer Art Wohngemeinschaft mit gemeinsamen Dienstleistungen zusammengewachsen sind. In der oberen Etage wurden zwei weitere Wohnungen hinzugefügt und einige ehemalige Seitenzimmer an der Nebenstrasse in Geschäfte umgewandelt.

Das Bodenmosaik des wahrscheinlichen Schlafzimmer des Pater Familias

Die Fassade und der Eingangsbereich

Die Casa del Tramezzo di Legno von Herkulaneum hat eine für ein Patrizierhaus typische Fassade mit Sitzbänken für die Kunden am Eingangsbereich mit Fenstern in verschiedenen Grössen durch die Umwandlungen im Laufe der Zeit. An den Wänden des Eingangsflurs sind noch Stuckreste zu erkennen, auf denen ursprünglich mittlerweile verbleichte Freskendekorationen angebracht waren. Das Seitenzimmer im Eingangsflur war die Cella Hostiaria für den für die Sicherheit zuständigen Haussklaven.

Das Atrium mit Blick auf die Trennwand aus Holz

Das Atrium

Das grosse tuskanische Atrium (ohne Säulen) bietet Zugang zu den auf drei Seiten liegenden Zimmern, während die Nordseite komplett geschlossen wurde um sie in Geschäfte umzuwandeln. Der Fussboden wurde aus Opus Signinum (Ein römischer Estrichmörtel) gefertigt, in dem weisse Marmorteilchen und ein Marmorimpluvium (eine Neuerung aus augusterischer Zeit, das teilweise eingebrochen ist) mit einem zentralen Springbrunnen in der Mitte des Atriums eingesetzt wurden. Die Wasserspeier aus Terracotta im Compluvium des Daches sind original und wurden bei der Neuerrichtung des Daches wieder angebracht. Ausserdem konnte sich der prächtige mit Löwenköpfen versetzte Marmortisch (Cartibulum) vor dem Impluvium erhalten. Dieser Marmortisch wird auch gerne als Mensa Vasaria bezeichnet, was darauf hindeutet das auf ihm oft schöne Vasen gestanden haben.

Die Marmorplatte des Impluviums im Atrium ist durchgebrochen und zeigt die vorherige Dekoration

Die Schlafräume und das verkohlte Bett

Auf der rechten Seite neben dem Eingangsflur ist ein Schlafraum mit einem eleganten schwarz-weissen Mosaikfussboden mit geometrischen Mustern und einer teilweise aus einem Gewölbe bestehender Decke. An den Wänden wurden blaue und grüne Fresken auf weissem Hintergrund wurden über einer breiten roten Linie angebracht. Unter dem Gewölbe befand sich der Schlafbereich (Alcova), der in der Regel mit einem Tuch abgedeckt wurde. Auf der linken Seite des Atriums sind zwei weitere Schlafräume mit raffinierten Fresken sowie eine erhaltenen Bettstruktur ausgestellt. Das Bett der Casa del Tramezzo di Legno von Herkulaneum ist eines von insgesamt 12 in Herkulaneum ausgegrabenen Bettstrukturen.

Die einzige ausgestellte verkohlte Bettstruktur innerhalb des Ausgrabungen

Die verkohlte Holzwand und das Tablinum

Hinter dem Atrium befindet sich das Tablinum, das durch die verkohlte Holzwand vom Atrium getrennt wurde. Die Holzwand bestand aus ursprünglich drei etwa menschenhohen Klapptüren aus Holz, die bei dem Ausbruch verkohlt wurden und zwei von ihnen sich, weltweit einzigartig, erhalten konnten. Die zentrale und grösste Klapptür wurde wahrscheinlich leider bei den ersten Ausgrabungen der Bourbonen zerstört. Die Holzwand könnte ästhetisch an die Kulisse einer antiken Theaterbühne erinnern wollen (mit einem breiten zentralen und zwei kleineren Nebeneingangen). Die aus Bronze gefertigten Dekorationen an den Türen hatten ursprünglich die Form eines Schiffsbugs mit der Funktion an ihnen Lampen aufhängen zu können. Das Tablinum konserviert Fresken im dritten Stil mit in schwarzen Rahmen eingefassten Bildern und einem roten Boden, während auf dem Fussboden hinter dem dekorierten Eingangsbereich ein weisses Mosaik angebracht wurde.

Die erhaltene Trennwand aus Holz mit den erhaltenen Türen und Bronzedekorationen

Das Wintertriklinium

Neben dem Tablinum befindet sich ein Oecus oder Wintertriklinium mit Fresken im vierten Stil, die im zentralen Bereich in schwarz auf rot, im unteren Bereich schwarz und im oberen Bereich in rot mit architektonischen Motiven verziert wurde. Der Fussboden besteht aus einem grauen Mosaik mit weissen Marmorteilchen. Die Lichtverhältnisse wurden durch die hinzugefügte obere Etage und der damit verbundenen Verkleinerung der Fenster beeinträchtigt.

Eine 1757 von Gaultier gefertigte Malerei der Dekoration eines Schlafraumes

Das Peristil und die obere Etage

Das Peristil der Casa del Tramezzo di Legno von Herkulaneum besteht aus einem Säulengang auf drei Seiten mit einem zentralen Garten. Unter dem Portikus wurden verschiedene Fresken gefunden, unter anderem eines mit der Darstellung eines von Gänsen, einem Reiher, einer Schlange und einem Rinderkopf umgebenen Brunnens. Entlang des Peristils waren die Zimmer der Familie angebracht. Der obere Bereich des Hauses konnte von einer Treppe entlang des III. Cardos erreicht werden. Auf dieser nördlichen Seite wurden verschiedene Geschäfte aus den letzten Jahren Herkulaneums eröffnet und in einem von ihnen wurde eine Maschine zur Verarbeitung von Stoffen oder Wolle konserviert. Von diesem Geschäft führt eine Treppe in die obere Etage in den Bereich über dem Eingangsflur der Casa del Tramezzo di Legno (nicht zugänglich).

Die Struktur der Casa del Tramezzo di Legno von Herkulaneum
Die elegante Statue des Gottes Attis aus der Casa del Tramezzo di Legno, heute in Gewahrsam

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