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Das Haus des Neptun und Amphitrite in Herkulaneum




Das Haus des Neptun und Amphitrite ist im Vergleich zu den meisten Häusern der pompejanischen und herkulanensischen Oberschicht mit 200 Quadratmetern eher klein, in architektonischer Hinsicht aber sehr raffiniert geplant um die Räumlichkeiten zu optimieren und Lichtspiele einzusetzen. Die eher schattige Position des Hauses und das Fehlen eines Gartens wurde durch Lichtquellen über dem zentralen Atrium und das Sommertriklinium elegant gelöst. Das Sommertriklinium beeindruckt durch die damals sehr teuren Mosaike aus Glaspaste mit Jagdszenen und dem zentralen Mosaik des Neptun und Amphitrite, heute eines der Wahrzeichen der Ausgrabungen von Herkulaneum. Ausserdem war das Haus mit raffinierten Fresken, Marmorplatten und Einrichtungsgegenständen geschmückt, die teilweise im Archäologischen Museum von Neapel ausgestellt werden.

Die Freskendekoration des Sommertrikliniums
Die obere Etage und der Eingangsflur

Das obere Stockwerk wurde durch eine Treppe eines Cubiculums erreicht und ist durch den Bruch der Mauer von der Strasse aus zu betrachten. Man kann hier noch einen erhaltenen Marmortisch, Reste eines Bronzebetts, Wanddekorationen im vierten Stil und eine Kochstelle erkennen. Im Eingangsbereich (Fauces) sind noch seltene Freskenreste im zweiten Stil und ein Fussboden in Opera Caementizia mit einigen Wasserleitungen aus Blei zu erkennen. Die Tür führt in eine von zwei Fenstern beleuchtete Küche mit einer Kochstelle und einer Latrine.

Das Geschäft

Das Geschäft an der Strasse, mit dem Haus durch einen engen Flur verbunden und daher wohl vom Besitzer des Hauses verwaltet, war eine Cauponae und damit auf Wein in Verbindung mit kleinen Snacks spezialisiert. Das Geschäft ist eines der am besten erhaltenen des vesuvianischen Ausgrabungen und konserviert noch die Holzbrüstung, die Holzlagerschränke für Amphoren, verschiedene Gebrauchsgegenstände und die Steintheke mit den Doli (Behältern), in denen noch Reste von Kichererbsen und Saubohnen entdeckt wurden.

Das Geschäft mit den erhaltenen organischen Resten und der oberen Etage
Das Atrium und Tablinum

Das Atrium des Hauses des Neptun und Amphitrite konserviert nur noch wenige Freskenreste. Das Impluvium besteht aus Marmor und im Lararium reinkommend auf der linken Seite war ursprünglich mit bemalten Marmorplatten dekoriert, auf dem noch die Unterschrift des Künstlers Alexandros aus Athen zu sehen ist (heute im Archäologischen Museum von Neapel aufbewahrt). Alexandros aus Athen ist derselbe Künstler des Werks der Astragaloispieler (ebenfalls im Museum von Neapel) und es ist möglich, das auch dieses Werk ursprünglich vom Haus des Neptun und der Amphitrite stammte. Die beiden Platten des Alexandros aus Athen waren ursprünglich bunt dekoriert und wurden von der Hitze des vesuvianischen Ausbruchs beschädigt. Die beiden im archäologischen Museum von Neapel ausgestellten Bilder zeige Phoebe im Versuch Leto und Niobes zu versöhnen und Ileiria und Aglaia, wie sie mit Astragaloi spielen. Gegenüber ist noch eine weisse Marmorplatte auf dem Fussboden zu sehen, auf der eine Arca (Schatztruhe) eingesetzt war. Um das Atrium sind noch einige Räumlichkeiten zu erkennen, in denen Reste der Dekoration im vierten Stil mit Naturelementen, Tieren und weiblichen Figuren zu erkennen sind. Die Zimmer hinten dem Geschäft wurden teilweise als Lagerräume verwendet, unter anderen sind in einem noch die Reste einer Säule erhalten geblieben.

Eine detaillierte Nachbildung des Bildes der Astragolaispieler, heute in Neapel aufbewahrt
Das Tablinum

Über das Atrium ist auch das Tablinum erreichbar, das im vierten Stil mit roten und gelben Flächen mit mythologischen dekoriert war. Unter ihnen ist noch eine Szene mit zwei Frauen zu erkennen, bei der eine hellblaue Kleidern und eine Amphore auf dem Knie trägt. Der Fussboden besteht aus einem eleganten weissen Mosaik mit schwarzen Linien. Ein weites Fenster schafft eine Verbindung mit dem eleganten Sommertriklinium. Ein parallel laufender enger Flur führt ins Sommertriklinium und wurde mit einem Adler, einer Ziege und einem Pferd dekoriert.

Das Sommertriklinium
Das Sommertriklinium

Das Triklinium ist der grösste Raum des Hauses und wurde sowohl als Lichtquelle als auch als eleganter Garten gedacht. Im Zentrum ist ein Becken aus Marmor zu erkennen während auf der linken Seite ein Nymphäum mit drei Nischen eingerichtet wurde. Die zentrale Nische des Nymphäums besteht aus einer halbkreisigen Form, wahrscheinlich beinhaltete sie eine Statue, die beiden seitlichen Nischen haben einen eckigen Grund mit einer Cipollinomarmor Säule, auf denen ursprünglich Leuchter aufgestellt wurden. Das Nymhäum wurde mit teuren Mosaiken aus Glaspaste und Muscheln dekoriert und zeigt floreale Motive als auch Jagdszenen, die einen Bezug auf den legendären Stadtgründer Herkules (Hunde und Rehe) haben. Auf dem Nymphäum wurde ein Trichter eingesetzt, der den Brunnen mit Wasser versorgen sollte und mit Theatermasken dekoriert wurde. Das restliche Ambiente wurde mit Fresken besetzt, die einen Garten mit Pflanzen, Vögeln, Tieren, Reben, Bechern und Becken darstellen. Die zentrale Wand zeigt eines der berühmtesten Mosaike aus Glaspaste, das in Herkulaneum entdeckt wurde und dem Haus seinen Namen gibt: das Mosaik des Neptuns mit Amphitrite. Nach Maiuris Einschätzung war auf der Säule mit Efeublättern wie auf den Wandmalereien gezeigt wohl ebenfalls ein Becken aufgesetzt. Die elegante Wand wurde wahrscheinlich in den Jahren vor dem Ausbruch erneuert um ein eleganteres Ambiente zu schaffen. Auf dem Boden sind noch die Zeichen der drei eingesetzten Betten zu erkennen, während der kleine Bereich neben dem Nymphäum wohl von Musikanten verwendet wurde, die die Gäste während des Gastmahls die Gäste bespielen sollten. Der Fussboden wurde durch die heisse Masse des Vesuvausbruchs teilweise deformiert.

Das Nymphäum des Hauses des Neptun und Amphitrite

Fragen Sie bei mir eine individuelle Führung mit Informationen zu den Besonderheiten des antiken Herkulaneums an und kontaktieren Sie mich an meine Mail info@napolitrip.com. Allgemeine Informationen zu den Tickets und den Ausgrabungen von Herkulaneum finden sie hier.