Neapel und Kampanien in der Literatur

Die Stadt Neapel und die Region Kampanien in der Literatur und aus der Perspektive der verschiedenen Epochen, Augen und Kulturen.

Goethe und die Ruhe in den lauten Strassen Neapels

Zwischen einer so unzählbaren und rastlos bewegten Menge durchzugehen, ist gar merkwürdig und heilsam. Wie alles durcheinander strömt und doch jeder einzelne Weg und Ziel findet. In so großer Gesellschaft und Bewegung fühl’ ich mich erst recht still und einsam; je mehr die Straßen toben, desto ruhiger werd’ ich. Johann Wolfgang von Goethe, Neapel, 1787 Goethe war einer der größten …

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Enzensberger und die Camorra

An dem Tag, da dieses Urteil gesprochen wurde, fragte die italienische Nation noch einmal nach der Camorra, nach ihrem Wesen und Unwesen, nach ihren Geheimnissen und nach Verfahren, die geeignet wären, sie auszurotten. Der Prozeß von Neapel hatte sie nicht zur Strecke gebracht. Aber wären die Reporter der Linkspresse statt Anklagen zu erheben und Mutmaßungen anzustellen, aufs Land gefahren und …

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Hebbel und die englische Uhr in Neapel

“Ein anderer geht in Neapel spazieren. Es geht ein Herr ganz nah an ihm vorbei. Er denkt: Ich bin bestohlen, und untersucht seine Taschen. Börse, Taschentuch ist da, aber die Uhr fehlt. Er dem Herrn nach und packt ihn beim Arm. “Was wollen Sie?” “Die Uhr” “Da!”. Als der Engländer nach Hause kommt, liegt seine Uhr auf dem Tisch, und …

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Roger Peyrefitte im Friedhof Fontanelle

“Als ich das erste Mal die Katakomben von S. Gennaro besuchen wollte, wandte ich mich, an einer Kreuzung plötzlich meines Weges nicht mehr sicher, an einen freundlich blickenden Passanten. Er wies mir eine Richtung, die offensichtlich nicht stimmen konnte. “Sie liegen nicht dort?” fragte ich und zeigte in die andere Richtung. “Ah”, meinte er, “die Katakomben von S. Gennaro! Ich …

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Totò und seine Berufung als Komiker

Erzählen ist nicht meine Sache. Ich bin ein stummer Komiker. Ich ging immer von zehnminütigen Szenen aus, die ich auf der Bühne improvisierte, so dass sie mitunter bis zu drei Viertelstunden dauerten. Man sagt, ich hätte ein trauriges Gesicht. Doch es ist nicht traurig, es ist einfach schief, denn ich hatte mir einmal das Nasenbein gebrochen. Mit diesem traurigen Gesicht …

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