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Neapel und Kampanien in der Literatur

Ferdinand Gregorovius über Freiheit und Dispotismus in Neapel

„Ich stand lange auf der Balestrade oben in San Martino und horchte nach Neapel hinab. Wenn dieses Volk, dachte ich, schon in der alltäglichen Regung seiner Tätigkeit, in der ganz gewöhnlichen Stimmung seiner Lebensempfindungen die Lüfte mit solchem Schall erfüllt, wie erst muss es tosen, wenn es im Schmerz und in der Wut aufschreit, wenn diese hunderttausend Lazzaroni im Strassenkampf lärmen oder nach Beute schreien – wie sie es nach dem 15. Mai 1848 getan haben, da sie scharenweise hinter dem Wagen des Königs Ferdinand herliefen und Plünderungsfreiheit begehrten. Mir ezählten Leute, welche in der Märznacht Berlin aufschreien hörten – es soll gar grausig sich angehört haben, selbst in Berlin, wo es im Verhältnis mehr Geheimräte gibt als Lazzaroni in Neapel.

Doch alles bewegt sich hier fröhlich, friedlich und selbst in der buntesten Unordnung dennoch geordnet. Einzelne wie ganze Klassen, ob sie sich tausendfach durchkreuzen, gehen wie die Ameisen in ihrem Staat in gewohnten Richtungen, auf bekannten Geleisen. Das ungeheure Leben zirkuliert hier wie das Blut; uns scheint dieser Pulsschlag bis zur wahnsinnigen Aufregung fieberhaft, und doch ist er normal und geregelt.

Die Revolution und die moralische Niederlage der jüngsten Jahre ist ganz spurlos an Neapel vorübergegangen. Das Leben hat ihre Erscheinung hinweggeflutet, und kaum wüsste man von ihr, wenn man nicht von Wohlmeinenden gewarnt würde, in Reden vorsichtig zu sein und die Spione zu scheuen, die allerorten umherwandern, und wenn man nicht zufällig einige verwüstete Häuser und Paläste bemerkte, namentlich auf Medina und Monte Oliveto, wo die Kanonen das Castello nuovo schonungslos gefeuert haben. Nun ist es dem Fremden auch unverwehrt, spitzen Hut und spitzen Bart zu tragen, seitdem die französische Gesandtschaft für einen Schimpf Genugtuung velangt hat, der einem französischen Untertan in Neapel widerfuhr. Die Polizei hatte ihn auf der Strasse aufgegiffen und ohne weitere Umstände in eine Barbierstube gebracht, wo ihm von Staats wegen der Spitzbart abrasiert wurde. Neapolitanischen jungen Leuten begegnet es, das sie das Verbrechen eines revolutionären Hutes und Bartes auf irgendeinen Verbannungsort, einer Insel oder einem Kastell, abbüßen, wie ein Staatsgefangener selbst in Pozzuoli mir erzählte…

Und nirgends auf der Welt lässt sich wohl Despotismus leichter ertragen als in Neapel, denn diese unverschöpflichen Schätze der Natur sind nicht zu zerrütten, dieser Boden ist nicht auszusaugen, dieser Himmel macht alle Lebenstätigkeit öffentlich und lässt der Sitte eine fast schrankenlose Freiheit. Die Natur gleicht hier alles aus, sie ist nirgend demokratischer als in Neapel. Wer kann diese Magna Charta der Freiheit je vernichten? Es war mir für das Wesen Neapels folgende Erscheinung immer charakteristisch: um die Mittagszeit liegen im Porticus der glänzendsten Kirche Neapels, des Doms San Francesco di Paola, im Angesicht des königlichen Schlosses, stets hundert und aberhundert Lazzaroni ausgestreckt und schlafen, in unschönen Gruppen, mit zerrissenen Wämsern diese Säulenhalle keineswegs verzierend. Ich dachte, sie betrachtend, an jene Lazzaroni des alten Roms, die wohl auch so in den Säulenhallen des Pompejus und des Augustus Siesta hielten, nur hatten sie Getreidemarken in der Tasche, und diese haben keine. In jeder anderen Residenz Europas würde die Polizei solche Schläfer sicher von den Stufen des Doms und aus dem Angesichte des Schlosses hinweggefegt haben. Hier schlafen sie den ruhigsten Schlaf, und vor ihnen schreiten, wie vor einer selbstverständlichen und ganz natürlichen Erscheinung, die Schildwachen achtlos auf und ab, welche an den beiden Reiterstatuen Karls III. Und Ferdinands I. schildern….

Die Neapolitaner sind stattliche Soldaten, trefflich gekleidet, militärisch gehalten, aber man merkt ihnen an, daß sie nur Soldaten scheinen, daß sie gleichsam ein theatralisches Militär sind.“

Ferdinand Gregorovius

(Um 1850)

Ferdinand Gregorovius (1821-1891) war ein deutscher Philologe und Historiker und bekannt für seine Studien über das Mittelalter in Rom. Seine “Wanderjahre in Italien” beschreiben in 5 Bänden (1856-1877) die verschiedensten Orte Italiens, unter anderem auch Capri und Neapel.

Seine Reisen im reifen Alter durch Neapel folgen nicht dem typischen Schema der Grand Tour, sondern eher einer intellektuellen Auswanderung, die in Italien in den vorherigen Jahrhunderten eher für Künstler typisch war.

Dieser Bericht aus Neapel um 1850 ist eine interessante Zeitaufnahme, 10 Jahre vor dem Einzug Garibaldis und der für Neapel schwierigen Vereinigung Italiens, in dem die Zustände unter dem konservativen borbonischen König Ferdinand II beschrieben werden und laut Gregorovius scheinbar mit der neapolitanischen Theatralik und dem Einfluss der mächtigen Natur zu kontrastieren scheinen. Die Vergleiche zu Rom und die Sensibilität zu den verschiedenen Eigenheiten, unter anderen zeitlichen Voraussetzungen, scheinen auch durch Goethe beeinflusst zu sein.

Bei den Texten Gregorovius überwiegen oft die literarische und kreative Ader im Vergleich zu den puren deutschen Historikern der italienischen Geschichte jener Zeit wie Mommsen oder Leopold von Ranke.

Weitere Berichte und Zitate über Neapel und die Region findet ihr in meinem Blog.

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Gastronomie in Kampanien

Die Zitrone aus Procida

Ein charakteristisches Produkt von noch ziemlich grosser Bedeutung ist die Zitrone aus Procida, die oft zusammen mit Weinreben angebaut werden, zweimal im Jahr blühen (im Sommer und in der Zeit zwischen September und Oktober), und damit das gesamte Landschaftsbild der kleinen Insel Procida prägen. Da diese Pflanzungen auf der Insel historisch immer schon reine Familienbetriebe waren, wird auch der Zitronenanbau in entsprechend kleinem Rahmen aber von vielen praktiziert.

Charakteristiken der Zitrone aus Procida

Die Zitronen aus Sorrent und Massa haben zwar den gleichen Ursprung, durch die besonderen pedoklimatischen Bedingungen und verschiedenen Anbaumethoden haben die Zitronen aus Procida allerdings ganz bestimmte Merkmale entwickelt. Die Frucht hat eine mittlere bis grosse Stuckgrösse, eine ovale Form und eine Schale mit grossen Poren, die hellgelb ist und eine besondere Besonderheit aufweist: sie hat ein besonders dickes und trockenes Zitronenbrot, das unmittelbar auf dem Fruchtfleisch sitzt – und einen besonders angenehmen Geschmack.

Die Zitrone aus Procida

Verwendung der Zitrone

Bei voller Reife duftet diese Zitrusfrucht sehr intensiv und ihr Saft hat einen eindeutig geringeren Säuregehalt, als bei anderen Früchten dieser Art üblich; aus diesem Grund ist sie zum direkten und frischen Verbrauch ganz besonders geeignet, das heisst die Zitrone wird in ganze Spalten geschnitten und serviert, ohne die Schale vorher zu entfernen. Mit einer Prise Salz gewürzt, passt sie zu einem Aperitiv; leicht gezuckert hingegen rundet sie als ganzes natürliches und gesundes Dessert ein Essen ab. Der gepresste Zitronensaft wird auch gerne zusammen mit Zucker und zerbrochenen Eiswürfeln im Sommer als Granita angeboten, zur Herstellung von Marmeladen oder frisch geschnitten für verschiedene Gerichte verwendet.

Die Lingua aus Procida, Blaetterteig mit Zitronencreme

Ideal für den Limoncello oder als Süßspeise

Aufgrund der erlesenen organoleptischen Eigenschaften und den vielen ätherischen Ölen in der Schale sind ist de Zitrone aus Procida für die Herstellung von Zitronenlikör „Limoncello“ bestens geeignet. In letzter Zeit sind sind in den Konditoreien der Insel auch schmackhafte Plätzchen aus Procida-Zitronen zu finden, die durch Zugabe der charakteristischen Frucht ein angenehmes Aroma verbreiten. Eine weitere Süßspeise stellen die typischen Lingue (Zungen) aus Procida dar: sie haben eine platte, längliche Form, sind mit einer gelben Creme gefüllt und bestehen aus Blätterteig.

Weitere Infos findet Ihr in meinem Blog zur Gastronomie in Kampanien

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Die Geschichte Kampaniens und Neapels

Die Ausbreitung der Samniter am Golf von Neapel

Heute ist nicht leicht viel über das freiheitsliebende Volk der Samniter zu erfahren, das sich lange gegen die römische Invasion gewehrt hat und die Ausbreitung Roms über Generationen aufhalten konnte. Der römische Sieg bedeutete auch die Unterwerfung eines stolzen Volkes, das wegen der starken Verteidigung und einigen darauffolgenden Aufständen von der römischen Geschichtsschreibung somit oft als kriegerisch beschrieben wird. Die samnitischen Stämme der südlichen Abruzzen, dem Molise, dem nördlichen Apulien und dem Inland Kampaniens gründen schliesslich eine verbündete Vereinigung, die sich im 5. Jahrhundert vor Christus auch am Golf von Neapel ausbreiten wird.

Die historischen Voraussetzungen der Ansiedlung

Die beiden für die Griechen siegreichen Kriege mit den Etruskern (524 und 474 v. Chr.) erschöpft viele Energien der beiden Kulturen, eine Einwanderung aus den Bergen des südlichen Apennins der Samniter kann somit nicht verhindert werden. Während wir klare Hinweise auf die beiden Kriege zwischen Griechen und Etrusker haben, gibt es keine klaren Hinweise aus der griechischen Literatur über eine kriegerische Invasion: somit bleibt ungeklärt ob die Ausbreitung am Golf von Neapel über einen langen Zeitraum oder in relativ kurzer Zeit vorangeschritten ist.

Die gesellschaftliche Organisation

Die Samniter waren in erster Linie Hirten, die über die Jahreszeiten die Gebiete gewechselt haben und keine wirklichen Städte bildeten. Stadtstaaten wie bei den Griechen sind den Samnitern unbekannt. Die Organisation der Siedlungen (pagus) schien auf einer Art Feudalwirtschaft zu basieren, bei denen die Aristokraten Abgaben erwarteten, wirkliche Sklaven schien es bei den Samnitern aber nicht zu geben. Die verschiedenen verbündeten Siedlungen bildeten einen „Touto“, die ihren „Meddix“ wählten, der von den Funktionen dem Konsul bei den Römern ähnelt.

Samniter beim Symposium

Die Rolle der Männer und Frauen

Die Männer hatten daher eine intensive kriegerische Ausbildung um die Familie und den Stamm bei den Wanderungen zu schützen. Bis der Begriff Gladiatoren geprägt wurde und ausländische Rüstungen und Waffen hinzugefügt wurden, hiess ein Kämpfer bei Festspielen in Rom noch „Samniter“. Kämpfe zwischen Männern nach einer Beerdigung waren bei den Samnitern normal und es scheint heute wahrscheinlich das Rom diese Tradition von den Samnitern übernehmen wird und in Schaukämpfe umwandeln wird. Die Frauen hatten bei den Samnitern eine wichtige Rolle, da sie sich laut Horaz um die Erziehung und die Herde gekümmert haben. Eine Scheidung war möglich und anders als bei den Griechen durften die Frauen später wohl auch am Symposium teilhaben.

Die Wirtschaft der Samniter

Die Wirtschaft der Samniter basiert sich daher auf Tierzucht und wo es möglich war auf Landwirtschaft. Da das samnitische Territorium keinen Zugang zum Meer und grosse Täler hat, bleibt die Zucht von verschiedenen Tieren, besonders Schafe für die Verarbeitung von Wolle und Herstellung von Käse, die wichtigste Überlebensstrategie. Auch die Nutzung der Wälder für die Häuser hat eine wichtige Rolle, denn die Wälder Kampaniens und Molise bieten hervorragendes Holz. Im Sommer waren daher die Berge beliebt, während im Winter die Täler mit ihren Herden erreichten. Die Vasen, Schmuck- und Metallproduktion hingegen bleibt relativ gering, so ist auch der Handel mit anderen Völkern nicht besonders relevant

Langsame Ausbreitung in Richtung Golf von Neapel

Die Samniter haben bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. ab Casalbore, einem Ort zwischen dem Irpinien (der heutigen Provinz von Avellino) und Apulien, bis zur Mitte des Jahrhunderts fast das gesamte submontane Gebiet Kampanien erobert. Hier besetzen sie bestehende Orte wie Rufrae (Presenzano), Caudium (Montesarchio) und Alifae (Alife) oder gründen neue Siedlungen wie wahrscheinlich Telesia (Telese Terme). Die samnitischen Siedlungsgebiete sind aber noch kaum urbanisiert sondern eher verstreut und auf familiärer Basis (pagi und vici) organisiert und fügen sich den Siedlungen in den leicht zu verteidigenden, abgelegenen Orten im tiefen Irpinien (wie Morra, Bisaccia und Cairano) oder in der weiter südlich gelegenen Oenotria (bei Buccino, Athena Lucana und Padula) ein.

Die Ansiedlung an der Küste Kampaniens

Die ursprüngliche Einwanderung der Samniten in Kampanien als Hirten wird schliesslich zu einer Invasion und dauerhaften Ansiedlung mit verschiedenen interessanten kulturellen Elementen. Im Jahr 424 und 421 v. Chr. werden sogar Capua und Cuma stark samnitisch geprägt, auch Neapolis, Pompeji, Herculaneum, Nola und Nocera können sich einem starken samnitischen Einfluss nicht entziehen. In diesem Prozess werden auch Teile der samnitischen Bevölkerung nun Bewohner der Städte und übertragen durch den andauernden Handel religiöse Kulte und politische Rollen ebenfalls auf die Bevölkerung im Inland Kampaniens.

Kulturelle Vermischung und Unterdrückung durch Rom

Das damalige Volk der sogenannten Osker in der Region Kampanien, das sich durch eine eigene Sprache und einer interessanten und fortschrittlichen Zivilisation mit ruralem Charakter auszeichnet, wird zuletzt durch das Treffen und die Fusion der verschiedenen ethnischen und kulturellen Elemente, angefangen von den Ausonen, Opiciern, Etruskern, Griechen bis zu den Samniten geboren. Die erste Ausbreitung Roms ausserhalb der Region Latiums wird daher dieses damals durch die vielen ethnischen Einflüsse kulturell fortschrittlichem und legendär fruchtbarem Territorium betreffen. Capua wurde damals auch „das weitere Rom“ genannt und die über 50 Jahre (343 – 290 v. Chr) fast dauerhaft anhaltenden und schwierigen drei samnitischen Kriege, teilweise mit schwierigen Niederlagen und deftigen Demütigungen wie den „Forche Caudine“ verbunden, werden erst gewonnen, nachdem Rom zum ersten Mal in der Geschichte Söldner anheuert und Legionen bildet. Ab 290 v. Chr. wird die kampanische Bevölkerung von Rom unterworfen und zu starken wirtschaftliche Abgaben gezwungen, während die Eroberung Kampaniens grossen kulturellen Einfluss auf das spätere Imperium Roms ausüben wird.

Weitere Infos finden Sie in meinem Blog zur Geschichte Neapels und Kampaniens

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Gastronomie in Kampanien

Der Asprinio di Aversa

Der Asprinio, eine Weinrebe mysteriösen Ursprungs, die einige gelehrte für verwandt mit dem Pinot und dem Greco halten, gedeiht vornehmlich auf lockeren, ziemlich leichten Böden, die reich an Kalium, Phosphor, Kalzium und Magnesium sind, eben wie die vulkanischen durch die Überschwemmungen des Flusses Volturno angereicherten Böden der Gegend an der Grenze zwischen den Provinzen Neapel und Caserta. Ein Wein, der Dank der Anlage von geschützten Anbaugebieten vor dem Aussterben gerettet wurde und den Monelli als “frisch, sehr matt, säuerlich, keck, Urvater der feinsten Champagnerarten” bezeichnete. Es ist eine der wenigen Weinreben, die dank ihrer Grundeigenschaft, gegen den Reblausbefall immun zu sein, keiner Veredelung mit amerikanischen Reben bedarf.

Der heutige Anbau des Asprinio bei Aversa

Die besondere Anbaumethode

Die Reben des Asprinio werden in Baumreihen von beachtlicher Höhe (bis zu 25 Metern) angelegt, und zwar unter Einbezug der Pappelbäume, die sozusagen als Schutzmänner fungieren, zwischen denen die Pfähle mit soviel Abstand aufgestellt werden, das grosse und schwere Trauben wachsen können. Diese Art des Weinanbaus soll angeblich von der Notwendigkeit stammen, diese Weinreben in der Vergangenheit in Mischkultur mit dem Hanf anzubauen, so das eine niedrigere Rebzucht nicht möglich war. Derzeit konzentrieren sich die kleineren Landwirte aus den Gegenden um Aversa und Giugliano allerdings immer mehr auf den systematischen Weinanbau mit Weinreben die 1,70 Meter nicht übersteigen, um die Ernte möglichst zu vereinfachen und auch mechanisch durchführen zu können.

Der trockenste Weisswein weltweit?

Der Wein, den man aus diesen einzigartigen Reben erhält ist ganz klar und strohfarben mit leichten grünlichen Nuancen. Vom Geschmack her ist er trocken, leicht säuerlich und sehr bekömmlich. Sein Bouquet ist intensiv und charakteristisch, es erinnert an Wiesenblumen und Zitronen. Mario Soldati schreibt darüber: “Es gibt keinen anderen Weisswein auf dieser Welt, der so absolut trocken ist wie der Asprinio: keinen. Denn die berühmtesten trockenen Weissweine schliessen in ihr mehr oder weniger intensives und mehr oder weniger nachhaltiges Bouquet immer eine wenn auch vage süssliche Nuance ein. Der Asprinio nicht. Der Asprinio riecht kaum, und er riecht fast nach Zitrone: aber dafür ist er von einer absoluten, grundlegenden Trockenheit, die man sich nicht vorstellen kann, wenn man ihn nicht probiert… Was für ein grossartiger Wein!”

Ein sommerlicher Durstlöscher

Zur Zeit der Bourbonen war dieser Wein auch als Grundbestandteil für qualitativ hochwertigen Essig geschätzt und er wurde in der Vergangenheit vor allem in der heissen Jahreszeit als Durstlöscher getrunken (auch dank seines Rufs als hervorragendes harntreibendes Mittel). Veronelli sagte: “er ist aufgrund seiner absoluten Leichtigkeit kein Wein, den man zum Essen trinkt, sondern vielmehr ein leichter, bekömmlicher, schwungvoller Wein, der kalt serviert werden muss und den man gut alleine trinken kann.”

Der Asprinio als Aperitiv und als Begleiter zu Fisch und guter Mozzarella

Der besondere säuerliche Geschmack, des es auch möglich macht, das aus dem Asprinio Sekt von hoher Qualität hergestellt wird, macht ihn zu einem aussergewöhnlichen Aperitiv. Nicht zu unterschätzen sind allerdings seine Vorzüge als begleitendes Getränk zu frischem oder gekochtem Fisch, vor allem zu Fischsuppe, oder aber auch zu Gerichten mit frischem Mozzarella di Bufala Campana.

Die Sektherstellung der Aspriniorebe

In der Zwischenzeit sind auch hervorragende Ergebnisse bei der Sektherstellung aus dem Asprinio erzielt worden, und zwar sowohl nach dem Herstellungsverfahren Charmat als auch nach dem Champenois. Es wird so der ausgeprägte und feste Säuregehalt dieser Rebe genutzt, die ausserdem grosse Mengen der intensiv duftenden Apfelsäure enthält: heraus kommt dabei ein Sekt mit einem Alkoholgrad von circa 12% mit langanhaltender Schäumung und einer feinen Perlage. Der Sekt eignet sich nicht nur hervorragend als Aperitiv, sondern ist auch ideal zu allen Fischgerichten.

Weitere Infos findet Ihr in meinem Blog zur Gastronomie in Kampanien