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Ausstellung Gladiatoren im Archäologischen Museum von Neapel bis zum 6.1.2022

Die Ausstellung Gladiatoren im Archäologischen Museum von Neapel wird für das Jahr 2021 das Hauptevent der Museumsprogramation darstellen und wird vom 28.4.2021 bis zum 6.1.2022 in den Räumlichkeiten des Museums in Neapel zu sehen sein. Die Ausstellung zeigt circa 160 ausgestellte Funde und vereint eine wissenschaftliche Arbeit durch italienische und ausländische Institute und bedient sich der digitaler Unterstützung. Eine weitere Sektion mit dem Namen Gladiatorimania wurde ausserdem für die Kinder im neuen Bereich im Hof des Museums eingerichtet.

Der neue Bereich zeigt Gladiatorimania für die Kleinen

Die Aufteilung der Ausstellung

Die Ausstellung Gladiatoren ist in sechs folgende Bereiche aufgeteilt:

  • Vom heroischen Begräbnis zum Duell für die Verstorbenen
  • Die Waffen der Gladiatoren
  • Von der mythologischen Jagd zu den Venationes (Tierkämpfen)
  • Das Leben der Gladiatoren
  • Die Amphitheatren Kampaniens
  • Die Gladiatoren “Überall”

Die Ausrüstung der Gladiatoren aus Pompeji

Eine Besonderheit der Ausstellung Gladiatoren sind die 50 Teile von Gladiatorenausrüstungen, überwiegend aus der Gladiatorenkaserme von Pompeji und im Besitz des Archäologischen Museums von Neapel, an denen man den ethnischen Ursprung des Gladiatoren ablesen kann. Diese Funde waren übrigens wegen ihrer Vielfältigkeit die Inspiration für die Ausrüstung des berühmten Films des Ridley Scott Gladiator. Unter anderem sind die Ausrüstung eines Mirmillones, Thrakers, Secutor und eines Retiarus zu erkennen.

Der Helm eines Mirmillones aus Pompeji ist unter anderem in der Ausstellung Gladiatoren zu sehen

Die Venationes

Die Tierkämpfe Venationes hatten einen politischen, kulturellen und symbolischen Wert, bei denen Mut und Widerstandskraft auf die Probe gestellt werden konnten. Die Tiere kamen aus weiten Teilen des römischen Imperiums. Einige Funde, unter anderem ein Bärenschädel, stammen aus Augusta Raurica in der Schweiz und wurden vom Schweizer Landesmuseum von Zürich ausgeliehen, andere Funde aus den vielen Amphitheatern der Region Kampanien und weiteren Teilen Italiens.

Das Leben der Gladiatoren

Wer waren die Gladiatoren und wie haben Sie gelebt? Eine Sektion behandelt die typische Ernährung eines Gladiatoren, die vorüberwiegend aus Hülsenfrüchten und Getreide bestand. Es ist daher kein Zufall das die Gladiatoren nicht selten auch Hordearii genannt wurden, was auf lateinisch Malzesser bedeutet. Interessant sind sicher auch die medizinischen und chirurgischen Instrumente, die dazu dienten die Verletzungen der Gladiatoren zu heilen. Aus York in England wurden drei Skelette von Gladiatoren unterschiedlichen Alters ausgeliehen, an denen man die erlittenen Pathologien im Laufe ihres Lebens erkennen kann.

Die Darstellung der Dekoration des Amphitheaters von Pompeji

Die Amphitheater Kampaniens

Zum Ende des 2. Jahrhunderts vor Christus werden in Kampanien die ersten Amphitheater der Geschichte errichtet und eine neue Kulisse im Vergleich zu den vorherigen Ausrichtungen innerhalb eines Forums bilden. Hier wird auch die leider verloren gegangene Dekoration des Amphitheaters von Pompeji durch multimedialer Unterstützung und Dank der Bilder des Francesco Morelli wieder aufleben lassen. Neben einem Modell des Amphitheaters von Pompeji wird auch das in der Antike legendäre Amphitheater von Capua und die Fahrstuhlfunktion in den Katakomben der Amphitheater mit detaillierten Modellen illustriert. Die Figur des Gladiators wurde in der Antike oft abgebildet und war sicher eine faszinierende Figur in der Phantasie der damaligen Bevölkerung. Die Sekton Gladiatoren überall zeigt eine Auswahl von Gegenständen und Abbildungen, die sich auf die Gladiatoren oder Kämpfe beziehen

Informationen über die Ausstellung Gladiatoren im Archäologischen Museum von Neapel
  • Wann und Wo? Vom 28. April 2021 bis zum 6. Januar 2022 im Archälogischen Museum von Neapel an der Piazza Museo 19
  • Öffnungszeiten: Mi-Mo von 9-19.30 Uhr, letzter Einlass um 18.30 Uhr. Dienstags geschlossen. Eine Vorbestellung der Tickets ist zu empfehlen
  • Kosten: 10€ inklusive Eintritt der festen Ausstellung; Reduziert 8€, Gratis für Minderjährige.
  • Informationen und Karten: www.museoarcheologiconapoli.it

Weitere Infos über Events, Ausstellungen und News in Neapel und Kampanien findet ihr in meinem Blog.

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Die Geschichte Kampaniens und Neapels

Die Ausbreitung der Samniter am Golf von Neapel

Heute ist nicht leicht viel über das freiheitsliebende Volk der Samniter zu erfahren, das sich lange gegen die römische Invasion gewehrt hat und die Ausbreitung Roms über Generationen aufhalten konnte. Der römische Sieg bedeutete auch die Unterwerfung eines stolzen Volkes, das wegen der starken Verteidigung und einigen darauffolgenden Aufständen von der römischen Geschichtsschreibung somit oft als kriegerisch beschrieben wird. Die samnitischen Stämme der südlichen Abruzzen, dem Molise, dem nördlichen Apulien und dem Inland Kampaniens gründen schliesslich eine verbündete Vereinigung, die sich im 5. Jahrhundert vor Christus auch am Golf von Neapel ausbreiten wird.

Die historischen Voraussetzungen der Ansiedlung

Die beiden für die Griechen siegreichen Kriege mit den Etruskern (524 und 474 v. Chr.) erschöpft viele Energien der beiden Kulturen, eine Einwanderung aus den Bergen des südlichen Apennins der Samniter kann somit nicht verhindert werden. Während wir klare Hinweise auf die beiden Kriege zwischen Griechen und Etrusker haben, gibt es keine klaren Hinweise aus der griechischen Literatur über eine kriegerische Invasion: somit bleibt ungeklärt ob die Ausbreitung am Golf von Neapel über einen langen Zeitraum oder in relativ kurzer Zeit vorangeschritten ist.

Die gesellschaftliche Organisation

Die Samniter waren in erster Linie Hirten, die über die Jahreszeiten die Gebiete gewechselt haben und keine wirklichen Städte bildeten. Stadtstaaten wie bei den Griechen sind den Samnitern unbekannt. Die Organisation der Siedlungen (pagus) schien auf einer Art Feudalwirtschaft zu basieren, bei denen die Aristokraten Abgaben erwarteten, wirkliche Sklaven schien es bei den Samnitern aber nicht zu geben. Die verschiedenen verbündeten Siedlungen bildeten einen „Touto“, die ihren „Meddix“ wählten, der von den Funktionen dem Konsul bei den Römern ähnelt.

Samniter beim Symposium

Die Rolle der Männer und Frauen

Die Männer hatten daher eine intensive kriegerische Ausbildung um die Familie und den Stamm bei den Wanderungen zu schützen. Bis der Begriff Gladiatoren geprägt wurde und ausländische Rüstungen und Waffen hinzugefügt wurden, hiess ein Kämpfer bei Festspielen in Rom noch „Samniter“. Kämpfe zwischen Männern nach einer Beerdigung waren bei den Samnitern normal und es scheint heute wahrscheinlich das Rom diese Tradition von den Samnitern übernehmen wird und in Schaukämpfe umwandeln wird. Die Frauen hatten bei den Samnitern eine wichtige Rolle, da sie sich laut Horaz um die Erziehung und die Herde gekümmert haben. Eine Scheidung war möglich und anders als bei den Griechen durften die Frauen später wohl auch am Symposium teilhaben.

Die Wirtschaft der Samniter

Die Wirtschaft der Samniter basiert sich daher auf Tierzucht und wo es möglich war auf Landwirtschaft. Da das samnitische Territorium keinen Zugang zum Meer und grosse Täler hat, bleibt die Zucht von verschiedenen Tieren, besonders Schafe für die Verarbeitung von Wolle und Herstellung von Käse, die wichtigste Überlebensstrategie. Auch die Nutzung der Wälder für die Häuser hat eine wichtige Rolle, denn die Wälder Kampaniens und Molise bieten hervorragendes Holz. Im Sommer waren daher die Berge beliebt, während im Winter die Täler mit ihren Herden erreichten. Die Vasen, Schmuck- und Metallproduktion hingegen bleibt relativ gering, so ist auch der Handel mit anderen Völkern nicht besonders relevant

Langsame Ausbreitung in Richtung Golf von Neapel

Die Samniter haben bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. ab Casalbore, einem Ort zwischen dem Irpinien (der heutigen Provinz von Avellino) und Apulien, bis zur Mitte des Jahrhunderts fast das gesamte submontane Gebiet Kampanien erobert. Hier besetzen sie bestehende Orte wie Rufrae (Presenzano), Caudium (Montesarchio) und Alifae (Alife) oder gründen neue Siedlungen wie wahrscheinlich Telesia (Telese Terme). Die samnitischen Siedlungsgebiete sind aber noch kaum urbanisiert sondern eher verstreut und auf familiärer Basis (pagi und vici) organisiert und fügen sich den Siedlungen in den leicht zu verteidigenden, abgelegenen Orten im tiefen Irpinien (wie Morra, Bisaccia und Cairano) oder in der weiter südlich gelegenen Oenotria (bei Buccino, Athena Lucana und Padula) ein.

Die Ansiedlung an der Küste Kampaniens

Die ursprüngliche Einwanderung der Samniten in Kampanien als Hirten wird schliesslich zu einer Invasion und dauerhaften Ansiedlung mit verschiedenen interessanten kulturellen Elementen. Im Jahr 424 und 421 v. Chr. werden sogar Capua und Cuma stark samnitisch geprägt, auch Neapolis, Pompeji, Herculaneum, Nola und Nocera können sich einem starken samnitischen Einfluss nicht entziehen. In diesem Prozess werden auch Teile der samnitischen Bevölkerung nun Bewohner der Städte und übertragen durch den andauernden Handel religiöse Kulte und politische Rollen ebenfalls auf die Bevölkerung im Inland Kampaniens.

Kulturelle Vermischung und Unterdrückung durch Rom

Das damalige Volk der sogenannten Osker in der Region Kampanien, das sich durch eine eigene Sprache und einer interessanten und fortschrittlichen Zivilisation mit ruralem Charakter auszeichnet, wird zuletzt durch das Treffen und die Fusion der verschiedenen ethnischen und kulturellen Elemente, angefangen von den Ausonen, Opiciern, Etruskern, Griechen bis zu den Samniten geboren. Die erste Ausbreitung Roms ausserhalb der Region Latiums wird daher dieses damals durch die vielen ethnischen Einflüsse kulturell fortschrittlichem und legendär fruchtbarem Territorium betreffen. Capua wurde damals auch „das weitere Rom“ genannt und die über 50 Jahre (343 – 290 v. Chr) fast dauerhaft anhaltenden und schwierigen drei samnitischen Kriege, teilweise mit schwierigen Niederlagen und deftigen Demütigungen wie den „Forche Caudine“ verbunden, werden erst gewonnen, nachdem Rom zum ersten Mal in der Geschichte Söldner anheuert und Legionen bildet. Ab 290 v. Chr. wird die kampanische Bevölkerung von Rom unterworfen und zu starken wirtschaftliche Abgaben gezwungen, während die Eroberung Kampaniens grossen kulturellen Einfluss auf das spätere Imperium Roms ausüben wird.

Weitere Infos finden Sie in meinem Blog zur Geschichte Neapels und Kampaniens