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Gastronomie in Kampanien

Das Rezept der Pastiera, der traditionelle neapolitanische Osterkuchen

Die Pastiera ist der klassische neapolitanische Osterkuchen, der wegen seiner Beliebtheit mittlerweile das ganze Jahr über in den Konditoreien Neapels zu finden ist. Das Geheimnis für das Rezept der Pastiera Geheimnis besteht wahrscheinlich in der Verwendung von Weizen und der Ricotta, die nicht selten in der Gastronomie Kampaniens verwendet wird um den Speisen eine besondere Weiche und Frische zu geben. Ein wichtiges Merkmal des Geschmacks einer echten Pastiera ist das Gefühl einer ausgeglichenen Süße, die diesem traditionellen Kuchen eine gewisse Modernität und Zeitloses gibt. Das beschriebene Rezept der Pastiera folgt der Tradition, wobei auch diese je nach Geschmack leicht varrieren können.

Der traditionelle Osterkuchen Neapels: die Pastiera

Die Zutaten für das Rezept der Pastiera

Für den Mürbeteig:

3 Eier

500 Gramm Mehl

200 Gramm Zucker

200 Gramm Schmalz

Die Füllung:

700 Gramm Ziegenricotta

600 Gramm Zucker

400 Gramm gekochten Weizen

80 Gramm kandierte Zedern

80 Gramm kandierte Orangen

50 Gramm kandierter Kürbis oder andere kandierte Früchte

Ein wenig Zimt

100 Gramm Milch

30 Gramm Butter oder Schmalz

7 Eier

1 Packung Vanillinzucker

1 Löffel Orangenblütenwasser

1 Zitrone

Die Zubereitung:

Besorgen Sie sich zuerst Weizenkörner, die Sie in einer Schüßel drei Tage lang ruhen lassen. Wechseln Sie morgens und abends das Wasser bis der Weizen komplett greinigt ist. Der Weichweizen ist empfehlenswert, es kann aber auch Hartzweizen benutzt werden. Bringen Sie die 500 Gramm Weizen in etwa 5 Liter Wasser auf hoher Flamme zum Kochen und lassen Sie den Weizen auf mittlerer Flamme etwa 90 Minuten lang kochen ohne ihn umrühren zu müssen. Falls Sie in in die Umgebung von Neapel fahren sollten, können Sie den bereits gekochten Weizen in Spezialitätenläden oder Supermärkten schon fertig im Glas kaufen falls Sie sich unsicher fühlen sollten oder auch um Zeit zu sparen.

Bereiten Sie den Mürbeteig vor, indem Sie die Teigzutaten vermischen und lassen Sie den Teig ruhen. Füllen Sie einen Topf mit dem gekochten Weizen, der Milch, der Butter, der abgeriebenen Schale einer halben Zitrone und lassen sie den Kompost etwa 10 Minuten kochen bis er cremig wird.

Mixen Sie separat die Ricotta (in diesem Fall eine Sorte italienischen Ziegenquarks) mit dem Zucker, 5 ganzen Eiern und 2 Eigelben, dem Vanillinzucker, einen Löffel Orangenblütenwasser und ein wenig Zimt. Verarbeiten Sie den Teig so lange er ausreichend weich wird. Geben Sie der Füllung nun ein wenig frisch geriebene Zitronenschale und die klein geschnittenen kandierten Früchte hinzu und vermischen Sie die Füllung mit dem gekochten Weizen.

Nehmen Sie den Mürbeteig und rollen Sie ihn mit dem Nudelholz in etwa einem halben Zentimeter Höhe auf eine eingebutterte Backform mit etwa 30 cm Durchmesser. Schneiden Sie den überflüßigen Teig ab und schneiden Sie ihn in dünne Streifen. Geben Sie den Füllung gleichmäßig in die Backform und dekorieren Sie die Oberfläche mit den Teigstreifen, die anschließend mit einem geschlagenen Eigelb bepinselt wird. Backen Sie die Pastiera etwa eine halbe Stunde in einem vorgeheizten Backofen bei 180 Grad. Die Pastiera sollte eine Bernsteinfarbe haben sobald sie fertig ist.

Weitere Infos findet Ihr in meinem Blog zur Gastronomie in Kampanien

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Neapel und Kampanien in der Literatur

Ramon Gomez de la Serna, das Neapel zwischen Ewigkeit und Tod

In diesem gleichmütigen Leben ohne Morgen, das der kleinen Zeit keinerlei Wichtigkeit beimisst, lag – welche Lappalie für klägliche Blicke – das Besondere dieses in Spinnweben gehüllten Neapel, das keine Grenzen kennt. Die große Seele der Stadt wanderte von einer fernliegenden Zeit der Vergangenheit nach einer anderen, fern in der Zukunft liegenden; alles Kurzbemessene erschien ihr banal und erbärmlich. Es war schön, die ganze Leichtgläubigkeit einer Vorzeit zwischen den Fetzen der Wirklichkeit aufzuspüren. Inmitten der Asche die schwelende Glut allerältester Zeiten. In jener tremendistischen Stimmung lag das Tragische der Stadt; denn alle hätten eine Stadt, deren Fortbestehen gesichert war, für die augenblicklich Lebenden bauen wollen, mit anderen Worten, alle wollten länger leben, an den Punkt kommen, wo sie selbst das, was von ihnen kam, auskosten konnten. Wenn irgendeine Bitternis unter den Erhebungen dieser Stadt lag, so war es das Gefühl, nicht noch länger leben zu können. Man begriff dort, wie kurz das Leben doch war.

Ein Symbol von Neapel: Der Flussgott Nil in der Altstadt

Solch eine unnachgiebige Verwurzelung, wie sie den unsterblichen Städten des Kosmos eigen ist, ließ Lorenzo über all die Tage, die man wie einen einzigen, ewigen Tag durchlebt, hinaussehen. Auf ihm bewegt sich der unerschöpfliche Vorrat an Maccheroni, endlos, wie aus Feldküchen eines Heeres kommend – Nahrung, die Kanonen ähnelt, wie aus unterirdischen Öfen, riesige Behälter von unbegreiflich dehnbaren Maccheroni.

Lorenzo spürte in diesem Neapel eine so wunderbare Kraft, daß man sich wie in der Zeit der Cholera fühlte, nur ohne Cholera. Die antiken Seuchen verliehen dem Leben mehr Leben, mehr Gültigkeit. Man vernimmt den uralten Peitschenhieb, der das Leben auskosten und stärker fühlen läßt. Die Tage Neapels atmen eine dunkle Drohung. Gleichgültigkeit vortäuschend, ist sich dennoch jeder ihrer bewußt. Daher fühlt man Ströme von Mitleid und Klagen durch die Straßen fluten…

Dieses Volk war von solcher Echtheit, daß es stets der Katastrophe entgegensah; das Meer, das Erdbeben, die dichte Wolke, die Cholera, an keinem anderen Ort finden die Stätten der Toten ähnliche Vorbereitung. Daher zündet jeder sein Licht vor dem Heiligenbild an; sie wollen bereit sein.

Ramon Gomez de la Serna, 1927

Ramón Gómez de la Serna (geb. 1888 in Madrid; gest. 1963 in Buenos Aires) war ein spanischer Schriftsteller. Große Bekanntheit erreichte der von ihm gegründete literarische Stammtisch im Café Pombo in Madrid. Bis 1931, das Jahr in dem er nach Buenos Aires zieht, lebt de la Serna in Madrid mit häufigen Ausfenthalten in der Schweiz, Neapel, Florenz, London, Lissabon und Paris. Nach seinem Tod im Jahr 1963 in Buenos Aires wird sein Leichnam nach Madrid überführt und im Panteón de Hombres Ilustres beigesetzt.

Ramón Gómez de la Serna beschreibt ein Lebensgefühl der Stadt Neapel, das subjektiv ist, in Neapel aber nicht selten auch von sensiblen Schriftstellern in esoterischen Formen beschrieben wurde. Nicht selten wird der Stadt Neapel eine schwierige aber besondere Atmosphäre zugesprochen, vielleicht auch durch die Größe des historischen Teils der Stadt oder den großen Differenzen innerhalb Neapels bevorzugt, die einen gewissen Teil der Besucher immer wieder überrascht und fasziniert. Ein besonderer Hinweis von Ramón Gómez de la Serna gebührt somit auch, neben dem Gefühl der Ewigkeit und der Vergänglichkeit, dem Bezug der neapolitanischen Bevölkerung zum Tod, der auch heute noch an den vielen Hausaltaren mit Bildern an und in den neapolitanischen Palazzi oder besonderen Kultstätten wie dem Fontanelle-Friedhof nachzuempfinden ist.

Weitere Berichte und Zitate über Neapel und die Region findet ihr in meinem Blog.

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Neapel und Kampanien in der Literatur

Dominique Fernandez und der kindliche Geist des wahren Neapels

Vor mir öffnete sich das magische Labyrinth mit seinen bassi, seinen mammas, seinen Kindern und Bordellen...Neapel, das wunderbare, obszöne, erfindungsreiche, großzügige, verzweifelte, fatalistische Neapel, die Hauptstadt einer Welt, wo Europa, Afrika und der Orient aufeinanderstossen, Neapel, das sich weigert zu reifen, um den Geist der Kindheit treu zu bleiben, dieses Neapel enthüllte mir nach und nach seine Geheimnisse. Ich war gebrannt und ergriffen, meiner selbst wie meiner Gewohnheiten als “zivilisierter Europäer” entblößt, ich war jäh nach hinten gezogen und in ein unendlich stärkendes Bad von Müttern und Parzen getaucht.

All die Dinge, die man mir westlich der Via Toledo beizubringen versuchen hatte, erschienen mir nun lächerliche Wissensbrocken, Klischees ohne jede Beziehung zur Wirklichkeit Neapels… Ich hatte jetzt andere Freunde, andere Ziele. Dank Vincenzo war es mir gelungen, die Bande zum Cafè Gambrinus, das in gewisser Weise einen Grenzposten darstellt, zu zerreissen. Unter der Führung dieses sympathischen, ungemein witzigen Gauners und Halunken trieb ich durch wonnig verfängliche Fülle. Oscar Wilde, der ohne einen Initiator, ohne Charon, der ihn ins Tartarenreich hinabführte, an sein Hotel Royal am Meeresufer gefesselt blieb, hatte niemals vom wahren Neapel schmecken dürfen.

Porporino, Buch von Fernandez über die Geheimnisse Neapels

Das wahre Neapel befindet sich auch nicht jenseits von Toledo, es liegt sogar unter der Erde. So wie die Stadt zwischen Ost und West aufgeteilt ist, gibt es auch eine Grenzlinie zwischen Oben und Unten. Wer sich nicht in einen Höhlenforscher verwandelt, wird nie etwas von dieser Stadt verstehen. Die Weigerung zu reifen, zu wachsen, die Abneigung gegen den Erfolg, die Treue zu seinen anachronistischen Lebensweisen, die Verneinung von Verantwortlichkeit und Pflicht, die eine “erwachsene Kultur” kennzeichnen, das alles bedeutet nicht allein, das die Menschen “müßig ihr organisches Leben genießen” wollen, sondern daß sie ihre Geburt, ihr Hineingeworfensein in das Maß der Zeit und in Mühsal nicht als unausweichliche Tatsachen hinnehmen.

Dominique Fernandez, 1983

Dominique Fernandez ist ein französicher Schriftsteller (geb. 1929) aus Neuilly-sur-Seine. Nach seinem Studium unterrichtete Fernandez in den Jahren 1957 und 1958 die französische Sprache an einem französischen Institut in Neapel. Als Autor schrieb Fernandez mehrere Bücher und gewann im Jahr 1982 den französischen Literaturpreis.

Fernandez beschreibt das östlich der Via Toledo gelegene Neapel als unreif und mit einem kindlichen Geist, bei der Erfolg und Mühsal kein Teil einer erwachsenen europäischen Kultur darstellen müssen. Die Entdeckung anderer Welten innerhalb der Stadt, dem unterirdischen Neapel als auch dem Teil Neapels der nicht erneuert wurde und sich durch enge Gassen und fehlende Distanz kennzeichnet, scheinen eine Bereicherung für Fernandez gewesen zu sein. Die Stratifizierung zwischem dem eleganten und reichen sowie dem historischen als auch dem unterirdischen Neapel sind bis heute präsent und eine Besichtigung ist für die interessierten, offenen und neugierigen Reisenden weiterhin sehr zu empfehlen.

Weitere Berichte und Zitate über Neapel und die Region findet ihr in meinem Blog.

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Neapel und Kampanien in der Literatur

Goethes Bootsfahrt nach Pozzuoli

Eine Wasserfahrt bis Pozzuoli, leichte Landfahrten, heitere Spaziergänge durch die wundersamste Gegend von der Welt. Unterm reinsten Himmel der unsicherste Boden…

Der herrlichste Sonnenuntergang, ein himmlischer Abend erquickten mich auf meiner Rückkehr; doch konnte ich empfinden, wie sinneverwirrend ein ungeheurer Gegensatz sich erweise. Das schreckliche zum Schönen, das Schöne zum Schrecklichen, beides hebt einander auf und bringt eine gleichgültige Empfindung hervor. Gewiss wäre der Neapolitaner ein anderer Mensch, wenn er sich nicht zwischen Gott und Satan eingeklemmt fühlte.

Johann Wolfgang von Goethe, Neapel, 1787

Goethe in Italien, Tischbein

Goethe war einer der größten Schriftsteller und Dichter der Geschichte Deutschlands und ist auch international anerkannt. Goethe reist im Alter von 37 Jahren im Jahr 1786 über etwa 2 Jahre bis 1788 das erste Mal nach Italien.

Der Golf von Neapel gilt für viele als eine der bekanntesten Landschaften die wir kennen und war besonders im 18. Jahrhundert ein Sehnsuchtsziel durch die damals mögliche Erreichbarkeit. Goethe hatte sicherlich das Glück, diese Landschaft bei seinem Ausflug nach Pozzuoli an einem besonders schönen Tag und faszinierenden Sonnenuntergang beobachten zu können. Bei klarer Luft und einem intensiven Abendlicht gibt natürlich auch der Golf von Neapel mit seinen vielen Farben und der faszinierenden Geologie sein schönstes Bild ab. Der Bezug zu Gott und Satan, oder dem “von Teufeln bewohntem Paradies”, ist ein öftermals vorgekommene Beschreibung der so schönen aber auch vulkanischen und feurigen Landschaft als auch zur etwas verrückten, chaotischen und lebendigen Stadt Neapel und ihren Einwohnern. Der berühmte neapolitanische Philosoph Benedetto Croce, aber auch viele Einwohner heute, legen allerdings auch viel Wert darauf diese romantische aber auch etwas dramatische Bild der Besucher zu verändern.

Das Zitat von Goethe über die Neapolitaner und Sankt Januarius, über die empfundene Ruhe in den lauten Strassen Neapels sowie weitere Berichte und Zitate über Neapel und die Region finden Sie in meinem Blog.

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Neapel und Kampanien in der Literatur

Fucini und seine Liebe zu Neapel

Genieße, o mein Neapel, genieße immer wieder, denn deine Schönheit ist wahrlich nicht zu beschreiben. Wie oft habe ich beim Studium deiner blutigen Geschichte die gierigen Schatten der vielen verflucht, die ihr Leben riskierten und verloren, um dich zu besitzen; doch jetzt, aus der Höhe dieses glutheißen Felsens, verzeihe ich ihnen und beweine sie. Genieße, genieße in deinem Bett aus Algen und Feuer, o wunderschöner Salamander. Cuma, Baia und Misenum fielen unter dem Donner des Solfatara und den Erschütterungen des furchterregenden Typheus, doch ihre Schönheit kam deiner nicht gleich. Zwar starben das rosarote Pompeji und das braune Herkulaneum unter der Wut deines Vesuv, doch dieser Vesuv sieht dich an und seufzt; auch er muß dich lieben, du bist allzu schön.

Renato Fucini, 1877
Erstes Prosa-Werk Fucinis: Napoli a occhio nudo

Renato Fucini (1843-1921) war ein italienischer Dichter und Schriftsteller, der vor allem seine Heimatsregion Toskana beschrieben hat. Im Jahr 1877 debuttiert er mit einer Prosa über Neapel und die Umgebung mit dem Namen “Neapel mit nackten Augen: Briefe an einen Freund”. Dieser Ausschnitt scheint eine italienische Version eines Grand-Tour-Reisenden, der sich in die Sicht vom Vesuv auf den Golf von Neapel verliebt und seine Gefühle zu Neapel in einen Text ausdrückt, die fast einem Gedicht gleichen.

Weitere Berichte und Zitate über Neapel und die Region findet ihr in meinem Blog.