Die Kastanie aus Montella Igp

Eine Delikatesse aus dem Terminio-Cervialto Gebirge der Provinz von Avellino: die Kastanie aus Montella.

Die Ursprungsbezeichnung Kastanie aus Montella “Castagna di Montella Igp” bezieht sich auf die Mischung aus einem 90%-igen Anteil Palummina und einen 10% -igen Anteil Verdole Kastanien aus dem geschützten Gebiet innerhalb der Provinz von Avellino in der Region Kampanien.

Die Besonderheiten der Kastanie aus Montella

Die Kastanie aus Montella gehört zu den besten Kastanienproduktionen ganz Italiens: die Gründe für diese besondere Qualität liegen in der Verbindung der besonderen Fruchtsorte, der Qualität der Böden, den passenden Klimaverhältnissen und der Erfahrung der lokalen Kastanienproduzenten. Die besonderen Merkmale der Kastanie aus Montella Igp sind eine mittlere bis mittelkleine Größe (75-90 Früchte pro Kg) und die runde Form der Frucht, die eine flache Unterschicht, eine gewölbte Basis und eine mittelmäßig haarige Schale kennzeichnet. Die Schale (Perikarp) ist dünn, intensiv braunfarbig und leicht zu entfernen. Der Samen hat ein weißes Fruchtfleisch, ist knusprig und hat einen angenehm süßlichen Geschmack. Die Kastanie aus Montella wird dank ihres beliebten Dufts, dem intensiven Geschmack und der langen Haltbarkeit sowohl frisch als auch mit oder ohne Schale getrocknet konsumiert.

Die Geschichte des Kastanienanbaus um Montella

Es gibt Hinweise das seit geraumer Zeit in diesem Gebiet Kastanien angebaut werden. Die aus Kleinasien stammende Frucht wird hier wahrscheinlich bereits seit dem 6. oder 5. Jahrhundert vor Christus angebaut. Die Langobarden werden als erste Bevölkerung im 6. Jahrhundert nach Christus wegen ihrer hohen Relevanz ein Schutzgesetz für den Anbau der Kastanie veröffentlichen. Im Mittelalter bekommt das Kastanienmehl wegen ihrer guten Konservierungsmöglichkeit eine wichtige strategische Bedeutung. Seit jener Zeit ist die Kastanie für die Ortschaft Montella eine wichtige Ressource geblieben. Im 19. Jahrhundert erreicht die Kastanie aus Montella durch die Auswanderung auch die Usa und Kanada und bis heute wird etwa die Hälfte der Produktion in diesen Kontinent ausgeliefert. Der Kastanienbaum ist heute ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des fruchtbaren Terminio-Cervialto Regionalparks in der Provinz von Avellino. Die Bedeutung des Kastanie bezog sich historisch nicht nur auf die Frucht, sondern auch auf die Verwendung des Holzes für Möbel, zur Verwendung als Baumaterial und als Ofenholz.

Die Verwendung in der Küche und die Umwandlung

Die Kastanie aus Montella hat einen hohen Anteil von Kohlenhydraten und relativ wenig Proteine. Sie werden gerne frisch vom Grill als auch von der Lebensmittelindustrie in Marron Glacès, Marmelladen oder Puree umgewandelt oder getrocknet und verpackt verkauft. Sie ist ideal in Begleitung von Fleisch oder Suppen, doch bleibt sie für die Herstellung von den verschiedensten Süßigkeiten am beliebtesten.

Die Castagna del Prete, Edelprodukt durch die Verarbeitung
Eine Weihnachtsdelikatesse: die Castagna del Prete

Eine besondere Variente der Kastanie aus Montella wird zur Weihnachtszeit verkauft: die im Ofen gebackene Castagna del Prete (die Kastanie des Priesters) wird mit in Schalen getrockneten, getoasteten und in Wasser aufgeweichten Kastanien zubereitet. Bei dieser Variante werden die Kastanien auf Holzplatten getrocknet, unter denen etwa zwei Wochen lang Kastanienholz verbrannt wird um sie dann in Umluftöfen zu toasten und im Wasser aufgeweicht um ihnen die Feuchtigkeit wieder zu geben, Sobald diese Kastanien geschält werden erscheint eine intensive braune Frucht, die einen charakteristischen an Karamellisierung erinnernden Geschmack hat.

Das Produktionsgebiet Irpinien

Das offizielle Produktionsgebiet der geschützten Kastanie aus Montella Igp konzentriert sich auf den Regionalpark Terminio-Cervialto in der Provinz von Avellino und umfasst die Ortschaften von Montella, Bagnoli Irpino, Cassano Irpino, Nusco, Volturara Irpina und Montemarano (contrada Bolifano) auf einer Höhe von 500 bis 1000 Metern über dem Meeresspiegel. Etwa die Hälfte der Produktion wird nach Amerika verschifft, ein Viertel wird innerhalb Europas und nur ein weiteres Viertel innerhalb Italiens vermarktet. Innerhalb Irpiniens ist auch der Anbau von Haselnüssen weit verbreitet.

Das Igp-Logo der Kastanie aus Montella
Die Ursprungsbezeichnung

Die Kastanie aus Montella war der erste und einzige Fall Italiens, in der im Jahr 1987 einer Frucht eine Doc-Bezeichnung anerkannt wurde, die schließlich im Jahr 1996 durch ein Igp ersetzt wurde. Die Anfrage der Ursprungsbezeichnung kam aus der Ortschaft Montella, während ein Schutzkonsortium leider noch nicht eingerichtet wurde. Die Ortschaft Calabritto hat auch eine offizielle Anfrage zum Schutz der Castagna del Prete eingereicht.

Weitere Infos findet Ihr in meinem Blog zur Gastronomie in Kampanien

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