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Gastronomie in Kampanien

Der Limoncello aus Sorrent

Das charakteristischte Erzeugnis, das aus der berühmten lokalen sorrentiner Zitrone hergestellt wird, ist zweiffellos der Zitronenlikör Limoncello aus Sorrent, ein Likör, der einzig und allein aus natürlichen Zutaten produziert wird, das heißt aus frischen Zitronenschalen, Zucker, Alkohol und Wasser. Er muß genauen Produktionsbestimmungen entsprechen und wird als traditioneller Zitronenlikör der Sorrentiner Halbinsel und der Insel Capri bezeichnet.

Lebensgefühl und Zubereitung

Die Zubereitung des Zitronenlikörs war schon immer eine tief verwurzelte gastronomische Tradition der Sorrentiner Halbinsel und der Insel Capri. Sie ist gleichzeitig Ausdruck für starke Gefühle, wie zum Beispiel der Gastlichkeit und der Liebe zur Natur. Früher einmal stellte jede Familie eine beschränkte Menge dieses Likörs her, der nur sehr selten für den Handel oder die Restaurants und Hotels bestimmt war. Die Erzeugung erfolgt auch heute noch nach dem traditionellen Rezept der einheimischen Familien: die Schalen frischer Zitronen werden in eine alkoholische Lösung eingelegt, wo sie ihre ätherischen Öle abgeben. Das hiermit erhaltene Infus wird dann mit gezuckertem Wasser vermischt und gefiltert (Hier zum Rezept).

Unverfälschter Geschmack

Der Limoncello aus Sorrent wird eiskalt und gewöhnlich zum würdigen Abschluß eines typischen mediterranen Mittagessens serviert; da er ein besonders bekömmlicher Likör ist, bringt er allerdings die Vortrefflichkeit seiner Aromen wahrscheinlich am besten zum Ausdruck, wenn er nicht unmittelbar nach dem Essen getrunken wird. Sein Farbe liegt zwischen gelb und hellgrün, was auf die Reife und Erntezeit der verwendeten Zitronen zurückzuführen ist. Da bei seiner Herstellung keine Zusätze beigefügt werden, kann es passieren, daß die wertvollen ätherischen Öle bis zum Flaschenhals hochsteigen und ein sogenanntes “Halsband” bilden: dies stellt einen weiteren Beweis für seine absolute Unverfälschtheit dar.

Crema di Limoncello

Die Zitronenlikörcreme “crema di limoncello” oder auch “crema di liquore di limone” wurde erst vor wenigen Jahrzehnten auf den Markt gebracht und ist eng verwandt mit dem Limoncello aus Sorrent. Trotzdem diese Creme keine so weit zurückreichende Tradition vorweisen kann, strebt sie den Erfolg des Zitronenlikörs an, den sie aller Wahrscheinlichkeit nach auch erreichen wird. Die Likörcreme hat einen geringeren Alkoholgehalt, ist cremig und hat einen weichen und delikaten Geschmack aufgrund der in der Herstellungsphase hinzugefügten Milchcreme; auch in diesem Fall greift die Erzeugung ausschließlich auf einfache Methoden der Hausmannskost zurück.

Die Zitronen der sorrentiner Halbinsel sind ideal bei der Zubereitung des Limoncello

Schutz des Limoncello der sorrentiner Halbinsel

Der große Erfolg dieser Produkte erweitert die Vielfalt der natürlichen Liköre, die von den sorrentiner und capresischen Betrieben immer häufiger angeboten werden: diese Betriebe haben sich mit der Genossenschaft der Zitronenbauer zu einem Konsortium zusammengeschlossen, das sich sehr strenge Bestimmungen zur Erzeugung vom Limoncello aus Sorrent auferlegt hat, um das Sorrentiner Produkt von den vielen aus ganz Italien stammenden Imitationen klar abzugrenzen. Weitere anerkannte Varianten stammen von den Zitronen der Amalfiküste und der Insel Procida, die durch den Unterschied der Zitrone einen anderen Geschmack aufweisen.

Weitere Infos findet Ihr in meinem Blog zur Gastronomie in Kampanien

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Die Friarielli aus Neapel

Ein ganz besonderes Produkt der Gegend sind die Friarielli, die mittlerweile auch über die Region Kampanien hinaus bekannt sind. Es handelt sich um eine Rübenkohlart, die besonders in den Gegenden um Acerra, Nola, Giugliano und im gesamten Gebiet rings um den Vesuv angebaut wird.

Der Ursprung

Der Name kommt von der im Prinzip originellen Art, in der sie zubereitet werden, denn man gibt sie roh zusammen mit Öl, Knoblauch und Peperoncino in eine Pfanne und gart sie, indem man sie zudeckt und immer wieder wendet. Der essbare Teil dieses Gemüses sind die jungen Blätter und Blüten, die je nach Anbautechniken, den Anbauzeiten und den Besonderheiten des Anbaugebiets verschiedene Größen haben können. Das Produkt scheint relativ antiken Ursprungs zu sein, denn schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wird im Handbuch über die Landwirtschaft und Viehzucht im Königreich Neapel betont, wie originell doch die Tatsache ist, daß man hier Rübenkohl zubereitet, “sowohl den süßen als auch den bitteren, nicht um ihn den Tieren zu Fressen zu geben oder daraus Öl zu machen wie anderswo, sondern um den Menschen ein Gericht daraus zu bereiten.”

Friarielli mit Salsiccia, der Wurst aus Neapel

Die Verwendung in der Küche

Die Hauptanbauzeit sind die kältesten Monate des Jahres (und daher bei den meisten Turisten unbekannt), aber die Spätsorten können bis in den Frühling hinein angebaut werden. Vom Geschmack her sind die Friarielli immer mehr oder weniger bitter, aber durchaus angenehm bitter und charakteristisch. Sie passen hervorragend zu fetteren Fleischarten und es ist schon beinahe ein winterliches Ritual der neapolitanischen Gastronomie, sie zusammen mit Schweinefleisch zu servieren, vor allem mit den typischen Schweinswürsten “Salsicce di maiale”, die möglichst aus Fleisch von auf dem Land gezüchteten Schweinen gemacht werden und deren grober (a punta d‘ curtiello), deftig gewürzter, oft mit kleinen Mozzarellastückchen gemischter Wurstteig von Hand gestopft und abgebunden worden ist. Sie passen allerdings auch sehr gut zu den “cervellatine”, den dünneren und länglicheren Würsten, deren Teig ganz fein ist, fast schon wie ein Brei. Friarielli werden aber auch gerne als Beilage serviert. In Neapel findet man auch Pizza Varianten (in diesem Fall meist ohne Tomaten) mit den Friarielli, in der Provinz von Salerno nutzt man dieses Gemüse auch zu Nudeln, wenn möglich zur geschützten lokalen Pasta aus Gragnano.

Weitere Infos findet Ihr in meinem Blog zur Gastronomie in Kampanien