Baratynski und das unbekümmerte Leben in Neapel

Eine Flucht aus den sozialen Schwierigkeiten Europas in ein neapolitanisches Leben der Leichtigkeit des Seins

Innerhalb von drei Tagen, wie von Flügeln getrieben, sind wir vom sozial schwierigen Leben Europas in das belustigende treibende Leben von Neapel gewechselt, ein Leben das mir passt, da wir spazieren gehen, Bäder nehmen, an nichts denken, zumindest bleiben wir nicht lange an einem Gedankengang hängen, was übrigens auch nicht zu so einem Klima passen würde.

Jewgeni Abramowitsch Baratynski, 1844 (aus dem italienischen von mir übersetzt)

Dolce Vita: Baden vor einen der Inseln im Golf von Neapel: hier die Insel Capri

Jewgeni Abramowitsch Baratynski (geb. 1800 in Mara, gest. 1844 in Neapel war ein russischer Offizier, Schriftsteller und Dichter. Baratynski widmete sich etwa seit 1830 der Literatur und war unter anderem von Goethe begeistert. Wie Goethe begab er sich 1843 auf eine lange Italienreise und verstarb ein Jahr später in Neapel. Eine Gesamtausgabe seiner Dichtungen erschien in Moskau im Jahr 1869.

Der Text von Baratynski gibt Neapel eine mediterrane Dimension, die sich von der europäischen Kultur des 19. Jahrhunderts unterscheidet. Ein genießender Müßiggang, ganz nach dem romatischen Stil und der Suche nach der Antike der Campania Felix, in der man viele Sachen nicht zu tragisch nehmen muß und eine gewisse Leichtigkeit des Lebens gewinnen kann. Es scheint interessant, das nach Baratynski Europa noch im Jahr 1844, in Neapel bereits eher eine Zeit der Konflikte mit den mittlerweile nicht mehr so wie vorher beliebten Bourbonen, als sozial schwieriges Leben beschrieben wird. Sicher kann Baratynski auch nur die sonnigen Seiten Neapels erlebt haben, doch scheint Neapel gefühlsmäßig viele Besucher, ähnlich wie bei meinem letzten veröffentlichten Artikel von Charles Dupaty, zum Leben und den Empfindungen einzuladen… manchmal auf Kosten der langen Gedankengänge.

Weitere Berichte und Zitate über Neapel und die Region findet ihr in meinem Blog.

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