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Monumente der Phlegräischen Felder

Der Venus Tempel von Baia

Der sogenannte Venus Tempel von Baia fällt sofort ins Auge wenn man die Küstenstrasse der Phlegräischen Felder entlang fährt und auf der Höhe des Hafens das imposante antike Gebäude neben der Hauptstrasse hervorragt. Die Namensgebung als Venus Tempel von für diesen Thermalkomplex entstand durch den Fund von Aufzeichnungen und Quellen über die Existenz eines Venus-Tempels im antiken Baiae, der allerdings bis heute nie entdeckt wurde.

Der Venus Tempel von Baia auf einem Bild von van Pitloo

Auswirkungen auf die Architekten und Reisenden

Das Gebäude war wohl Teil eines grösseren Komplexes, von dem dieser Thermalbereich am besten erhalten blieb. Die Ausmassen dieses Erbes der Antike faszinierte viele Reisende oder auch Architekten wie Palladio, die sich von den vielen Besonderheiten der Baustruktur inspirieren liessen. Der katalanische Architekt Sagrera liess sich im 15. Jahrhundert nach seinen Aufzeichungen von der Kuppel des Venus Tempels für den Bau der Decke der Sala dei Baroni im Castel Nuovo inspirieren. Ausserdem ist noch eine Zeichnung der Decke des Venus Tempels des Giuliano Sangallo in der vatikanischen Bibliothek aufbewahrt.

Die Zufahrt in den kleinen Hafen von Baia mit dem Venus Tempel

Teil des Residenz des Imperators Hadrian?

Auch wenn die Ausgrabungen nie den Fussboden erreicht haben, geht man davon aus das der Venus Tempel von Baia so wie typisch für das antike Baiae eine Halle eines grösseren luxuriösen Residenz- und Thermalkomplexes wie bei den ausgegrabenen römischen Thermen von Baia waren. Die Bereiche waren sicherlich mit Marmorplatten verkleidet und die Kuppel war von innen mit Mosaiken verziert, von denen nur wenige Reste gefunden wurden. Der Auftraggeber dieser Thermen scheint Imperator Hadrian zu sein, der hier die letzten acht Jahre seines Lebens verbrachte und dessen Villa in Tivoli bei Rom viele Ähnlichkeiten mit der Struktur in Baia verbindet. Auch die Gebäude am Hang auf der Höhe der Strasse innerhalb der Archäologischen Parks der römischen Thermen von Baia scheinen zum selbigen Baukomplex zu gehören wobei der Zugang zu dieser Villa wahrscheinlich am kleinen See von Baia war, der heute so nicht mehr existiert.

Detail der Architektur: weite Fenster in opera lateritia auf einem Tuffsteinbogen

Die Architektur

Sicher scheint zumindest, das der Bau das Bauexperiment der Therme des sogenannten Merkur-Tempels von Baia überragen wollte. Die 8 Fenster haben nun eine beschauliche Grösse erreicht, andererseits sind die äusseren Pfeiler der Gewölbe eindeutig schmaler, während innen einen Abflusssystem des Wasser eingebaut wurde. Das römische Bauwesen hat somit in der Zwischenzeit zu einer bedeutende Reife erreichen können. Von Innen ist Venus Tempel von Baia rund und hat einen Durchmesser von 26,3 Metern und die Decke bestand aus einer Schirmkuppel, die sich aus 16 Abschnitten zusammensetzte. Die Baumaterialen werden je nach Höhe leichter um das Gewicht der Decke besser stützen zu können (der Decke ist dennoch eingebrochen)und das Einsetzen von den halbrunden grossen Nischen, die heute aus statischen Gründen zugemauert wurden, führten in 4 kleinere Hallen, die wohl für Massagen oder zum Ausruhen gedacht waren. Im Innenbereich sind heute Reste der Aussendekoration wie Säulen- und Balkenreste sowie Lisenen zu sehen.

Innen ausgestellte Funde des Baukomplexes

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Der Macellum von Pozzuoli – sog. Serapis-Tempel

Das Herz des Händlerbereichs des antiken Puteolis war das Gebiet um den Macellum von Pozzuoli, auch Serapis-Tempel genannt, ursprünglich ein grosser Marktplatz unweit des Hafengebiets in der römischen Zeit Kampaniens. Nach dem Fund wurde dieses Gebäude international unter dem Namen des Serapis-Tempels bekannt und wurde im Laufe der letzten Jahrhunderte zum Symbol für den Bradyseismos der Phlegräischen Felder. Auf verschiedenen Abbildungenen der letzten Generationen sieht man das Gebäude teilweise manchmal teilweise überschwemmt und andere male komplett trocken.

Die Geschichte der Ausgrabungen

Der Name des Tempels stammt von dem Fund bei den bourbonischen Ausgrabungen im Jahr 1750 einer Skulptur der ägyptischen Gottheit Serapis, die heute im Archäologischen Museum von Neapel aufbewahrt wird (Eine Gipskopie ist im Museum der Phlegräischen Felder ausgestellt) und Serapis auf einem Thron mit dem Hund Zerberus als Richter der Toten darstellt. Nach dem Aufruhr der Funde von Herkulaneum und Pompeji dachte man an die Präsenz eines Serapeion, der sich später als Macellum, ein öffentlicher Lebensmittelmarkt der Stadt Pozzuoli, aus der römischen Zeit herausstellte und vielleicht auf dem Modell des Macellum Magnum in Rom aus der Zeit Neros basierte. Die Ausgrabungen von 1907 unter Dubois haben die Funktion als Markt beweisen können, da in den Geschäften auf den drei Seiten des Macellums alle Sorten von Lebensmitteln (Fleisch, Fisch, Gemüse, Frucht) verkauft wurden.

Der Ursprung

Die Errichtung des Macellum von Pozzuoli stammt wohl aus der späten flavischen Zeit (2. Jahrhundert nach Christus), wie es der Fund einer Aufschrift mit einer Widmung aufzeigt. Es bleiben Zweifel bestehen ob der Bau mit öffentlichen oder privaten Geldern finanziert wurde. Die Aula mit der Absis und die Tholos wurden unter der Dynastie der Severer erneuert, da eine Fistula (eine Bleileitung für Wasser) mit dem Namen Settimio Severo entdeckt wurde. Zuletzt ging man davon aus, das die aktuelle Tholos im 3. Jahrhundert nach Christus im Zusammenhang mit anderen Veränderungen erneuert wurde.

Der Macellum vor wenigen Jahren mit einem recht hohen Wasserspiegel

Die Struktur

Der Macellum von Pozzuoli misst 58 mal 75 Meter und hatte einen viereckigen offenen Hof mit Platten aus Marmara-Marmor auf etwa 4300 Quadratmetern Fläche, der von allen Seiten mit einem Portikus umgeben wurde. Der imposante Markt von Pozzuoli war zumindest auf den langen Seiten mit einer zweiten Etage versehen, die von etwa 6 Meter hohen grauen Granitsäulen mit von Meerestieren dekorierten Kapitellen (Muscheln mit Delfinen, die an den reichen Seehandel Pozzuolis erinnern) gestützt wurden. Der Zugang war in Richtung Meer und Hafen gelegen, während sich am Ende des Gebäudes eine grosse Aula mit einer Absis befand. Die Aula wurde mit 14 Meter hohen Marmorsäulen aus dem griechischen Euböa und mit einem Fussboden in opus sectile aus buntem Marmor verkleidet. In den drei Nischen standen Skulpturen des imperialen Kults und Protektoren des Marktes, unter ihnen die heute im archäologischen Museum von Neapel aufbewahrte Gottheit Serapis der hiesig ansässigen alexandrinischen Händlerkolonie, wie auch die Figurengruppen mit Orestes und Elektra und Dionysus mit einem Faunus.

Die Tholos in der Mitte des Marktes

Die Tholos des Macellum von Pozzuoli

In der Mitte des Macellums ist eine einem Meter über dem Fussboden stehende runde Tholos aus opus lateritium mit einem Durchmesser von 18 Metern und 16 fünf Meter hohen korinthischen Säulen aus rosafarbenen afrikanischen Marmor mit einem oktagonalen Brunnen in der Mitte. Ursprünglich wurde der Brunnen mit der Darstellung einer Geschichte auf einem Architrav dekoriert, dieser wurde aber von den Borbonen beim Bau des Königspalastes von Caserta entfernt und anderweitig verwendet. Der Zugang zur Tholos wurde durch 4 Treppengänge gewährleistet, die jeweils in Form von Delfinen oder anderen Meerestieren errichtet wurden. Zwischen den Säulen der Tholos standen zahlreiche Skulpturen aus Marmor von Putten und ehrwürdigen Persönlichkeiten.

Die Latrinen

Die beiden mit einem Spülsystem versehenen grossen Latrinen neben der Aula zeigen wie stark der Macellum in der Antike besucht war. Dabei hatte man die Latrinen erst für öffentliche Thermalräume gehalten, da sie grosszügig mit Skulpuren und Platten aus Marmor dekoriert waren. Die Pracht des Macellum war nicht nur an der Architektur und den Wanddekorationen, sondern auch an den zahlreichen Skulpturen und Marmorarbeiten zu erkennen.

Die Löcher der Bohrmuscheln an den drei grossen Säulen

Der Untergang durch den
Bradyseismos

Insgesamt weisen die Mauerreste und die architektonischen Elemente, in Verbindung mit einer grosszügigen Verwendung von Marmor, sowohl auf den Reichtum der antiken Stadt Puteoli und seiner Händler, als auch auf den permanenten Bradyseismos in dieser Gegend hin. Dank dieser Schäden an den Säulen kann man dafür die geologische Geschichte der Stadt Pozzuoli der letzten 2000 Jahre erkennen. Im unteren Teil der hohen Säulen sind klar die Löcher der Bohrmuscheln (Meeresdatteln) sichtbar, die knapp unter der Meeresoberfläche leben und teilweise bereits vom Ende des 4. Jahrhundert stammen, was mit dem Beginn der Inaktivität des Macellums übereinpasst. Ab dem 5. Jahrhundert verliert der Handelshafen von Pozzuoli an Bedeutung und das Gebiet um den ehemaligen Macellum wird in eine kleine Nekropole umgewandelt.

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Der Rione Terra in Pozzuoli

Die befestigte Anlage des Rione Terra liegt geschützt auf einem 33 Meter hohem Felsvorsprung und ist von drei Seiten aus vom Meer umgeben. Der Begriff Terra ist ein typischer Ausdruck der lokalen Seemänner um ihre Ortschaft an Land zu beschreiben, ähnlich wie die Terra Murata über dem Hafen der Insel Procida.

Die Restaurierung der Struktur des antiken augusteischen Tempels im Dom

Die Antike

Die Geschichte des Rione Terra wurde von der Lage und dem Krisen des Bradysismus beeinträchtigt, so das das Siedlungsgebiet immer wieder verlassen und wiederbevölkert wurde. Die ersten Bohrmuscheln als Anzeichen des Bradysismus der Phlegräischen Felder, der am besten am Macellum von Pozzuoli zu erkennen ist stammen wohl von etwa 370 n. Chr, und führen zu einem langsamen aber sicheren Untergang der wichtigen antiken Hafenstadt Pozzuoli.

Der unterirdische Bereich des Rione Terra

Das Mittelalter und die Wiederbelebung zur Zeit des spanischen Vizekönigreichs

Die sichere Lage dieser Siedlung hat den Rione Terra vor dem Angriff der Goten im Jahr 410 n. Chr. geschützt, so das dieser Bereich anders als andere Teile Pozzuolis nicht zerstört wurde. Eine Aussiedlung des Bewohner findet daher wohl erst um das 8. oder 9. Jahrhundert statt, als der Bradysismus so stark wurde das es nicht mehr sicher war hier zu leben. Im 13. Jahrhundert wird der Felsvorsprung des Rione Terra zusammen mit Cumae Teil des normannischen Verteidigungssystems der Stadt Neapel um sich gegen die Piraten zu wehren. Eine Wiederbevölkerung wird es erst in der Zeit des spanischen Vizekönigreiches von Neapel Dank eines königlichen Beschlusses von 1511 geben, der es der Bevölkerung erlaubt auf dem Rione Terra zu siedeln. Durch den Ausbruch des Monte Nuovo von 1538, ein neuer Vulkan der Phlegräischen Felder, brauch die lokale Bevölkerung keine Abgaben zu zahlen was zu einem starken Anzug der Bevölkerung und zur Belebung der Stadt Pozzuoli führt.

Erhaltene Mühlen aus der Antike

Das 20. Jahrhundert: Entdeckung des augusteischen Tempels und Aussiedlung

Erst im 20. Jahrhundert verarmt der Rione Terra langsam durch den Untergang der lokalen Industrie. Der grosse Brand im Dom von Pozzuoli führt aber letztendlich zur Wiederentdeckung des augusteischen Tempels, der ein tolles Beispiel des augusteischen Klassizismus darstellt und wohl unter Augustus und Architekt Lucius Cocceius im 1. Jahrhundert nach Christus errichtet und mit Marmor verkleidet wurde. Erst später wird der Tempel in einem dem lokalen Schutzpatron San Procolo gewidmete Basilika umgewandelt und später barock verkleidet zu werden. Durch den Brand des Doms von 1964 wurde die antike Struktur mit Nord-Süd Ausrichtung und einer Grosse von 15 mal 23,5 metern erst wieder sichtbar gemacht. Nach wenigen Jahrzehnten begannen wieder ständige Erdbeben, die Stadt wird dennoch wiederbelebt und mit neuen Gebäuden versehen. Die Aussiedlung des Rione Terra findet erst in der 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wegen des starken Bradysismus statt und Dank der Verwendung von Eu-Fördergeldern weiterhin restauriert.

Der heutige Dom mit den sichtbaren Marmorsäulen des Tempels

Die Besichtigung

Die Besonderheit der Rione Terra liegt in seiner Stratifizierung, die von der griechischen Gründung über die Zeit des römischen Luxus bis hin zur Moderne reicht. Die urbanistische Struktur ist der antiken Stadt ähnlich und ist mit einem orthogonalen Netz sowie einem Decumanus Maximus (die heutige Via Duomo) und einem Cardo Maximus als damalige Hauptstrassen mit vielen Aktivitäten und Funktionen versehen. Heute ist der Rione Terra sowohl überirdisch als auch unterirdisch teilweise zu besichtigen, wobei der unterirdische Bereich sich auf die römische Antike bezieht.

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