Der Rione Terra in Pozzuoli

Die befestigte Anlage des Rione Terra liegt geschützt auf einem 33 Meter hohem Felsvorsprung und ist von drei Seiten aus vom Meer umgeben. Der Begriff Terra ist ein typischer Ausdruck der lokalen Seemänner um ihre Ortschaft an Land zu beschreiben, ähnlich wie die Terra Murata über dem Hafen der Insel Procida.

Die Restaurierung der Struktur des antiken augusteischen Tempels im Dom

Die Antike

Die Geschichte des Rione Terra wurde von der Lage und dem Krisen des Bradysismus beeinträchtigt, so das das Siedlungsgebiet immer wieder verlassen und wiederbevölkert wurde. Die ersten Bohrmuscheln als Anzeichen des Bradysismus der Phlegräischen Felder, der am besten am Macellum von Pozzuoli zu erkennen ist stammen wohl von etwa 370 n. Chr, und führen zu einem langsamen aber sicheren Untergang der wichtigen antiken Hafenstadt Pozzuoli.

Der unterirdische Bereich des Rione Terra

Das Mittelalter und die Wiederbelebung zur Zeit des spanischen Vizekönigreichs

Die sichere Lage dieser Siedlung hat den Rione Terra vor dem Angriff der Goten im Jahr 410 n. Chr. geschützt, so das dieser Bereich anders als andere Teile Pozzuolis nicht zerstört wurde. Eine Aussiedlung des Bewohner findet daher wohl erst um das 8. oder 9. Jahrhundert statt, als der Bradysismus so stark wurde das es nicht mehr sicher war hier zu leben. Im 13. Jahrhundert wird der Felsvorsprung des Rione Terra zusammen mit Cumae Teil des normannischen Verteidigungssystems der Stadt Neapel um sich gegen die Piraten zu wehren. Eine Wiederbevölkerung wird es erst in der Zeit des spanischen Vizekönigreiches von Neapel Dank eines königlichen Beschlusses von 1511 geben, der es der Bevölkerung erlaubt auf dem Rione Terra zu siedeln. Durch den Ausbruch des Monte Nuovo von 1538, ein neuer Vulkan der Phlegräischen Felder, brauch die lokale Bevölkerung keine Abgaben zu zahlen was zu einem starken Anzug der Bevölkerung und zur Belebung der Stadt Pozzuoli führt.

Erhaltene Mühlen aus der Antike

Das 20. Jahrhundert: Entdeckung des augusteischen Tempels und Aussiedlung

Erst im 20. Jahrhundert verarmt der Rione Terra langsam durch den Untergang der lokalen Industrie. Der grosse Brand im Dom von Pozzuoli führt aber letztendlich zur Wiederentdeckung des augusteischen Tempels, der ein tolles Beispiel des augusteischen Klassizismus darstellt und wohl unter Augustus und Architekt Lucius Cocceius im 1. Jahrhundert nach Christus errichtet und mit Marmor verkleidet wurde. Erst später wird der Tempel in einem dem lokalen Schutzpatron San Procolo gewidmete Basilika umgewandelt und später barock verkleidet zu werden. Durch den Brand des Doms von 1964 wurde die antike Struktur mit Nord-Süd Ausrichtung und einer Grosse von 15 mal 23,5 metern erst wieder sichtbar gemacht. Nach wenigen Jahrzehnten begannen wieder ständige Erdbeben, die Stadt wird dennoch wiederbelebt und mit neuen Gebäuden versehen. Die Aussiedlung des Rione Terra findet erst in der 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wegen des starken Bradysismus statt und Dank der Verwendung von Eu-Fördergeldern weiterhin restauriert.

Der heutige Dom mit den sichtbaren Marmorsäulen des Tempels

Die Besichtigung

Die Besonderheit der Rione Terra liegt in seiner Stratifizierung, die von der griechischen Gründung über die Zeit des römischen Luxus bis hin zur Moderne reicht. Die urbanistische Struktur ist der antiken Stadt ähnlich und ist mit einem orthogonalen Netz sowie einem Decumanus Maximus (die heutige Via Duomo) und einem Cardo Maximus als damalige Hauptstrassen mit vielen Aktivitäten und Funktionen versehen. Heute ist der Rione Terra sowohl überirdisch als auch unterirdisch teilweise zu besichtigen, wobei der unterirdische Bereich sich auf die römische Antike bezieht.

Weitere Informationen zu den Monumenten der Phlegräischen Felder finden Sie in auf meinem Blog.

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