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Gastronomie in Kampanien

Die Falanghina dei Campi Flegrei

Im 19. Jahrhundert wird der Falanghina von den bedeutendsten Historikern und Kennern der kampanischen Trauben mit diesem Namen benannt. Von Acerbi wurde diese Sorte im Jahr 1825 als ein Weinstock beschrieben, der ohne Zweifel den Ursprung eines “äußerst speziellen und wertvollen Weines” setzen kann.

Der Ursprungs des Namens

Der Falanghina, ein Weinstock von grüner Weintraube, wurde nach dem Phalanga, dem von den phlegräischen Bauern als Stütze genutzten Pfahl, benannt. Bis heute sind viele überzeugt, das die Griechen den Wein über Cumae in Italien eingeführt hätten. Die Griechen aus Eubea hatten allerdings die Angewohnheit die Rebsorten direkt über einem trockenen Boden wachsen zu lassen, was allerdings bei porösen Tufstein der phlegräischen Felder zu Vermoderung geführt haben muß. Eine Alternative wurde durch die Falango, auf griechisch Holzpfahl, gefunden und so wurden die Rebstöcke über den Boden aufgehängt. Unter den Römern trug dieser Wein daher immer noch den Namen Vinum Album Phalanginum. Doch wird diese Weinsorte in der Terra di Lavoro auch als Falernina bezeichnet, da es sich nach Meinung einiger Wissenschaftler um die Weinrebe Molle Caleno handelt, die den Falerno Bianco ins Leben rief, der vermutlich den ersten Wein mit kontrolliertem Anbau und Herkunftsbezeichnung der Geschichte darstellt. Die Römer lagerten diesen reinen Wein in geschlossenen Amphoren, deren Deckel (pittacium) die Herkunft und den Jahrgang garantierten.

Eine Doc für eine besondere Landschaft

Die Falanghina dei Campi Flegrei hat eine sehr reiche Biodiversität, da er durch die dichte Bebauung des Anbaugebiets auf stark aufgeteilten Bereichen angebaut wird. Manchmal wird der Wein noch mit der traditionellen “puteolanischen Methode” angebaut und die Rebstöcke können dank des besonderen Bodens ein Alter von über 100 Jahren überdauern. Der Falanghina dei Campi Flegrei ist wegen der besonderen Beschaffenheit des Bodens und der Landschaft der Phlegräischen Felder seit 1994 ein geschützter Doc-Wein. Heute wird die Falanghina der phlegräischen Felder auf komplessiv 300 Hektar Fläche in 7 Gemeinden der Provinz von Neapel angebaut, die bis heute für ihre landschaftliche Schönheit bekannt sind: Procida, Pozzuoli, Bacoli, Monte di Procida, Quarto, Marano di Napoli und Neapel.

Das Anbaugebiet der Falanghina Doc Campi Flegrei
Der Geschmack und die Farbe

Der aus dieser Traube gewonnene Wein, der sich durch seine strohgelbe bis grünliche Farbe, sein würziges und angenehm trockenes Aroma und den leicht herben Geschmack kennzeichnet, besitzt den Duft von Ginster, warmer Erde und Feldblumen. Er wird als junger Wein mit einer Temperatur von ungefähr 10 °C getrunken und zu den zahlreichen Fischgerichten serviert, die die phlegräische Gastronomie auszeichnen. Nicht zu unterschätzen ist auch die Kombination eines guten Falanghina mit einem Wildspargelrisotto oder den verschiedensten Sorten von gegrilltem Gemüse.

Die Falanghina der phlegraeischen Felder im Glas.
Auch gereift trinkbar

Wie bei einigen anderen Weißweinsorten Kampaniens gewinnt eine gute Falanghina mit der Reife an Wert und wer viel Geduld hat kann eine gute Flasche Falanghina auch zehn Jahre lang aufbewahren. In den letzten Jahren wurde die Qualität der Falanghina der Phlegräischen Felder dank der gesteigerten Pflege der lokalen Winzer stark aufgewertet und hat oft eine interessante Komplexität erreichen können.

Weitere Infos findet Ihr in meinem Blog zur Gastronomie in Kampanien

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Gastronomie in Kampanien

Die Weine aus Capri

Capri hätte grundsätzlich eine ganz außerordentliche Berufung zur Weinerzeugung. Leider wurde die Insel jedoch durch die übermässige Zerstückelung landwirtschaftlicher Gründe erheblich geprägt. Aufgrund Initiativen, die mit der Tourismusentwicklung in Verbindung stehen, musste sie in der Vergangenheit ausserdem die Abholzung vieler Weingelände und die mangelnde Stärkung der autochthonen Klonen in Kauf nehmen. Doch der mittlerweile jahrzehntelange überdauernde Turismus in Capri hat dem lokalen Wein andererseits auch in der Welt berühmt gemacht.

Geschützt seit 1977

Die von den Weinbauern an den Tag gelegte Anstrengung, ihre Weinberge auf den steil über dem Meer liegenden sonnigen Hochebenen, oft zusammen mit anderen Garten- oder Baumpflanzungen, zu pflegen, aber auch die Mühe der Weinerzeugungsbetriebe, die ihre Trauben für die Weinherstellung peinlich genau aussortieren, erlauben es heute noch, einen Wein zu produzieren, der ein würdiger Erbe des Weines ist, der vor zweitausend Jahren von Kaiser Tiberius schon geschätzt wurde und dem 1977 das Prädikat für kontrollierten Ursprung (DOC) verliehen wurde.

Weinernte der Cantina Scala Fenicia auf Capri
Der Rotwein aus Capri

Der Capri rosso DOC wird in Capri und Anacapri erzeugt und besteht aus mindestens 80% “Piedirosso” und der Rebsorte “Barbera” oder “Tintore”. Meist wird er ein Jahr in Eichenfässern gelagert: er hat eine ziemlich intensive rubinrote Farbe, ein angenehm duftbetontes Bukett und sein Geschmack ist trocken und würzig, hat aber auch einen charakteristischen bitteren Einschlag. Sein Gesamtalkoholgehalt darf nicht unter 11,5% liegen. Er ist ganz gut lagerfähig und wird bei Zimmertemperatur vorwiegend zu gekochten oder gegrillten Fleischgerichten oder würzigen Käsesorten serviert.

Der Weisswein aus Capri

Auch der Capri bianco DOC wird auf dem Gebiet der beiden capresischen Gemeinden erzeugt und aus den Trauben der Rebsorten “Greco” (50%), “Falanghina” (30%) und “Biancolella” oder “Santo Nicola” (20%) hergestellt. Er ist feurig strohfarben mit goldenen Refexen, hat ein charakteristisches und angenehmes Bukett und einen trockenen und frischen Geschmack, der vom leicht säuerlichen Einschlag stammt. Sein Alkoholgehalt liegt nie unter 11% und er wird ausschliesslich jung getrunken. Man serviert ihn mit einer Temperatur von 8-10 Grad als Aperitif oder zu leichten Vorspeisen aus Meeresfrüchten oder anderen Fischgerichten, die sein leichtes und delikates Bukett nicht überdecken. Gerne wird er auf Capri in den heissen Monaten auch zum Caprese-Salat, der Verbindung von Mozzarella und der lokalen sorrentiner Tomate, getrunken.

Weitere Infos findet Ihr in meinem Blog zur Gastronomie in Kampanien