Das Castel dell’Ovo von Neapel

Das Castel dell’Ovo ist das älteste Schloss der Stadt Neapel und wurde auf einer kleinen Insel errichtet, die von den griechischen Siedlern Megaride genannt wurde. Heute ist die Insel Megaride und das Castel dell’Ovo durch eine Brücke an die Promenade von Neapel angebunden und befindet sich unweit dem Viertel Santa Lucia und dem eleganten Einkaufsviertel Chiaia. Von der oberen Terrasse des Schlosses hat man Dank der glücklichen Position eine schöne Aussicht in Richtung Vesuv, Capri, die Stadtpromenade, die Halbinsel von Posillipo und die Hänge der Stadt Neapel. Im Castel dell’Ovo können auf Anfrage Events in Räumen verschiedener Grösse organisiert werden.

Die obere Aussichtsterrasse des Schlosses mit einigen Kannonen

Der Yachthafen und der Borgo Marinari

Neben dem Castel dell’Ovo befindet sich ein kleiner Yachthafen und der Borgo Marinari, ehemaliges Wohnviertel einiger Fischer und Seemänner Neapels. Heute befinden sich hier einige Bars und Fischrestaurants, die zu den beliebtesten der neapolitanischen Bevölkerung gehören. Der Borgo Marinari wird bei den lokalen Familien und Paaren wegen der entspannten und romantischen Atmosphäre und den schönen Aussichten gerne für besondere Anlässe ausgewählt.

Die Piazzetta des Borgo Marinari

Die Legende zum Namen des Schlosses

Der Name des Schlosses bezieht sich auf eine phantasiereiche Legende, bei der Vergil ein (ein echtes oder aus Material geformtes?) Ei in einem Käfig in den tiefen Gefilden des Schlosses versteckt hätte, an dem die Zukunft des Castel dell’Ovo und der Stadt Neapel gebunden wäre. Unter der Herrschaft der Johanna I. von Anjou, unter der es zu grossen Schäden am Schloss kam, musste die Königin die Bevölkerung beruhigen indem sie erklärte das Ei ausgetauscht zu haben damit sich keine Panik in der Bevölkrung breit machen würde.

Der innere Bereich des Castel dell’Ovo

Die Ursprünge in der Antike

Die kleine Insel Megaride bestand aus zwei verbundenen Tuffsteinfelsen, die durch einen natürlichen Bogen verbunden waren. Hier und auf dem Hügel von Pizzofalcone über der Insel gründen die Griechen aus Cumae eine weitere Stadt Partenope, von der erst 1949 die Nekropole in der Via Nicotera in Folge des Wiederaufbaus nach den Kriegsschäden entdeckt wurde. In der römischen Zeit wird am Hang des Monte Echia und den beiden Inseln eine wohl immense und luxuriöse Villa mit Gärten und Wasserspielen des bekannten Feinschmeckers und ehemaligen Generals Lukullus errichtet. Aus dieser Zeit sind in der Sala delle Colonne noch die Säulen der Villa zu erkennen, die im frühen Mittelalter in ein Refektorium eines Konvents umgewandelt wurden.

Der kleine Yachthafen mit einigen auf Fisch spezialisierten Restaurants

Das Castel dell’Ovo im Mittelalter

Um das 5. Jahrhundert nach Christus unter Valentinian III wird die ehemalige lukullianische Villa in eine Festung umgewandelt. Mit der Absetzung des Romolos Augustulus als Imperator und der Wahl des Castel dell’Ovo als Exil im Jahr 476 endet an dieser Stelle praktisch das weströmische Imperium. Nach seinem Tod wird die Festung in der Zeit des Herzogtums von Neapel von basilianischen Mönchen besiedelt, die im 7. Jahrhundert die benedektinische Regel übernehmen und eine bedeutende Bibliothek aufbewahren. In Folge von sarazenischen Angriffen wird die Festung aus Sicherheitsgründen im Laufe des 10. Jahrhunderts zerstört, doch bereits 1128 wird in einem Dokument eine neue Festung mit einer Kirche mit dem Namen Arx Sancti Salvatoris berichtet. Tatsächlich wird die Festung von König Roger dem Normannen bei seinem Aufenthalt im Jahr 1140 in Neapel als Wohnsitz verwendet, erst später mit der Fertigstellung des Castel Capuano verliert das Castel dell’Ovo seine Residenzfunktion. Unter dem Hohenstaufer Friedrich II. werden 1222 drei weitere Wachtürme hinzugefügt und ein Teil des königlichen Schatzes aufbewahrt. Als stark überwachte Festung wird unter Friedrich auch das Gefängnis des Castel dell’Ovo eingerichtet. Auch Karl I. von Anjou wird die Funktion als Schatzkammer beibehalten und einige Neuerungen in die Struktur bringen. Ein Erdbeben im Jahr 1370 zerstört den natürlichen Bogen der beiden Inseln, die durch eine Brücke unter Giovanna I. ersetzt wird.

Der Blick von der Aufstiegsrampe in Richtung Vesuv

Von der Renaissance in die Moderne

Unter Alfons von Aragon wird die Veteidigungsanlage durch tiefere Türme und eine neue Anlegestelle renoviert. Nach verschiedenen Angriffen unter Ludwig XII von Frankreich und den Spaniern wird nach der Ablösung an die spanischen Habsburger das Castel dell’Ovo die Form annehmen, wie wir das Schloss heute sehen: die Türme werden in einer oktagonalen Form gebaut, die Mauern verstärkt und die Verteidigungssysteme erneuert, die später auch in bourbonischer Zeit nach den aktuellen Massstäben der Zeit verändert und mit zwei Fallbrücken bereichert wurden. Alledings verliert das Castel dell’Ovo im 18. Jahrhundert seine Funktion als königlichen Sitz, auch weil unter den Bourbonen Neapels zahlreiche königliche Residenzen wie Capodimonte, Caserta oder Portici errichtet werden. Das Schloss wird in ein Militärposten und ein Gefängnis umgewandelt. Mit der Vereinigung Italiens verfällt das Schloss bis zu seiner Restaurierung im Jahr 1975 und ist bis heute zu besichtigen.

Weitere Informationen zu den Monumenten der Stadt Neapel finden Sie auch in der Kategorie in meinem Blog.

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