Die Bohne aus Villaricca

Kleine, runde schneeweiße, geschmacksvolle Kugeln aus einem Vorort Neapels

Eine lokal sehr bekannte Spezialität ist die Bohne aus Villaricca “Fagiolo di Villaricca”, die auch “tondini” oder “quarantini” genannt werden. Ihr Anbau ist in den kleinen Familienbetrieben der Gegend um Giugliano im Nord-Westen von Neapel weit verbreitet und wird meist nach biologischen Kiterien durchgeführt.

Besonderheiten der Bohne

Gekennzeichnet ist die Bohne aus Villaricca durch ihre runde Form, ihre schneeweiße Farbe und ihre besonders kleine Größe. Sie sind sehr gut verdaulich und leicht zuzubereiten. Ihr Geschmack ist sehr intensiv und erinnert an die bekannte Bohnenart fagiolo spollichino, die eigentlich zur Familie der “Borlotti” gehört und deshalb nicht so typisch ist.

Die Ernte

Die Hülsen werden noch unreif geerntet und in der Tenne zum Nachreifen ausgelegt, bis sie von der Sonne ganz getrocknet sind und so die Hülsenfrüchte ganz leicht aus den Schalen gelöst werden können, und zwar einfach indem man mit einem Stock darauf schlägt.

Gebrauch in der neapolitanischen Küche

Pasta e Fagioli – Nudeln mit der Bohne aus Villaricca

Noch heute bildet die Bohne aus Villaricca eine Alternative zu den bekannten spollichini und ist die typische Grundzutat für die berühmte neapolitanische Bohnensuppe pasta e fagioli, wobei die verwendete Nudelart unbedingt die ammiscata der Pasta aus Gragnano sein sollte, also einer Mischung aus verschiedenen Nudelarten, von denen einige schneller weich werden und andere hingegen recht bissfest bleiben. Außerdem braucht man diese Bohnen auch für die fagioli e scarola oder die zuppa alla maruzzara, ein ganz typisches Produkt aus der mediterranen Küche. Zubereitet wird es mit Olivenöl, Sellerie, Oregano, Petersilie, Knoblauch, Basilikum, scharfen Paprikaschoten und einigen Tomaten.

Antike Traditionen

Nach einem alten Rezept aus dem 16. Jahrhundert ließ man die Bohnen aus Villaricca zusammen mit getrockneten Kastanien kochen und gab danach Mela Annurca-Äpfel und scharfe Gewürze dazu. Die so erhaltene teigige Mischung verwendete man zum Füllen von Torten und Nudeln. Auch heute noch findet man die Verbindung von Nudeln, Bohnen und Kastanien in der traditionellen ländlichen Gastronomie der Gegend, die besonders deftig und herzhaft ist.

Weitere Infos findet Ihr in meinem Blog zur Gastronomie in Kampanien

Leave a Reply

Il tuo indirizzo email non sarà pubblicato. I campi obbligatori sono contrassegnati *

You may use these HTML tags and attributes:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>