Die Friarielli aus Neapel

Eine Winterdelikatesse: der neapolitanische Steckrübenkohl

Ein ganz besonderes Produkt der Gegend sind die Friarielli, die mittlerweile auch über die Region Kampanien hinaus bekannt sind. Es handelt sich um eine Rübenkohlart, die besonders in den Gegenden um Acerra, Nola, Giugliano und im gesamten Gebiet rings um den Vesuv angebaut wird.

Der Ursprung

Der Name kommt von der im Prinzip originellen Art, in der sie zubereitet werden, denn man gibt sie roh zusammen mit Öl, Knoblauch und Peperoncino in eine Pfanne und gart sie, indem man sie zudeckt und immer wieder wendet. Der essbare Teil dieses Gemüses sind die jungen Blätter und Blüten, die je nach Anbautechniken, den Anbauzeiten und den Besonderheiten des Anbaugebiets verschiedene Größen haben können. Das Produkt scheint relativ antiken Ursprungs zu sein, denn schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wird im Handbuch über die Landwirtschaft und Viehzucht im Königreich Neapel betont, wie originell doch die Tatsache ist, daß man hier Rübenkohl zubereitet, “sowohl den süßen als auch den bitteren, nicht um ihn den Tieren zu Fressen zu geben oder daraus Öl zu machen wie anderswo, sondern um den Menschen ein Gericht daraus zu bereiten.”

Die Verwendung in der Küche

Friarielli Salsiccia, die Wurst aus Neapel

Die Hauptanbauzeit sind die kältesten Monate des Jahres (und daher bei den meisten Turisten unbekannt), aber die Spätsorten können bis in den Frühling hinein angebaut werden. Vom Geschmack her sind die Friarielli immer mehr oder weniger bitter, aber durchaus angenehm bitter und charakteristisch. Sie passen hervorragend zu fetteren Fleischarten und es ist schon beinahe ein winterliches Ritual der neapolitanischen Gastronomie, sie zusammen mit Schweinefleisch zu servieren, vor allem mit den typischen Schweinswürsten “Salsicce di maiale”, die möglichst aus Fleisch von auf dem Land gezüchteten Schweinen gemacht werden und deren grober (a punta d’ curtiello), deftig gewürzter, oft mit kleinen Mozzarellastückchen gemischter Wurstteig von Hand gestopft und abgebunden worden ist. Sie passen allerdings auch sehr gut zu den “cervellatine”, den dünneren und länglicheren Würsten, deren Teig ganz fein ist, fast schon wie ein Brei. Friarielli werden aber auch gerne als Beilage serviert. In Neapel findet man auch Pizza Varianten (in diesem Fall meist ohne Tomaten) mit den Friarielli, in der Provinz von Salerno nutzt man dieses Gemüse auch zu Nudeln, wenn möglich zur geschützten lokalen Pasta aus Gragnano.

Weitere Infos findet Ihr in meinem Blog zur Gastronomie in Kampanien

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