Der Asprinio di Aversa

Der vielleicht trockenste Weisswein weltweit eignet sich hervorragend als Aperitiv, zu Fischgerichten und beim Geniessen einer frischen Mozzarella di Bufala Campana

Der Ursprung des Asprinio

Der Asprinio, eine Weinrebe mysteriösen Ursprungs, die einige gelehrte für verwandt mit dem Pinot und dem Greco halten, gedeiht vornehmlich auf lockeren, ziemlich leichten Böden, die reich an Kalium, Phosphor, Kalzium und Magnesium sind, eben wie die vulkanischen durch die Überschwemmungen des Flusses Volturno angereicherten Böden der Gegend an der Grenze zwischen den Provinzen Neapel und Caserta. Ein Wein, der Dank der Anlage von geschützten Anbaugebieten vor dem Aussterben gerettet wurde und den Monelli als “frisch, sehr matt, säuerlich, keck, Urvater der feinsten Champagnerarten” bezeichnete. Es ist eine der wenigen Weinreben, die dank ihrer Grundeigenschaft, gegen den Reblausbefall immun zu sein, keiner Veredelung mit amerikanischen Reben bedarf.

Anbaumethoden

Heutiger Anbau des Asprinio

Die Reben des Asprinio werden in Baumreihen von beachtlicher Höhe (bis zu 25 Metern) angelegt, und zwar unter Einbezug der Pappelbäume, die sozusagen als Schutzmänner fungieren, zwischen denen die Pfähle mit soviel Abstand aufgestellt werden, das grosse und schwere Trauben wachsen können. Diese Art des Weinanbaus soll angeblich von der Notwendigkeit stammen, diese Weinreben in der Vergangenheit in Mischkultur mit dem Hanf anzubauen, so das eine niedrigere Rebzucht nicht möglich war. Derzeit konzentrieren sich die kleineren Landwirte aus den Gegenden um Aversa und Giugliano allerdings immer mehr auf den systematischen Weinanbau mit Weinreben die 1,70 Meter nicht übersteigen, um die Ernte möglichst zu vereinfachen und auch mechanisch durchführen zu können.

Der trockenste Weisswein weltweit?

Der Wein, den man aus diesen einzigartigen Reben erhält ist ganz klar und strohfarben mit leichten grünlichen Nuancen. Vom Geschmack her ist er trocken, leicht säuerlich und sehr bekömmlich. Sein Bouquet ist intensiv und charakteristisch, es erinnert an Wiesenblumen und Zitronen. Mario Soldati schreibt darüber: “Es gibt keinen anderen Weisswein auf dieser Welt, der so absolut trocken ist wie der Asprinio: keinen. Denn die berühmtesten trockenen Weissweine schliessen in ihr mehr oder weniger intensives und mehr oder weniger nachhaltiges Bouquet immer eine wenn auch vage süssliche Nuance ein. Der Asprinio nicht. Der Asprinio riecht kaum, und er riecht fast nach Zitrone: aber dafür ist er von einer absoluten, grundlegenden Trockenheit, die man sich nicht vorstellen kann, wenn man ihn nicht probiert… Was für ein grossartiger Wein!”

Ein sommerlicher Durstlöscher

Zur Zeit der Bourbonen war dieser Wein auch als Grundbestandteil für qualitativ hochwertigen Essig geschätzt und er wurde in der Vergangenheit vor allem in der heissen Jahreszeit als Durstlöscher getrunken (auch dank seines Rufs als hervorragendes harntreibendes Mittel). Veronelli sagte: “er ist aufgrund seiner absoluten Leichtigkeit kein Wein, den man zum Essen trinkt, sondern vielmehr ein leichter, bekömmlicher, schwungvoller Wein, der kalt serviert werden muss und den man gut alleine trinken kann.”

Der Asprinio als Aperitiv und als Begleiter zu Fisch und guter Mozzarella

Der besondere säuerliche Geschmack, des es auch möglich macht, das aus dem Asprinio Sekt von hoher Qualität hergestellt wird, macht ihn zu einem aussergewöhnlichen Aperitiv. Nicht zu unterschätzen sind allerdings seine Vorzüge als begleitendes Getränk zu frischem oder gekochtem Fisch, vor allem zu Fischsuppe, oder aber auch zu Gerichten mit frischem Mozzarella di Bufala Campana.

Die Sektherstellung der Aspriniorebe

In der Zwischenzeit sind auch hervorragende Ergebnisse bei der Sektherstellung aus dem Asprinio erzielt worden, und zwar sowohl nach dem Herstellungsverfahren Charmat als auch nach dem Champenois. Es wird so der ausgeprägte und feste Säuregehalt dieser Rebe genutzt, die ausserdem grosse Mengen der intensiv duftenden Apfelsäure enthält: heraus kommt dabei ein Sekt mit einem Alkoholgrad von circa 12% mit langanhaltender Schäumung und einer feinen Perlage. Der Sekt eignet sich nicht nur hervorragend als Aperitiv, sondern ist auch ideal zu allen Fischgerichten.

Weitere Infos findet Ihr in meinem Blog zur Gastronomie in Kampanien

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